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Alt 17.11.2007, 21:07   #6   Druckbare Version zeigen
Paleiko Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.210
AW: Lerne ich falsche Chemie?

Ich stimme Ihnen zu. Meine Kritik zielt auf ein "entweder - oder". Wer Quantenzahlen und Spin erwähnt, sich aber im weiteren Verlauf komplett um die Orbitale drückt, kann sich auch die ominösen Quantenzahlen schenken und bei empirischen Haupt- und Nebenschalen bleiben.

Ich halte es nicht für so schlimm den Schülern zu sagen "Man kann die Form der Elektronenwolken berechnen, dabei muss man den Elektronen aus mathematischen Gründen sogenannte Quantenzahlen zuweisen..." und dann kann man ein funktionierendes Gebäude aufstellen, ohne hin und her.

Das Problem mit vielen Dingen an der Grenze zu Quantenmechanik, MO-Theorie und Co ist, dass viele sich davor scheuen, Hintergründe (auch vereinfacht) darzulegen.

Gutes Beispiel: Erklären sie mal einem Schüler Benzol, ohne darauf einzugehen, dass aus den 6 p-Orbitalen 6 neue Orbitale entstehen. Viele Lehrer zeigen den Fragen hier im Forum nach zu urteilen nur ein Modell vom pi-MO und stehen dann vor der Frage, wie denn 6 Elektronen in ein einziges Orbital passen können.

Das "Elektronenwolke" nicht der Weisheit letzter Schluss ist, spielt denke ich keine Rolle. Fachliche Inkorrektheit wird vor allem dann zum Problem, wenn sie mit ihren Auswirkungen in den angestrebten Wissens- und Anwendungsbereich eines Schülers fällt. Beispiel: Bindung als Kraft. -> "Was zieht denn da wen nach wo? Nur eine Kraft?"

Die genaue Natur der Orbitale tut dies sicher nicht. Mit Sicherheit aber die von mir angesprochenen Dinge.
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