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Alt 27.08.2000, 08:56   #6   Druckbare Version zeigen
Cyberlink  
Mitglied
Beiträge: 545
Zwinkern

nun ich denke auch ne ratte kriegt nen shock, wenn sie auf einmal wasser atmen soll...oder könntest du dich etwa dazu überwinden, dass zeugs zu atmen??


Hier noch ein kleiner Bericht darüber:

Durchatmen mit Flüssigkeiten
Wenn die Lunge kollabiert, ist auch im Zeitalter der Intensivmedizin höchste Gefahr im Verzug. Zusammenfallenden Lungenbläschen folgt meist der Tod. Aber, so fragten Wissenschaftler weltweit, könnte man nicht die Lunge mit einer Flüssigkeit aufpumpen und so wieder in Betrieb nehmen?

Seit einigen Jahren wird auf diesem Gebiet geforscht. In den USA wurden bereits rund 120 Patienten mit Flüssigkeit beatmet. Aber die Flüssigkeitsbeatmung ist noch ein junges Feld der Intensivmedizin.
Das Prinzip ist einfach: Man nehme eine Flüssigkeit, die keine Körpergewebe angreift, Sauerstoff und Kohlendioxid gut transportiert und beide Gase in den Lungenbläschen abgeben beziehungsweise aufnehmen kann. Diese Flüssigkeit wird nun in die Lunge gepumpt. Der Mensch atmet jetzt keine Luft mehr, die Flüssigkeit ist das lebensspendende Elixier. Wenn in der kranken Lunge Wasser oder Schleim atmen unmöglich macht, dann soll die schwere Atemflüssigkeit den Schleim verdrängen. Außerdem soll sie die Lunge in ihre gesunde Form auseinanderdrücken.
Geeignet für die Flüssigkeitsbeatmung sind Perfluorcarbone. Das bekannteste Mitglied dieser Chemikalienfamilie ist Teflon. Flüssige Perfluorcarbone sind ungiftig und lösen Sauerstoff und Kohlendioxid sehr gut. Erfunden wurden sie vor 25 Jahren als Kunstblutkandidaten. Jetzt sollen die öligen Flüssigkeiten schwer Lungenkranken helfen.
“Die Lunge voll mit Flüssigkeit - das geht natürlich nur unter Betäubung” erklärt Michael Quintel vom Klinikum Mannheim. “Andernfalls würde man den Hustenreiz nicht aushalten”. Quintel erforscht in Mannheim am Tiermodell, wie sich die Flüssigkeiten in der Lunge verteilen und wie die Atemflüssigkeit am besten in die Lunge und aus der Lunge heraus gespült wird.
Noch können die Ärzte die Flüssigkeitsbeatmung nicht im klinischen Alltag verwenden. Noch sind die Risiken zu groß. Aber die Patienten, die von Forschungserfolgen profitieren könnten, sind oft Frühgeborene, deren Lungen noch nicht richtig ausgebildet sind oder Erwachsene mit schwersten Lungenödemen oder Lungenentzündungen, die bisher fast sicher sterben müssen.


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Michael Pfister
Moderator

Geändert von buba (22.12.2001 um 19:24 Uhr)
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