Unter den Fragen , die hier im Forum eingehen, ist ein erheblicher Anteil in praktisch allen Schulbüchern so konkret behandelt, dass ich mir die Frage stelle, ob es sein kann, dass an einer Schule Chemieunterricht erteilt wird, ohne dass die Schüler im Besitz eines zum Unterricht passenden Chemiebuches sind ?
Gruß FKS
Ich2
03.08.2007, 17:41
wärend der CTA ausbildung hat man keine schulbücher ( zumindest war das bei mir so) sondern nur mitschriebe und manche leute einen beyer walter einen riedel und einen jander
kaliumcyanid
03.08.2007, 17:53
In der Realschule hatten wir Chemiebücher. Nur hat nie jemand reingeguckt :rolleyes:
Svlad Cjelli
03.08.2007, 18:04
Ich hab nen LK und wir haben: Chemie im Kontext. Tatsache ist jedoch, dass dieses (teure) Buch kaum im Unterricht genutzt wird... fast nie! Ich benutze es vor Klausuren zum Lernen.
virusex
03.08.2007, 19:01
Hi, ich hatte GK Chemie in der Oberstufe. Aber Schulbücher haben wir nie benutzt.
Aber wir haben es trotzdem geschafft.:D
FabianH
03.08.2007, 21:12
Hi,
also in meiner Fachdidaktikprüfung hatte ich unter anderem das Thema "Medien". Ich habe in der Prüfung auch über Schulbücher reden wollte (und dies auch tat) kam zum Abschluss folgender Dialog:
Prüfer: Ist ja alles schön und gut und auch richtig, aber was glauben Sie denn, wer tatsächlich in der Realität in das Buch guckt?
Ich: ?
P: Na ja, der Lehrer oder der Schüler?
I: Na in der Hauptsache der Schüler?!
P: Is aber nicht so, wenn überhaupt, dann der Lehrer zur Vorbereitung!
Vorsitzende vom Prüfungsamt (CH/BIO-Lehrerin): Stimmt, ist auch meine eigene Unterrichtspraxis, in der Biologie benutzte ich die viel mehr.
Inwiefern das nun wirklich zutrifft kann ich nicht sagen, aber es scheint wohl so zu sein?!
Unabhängig davon würde ich vielleicht sogar eine andere Frage stellen:
Warum sind die Schüler nicht in der Lage selbstständig in ein Buch zu gucken?
Eine Antwort zu geben, bin ich mir zu unsicher, aber ich habe das selbstständig hervorgehoben, da es in meinen Augen direkt mit Ihrem anderen Thema zu tun hat.
Ich denke mal, es ist vielleicht einfacher hier zu schreiben, als zu selber zu gucken. Damit tut sich dann aber wieder die Frage auf, welche Form der "Selbsständigkeit" mehr erwünscht ist?
Bzw. wie sich diese beiden Formen genau unterscheiden?
MfG
Fabian
Friedrich Karl Schmidt
03.08.2007, 21:45
wärend der CTA ausbildung hat man keine schulbücher ( zumindest war das bei mir so) sondern nur mitschriebe und manche leute einen beyer walter einen riedel und einen jander Chemieberufe betrachte ich als Sonderfall. Da gab es oft kein geeignetes Lehrbuch auf dem Markt. Dort gibt es ja auch keinen "Chemieunterricht" wie an einer allgemeibildenden Schule, sondern allgemeine und anorganische , analytische, organische , physikalische Chemmie als eigenständige Lehrfächer. Soweit man sich also nicht für Lehrbuch entscheiden konnte, war es Sache des Lehrers , dafür zu sorgen, dass die Schüler dennoch geeignetes Material hatten und nicht schon beim Basiswissen darauf angewiesen waren, im Internet zu recherchieren.
Gruß FKS
Friedrich Karl Schmidt
03.08.2007, 22:07
Ich hab nen LK und wir haben: Chemie im Kontext. Tatsache ist jedoch, dass dieses (teure) Buch kaum im Unterricht genutzt wird... fast nie! Ich benutze es vor Klausuren zum Lernen. Ich kann verstehen, dass ein Lehrer sich seinen Unterrichtsaufbau nicht von einem Schulbuch vorschreiben lassen möchte. Das hätte ich auch nie getan.
Aber wie auch immer : Ein Schüler sollte die Möglichkeit haben, ( zumindest ) die weniger speziellen Themem in einem Schulbuch nachlesen zu können, das ihm permanent zur Verfügung steht.
Und soweit Themen nicht ausführlich genug im Lehrbuch behandelt sind oder der Lehrer eine vom Lehrbuch abweichende Darstellung für richtig hält, so muss er in anderer Weise dafür sorgen, dass die Schüler über Material verfügen, mit dem sie auch dann noch lernen können, wenn der Unterricht über die Thematik schon lange zurückliegt.
Und hier darf man nicht einfach darauf vertrauen, dass die Mitschrift der Schüler entsprechend gestaltet ist. Da muss man entweder selber etwas zu Papier bringen oder dafür sorgen, dass die Mitschriften alles Wesentliche und so enthalten, wie es eine Lernunterlage erfordert. Ich habe mich deshalb auch nicht gescheut, im Zweifelsfall auch einmal zu diktieren.
Dass das Tafelbild mehr als nur eine Zusammenfassung sein sollte und insbesondere auch die gedankliche Entwicklung des gesamten Themas ( für späteres Lernen erinnerbar ) wiederspiegelt , halte ich ebenfalls für unverzichtbar.
Gruß FKS
Friedrich Karl Schmidt
03.08.2007, 23:28
also in meiner Fachdidaktikprüfung hatte ich unter anderem das Thema "Medien". Ich habe in der Prüfung auch über Schulbücher reden wollte (und dies auch tat)
Prüfer: Ist ja alles schön und gut und auch richtig, aber was glauben Sie denn, wer tatsächlich in der Realität in das Buch guckt?
Ich: ?
P: Na ja, der Lehrer oder der Schüler?
I: Na in der Hauptsache der Schüler?!
P: Is aber nicht so, wenn überhaupt, dann der Lehrer zur Vorbereitung!
Vorsitzende vom Prüfungsamt (CH/BIO-Lehrerin): Stimmt, ist auch meine eigene Unterrichtspraxis, in der Biologie benutzte ich die viel mehr. Ich muss zugeben, dass mich die hier zutage tretende "uni - sono - wenig - Beachtung" von Schulbüchern doch etwas überrascht. Und für mich ist hier die Frage, welche Konsequenzen Ihre beiden Prüfer aus ihrer "Lagebeurteilung" sowohl für ihren eigenen Unterricht, als auch in Bezug auf ihre Mitwirkung bei der Einführung und Beschaffung vom Lehrbüchern abgeleitet haben.
Denn ( wie ich in vorherigen Beiträgen bereits ausgeführt habe ) brauchen die Schüler eine geeignete, schriftliche Unterlage für ihr ( auch sehr viel späteres !) Lernen und Wiederholen.
Soweit sich also der Lehrer nicht an das eingeführte Lehrnuch hält, ist er m.E. in der "Bringschuld", für eine entsprechende Alternative zu sorgen.
Unabhängig davon würde ich vielleicht sogar eine andere Frage stellen:
Warum sind die Schüler nicht in der Lage selbstständig in ein Buch zu gucken?
Eine Antwort zu geben, bin ich mir zu unsicher, aber ich habe das selbstständig hervorgehoben, da es in meinen Augen direkt mit Ihrem anderen Thema zu tun hat. Wenn ein Schüler keine Übereinstimmung erkennt zwischen der Behandlung eines Themas im Unterricht und dem, was dazu in seimem Lehrbuch steht, so ist es für mich menschlich verständlich, dass er die Mühe scheut, den Zusammenhang zwischen Unterricht und Lehrbuch herzustellen.
Zwar sehe ich darin ein Defizit, weiß aber ehrlich gesagt keine Abhilfe. Und dies auch deshalb, weil diese Art von Reflektieren eines Stoffes einen Aspekt selbstständigen Lernens darstellt, das ich zwar für höchst erwünscht halte. das aber m.E. an der Realität von Durchschnittsschülern ( leider !) vorbeigeht.
Nach meiner Erfahrung schätzen Schüler durchaus die Selbstständigkeit. Vorausgesetzt, sie dürfen auch über das "Was" entscheiden. Und nicht nur über das "Wie". Da man Ihnen aber das "Was" leider vorgeben muss, ....
Und als "selbständiges Lernen" gilt für mich nicht, wenn ein Schüler sich in irgend einer Art von "privater Nachhilfe" all das haarklein erklären lässt, was ihm sein Lehrer zum "selbstständigen Erarbeiten" aufgetragen hat.
Von den Fällen, in denen ein Durchschittsschüler ein Thema gar nicht "packen" könnte, ohne dass ihm Personen per ausführlichem Dialog in dieser Weise nachhelfen, erst einmal gar nicht zu reden.
Was mir aber im Zusammenhang mit dem Thema "Lehrbücher" nach wie vor nicht begreiflich ist : Warum "konsultieren" Schüler nicht zuerst einmal ihr Lehrbuch, bevor sie sich ( auch mit den simpelsten Fragen ) ins Internet begeben ?
