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Alt 19.09.2007, 00:25   #2   Druckbare Version zeigen
zarathustra Männlich
Moderator
Beiträge: 11.540
AW: Wirkungsweise von Giften

Es sind gar nicht so viele Gifte in der Lage, Enzyme wirklich zu zerstoeren, aber zumindest koennen diese gehemmt werden.
Es gibt zwar eine Menge Gifte, die Enzyme hemmen, aber so wirken bei weitem nicht alle Gifte. Meinetwegen wirken viele klassische Nervengifte auf Ionenkanaele. Wenn Du die noch - aus irgendwelchen Gruenden - als eine Art Enzyme ansehen willst, kannste meinetwegen auch Gifte betrachen, die auf Strukturproteine wirken. So wirken Colchicin, Taxol oder meinetwegen Phalloidin auf das Cytoskelett.
Und wenn Du die Wirkung auf Proteine ausser Acht lassen willst, dann gibt es immer noch Gifte, die z.B. als Porine wirken und Zellmembranen loecherig machen. Oder Gifte, die die DNA modifizieren und so als Mutagene oder Carcinogene wirken koennen...

Carboanhydrasen koennen von verschiedenen Substanzen gehemmt werden, z.B. durch Acetazolamid. Oder wolltest Du eine natuerlich vorkommende Substanz wissen?

Doe Evolution der Gifte finde ich relativ schwierig zu diskutieren. Das Problem ist doch, dass es Gifte gibt, die aus Produkten des Primaerstoffwechsels hervorgehen und welche, die sehr spezielle Synthesewege haben. Bei Alkaloiden nimmt man z.B. an, dass ihre Bildung u.a. einen Exkretionsweg fuer Stickstoffverbindungen darstellt. Die Pflanzen bilden meinetwegen entsprechende Stickstoffverbindungen und speichern sie in der Vakuole. Wenn diese Verbindungen gleichzeitig vor Fressfeinden schuetzen, hat die Pflanze gleich einen Wachstumsvorteil. Das waere die einfachste, allgemeinste Art, sowas zu diskutieren. Ansonsten muesste man mal genau schauen, welches Gift man betrachten will und wie es exakt gebildet wird...
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Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
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