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Alt 09.04.2000, 17:50   #2   Druckbare Version zeigen
CO-Mertens Männlich
ChemieOnline Team
Beiträge: 7.138
Lachen

Hi,

dies ist oft ein Irrtum. Der Äquivalenzpunkt wird folgendermaßen definiert:

Bei der Titration derjenige Punkt, an dem die Menge der zugefügten Titer-Flüssigkeit derjenigen der titrierten Substanz chem. äquivalent (s.a. Äquivalentgewicht) ist. Dieser ausgerechnete Punkt, dessen Erkennungsmeth. bei Titration aufgeführt sind, wird auch als stöchiometrischer Punkt od. als theoretischer Endpunkt bezeichnet.

Dabei müssen aber nicht die Konzentrationen von H30+-Ionen und OH-Ionen gleich sein. Dieser Punkt heißt dann Neutralpunkt. Auch hier habe ich eine Definition:

Im engeren Sinne bezeichnet man in der Chemie mit N. den als schnelle Reaktion verlaufenden Vorgang der Entfernung der überwiegenden Ionenart eines Lsgm. od. ihren Ausgleich durch die zweite, entgegengesetzt geladene. Im letzten Falle entstehen (ungeladene) Lsgm.-Mol. u. eine salzartige, möglicherweise weitgehend in Ionen dissoziierte Substanz. Beim Lsgm. handelt es sich in den seltensten Fällen um nichtwäßrige Lsgm.; hier sind die Verhältnisse nicht leicht überschaubar. Meistgebrauchtes Lsgm. ist das Wasser, was bedeutet, daß am sog. Neutralpunkt die Anzahl der in der Lsg. vorhandenen H+- u. OH- -Ionen gleich groß u. der pH-Wert 7 erreicht sein muß. Wird z.B. Natronlauge durch Zusatz von Salzsäure neutralisiert, so entstehen dabei Natriumchlorid u. Wasser: NaOH+HCl --> H2O+NaCl, wobei das Salz weitgehend in die Ionen Na+ u. Cl+ dissoziiert bleibt; in bezug auf die eigentlichen Reaktionspartner formuliert man (H3O)+ + OH- --> 2H2O. Bei diesem Prozeß wird die Neutralisationswärme (Enthalpie) frei, u. zwar mit demselben Betrag von DH = +57,6kJ/mol (13,75kcal/mol) unabhängig von der Art der Säure. Strenggenommen gilt dies allerdings nur bei der N. von starken Basen mit starken Säuren (u. umgekehrt), denn nur hier entspr. der Neutralpunkt auch dem stöchiometr. Umsatz, d.h. dem Äquivalenzpunkt. Wird als entscheidendes Kriterium der N. nicht der Ausgleich der Ionen des Lsgm. betrachtet (also neutrale Reaktion), sondern das Vorliegen von Säure u. Base in stöchiometr. Mengen, dann wird bei der N. von schwachen Säuren mit starken Basen od. umgekehrt der Neutralpunkt nicht erreicht.




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Sascha Mertens
Administrator

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