Ich denke mal, es ist vielleicht einfacher hier zu schreiben, als zu selber zu gucken. Damit tut sich dann aber wieder die Frage auf, welche Form der "Selbsständigkeit" mehr erwünscht ist?
Bzw. wie sich diese beiden Formen genau unterscheiden?
Auch mir scheint dies eine geradezu zentrale Frage zu sein.
Gruß FKS
nobody
04.08.2007, 09:37
Also wir hatten im LK um genauzusein 7 einzelne Bücher, eins zu Farbstoffen, eins zu Waschmitteln, Kunststoffen, Biochemie, OC, AC Grundlagen und noch Tabellenwerk....
Ich bin der Meinung man könnte für alle Klassen einfach den Mortimer benutzen, der ist didaktisch gut und deckt vom Inhalt her alle Jahrgangsstufen in Chemie ab. Dann bräuchte man nicht soviel Geld für irgendwelche extra Schulbücher rausschmeißen sondern kauft einm mal ein Buch.
Wo das Problem mit dem nicht lesen des Buches der Schüler ist kann ich auch nicht so richtig nachvollziehen. Da wird einfach befohlen das die Seiten X-Y bis zur nächsten Stunde gelesen und gelernt worden sind und der Inhalt wird dann als Bekannt vorrausgesetzt. Ob das Zeug dann tatsächlich gemacht wurde kann man ja durch Stichprobenartige Abragen überprüfen und ist ansonsten auch Problem des Schülers wenn er durch dei Prüfung fällt......
Also so was das zumindest immer bei uns, wir haben fast nur aus Büchern gelernt....
FabianH
04.08.2007, 10:03
Ich muss zugeben, dass mich die hier zutage tretende "uni - sono - wenig - Beachtung" von Schulbüchern doch etwas überrascht. Und für mich ist hier die Frage, welche Konsequenzen Ihre beiden Prüfer aus ihrer "Lagebeurteilung" sowohl für ihren eigenen Unterricht, als auch in Bezug auf ihre Mitwirkung bei der Einführung und Beschaffung vom Lehrbüchern abgeleitet haben.
Den Grund sehen/sahen beide darin, dass die Chemiebücher einfach zu wenig Alltagsbezug haben. (So zumindestens die Vorsitzende). Zum zweiten Punkt könnte ich auch nur Verutungen anstellen, lass es aber lieber. Bzgl:
Denn ( wie ich in vorherigen Beiträgen bereits ausgeführt habe ) brauchen die Schüler eine geeignete, schriftliche Unterlage für ihr ( auch sehr viel späteres !) Lernen und Wiederholen.
weiß ich, dass beide (unabhängig voneinander) Wert auf sinnvolle Arbeitsbögen legen, die sie dann eben vorher selbstgestalten.
MfG
Fabian
Friedrich Karl Schmidt
04.08.2007, 10:17
Also wir hatten im LK um genauzusein 7 einzelne Bücher, eins zu Farbstoffen, eins zu Waschmitteln, Kunststoffen, Biochemie, OC, AC Grundlagen und noch Tabellenwerk... Scheint ein "Verlagsgymnasium" zu sein: Ein Verlag gründet eine Schule, um sich einen Absatzmarkt für seine Bücher zu verschaffen.
Spaß beiseite : Wenn ein Lehrer meint, spezielle Bücher für Kunststoffe und Waschmittel zu brauchen, so hat sein Unterricht m.E. eine stoffliche Schieflage.
Da wird einfach befohlen das die Seiten X-Y bis zur nächsten Stunde gelesen und gelernt worden sind und der Inhalt wird dann als Bekannt vorrausgesetzt. Wenn ich so etwas lese, wird mir regelrecht schlecht. Ein Lehrbuch ist doch nicht dazu da, dem Unterricht vorzugreifen oder diesen gar zu ersetzen.
Also so was das zumindest immer bei uns, wir haben fast nur aus Büchern gelernt.... Und worin bestand die Tätigkeit des Lehrers, wenn ich fragen darf ?
Gruß FKS
nobody
04.08.2007, 14:18
Naja wir haben wie gesagt in der regel aus Buechern wiederholt und neuen Stoff bis zur naechsten Stunde schonmal vorlernen muessen.
Die Lehrerin war dann fuer Fragen da, hat nochmals Dinge erklaert (falls noch sachen unklar waren) , Hausaufgaben korrigiert und Leute abgefragt, sowie Exen und Klausuren geschrieben.
Es stimmt schon, die Lehrerin war eigentlich eher Hilfestellung und den Stoff haben wir dann aus den Buechern genommen (nachdem uns die Seiten genannt wurden), Arbeitsblaetter gab es nie, Hefteintraege schon, die waren aber im Prinzip mehr oder weniger inhaltlich und schematisch den Buechern entnommen.
Die 7 Buecher gab es halt bei der Ausgabe, keine Ahnung wer die mal angeschafft hat oder es fuer noetig befunden hat, die waren zum Teil 20 jahre alt und hatten ncoh jede Menge Stoff des ganz alten Lehrplans fuer 6 LK Stunden statt 5 pro Woche.
Wie auch immer wir waren ein recht guter und selbststaendiger LK, habe auch sehr, sehr viele Experimente gemacht. Von den Noten her gabs ein bis 2 Leute die haben 4 er geschrieben, aber der Rest war recht gut.
TopperHarley
04.08.2007, 17:43
Es kommt ja noch häufig dazu dass man mit den meisten Schulbüchern überhaupt nicht vernünftig lernen kann, da sie so konzipiert sind dass es ein Schüler- und ein Lehrerexemplar gibt.
Was bringt es mir wenn ich mich an den ganzen Aufgaben versuche aber keine Chance habe sie auf Richtigkeit zu kontrollieren.
Friedrich Karl Schmidt
04.08.2007, 22:32
Es kommt ja noch häufig dazu dass man mit den meisten Schulbüchern überhaupt nicht vernünftig lernen kann, da sie so konzipiert sind dass es ein Schüler- und ein Lehrerexemplar gibt. Auch bei mir lassen Schulbücher nur selten Begeisterung aufkommen. Was aber mit Sicherheit ( in meinem Fall ) nicht daran liegt, dass es eine Lehrerausgabe dazu gibt.
Es wäre ja auch ein Skandal, wenn um der Lehrerausgabe willen bewusst Mängel bei der für die Schüler gedachten Version in Kauf genommen würden.
Vielleicht sehe ich das aber auch noch zu optimistisch , wenn ich davon ausgehe, dass man zuerst das für Schüler bestmögliche Lehrbuch zu schreiben versucht, und zwar ohne dabei auf die angedachte, später zu verfassende Lehrerausgabe auch nur zu schielen.
Was mich stört, ist eine klare gedankliche und hinreichend ausführliche Entwicklung der Themen in der "Hauptsache". Die ständigen "Exkurse" und Einschübe anderer Art lenken m.E. nicht nur vom Wesentlichen ab, sie beanspruchen auch zuviel Platz, zu Lasten des eigentlichen Themas.
Auch fällt mir auf, dass häufig Historie in epischer Breite "strapaziert" wird, um sich um Begründungen regelrecht "herumzudrücken".
Aber so etwas findet man heute anscheinend "pädagogisch".
Gruß FKS
nobody
05.08.2007, 11:55
wärend der CTA ausbildung hat man keine schulbücher ( zumindest war das bei mir so) sondern nur mitschriebe und manche leute einen beyer walter einen riedel und einen jander
Ist bei uns genauso. Ich finde es schade, dass es für Chemieberufe kaum Schulbücher gibt, v.a. weil man dann nur ein paar Beispiele aus der Mitschrift hat und nicht zusätzliche Übungsaufgaben.
Friedrich Karl Schmidt
05.08.2007, 13:34
Übungsaufgaben gibt es nun aber wirklich genügend : Aus alten Klassenarbeiten und alten Prüfungen.
Gruß FKS
Irmgard
01.11.2007, 19:24
Meines Erachtens ist dieses Buch das preiswerteste und absolut beste unter den vergleichbaren Schulbüchern
laborleiter
01.11.2007, 19:41
Meines Erachtens ist dieses Buch das preiswerteste und absolut beste unter den vergleichbaren Schulbüchern
welches buch?
Paleiko
03.11.2007, 03:04
Ich habe die regelmäßige Verwendung von (naturwissenschaftlichen) Schulbüchern hauptsächlich bei Lehrern erlebt, die sich ohne Eigeninitiative von einem Beispiel zum nächsten und von Aufgabe zu Aufgabe gehangelt haben, bloß um möglichst wenig selbst machen zu müssen. Da bestanden ganze Stunden daraus, einfach mal alle Aufgaben aus einem Kapitel reihum vorzurechnen.
Eine bessere Einbindung der Schulbücher hab ich nur bei 1 Physiklehrerin in der 11 (Buch: Metzler) gesehen, die es verstanden hat, die Stärken eines Buches zu nutzen und Schwächen mit einem eigenen Tafelbild zu kompensieren.
