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Alt 02.10.2003, 17:29   #7   Druckbare Version zeigen
Alichimist Männlich
Mitglied
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Magneteisenstein, Magneteisenerz, Eisen(II,III)-oxid, Fe2+Fe23+O4 bzw. FeO·Fe2O3, vereinfacht Fe3O4. M. mit der Struktur eines inversen Spinells krist. kub.-hexakisoktaedr., Kristallklasse m3m-Oh; die Struktur kann Fehlordnungen aufweisen od. es können alle Gitterplätze gemäß der Formel besetzt sein. Eisenschwarze, stumpf metall. glänzende, undurchsichtige, z.T. große Krist., meist als Oktaeder; körnige bis dichte Aggregate u. abgerollte Körner. Strich schwarz, Bruch muschelig bis uneben, spröde, H. 5,5–6, D. 5,2. M. ist vor dem Lötrohr sehr schwer schmelzbar (Schmp. 1538°); feingepulvert löst er sich in warmer konz. Salzsäure allmählich auf.
Chem. Zusammensetzung nach der Formel: 31,03% FeO, 68,79% Fe2O3; der theoret. Eisen-Gehalt von 72,4% wird im allg. nicht erreicht, da M. meist mit Mg, Mn, Ni, Zn, Al, Cr, Ti (im Titanomagnetit bis 6% TiO2) u. bis über 1,5% V2O5 verunreinigt ist.
Ähnlich wie im Laboratorium bildet sich M. auch in der Natur vorwiegend bei höheren Temp.; er ist Bestandteil in fast allen magmatischen Gesteinen u. z.B. in Basalten mit für die dunkle Farbe verantwortlich; er findet sich auch in Mondbasalten (Mondgestein) u. in Meteoriten. In metamorphen Gesteinen, z.B. Chlorit- (s. Glimmerschiefer) u. Talkschiefern entsteht er aus Hämatit (z.B. Alpen). M. ist ein wichtiges u. verbreitetes Eisenerz.
M. wird nach seiner Bldg. bei Unterschreiten der Curie-Temperatur von 578° im Erdfeld magnetisch. M.-Krist., z.B. in Basalten der Ozeanböden, konservieren Richtung u. Intensität des Erdmagnetfeldes z.Z. ihrer Entstehung; dadurch hat man feststellen können, daß sich das Erdmagnetfeld in der geolog. Vergangenheit oft geändert hat. Paläomagnet. Streifenmuster, die durch diese Änderungen in den Gesteinen der Ozeanböden erzeugt worden sind, haben wesentliche Beiträge zur Klärung der Entstehung der Weltmeere u. zur Theorie der Plattentektonik (Erde) geliefert. Seit Mitte der 70er Jahre weiß man, daß manche Tiergattungen bei ihrer Orientierung im Erdmagnetfeld auf das Vorhandensein von M.-Kriställchen angewiesen sind: Tauben, Bienen u.a. Arthropoden, Mollusken u. auch Bakterien. Die Produktion von M. durch Bakterien liefert einen wichtigen Beitrag zum natürlichen remanenten Magnetismus von Tiefsee- u.a. Sedimenten. Diese Produktion ist nach neuen Erkenntnissen nicht nur auf aerobe magnetotakt. Bakterien beschränkt; euch unter anaeroben Bedingungen$lebende Bakterien können M. produzieren.



Gruss
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Kraft wird aus dem Zwang geboren und stirbt an der Freiheit.
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