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Alt 24.10.2007, 11:08   #2   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Dichte, Siede- und Schmelztemp. bei Metallen

Zitat:
Selbst wenn eine diesbezügliche Argumentation in einer Mehrzahl von Fällen im Ergebnis richtig liegt, so muss die Begründung gleichwohl noch lange nicht zutreffend sein
Oh, wie wahr, Herr Schmidt! Was die Metalle betrifft, wird allzu häufig der einfachsten Beschreibung, die man zur Hand hat, nichts mehr hinzugefügt. Toll nur, daß ca. 80% der Elemente (und daraus folgend die überwiegende Mehrzahl aller denkbaren chemischen Verbindungen!) Metalle sind. Hier ist ein wüstes, ödes, verlassenes Terrain in den Köpfen vieler Chemiker anzutreffen - sowohl Didakten als auch Forschern...

Es gibt noch viel mehr Einflüsse auch Schmelz- und Siedetemperatur außer Dichte und Atommasse von Metallen. Die Dichte selbst ist auch nur ein Ausdruck der Elektronenkonfiguration und der Bindungsverhältnisse im betrachteten Metall. Das Bild des Elektronengases ist ja auch nur ein stark vereinfachtes Bild der Bindungssituation in Metallen. Es gibt selbst im Caesium kein wirklich "freies Elektronengas" des Valenzelektrons. Alles, was man wirklich als Metalle kennt, ist eine mehr oder minder ausgeprägte Mischung aus delokalisierten oder in (teil-)kovalente Bindungen festgehaltenen Elektronen. Will man das quantitativ beschreiben, und das wäre zum Herleiten der Schmelzpunkte ja nötig, muß man sich leider Gottes mit der Bändertheorie rumschlagen. Für die Siedepunkte müßte man zudem noch wissen, was für Spezies in der Gasphase auftreten. Nicht alle Metalle fliegen als einzelne Atome.
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Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
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