Chemie-Hausaufgaben hatten fast nie etwas mit den Büchern zu tun. Das wir Dinge im Buch nachlesen können, wurde nicht erwähnt. Ich wusste es, weil ich Chemie super fand, aber ich glaub die meisten hat es nicht die Bohne interessiert das wir das Buch überhaupt haben :D
Ich fand es damals toll, dass die meisten Lehrer sich einen eigenständigen Unterricht für uns ausgedacht haben. Aber das (oft teure) Buch war in vielen Fällen dann auch überflüssig.
In den anderen Fächern war das Buch meist erwartungsgemäßes Rückrat der Stunde.
Friedrich Karl Schmidt
03.11.2007, 17:56
Eine bessere Einbindung der Schulbücher hab ich nur bei 1 Physiklehrerin in der 11 (Buch: Metzler) gesehen, die es verstanden hat, die Stärken eines Buches zu nutzen und Schwächen mit einem eigenen Tafelbild zu kompensieren.
Die einzige Stärke, die ein Chemie- oder Physikschulbuch hat erschöpft sich m.E. darin, dass ( wenn das Buch gut ist ! ) alles das Ergebnis betreffend Wichtige dort bereits aufgeschrieben ist. Wenn ein Buch darüber hinaus Stärken im Vergleich zum Unterricht hat oder zu haben scheint, so hat entweder der Schüler im Unterricht nicht richtig aufgepasst oder der Unterricht war einfach schlecht.
Gruß FKS
Paleiko
03.11.2007, 18:36
Na ja, ich meine mit Stärke z.b. eine gute Heranführung an etwas oder auch die Präsentation eines Themas (anschauliche Graphiken usw). Wenn sowas im Buch vorhanden ist, finde ich es durchaus sinnvoll, das auch zu nutzen, damit die Schüler das Buch auch wirklich mal kennenlernen und eventuell dann auch mal selbstständig verwenden und nicht nur zum Nachlesen der Aufgabensetllungen der Hausaufgaben verwenden. Stärke im Vergleich zum Unterricht kann man hier mMn nicht sagen, denn das Buch gehörte einfach zum Unterricht dazu. Genau das macht dann auch den Unterschied zwischen "einbinden" oder "integrieren" und "nebenher verwenden" aus.
Die wenigsten Schüler sind selbstständig oder interessiert genug um ein Schulbuch von sich aus (und vor allem effektiv/intensiv!) als Nachschlagewerk zu verwenden.
Friedrich Karl Schmidt
03.11.2007, 19:23
Na ja, ich meine mit Stärke z.b. eine gute Heranführung an etwas Wenn mir als Lehrer nicht eine bessere Heranführung an ein Thema gelingt als dies in einem Schulbuch ( schon aus Platzgründen nur stark verdichtet ) geschrieben stehen kann, dann habe ich meinen Beruf verfehlt.
oder auch die Präsentation eines Themas (anschauliche Graphiken Ich hatte einfach nicht die Zeit übrig für ein häufigeres "holt mal die Bücher raus und schlagt mal die Seite xy auf" . Wenn mir ausnahmsweise kein besseres Bild zur Hand ist , dann übernehme ich das Bild aus dem Buch auf eine Folie und führe keinen Dialog , bei dem die Schüler häufig nicht wissen, ob sie zu mir oder in das Buch schauen sollen. Viel besser ist, dass alle auf das gleiche Bild schauen , auf dem ich dann jeweils auch zeige , wovon ich spreche.
So wäre ich nie auf die Idee gekommen im Unterricht mit einem Buch zu arbeiten. Das habe ich nicht einmal mit dem Buch getan, das ich selbst geschrieben habe.
damit die Schüler das Buch auch wirklich mal kennenlernen und eventuell dann auch mal selbstständig verwenden und nicht nur zum Nachlesen der Aufgabensetllungen der Hausaufgaben verwenden. Meine Übungsaufgaben habe ich so gut wie nie einem Lehrbuch entnommen. Denn auch Übungsaufgaben müssen auf den Unterricht abgestimmt sein. Und dieser war bei mir nie "nach Schulbuch". Was in "Schulbüchern" als Erkläung gilt , verdient m.E. diese Bezeichnung häufig nicht. Und auch die Stoffanordnung ist häufig nicht entsprechend den Sinnzusammenhängen . die ich für fachlich richtig und pädagogisch für sinnvoll halte. Auf Nachfrage kann ich gern mit Beispielen dienen.
Wenn ich von Nachlesen gesprochen habe, dann meinte ich ausschließlich das Wiederholen von bereits "gelernten" Inhalten. Wenn Schüler darauf angewiesen sind ihrem Lehrbuch mehr als nur Fakten ( zu bereits verstandenen Zusammenhängen ) zu entnehmen, dann stimmt schon etwas nicht.
So war ich auch immer ( nach besten Kräften jedenfalls ) bemüht , die Schülern vom Unterricht her mit Schriftlichen so auszustatten, dass sie sich allein damit auf Klassenarbeiten und Abschlussprüfungen vorbereiten konnten.
Gruß FKS
Wieby
22.11.2007, 14:59
Hi, bei uns im Unterricht (11. Klasse) ist es im Moment so, dass wir kein Chemieschulbuch haben. Wir bekommen höchstens verschiedene Lehrbücher für die Stunde, wenn wir etwas rechercieren sollen. Zum einen liegt es daran, dass bei uns gerade alles reformiert wird Abitur nach der zwölften), sich also neue Bücher für uns noch nicht lohnen (da wir der vorletzte Jahrgang mit Abi nsch der dreizehnten sind) und zum Anderen sind die alten Bücher meistens so veraltet (teilweise Erschinungsdatum 1991) , dass unsere Lehrer uns lieber neuere Zettel geben.
NotMrX
22.11.2007, 15:18
Also bei mir in der Realschule hatten wir gelegentlich mal Einblick in ein Chemiebuch, welches aber in der SChule war, also wir zu Hause keine Möglichkeit hatten, nachzuschauen.
In der Lehre war es so, dass wir zwar Bücher hatten, diese wurden aber von unseren Lehrern geschrieben und dem Lehrplan angepasst, dass man längerfristig spart, da man nicht immer jedes Blatt kopieren muss.
dollysheep
22.11.2007, 15:32
Ich bin der Meinung, dass es Schulbuch vorhanden sein sollte. Zumindest im LK. Allerdings sollte das Buch dann auch LK-tauglich sein.
Bei uns ist das nämlich so, dass wir das selbe Buch wie der GK benutzen. Dem entsprechend oberflächlich ist es auch, sodass es mir beim Lernen oder zum Nachschlagen für Hausaufgaben nicht recht weiterhilft. Internet oder mehrere Bücher sollte man also schon haben, sonst geht man unter, was ich im Hinblick auf die Chancengleichheit nicht unterstütze. Ich hasse es, wenn man eine Hausaufgabe bekommt, bei der man etwas aus dem Netz heraussuchen soll. Ich empfinde es als eine Frechheit, dass heutzutage jeder davon ausgeht, dass alle ein (funktionierendes) Internet besitzen.
Also: Schulbücher an die Macht! (Jedenfalls die, die auch benutzbar sind...)
mfg
Francis
Friedrich Karl Schmidt
22.11.2007, 16:46
Wir bekommen höchstens verschiedene Lehrbücher für die Stunde, wenn wir etwas rechercieren sollen. Wenn ich so etwas lese, kommt mir buchstäblich die Galle hoch. Was ist das nur für ein Lehrer, der Unterrichtszeit mit Recherchieren verschwendet, Und dann auch noch aus Schulbücherm. Ich fasse es nicht.
"Recherchieren " als Hausaufgabe lase ich mir gerade noch gefallen. Aber auch dies nur in Maßen.
Hier leidet offenbar ein Lehrer an dem Missverstand, dass das Erarbeiten einer Naturwissenschaft im Wesentlichen aus "Recherchieren " bestehen würde.
Und was bringt der Herr Lehrer im Übrigen noch ein ? Ich meine außer der Hilfe beim "Recherchieren" ? zum Anderen sind die alten Bücher meistens so veraltet (teilweise Erschinungsdatum 1991) , dass unsere Lehrer uns lieber neuere Zettel geben. Auch ein Buch von 1991 ist möglicherweise von Anfang an nicht besondeers geeignet gewesen. Aber auf keinen Fall ist so veraltet, dass man es nicht mehr benutzen könnte. Und schließlich sind die "alten Bücher " doch gerade passend für "Abi nach dem 13." , was für Sie ja wohl noch zutrifft.
Gruß FKS
Wieby
22.11.2007, 16:59
Naja, wir sollen es auch auf die Art lernen. Wir sind jetzt im Unterricht weitaus selbstständiger, das heißt zum Beispiel führen wir eine Versuchsreihe durch oder vermehrte Gruppenarbeit. Recherchieren meinte ich in dem Fall so, dass wir einen Text bekommen, diesen in Gruppen bearbeiten sollen und dann in den Büchern Begriffserklärungen oder Zusammenhänge noch mal zusätlich klären können um es dann später vor der Klasse zu präsentieren.
