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Alt 01.04.2004, 20:01   #8   Druckbare Version zeigen
zarathustra Männlich
Moderator
Beiträge: 11.539
AW: Warum klebt Kartoffelstärke

Ne Formel für Gelatine gibts nicht, aber vielleicht hilft dir folgendes:

Zitat:
Gelatine

(von lat.: gelatum = Gefrorenes). G. ist ein Polypeptid (Molmasse: ca. 15000–>250000 g/mol), das vornehmlich durch Hydrolyse des in Haut u. Knochen (s. Ossein) von Tieren enthaltenen Kollagens unter sauren (Typ A-G.) od. alkalischen (Typ B-G.) Bedingungen gewonnen wird. Die Weltproduktion an G. beläuft sich auf ca. 125000 t/a. G. enthält (s. Lit. u. Tab.) bis auf Tryptophan alle essentiellen Aminosäuren u. ist als reines, verdauliches Eiweiß sehr gut als Nahrungsmittelkomponente geeignet. Die Aminosäuren-Zusammensetzung der G. entspricht weitgehend der des Kollagens, aus dem sie gewonnen wurde, u. variiert in Abhängigkeit von dessen Provenienz.

In Wasser, bes. in der Wärme, quillt G. zunächst stark auf u. löst sich dann darin unter Bldg. einer viskosen Lsg., die bei einer G.-Konz. von mind. ca. 1 Gew.-% unterhalb von ca. 35° gallertartig erstarrt. G. besitzt einen isoelektrischen Punkt, der im pH-Bereich von 7,5–9,3 (Typ A-G.) bzw. 4,7–5,2 (Typ B-G.) liegt. G. ist unlösl. in Ethanol, Ethern u. Ketonen, lösl. in Ethylenglykol, Glycerin, Formamid u. Essigsäure. G. kann durch Reaktion v.a. der Amino-Gruppen mit mono- od. polyfunktionellen Reagenzien, u.a. mit Acylierungsmitteln, Aldehyden, Epoxiden, Halogen-Verb., Cyanamid od. aktivierten ungesättigten Verb. chem. modifiziert u. in ihren Eig. breit variiert werden.

Verw.: In der Nahrungsmittel- bzw. Getränkeindustrie – hier darf nur bes. reine G. eingesetzt werden (zur Reinheitsprüfung: s. Lit. ) – vorwiegend Typ A-G. zur Herst. von u.a. Sülzen, Geleespeisen, Puddings, Speiseeis u. Joghurts bzw. zur Klärung von Weinen u. Fruchtsäften; in der Pharmazie u. Medizin zur Herst. von weichen u. harten Kapseln, von Suppositorien, als Bindemittel für Tabletten, Stabilisator für Emulsionen u. Blutplasma-Extender, in vernetzter Form zur Herst. von sterilen, hämastotatischen Schwämmen für chirurgische Zwecke; in der Kosmetik als Bestandteil von Salben, Pasten u. Cremes; in der Photoind. als sog. Photo-G. bzw. Photohilfs-G. zur Herst. von Halogensilber-Emulsionen bzw. als Schutzschicht-G.; zur Mikroverkapselung von Farbstofflsg. für moderne Durchschreibpapiere.

Lit.: 1*Biochemistry 3, 1126ff. (1964). 2*DAB 8, 239–241; Chem. Rundsch. 30 (20), 16 (1977).
allg.: Angew. Chem. 80, 719–725 (1968) ï Chem.-Ztg. 89, 469–476 (1965) ï Cox, Photographic Gelatin u. Photographic Gelatin II, London: Academic Press 1972 u. 1976 ï Encycl. Polym. Sci. Engng. 7, 488–513 ï Gelatin, New York: Gelatin Manufacturers Institute of America, Inc. 1973 ï Hager 7, 211ff. ï Kirk-Othmer (3.) 11, 711–719 ï Ullmann (4.) 12, 211–220 ï Veis, The Macromolecular Chemistry of Gelatin, New York: Academic Press, Inc. 1964 ï Ward u. Courts, The Science and Technology of Gelatin, London: Academic Press 1977.

Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon – Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995
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Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
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