Auch hat sich bei uns das Abitur geändert. Wir haben jetzt Profiloberstufe und Zentralabitur das heißt die Themen für das Abitur werden jetzt erst zwei Jahre vorher bekannt gegeben.
In den Schulbüchern hat sich auch einges getan. Letztes Jahr hatten wir ein altes haben aer teilweise mit ganz neuerschienn gearbeitet ( Auswahl für jüngere Klassen.) In diesen Büchern wurden die Zusammrnhänge sehr oft um einiges besser dargestellt und einleuchtender erklärt. Im Gegensatz zu einigen der älteren Bücher.
Das mit veraltert bezog sich bei mir auch auf andere Naturwissenschaften. So ist ein Biobuch, das ausschließlich Zellbiologie und Genetik thematisiert und 1991 erschienen ist, nicht wirklich aktuell. Ein solches benutzen wir.
Wir sind auch ein Art " Experimentierjahrgang". Da wir zeitgleich erst der dritte Jahrgang mit der neuen Profiloberstufe seien werden.
Ich finde einige der Zettel besser als unsere Schulbücher.
Friedrich Karl Schmidt
22.11.2007, 17:01
Ich hasse es, wenn man eine Hausaufgabe bekommt, bei der man etwas aus dem Netz heraussuchen soll. Ich empfinde es als eine Frechheit, dass heutzutage jeder davon ausgeht, dass alle ein (funktionierendes) Internet besitzen. Danke für diese klaren Worte.
Allerdings stützen sich meine Vorbehalte gegen das heutige "Lernen durch Recherchieren" nicht nur auf die nicht gewahrte Chancengleichheit.
Ich halte diese "Lernform" zwar für nicht ganz unnütz, aber doch für weit enfernt von der Art und Weise , wie Mathematik oder eine Naturwissenschaft gelehrt und erlernt werden sollte.
Ein Lehrer, der fast nur noch recherchieren und vortragen lässt und sich nur noch als Moderator und Prüfer versteht, entspricht nicht entfernt meiner Vorstellung von einem guten Lehrer.
Gruß FKS
Friedrich Karl Schmidt
22.11.2007, 17:18
Ich finde einige der Zettel besser als unsere Schulbücher. Mit Verlaub, aber diese Zettel müsste ich erst einmal gesehen haben. Es liegt nun einmal in der Natur der Sache, Schüler i.a. nicht abschließend beurteilen können, ob das, was für sie gut zu lesen ist, auch fachlich akzeptabel ist.
In den zwei Jahren , die ich jetzt hier im Forum arbeite, habe ich ein Ausmaß an fachlichem Unverstand auf Schülerseite und von Studierenden erlebt, wie ich nach 25 Jahren als Lehrer nicht für möglich gehalten hätte. Von dem Unsinn, der aus vielen von Lehrern gestellten Aufgaben offenbar wird , gar nicht erst zu reden.
Im Übrigen hätte ich mich geschämt, wenn meine Schüler sich irgendwo anders hätten Hilfe suchen müssen für Erklärungen, die ich ihnen schuldig geblieben bin.
Wobei ich natürlich nichts dagegen habe, dass Schüler sich überall ihre Informationen holen. Aber abgewiesen sein sollten Sie darauf nicht.
Gruß FKS
stalker
22.11.2007, 22:41
Im Übrigen hätte ich mich geschämt, wenn meine Schüler sich irgendwo anders hätten Hilfe suchen müssen für Erklärungen, die ich ihnen schuldig geblieben bin.
Leider denken laaange nicht alle Lehrer so darüber. Die meisten wollen nur irgendwie ihre 45 Minuten verbringen.
Die meisten von meinen Mitschülern haben Zettel allerdings immer bevorzugt, weil man sich da zwischen den Texten Markierungen machen kann, Stichwörtet aufschreiben usw.
Vielleicht waren wir daran auch nur gewöhnt - seit mehreren Jahren haben wir keine Bücher in Mathe oder Deutsch benutzt, was z.B. bei Deutsch es echt schwer gemacht hätte Texte aus den Büchern zu analysieren.
zarathustra
22.11.2007, 23:14
Ich bin der Meinung, dass es Schulbuch vorhanden sein sollte. Zumindest im LK. Allerdings sollte das Buch dann auch LK-tauglich sein.
Bei uns ist das nämlich so, dass wir das selbe Buch wie der GK benutzen. Dem entsprechend oberflächlich ist es auch, sodass es mir beim Lernen oder zum Nachschlagen für Hausaufgaben nicht recht weiterhilft. Internet oder mehrere Bücher sollte man also schon haben, sonst geht man unter, was ich im Hinblick auf die Chancengleichheit nicht unterstütze.Natürlich wäre ein exakt abgestimmtes Buch für den jeweiligen Kurs toll. Aber das Problem ist doch grundsätzlich, dass es das einfach nicht gibt, es sei denn der Lehrer hätte es selbst geschrieben. Wenn das Buch nicht exakt passt, wird es als schlecht angesehen und wenn sich der Lehrer direkt an ein Buch hält, wird der Lehrer kritisiert. Ich habe hier im Forum einen einzigen Fall gelesen, wo ein Lehrer/Ausbilder ein Buch selbst geschrieben hat und das gekauft werden sollte. Und da haben sich die Schüler drüber aufgeregt, dass Ihr Lehrer damit noch Geld machen würde.
Ich hasse es, wenn man eine Hausaufgabe bekommt, bei der man etwas aus dem Netz heraussuchen soll. Ich empfinde es als eine Frechheit, dass heutzutage jeder davon ausgeht, dass alle ein (funktionierendes) Internet besitzen.Gerade weil im Leistungskurs Lehrer die Möglichkeit haben, eigene Interessengebiete einzubringen und auf moderne Aspekte einzugehen, kommt es halt vor, dass ein Schulbuch nicht reicht. Wo ist denn das Problem, wenn man sich dann mal wo anders informieren muss? Das Internet ist halt ein modernes Medium mit Vor- und Nachteilen. und wie man damit umgeht, sollte man im Unterricht auch mitbekommen. Wenn ich Dein Lehrer wäre und Du das als Frechheit bezeichnet würdest, würde ich Dich zur Recherche in die nächste Unibibliothek schicken - da gibt es genügend Bücher...
Aber bei allem was man hier im Forum sieht fällt auf, dass selten jemand nach Büchern fragt. Selbst für Facharbeiten kommt immer: "Kennt jemand Seiten, auf denen das steht?". Wer ist denn heute bereit, mal in die nächste Bibliothek zu fahren und in ein Buch zu gucken, wenn er alles bequem von zu Hause lesen kann?
Mal aus Interesse:
Wie viele Deiner Mitschüler haben denn keine Möglichkeit, im Internet zu suchen? Gibt es bei Euch in der Schule keinen Computerraum, wo sowas möglich ist?
Friedrich Karl Schmidt
27.11.2007, 16:19
Gerade weil im Leistungskurs Lehrer die Möglichkeit haben, eigene Interessengebiete einzubringen und auf moderne Aspekte einzugehen, kommt es halt vor, dass ein Schulbuch nicht reicht. Soweit kann ich zustimmen. Aber wenn ein Lehrer "eigene Interessensgebiete einbringt" , dann sehe ich zuerst einmal den Lehrer in der Pflicht, einen Ersatz zu liefern für die fehlenden Kapitel im Lehrbuch. Und gerade bei "eigenen Interwssengebieten" sollte ihm dies auch "ein eigenes Anliegen" sein, so dass ich hier noch weniger als in anderen Fällen Verständnis dafür habe, dass ein Lehrer seine Schüler auf eigene Recherche" verweist . Wo ist denn das Problem, wenn man sich dann mal wo anders informieren muss? Das Internet ist halt ein modernes Medium mit Vor- und Nachteilen. und wie man damit umgeht, sollte man im Unterricht auch mitbekommen. Mitbekommen ja . aber zum Unterrichtsprinzip erheben über alle Fächer hinweg und mit immer weiter zunehmender Häufigkeit und Intensität ? Da kann ich nur sagen : "Nein, nein und wieder nein. " Auch wenn es nicht in der Absicht der Erfinder gewesen sein mag, hier wird der Bequemlichkeit, um nicht zu sagen Faulheit von Lehrern in einem Ausmaß Raum gegeben, wenn nicht gar Vorschub geleistet, die ich nicht für verantwortbar halte. Wenn ich Dein Lehrer wäre und Du das als Frechheit bezeichnet würdest, würde ich Dich zur Recherche in die nächste Unibibliothek schicken - da gibt es genügend Bücher... Ich will lieber einmal nicht davon ausgehen, dass Sie der Lehrer von dollysheep sind, damit ich mir ihre "Frechheit " hier zu eigen machen kann, ohne Ihnen gegenüber unhöflich zu werden.
Und dass es nur in wenigen Städten eine Unibibliothek oder auch eine vergleichbare andere Bibliothek gibt, sollten Sie auch einmal bedenken. Und auch den mit "Gängen" socher Art verbundenen Zeitaufwand.
An sich mag ich flapsige Äußerungen nicht, aber hier riskiere ich mal eine : Das wenige an Zeit, das man einem Schüler außerhalb des Unterrichts noch abverlangen kann, in dieser Zeit sollte der Schüler lernen und nicht "laufen".
Nichts für ungut, zarathustra, aber aus meiner Sicht musste das jetzt sein.
Gruß FKS
Akkordeon1987
27.11.2007, 21:44
Bei mir an der Schule gab es durchaus Mitschüler OHNE Internet. Anfangs ging das noch in der Stadtbücherei - das ist dann aber auch relativ schnell kostenpflichtig geworden.
Habe auch mal mit einem Lehrer gesprochen, der generell von der Internetrecherche abrät, sofern man noch nicht richtig fest im Thema ist. Er hatte mal versucht (Unterstufenklasse) irgendwas raussuchen zu lassen (freiwillig soweit ich weiß, weil nicht jeder Internet hatte, aber die "kleinen" finden das Lernen ja noch toll, sodass das auch einige gemacht hatten). Ergebnis war, dass das bei vielen schlichtweg falsch war, weils im Internet falsch gestanden hat.
Ich schau auch lieber in ein Buch, weil das oft noch einmal korrekturgelesen ist, oder es sowieso schon korrigiert ist (x-te Auflage).
Mein letzter Blick ins Wikipedia endetet damit, dass ich froh war, dass unser Praktikumsleiter zum Glück während dem Antestat ins Internet konnte und ich somit beweisen konnte, dass die falsche Antwort nicht an mir liegt. (ging um Drehwinkel wo die PC Bücher anscheinend "denken" dass das in die OC fällt und die OC sich denkt "ne messen gehört zur PC" und letztlich kaum einer was schreibt, das nicht allzu oberflächlich ist).
Manchmal lässt es sich halt nicht umgehen. Generell als Lehrer davon auszugehen, dass die Schüler Zugriff aufs Internet haben (der Computerraum war bei uns nicht immer zugänglich, sprich weil irgendwer Unsinn gemacht hat fast meine gesamte Oberstufe durch gesperrt für Schüler ohne Lehreraufsicht) empfinde ich aber auch als Frech, es gehört sich wenigstens zu fragen ob das bei allen zutrifft und wenn nicht solche Arbeitsaufträge zu unterlassen.
Zum Alter der Schulbücher: ich hab immer nur gegrummelt wenn so ein Buch älter war als ich und zum Kleben eine Rolle Klebenband draufging, damit man es unbeschädigt transportieren konnte....
Unibibliothek: ich wäre damals pro Strecke fast eine Stunde unterwegs gewesen. Eine hin, eine zurück dort suchen -> Nachmittag rum -> und wann mach ich die eigentlichen Hausaufgaben?
Da fällt mir ein ich muss direkt mal schaun/fragen ob das damals von mir vorgeschlagene Chemie-Buch einzug in meine alte Schule gefunden hat. (fand es besser aufgebaut und es war auch nur halb so teuer wie das von den Lehrern vorgeschlagene, entschieden wurde damals in der Fachkonferenz letztendlich nichts, weil das neu vorgeschlagene erst gesichtet werden sollte - immerhin)
fynnsmama
27.08.2010, 20:10
Also ich mache auch eine Ausbildung zur CTA für Biotechnologie. Wir haben leider auch keine Lehrbücher wir bekommen alles der Lehrer() für wichtig hält als Kopie aber sonst gar nichts. Das einzigste was wir haben, was wir aber auch selbst kaufen mussten, ist eine Art Formelbuch(Inhalt: Formeln, Dichtetabellen, einige Rechenbeispiele).
Aber grad im Bereich der Mikrobiologie halten wir eigtlich Bücher für sehr sinnvoll.Aber unsere Lehrer sehen das wohl nicht so.
Man noch da zu sagen das das eine Privatschule ist, für die man noch monatlich richtig blechen muss. Da kann ich doch eigtlich auch vorhandene Bücher erwarten oder etwa nicht. Grad die Fachbücher sind ja bei Privatkauf teilweise extrem teuer. Ich hab zu Hause den Müller-Mortimer und den Müller-Esterl (Biochemie), aber auch die konnte ich mir als alleinerziehende Mutter in Ausbildung auch nur mit Hilfe meiner Familie leisten.
Das kann doch nicht der Sinn der ganzen Sache sein, ODER ?
Vllt. könnt Ihr mir mal eure Meinung dazu sagen.
lg Stephanie
rettich
27.08.2010, 21:51
Ist ja schon eine Weile her, meine CTA- Ausbildung.(ab 1969)
Wir brauchten: Hollemann-Wiberg; Küster-Thiel; Jander-Jahr und den Beyer.
War auch eine Privatschule, die Bücher gab es leihweise.
mfg : rettich
Nachtrag: Internet? Niemand ahnte, das es so etwas jemals
geben wird............
Auch Heute geht es nicht ohne Bücher.
HarryBo
27.08.2010, 22:01
Also zu den Lehrern kann ich nur sagen, dass gerade viele Naturwissenschaftliche Lehrer (besuche jetzt dann bald die letzten paar Monate vor dem Abi die 13.), so meine Meinung, nur wenige noch einen
100%igen Durchblick haben. Im ChemieLK, in dem ich auch bin,ist es zu 99,9% so, dass wir den Unterricht eigentlich daheim machen könnten, da unser Tafelaufschrieb fast ausschließlich eine handschriftliche Kopie des Buches ist. Es ist lästig und einfach nur nervig wenn man zuhause als Hausaufgabe etwas durchlesen muss, was dann in den folgenden Stunden genauso wörtlich im Unterricht behandelt wird.
Um vllt auch vom Chemieunterricht wegzukommen und noch etwas zum Internet als Schulmedium anzumerken. Im Deutschunterricht, z.B., wird es regelrecht missbraucht. Lektüren werden zwar gekauft, im Internet jedoch in der Kurzfassung nachgelesen weil es eben bequemer ist. Viele machen dies so, andere wollen sich eben online die Hausaufgaben für ihre naturwissenschaftliche Fächer machen lassen.
Meine Frage ist wie diejenigen die Bücher so scheuen, das baldige Abi schaffen wollen mit dieser arroganten Haltung?
Ich bin der Auffassung, dass Bücher essentiell sind besonders in den Naturwissenschaften und wenn man Zugriff zu ihnen hat, wesentlich hilfreicher als das Internet sind.
Grüße HarryBo
drgreenthumb
27.08.2010, 23:33
Grad die Fachbücher sind ja bei Privatkauf teilweise extrem teuer.
ich persönlich kauf mir auch lieber meine eigenen bücher und weiß daher auch, wie teuer diese sind. wenn das geld nicht so reicht wie ich mir das vorstelle dann muss ich mich immer daran erinnern: hey, es gibt auch bibliotheken
auch dir würde ich den gang in die nächste bibliothek empfelen , welche auch lehrbücher beherbergt
Friedrich Karl Schmidt
28.08.2010, 00:02
Aber grad im Bereich der Mikrobiologie halten wir eigtlich Bücher für sehr sinnvoll.Aber unsere Lehrer sehen das wohl nicht so. Das könnte daran liegen, dass es kein für das CTA - Niveau geeignetes Lehrbuch gibt. Dieses Problem gibt es ja auch in anderen Fächern. Die Lehrbücher , die rettich und auch Sie selbst genannt haben , sind an sich Lehrbücher für die Hochschule.
Und auch ich muss gestehen, dass ich in meinem Unterricht für CTA kein Lehrbuch verwendet habe. Weder in "Allgemeine und anorganische Chemie", noch in Physik oder "Fachrechnen/Mathematik". Allerdings habe ich sehr darauf geachtet, dass die Mitschriften der Schüler so waren, dass man danach lernen konnte. Und meine Kollegen in Organischer Chemie, Analytischer Chemie und Physikalischer Chemie sind ähnlich verfahren. Das Problem ist , dass es keine zu den Lehrplänen passenden Bücher gab. Jedenfalls keine, die zugelassen waren für öffentlich rechtliche Schulen.
Apropos : Warum haben sie sich für eine Privatschule entschieden, wenn das für Sie finanziell nur schwer zu stemmen ist.
Friedrich Karl Schmidt
28.08.2010, 00:10
Also zu den Lehrern kann ich nur sagen, dass gerade viele Naturwissenschaftliche Lehrer (besuche jetzt dann bald die letzten paar Monate vor dem Abi die 13.), so meine Meinung, nur wenige noch einen
100%igen Durchblick haben. Da wollen wir doch mal sehen, was diejenigen dazu sagen werden , die mich schon anmeckern, wenn meine Äußerungen nur ein wenig in die gleiche Richtung gehen wie Ihre oben zitierte Einlassung. "Verunglimpfung" nennen Sie das.
Gruß FKS
fynnsmama
28.08.2010, 07:32
Apropos : Warum haben sie sich für eine Privatschule entschieden, wenn das für Sie finanziell nur schwer zu stemmen ist.
Weil Bildung für mich sehr wichtig ist. Außerdem ist es hier bei uns die einzigste Schule die die CTA Ausbildung für Biotechnologie ist. In Reichenbach gibt zwar auch eine die ist allerdings für Umweltschutztechnik, dort war ich vor meiner Schwangerschaft(wegen der in dort dann auch aufhören musste, weil ich den großteil der 9 Monate im KH lag). Aber ich hatte halt gemerkt das UWS nicht mein Gebiet ist.
Heute weis ich das es eine gute Entscheidung war, nicht wieder dort anzufangen. Bei der CTA für Biotec wird viel intensiver in Stoff hinein gegangen. Viele Lehrer denken leider aber halt das ich durch meine Vorbildung aus RC das alles schon wissen müsste. Schade .
Noch mal wegen der finanziellen Seite, ich bekomm momentan Stütze von staatlicher Seite und halt die normalen Stützen für meinen Sohn.
Das Bildungsinstitut beim dem ich meine Ausbildung mache hat hier bei uns in der Gegend einen extrem guten Ruf. Und da ich die einzigste bin die kein Abi hat und die anderen alle hinterher studieren wollen, hoff ich mal das ich gute Chancen habe.xD
auch dir würde ich den gang in die nächste bibliothek empfelen , welche auch lehrbücher beherbergt
die Nächste ist bei uns knapp 40 km entfernt und ich bin leider nicht im Besitz eines Autos. Auch wenn toll wäre weil Bücher einfach liebe.
Mein Problem ist nur das ( es gitb ja auch gebrauchte Bücher) wenn ich mir die kaufe, dann halt neuere Erkenntnisse nicht drin stehen. Und wenn ich dann genau die in der Schule brauche, dann.... naja hab ih dann wohl Pech gehabt.
Und der Berufschulordnung ist so was aber auch nicht festgehalten, oder ?
lg Stephanie
HarryBo
28.08.2010, 07:41
"Verunglimpfung" nennen Sie das.
Wenn man die freie Meinung, nur weil sie mal ehrlich und kritisch ist, als Herbwürdigung bezeichnet, finde ich ist dies inakzeptabel.
Es ist traurig wenn die guten Schüler teilweise im Unterricht die Lehrer verbessern müssen.
Naja...
Gruß HarryBo
fynnsmama
28.08.2010, 08:04
Sind bei uns meistens aber nur Rechtschreibfehler die wir verbessern müssen. So sind unsere Lehrer zumindestens fachlich sehr gebildet. Klingt komisch ist aber so.
lg Stephanie
drgreenthumb
28.08.2010, 09:15
Bleibt noch die fernleihe,wenn auch mit geringen gebuehren verbunden
Aber wenn man weiß was man will durchaus eine preiswerte alternative
HarryBo
28.08.2010, 09:22
Man wollte uns mal in einem naturwissenschaftlichen Fach "verklickern" es gäbe einen, ich zitiere: "... negativen natürlichen Logarhitmus. Diser entpricht dem dekadischen Logarhitmus."
Naja dazu braucht man nicht mehr viel sagen.
Rechtschreibfehler sind schon okay und kommen vor. Wenn aber der Inhalt manchmal fehlerhaft ist regt es echt auf.
Gruß HarryBo
Friedrich Karl Schmidt
28.08.2010, 09:55
Mein Problem ist nur das ( es gitb ja auch gebrauchte Bücher) wenn ich mir die kaufe, dann halt neuere Erkenntnisse nicht drin stehen. Und wenn ich dann genau die in der Schule brauche, dann.... naja hab ih dann wohl Pech gehabt. Dieser Aspekt wird m.e. immer wieder weit überschätzt. Meine eigene Chemie ist 2o bis fast 50 Jahre alt. Und auf dem Gebiet, mit dem ich mich überwiegend befasst habe, waren die fachwissenschaftlichen Grundlagen der Lehre besser , als sie es heute sind.
Was aber nicht notwendiger Weise bedeutet, dass Sie nicht vielleicht doch recht haben könnten mit Ihrer Besorgnis. Denn es mag schon auch Lehrer geben, die ihr Profil dadurch zu schärfen versuchen, dass sie von ihren Schülern schon heute das verlangen , was vorgestern gefunden wurde und sie selbst erst gestern zufällig erfahren haben.
Gruß FKS
Friedrich Karl Schmidt
28.08.2010, 10:08
Sind bei uns meistens aber nur Rechtschreibfehler die wir verbessern müssen. So sind unsere Lehrer zumindestens fachlich sehr gebildet. Ich will das nicht bestreiten. Aber schon darauf hinweisen wollen, dass allein die Tatsache, dass Schüler keine fachlichen Fehler bei Ihrem Lehrer entdecken, nicht hinreichend ist , um dem Lehrer hinreichende fachliche Qualität zu bescheinigen. Diejenigen, die sich von Ihren Schüler häufiger korrigieren lassen müssen, sind da eher nur die Spitze eines Eisberges.
Im Übrigen gehe ich davon aus, dass eine CTA - Schule nicht repräsentativ für Lehrer allgemein ist. Denn an den mir näher bekannten CTA - Schulen waren die für die Chemie zuständigen Fachlehrer fast ausschließlich Diplomchemiker.
Gruß FKS
Erio T
28.08.2010, 12:11
Hallo
Also zu den Lehrern kann ich nur sagen, dass gerade viele Naturwissenschaftliche Lehrer (besuche jetzt dann bald die letzten paar Monate vor dem Abi die 13.), so meine Meinung, nur wenige noch einen
100%igen Durchblick haben.
Ich frage mich, woher Sie als Schüler die Kompetenz nehmen die fachliche Qualifikation Ihres Chemielehrers zu beurteilen. Haben Sie etwa schon ein fachwissenschaftliches Studium absolviert und entsprechende Fachprüfungen bestanden?
Wenn man die freie Meinung, nur weil sie mal ehrlich und kritisch ist, als Herbwürdigung bezeichnet, finde ich ist dies inakzeptabel.
Seine freie Meinung kann selbstverständlich jeder frei äußern - nur sollte man sich überlegen, ob diese nicht zu anmaßend ist und ob man dabei nicht vllt auch alle "über einen Kamm schert".
Man wollte uns mal in einem naturwissenschaftlichen Fach "verklickern" es gäbe einen, ich zitiere: "... negativen natürlichen Logarhitmus. Diser entpricht dem dekadischen Logarhitmus."
So etwas darf nicht sein. Als Grund für die nachlassende Qualität des Unterrichts ist die zunehmende Absicherung des Unterrichts mit fachlich nicht ausreichend qualifizierten Seiteneinsteigern anzuführen. Zum Beispiel ist es nicht nachvollziehbar, wie ein Bauingenieur, der nur zwei Vorlesungen Mathematik 1 & 2 besucht hat, plötzlich einen Mathematiklehrer ersetzen kann, der Lehrveranstaltungen im Umfang eines Diplomstudiengangs absolviert und die entsprechenden Prüfungen bestanden hat.
Ich will das nicht bestreiten. Aber schon darauf hinweisen wollen, dass allein die Tatsache, dass Schüler keine fachlichen Fehler bei Ihrem Lehrer entdecken, nicht hinreichend ist , um dem Lehrer hinreichende fachliche Qualität zu bescheinigen.
Etwas umformuliert könnte man auch schreiben: Allein die Tatsache, dass Schüler keine fachlichen Fehler bei einem Diplomchemiker als Lehrer entdecken, ist nicht hinreichend, um diesem hinreichende fachliche Qualität zu bescheinigen.
Im Übrigen gehe ich davon aus, dass eine CTA - Schule nicht repräsentativ für Lehrer allgemein ist. Denn an den mir näher bekannten CTA - Schulen waren die für die Chemie zuständigen Fachlehrer fast ausschließlich Diplomchemiker.
D.h. soll wohl heißen, dass die Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen alles Trottel sind? Sie sollten zur Kenntnis nehmen, dass Lehramtsstudenten heutzutage (aus Kostengründen) die Lehrveranstaltungen der Diplomchemiker hören und die entsprechenden Prüfungen absolvieren. Warum ist deren Qualifikation jetzt trotzdem schlechter, weil Sie an einer allgemeinbildenden öffentlichen Einrichtung tätig sind?
Grüße Erio T
HarryBo
28.08.2010, 13:04
Ich frage mich, woher Sie als Schüler die Kompetenz nehmen die fachliche Qualifikation Ihres Chemielehrers zu beurteilen. Haben Sie etwa schon ein fachwissenschaftliches Studium absolviert und entsprechende Fachprüfungen bestanden?
Nein das habe ich natürlich nicht aber man merkt als aufmerksamer und interessierter Schüler schon ob der Lehrer vorbereitet ist, sich mit dem Thema auskennt und wie er es den Schülern vermittelt. Wenn der Lehrer oft darüber nachdenken muss ob die eigenen Notizen stimmen und dann noch zusätlich das Buch aufschlagen muss ist es halt bitter.
Zudem möchte ich noch hinzufügen, dass ich nicht über die fachliche Qualifikation meines Chemielehrers geurteilt habe, sondern mich, wie in dem von ihnen selbst einbezogenen Zitat von mir, nur gesagt habe, dass ich der Ansicht bin, dass viele Lehrer für Naturwissenschaften keinen 100%igen Durchblick haben, was ich an den oben angeführten Punkten feststelle.
Seine freie Meinung kann selbstverständlich jeder frei äußern - nur sollte man sich überlegen, ob diese nicht zu anmaßend ist und ob man dabei nicht vllt auch alle "über einen Kamm schert".
Ich wüsste jetzt nicht explitzit was ich anmaßendes geäußert hätte?
Ich habe lediglich das gesagt was ich mit eigenen Augen gesehen, sowie erfahren habe.
Außerdem habe dabei niemand in irgendeiner Weise dabei konkret angegriffen.
Gruß HarryBo
Friedrich Karl Schmidt
28.08.2010, 13:26
Etwas umformuliert könnte man auch schreiben: Allein die Tatsache, dass Schüler keine fachlichen Fehler bei einem Diplomchemiker als Lehrer entdecken, ist nicht hinreichend, um diesem hinreichende fachliche Qualität zu bescheinigen. So ist es. Und ich mache fachliche Defizite ja durchaus auch bei den Diplomchemikern unter den Lehrern aus.
Aber es kann doch nicht ernsthaft bestritten werden, dass rein chemiefachlich betrachtet der Absolvent eines Lehramtstudiums schon von der Struktur des Studiums her in der Regel weniger mitbringt als ein Diplomchemiker. Der sich aber gleichwohl auch nicht einbilden sollte . er könne ja viel , viel mehr als das, was man als Lehrer brauchen würde.
D.h. soll wohl heißen, dass die Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen alles Trottel sind? Nein das soll es nicht. Auch nicht, wenn man den "Trottel" stillschweigend mäßigt. Sie sollten zur Kenntnis nehmen, dass Lehramtsstudenten heutzutage (aus Kostengründen) die Lehrveranstaltungen der Diplomchemiker hören und die entsprechenden Prüfungen absolvieren. Das mag für Sie gelten und ich habe kein Problem , Sie persönlichund andere hier ausdrücklich auszunehmen.
Aber bei dem was ich erlebt habe und hier weiter und tagtäglich erlebe, sind fachliche Defizite ( bis in die höheren Funktionen des Lehrerstands hinein ) nicht zu übersehen.
Was bei Junglehrern ja durchaus akzeptabel wäre, wenn sie nicht hartnäckig auf ihrem gegenteiligen Stand beharren würden und Referendare hier bisweilen Auftritte wie Weltmeister hinlegen. Was leider eher die Regel denn die Ausnahme zu sein scheint.
Gruß FKS
Importabteilung
29.08.2010, 21:54
Lektüren werden zwar gekauft, im Internet jedoch in der Kurzfassung nachgelesen weil es eben bequemer ist. Viele machen dies so, andere wollen sich eben online die Hausaufgaben für ihre naturwissenschaftliche Fächer machen lassen. Wirklich? Alle meine Lektüren waren hinreichend interessant um mich zum Lesen zu motivieren (und ehrlich gesagt sind die ja auch nicht sooo dick).
Meine Frage ist wie diejenigen die Bücher so scheuen, das baldige Abi schaffen wollen mit dieser arroganten Haltung? Du überschätzt das Abi wohl ein wenig. Da holt man sich vor der Prüfung man eben die "Stark" Abi-Bücher und ruck zuck ist man fit für die Prüfung (auch ohne während dem Schuljahr viel zu machen) ;)
Ich bin der Auffassung, dass Bücher essentiell sind besonders in den Naturwissenschaften und wenn man Zugriff zu ihnen hat, wesentlich hilfreicher als das Internet sind Wie naiv. Im Internet findet man alle Informationen schneller, einfacher, oft anschaulicher und natürlich aktueller. Wenn man mal die ersten Semester hinter sich hat kann man Bücher sowieso vergessen, denn bis die mal auf dem Markt sind sind sie sowieso schon von gestern...
D.h. soll wohl heißen, dass die Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen alles Trottel sind? Sie sollten zur Kenntnis nehmen, dass Lehramtsstudenten heutzutage (aus Kostengründen) die Lehrveranstaltungen der Diplomchemiker hören und die entsprechenden Prüfungen absolvieren. Warum ist deren Qualifikation jetzt trotzdem schlechter, weil Sie an einer allgemeinbildenden öffentlichen Einrichtung tätig sind?
Meine persönliche Erfahrung war mit "Seiteneinsteigern" oder Personen mit Doppelqualifikation (Dipl + Lehramt od Lehramt + Promotion) besser, da man einfach gemerkt hat, dass sie ein tiefes Fachwissen auch neben dem Unterrichtsstoff haben und einfach den Unterricht mit mehr Praxisbeispielen und Anekdoten interessanter machten. Das heißt nicht, dass ein "echter" Lehrer schlechter ist, aber Lehrer die auch das Leben neben Schule + Lehramtsstudium kennengelernt haben haben halt einfach einen breiteren Erfahrungsschatz aus dem sie schöpfen können.
Aber es kann doch nicht ernsthaft bestritten werden, dass rein chemiefachlich betrachtet der Absolvent eines Lehramtstudiums schon von der Struktur des Studiums her in der Regel weniger mitbringt als ein Diplomchemiker. Der sich aber gleichwohl auch nicht einbilden sollte . er könne ja viel , viel mehr als das, was man als Lehrer brauchen würde
http://www.supermotors.net/getfile/260809/thumbnail/smiley%20sign%20i%20agree.gif
drgreenthumb
29.08.2010, 22:58
Wie naiv. Im Internet findet man alle Informationen schneller, einfacher, oft anschaulicher und natürlich aktueller. Wenn man mal die ersten Semester hinter sich hat kann man Bücher sowieso vergessen, denn bis die mal auf dem Markt sind sind sie sowieso schon von gestern...
und du überschätzt die uni wohl ein wenig. bis zum master werden mehr oder weniger spezielle grundlagen gelehrt und geprüft, da fährt man mit den standardwerken bestens
zudem zitiere mal in einem protokoll aus dem internet:rolleyes:
was das abi betrifft ist es wirklich nich unbedingt nötig ein buch zu besitzen, auch wenns mit den richtigen büchern natürlich leichter geht
wir hatten zum beispiel bücher für z.b. chemie im abitur, allerdings haben die halt nicht immer ausgereicht, sodass das internet dann doch irgendwann primärquelle wurde
für mathematik konnte man unsere schulbücher allerdings total vergessen, genauso wie eine lehrerin (die zum glück kompetent getauscht wurde),sodass ich persönlich leider für mich mit mathe in der schule abgeschlossen hatte
hätt ich für die oberstufe den papula gehabt, hätt das ganze vielleicht anders ausgesehen
Importabteilung
29.08.2010, 23:31
und du überschätzt die uni wohl ein wenig. verstehe ich nicht; wieso? vielleicht liegt es daran, dass ich erst doktorand bin und nicht dr wie du (falls der hinweis im nick ernst gemeint ist).
Wenn man mal die ersten Semester hinter sich hat kann man Bücher sowieso vergessen
bis zum master werden mehr oder weniger spezielle grundlagen gelehrt und geprüft, da fährt man mit den standardwerken bestens
zudem zitiere mal in einem protokoll aus dem internet
Wenn man nach den ersten paar Semestern entsprechend eines Lehrbuchs unterrichtet wird stimmt da was nicht. Bereits im Bachelor basierten die meisten Vorlesungen (nach den Grundlagen) auf Papern die z.T. sogar tagesaktuell (!) waren. Das findet man in keinem Buch. Und selbst 1 Jahr alte Reviews sind normalerweise noch nicht in einem Buch verwurstet.
Mit "Internet" habe ich auch alle Paper und Reviews eingeschlossen (Medline). Man kann ein Buch nicht als Quelle zitieren. Wieso etwas mühsam im Buch suchen (das es im Regelfall noch nicht enthält) wenn man am Ende trotzdem die Primärquelle braucht?
EDIT: Doof, dass man unangemeldet die Userbeschreibung nicht sieht.
Die Unterschiede liegen wohl v.a. an Chemie vs. Life Sciences.
Der dr in drgreenthumb war wohl auch kein echter hinweis
drgreenthumb
30.08.2010, 00:52
@Importabteilung
nichts für ungut;)
nein der "dr" in meinem nick ist kein echter titel, ich bin noch student
und da scheinen sich wohl die unis/die studiengänge doch zu unterscheiden, im bachelor kommen wir noch nicht mit "tagesaktuellem" in kontakt
beispiel physikalische chemie: die vorlesung hat sich 1:1 nach dem atkins orientiert, mit dem wedler als ergänzung
von uns wird sehr viel eigenes literaturstudium erwartet (was ich auch ganz gut finde, wenn manchmal auch etwas mühseelig). die entsprechenden standartlehrwerke sind bis zum bachelor deswegen hier unerlässlig (wenn auch man sie sich in der bibliothek besorgen kann)
Fowl
14.09.2010, 03:48
Um mal auf die Fragestellung des Eingangsposts wieder Bezug zu nehmen und dem Forum entsprechend in der Chemie zu verweilen, möchte ich auch mal meine Erfahrungen in den virtuellen Raum werfen.
Unser Chemielehrer in der Oberstufe hatte uns schon gleich am ersten Unterrichtstag gesagt, dass wir das Chemiebuch direkt zu Hause lassen können und einfach nach der Oberstufe wieder abgeben. Folglich hatte wohl auch kaum einer meiner Mitschüler dort auch nur einen Blick hineingeworfen, was ich eigentlich schade finde.
Auf die Nachfrage, im Anschluss an den Unterricht, warum wir das Buch nicht verwenden, wurde mir gesagt, er hielte den Stoff für zu kompliziert vermittelt, woraufhin ich mich etwas mit dem Buch beschäftigt habe. Ich fand es eigentlich nicht im Geringsten kompliziert, sondern höchstens etwas detaillierter, als wir es im Unterricht gemacht haben, doch, ich dachte mir, der Lehrer wird schon wissen, was er macht und uns auf das Abitur vorbereiten.
In der dreizehnten Klasse kam dann die Frage, wer von uns denn daran interessiert sei, die schriftliche Prüfung im Fach Chemie zu "versuchen" (wörtlich ... es hallt mir jetzt noch in den Ohren). Ich war der Einzige, der sich gemeldet hatte und er hat mir dann auch unter vier Augen gesagt, dass sein Unterricht nicht darauf abziele, sondern eher den Lehrplan so oberflächlich wie möglich und so tief wie nötig behandeln würde (nicht wörtlich, aber sinngemäß).
Er hat dazu Material aus einem Chemiebuch für Abiturienten kopiert, welches mit Comics und "lustigen" Sprüchen ausgeschmückt war und dafür kaum in die Tiefe ging.
Ende vom Lied war, dass ich zwar in der Oberstufe immer 14 und 15 Punkte bei diesem Lehrer hatte, aber beim Abitur dann trotz Eigeninitiative nur auf 12 Punkte kam. Ich denke, hier hätte ich mich besser vorbereitet gefühlt, wenn sich der Lehrer ab und an am Schulbuch orientiert hätte, statt nur die Grundlagen so "spaßig" wie möglich rüberzubringen, was für die meisten eher nervig war.
Und um auf ein anderes im diesem Thema angesprochenes Phänomen einzugehen, hätte ich auch nicht diesen Lehrer um Hilfe gefragt, wenn ich noch Fragen zu dem Thema gehabt hätte, sondern habe alles so gut es geht nachgeschlagen (in der Landesbibliothek oder bei kleineren Hürden im Internet bei mindestens 2 Quellen, um nicht Blödsinn für bare Münze zu halten, weil es irgendwo steht) und ich hätte mich bei Unklarheit wohl auch nicht gescheut HIER nachzufragen, was vielleicht auch zu einer "dämlichen Frage" meinerseits geführt hätte.
Ebenso gibt es natürlich auch Schüler, die den Lehrer nicht fragen, um sich nicht die Blöße zu geben oder so zu tun, als hätten sie es selbst erarbeitet und dann direkt hier nach einer idealen Antwort geiern, aber vor dem Internetzeitalter haben DIESE Schüler einfach bei Klassenkameraden abgeschrieben oder nachgefragt. Das Internet anonymisiert nur den Benutzer, wodurch man nicht einmal vor Freunden zugeben muss, etwas nicht verstanden zu haben ...
Und ich habe mal wieder mehr geschrieben, als ich wollte.
MfG Fowl
FabianH
14.09.2010, 06:33
Das klingt für mich aber nicht als ob ein Schulbuch nötig gewesen wäre, sondern als ob ein bisschen mehr Engagment beim Lehrer. Unglaublich (von dem Lehrer)! Allein schon, dass er das so fragt. Erstmal gehe ich davon aus, dass meine Schüler die Prüfungsentscheidung selbstständig treffen, dann berate ich sie besten Gewissens. ODer sie kommen zu mir und ich berate sie. Aber ich würde niemals fragen um es denen aus den Kopf zu schlagen.
Calico1
14.09.2010, 08:38
Unser Chemielehrer in der Oberstufe hatte uns schon gleich am ersten Unterrichtstag gesagt, dass wir das Chemiebuch direkt zu Hause lassen können und einfach nach der Oberstufe wieder abgeben. Folglich hatte wohl auch kaum einer meiner Mitschüler dort auch nur einen Blick hineingeworfen, was ich eigentlich schade finde.Na ja - bei uns wurde auch gesagt, wir können das Buch zu Hause lassen, weil es im Unterricht didaktisch meist schwierig ist, mit Buch zu arbeiten - das heißt nicht, dass man in dieses Buch vor Klausuren oder zumindest mal vorm Abi nicht reinschauen soll (okay - dein Lehrer war da ne bittere Ausnahme mit seinen Kommentaren), aber ich glaube, dass es eher selten am Lehrer liegt, sondern an der Eigeninitiative und Eigenständigkeit von Schülern - ja auch von eigentlich erwachsenen Menschen kurz vor ihrem Abitur, mal ein Buch zu benutzen.
Wie oben schon steht, es ist einfacher im Internet nachzuschauen oder in Foren nachzufragen, als im Inhaltsverzeichnis eines 300S-Buches nach dem Thema zu suchen.
Solche Lehrer, wie oben erwähnt, gibt es leider auch - auch ich habe meinen Chemielehrer damals verbessert und mich damit mehr als unbeliebt gemacht (jaaaa - ich hätte es subtiler machen können, aber falsch bleibt falsch... na ja - man lernt ja dazu ;) ) - ich denke aber, man kann als Mensch durcheinander kommen - auch als Lehrer im Unterricht und sich verzetteln und mittlerweile glaube ich nicht gleich, dass mein OC-Junior-Prof nichts drauf hat, nur weil er mir in der VL auf eine Frage totalen Mist erzählt hat - das ist doof, aber er ist ein Mensch, ist noch sehr jung und aufgeregt - so what - muss ich zu Hause in nem Buch halt selber nachlesen ;)
Fowl
14.09.2010, 13:11
Das klingt für mich aber nicht als ob ein Schulbuch nötig gewesen wäre, sondern als ob ein bisschen mehr Engagment beim Lehrer. Unglaublich (von dem Lehrer)!
Unglaublich, ja. Aber leider die Wahrheit.
Klar könnte mehr Engagement da auch seinen Teil zu leisten, aber was mich störte, ist / war ja, dass ein Buch vorhanden war, welches die Sachverhalte genügend beschrieb und darauf bewusst verzichtet wurde.
Allein schon, dass er das so fragt. Erstmal gehe ich davon aus, dass meine Schüler die Prüfungsentscheidung selbstständig treffen, dann berate ich sie besten Gewissens. ODer sie kommen zu mir und ich berate sie. Aber ich würde niemals fragen um es denen aus den Kopf zu schlagen.
Es hatte bei mir auch eher zu der Trotzreaktion geführt "Jetzt erst recht - auch ohne Lehrerhilfe!".
... aber ich glaube, dass es eher selten am Lehrer liegt, sondern an der Eigeninitiative und Eigenständigkeit von Schülern - ja auch von eigentlich erwachsenen Menschen kurz vor ihrem Abitur, mal ein Buch zu benutzen.
Wie oben schon steht, es ist einfacher im Internet nachzuschauen oder in Foren nachzufragen, als im Inhaltsverzeichnis eines 300S-Buches nach dem Thema zu suchen.
DAS will ich gar nicht abstreiten, wenn ich mir anschaue, was für Gestalten mit einem Abitur aus meinem Jahrgang hervorgegangen sind, die sich um den Zivildienst geschlichen haben und jetzt schon das erste Mal den Studiengang wechseln oder das erste Semester noch einmal machen, gerade weil sie sich nicht außerhalb der Uni mit ihrem Fach beschäftigen.
Dennoch gibt es solche Lehrer und ich wollte das (als Einzelfall) zu Protokoll geben.
... aber er ist ein Mensch, ist noch sehr jung und aufgeregt - so what - muss ich zu Hause in nem Buch halt selber nachlesen ;)
Ja, Menschen machen Fehler und das kann sowohl jedem passieren, als es auch nicht schlimm sein sollte, was jeder hier im Forum wissen und auch so sehen wird, aber wenn man merkt, dass dem Lehrer das Verständnis fehlt, er den Zusammenhang nicht erklären kann oder an seiner falschen Angabe festhält, während man ihm die richtige zu vermitteln versucht, dann sind wir wohl näher an dem hier von FKS und Co. angeprangerten Lehrer (@FKS: Verbessern Sie mich, wenn dem nicht so ist :) )
Florian B
14.09.2010, 14:30
Unser Chemielehrer sagt uns immer wir sollen im Unterricht gut aufpassen und mitschreiben weil man mit dem Chemiebuch nicht lernen könne.
Demnach habe ich auch fast noch nie so wirklich reingeschaut.
FabianH
14.09.2010, 16:20
Es hatte bei mir auch eher zu der Trotzreaktion geführt "Jetzt erst recht - auch ohne Lehrerhilfe!".