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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Biochemie-Studium, Lernaufwand....


nobody
18.10.2002, 00:55
Hallo,

ich habe einige Fragen zu dem Studium der Biochemie.

Und zwar würde ich dieses gerne studieren. Jedoch warnten mich einige Bekannte, welche sich mit der Chemie mehr befassten als ich, vor dem ungeheuren Lernaufwand, welchen die Chemie mit sich bringt.
Ich hatte Mathe und Physik LK und bin es entsprechend gewohnt, mit hohem Einsatz von Logik und minimalen Einsatz vom stupiden Auswendiglernen sehr gute Erfolge zu erziehlen.

Nun wollte ich gerne wissen, ob es wirklich so ist, dass man als Student der Biochemie bedeutend mehr Zeit mit Auswendiglernen verbringt als Studenten andere Fächer. Kann man sich die relevanten Sachverhalte durch Logik erschließen oder muß man unendlich viele Regeln und Spezialfälle lernen um die Klausuren gut bestehen zu können?
Damit ich nicht falsch verstanden werde. Dass man während eines Studiums mehr lernen muß als in der Schule ist mir sicherlich bewußt, jedoch bin ich mir darüber im Unklaren, ob dieser Lernaufwand im Studium der Biochemie übermäßig hoch ist oder doch als "normal" beschrieben werden kann.

Wenn mir jemand seine Erfahrungen als Student der Biochemie/Chemie geben könnte, wäre ich sehr dankbar.

Gruß,
Maik

JJFox
18.10.2002, 11:21
Originalnachricht erstellt von Maikandre
Nun wollte ich gerne wissen, ob es wirklich so ist, dass man als Student der Biochemie bedeutend mehr Zeit mit Auswendiglernen verbringt als Studenten andere Fächer. Kann man sich die relevanten Sachverhalte durch Logik erschließen oder muß man unendlich viele Regeln und Spezialfälle lernen um die Klausuren gut bestehen zu können?


Einen Lernaufwandvergleich kann ich nicht machen, da ich ja nix anderes studiere.
Bei den Klausuren kommt es auf den Prüfer darauf an was er für wichtig hält. Am Anfang werden sicher die auswendig gelernten grundlegenden Begriffe und auch Reaktionen gefragt werden. Aber dahinter steckt überall ein bisschen Logik.
In späteren Semestern kann man das dann schon anwenden, dann kommen eher praxisbezogene Fragen wie was würde passieren wenn... aber die Mechanismen die dem zugrunde liegen muss man auch wieder auswendig gelernt und verstanden haben.
Im Prinzip würde ich aber sagen, dass man mit reinen Auswendiglernen nicht weit kommt.

nobody
21.10.2002, 19:56
Ich glaube mit Physik und Mathe als LK hast du gute Voraussetzungen für ein Biochemie-Studium. Im Grundstudium hat man ohnehin Vorlesungen, Übungen/Praktika in Mathe und Physik, weil das einfach dazugehört, wenn man eine Naturwissenschaft studiert. In den anderen Fächern hast du es dann auch leichter, weil es in Biologie und Chemie nun mal etliche mathematische und physikalische Zusammenhänge gibt.
Das Auswendiglernen - nun ja, das kommt sicher nicht zu kurz, aber es ist, glaub ich, vergleichbar mit Pharmazie und Biologie. Über was anderes kann ich hier keine Aussagen machen.
Außerdem lernt man doch leichter etwas auswendig, wenn man die logischen Zusammenhänge dahinter erkennt. Und sowas liegt dir ja, wie du selbst schreibst. Nach meiner Erfahrung kommt man ohne Logik bei Biochemie nicht durch.

Pauni
22.10.2002, 16:24
Weniger sorgen würde ich mir an deiner Stelle um das Auswendiglernen machen. Ein Studium in Chemie enthält sehr viele Laborstunden, die man aber auch nicht geschenkt bekommt.
Da kann es öfters vorkommen, dass man zwischen 8 und 12 Stunden im Labor steht und am Abend Protokoll schreiben soll, Kolloquien vorbereiten, etc.
Das ist für viele oft mehr abschreckend, als das Lernen der Theorie (doch ohne Theorie keine Praxis!)

Matzi
23.10.2002, 00:41
Originalnachricht erstellt von Tuli
Ich glaube mit Physik und Mathe als LK hast du gute Voraussetzungen für ein Biochemie-Studium. Im Grundstudium hat man ohnehin Vorlesungen, Übungen/Praktika in Mathe und Physik, weil das einfach dazugehört, wenn man eine Naturwissenschaft studiert. In den anderen Fächern hast du es dann auch leichter, weil es in Biologie und Chemie nun mal etliche mathematische und physikalische Zusammenhänge gibt.

Ist das wirklich so extrem?
Dann muss ich mir das mit Biochemie ja auch noch mal schwer überlegen, würde ich sagen. Mathe Physik passen mir nämlich nicht wirklich. :(

JJFox
23.10.2002, 10:20
Originalnachricht erstellt von Matzi

Ist das wirklich so extrem?
Dann muss ich mir das mit Biochemie ja auch noch mal schwer überlegen, würde ich sagen. Mathe Physik passen mir nämlich nicht wirklich. :(

Ich finde nicht, auch wenn ich nicht direkt Biochemie studiere, dass Mathematik und Physik so wichtig sind.

Bei Biochemie liegt, wie der Name schon sagt, der Schwerpunkt bei der Chemie und was da alles dazu gehört. Natürlich ist da auch Mathe dabei und Grundlagen der Physik sind auch wichtig aber alles was darüber hinaus geht ist nicht mehr relevant für das Studium.

@Tuli was studierst du?

Matzi
23.10.2002, 10:55
Hätte mich auch verwundert, wenn Biochemmie mehr mit Physik zu tun hat, zumal mir diese bisher noch nicht viel in diesem bereich begegnet ist. (Ok, so stark damit beschäftigt habe ich mich allerdings auch nicht).
Naja, aber wie auch immer, habe ja auch noch ein paar Jährchen Zeit, mich zu entscheiden.

nobody
23.10.2002, 11:44
Tja, ich sehe das wie Pauni,
jedes naturwissenschaftliche Fach ist mit
viel Lernen verbunden(bes. im Grundstudium, doch je weiter du dich im Studium bewegst, desto weniger Zeit verbringst du mit reinem Auswendig lernen).
Anstrengend jedoch wird das Studium erst durch die
Praktikas, die dir sehr viel Zeit stehlen werden.
Aber auch das geht vorbei, und wenn du wirklich interesse hast, biochemie zu studieren, guckst du es dir am besten erst mal an (geh einfach mal in die vorlesungen und probier es aus, dann wirst du vielleicht eher einen Eindruck gewinnen, ob dir dieses fach spaß macht, denn sollte das der fall sein, wird dir auch das Auswendiglernen nicht so viel streß bereiten).

nobody
23.10.2002, 15:28
und wie ist eigentlich (auswendig)lernmässig der unterschied zwischen chemie und biochemie?
bei uns kann man nämlich nahc dem ersten abschnitt zwischen den beiden fächern wechseln.

nobody
23.10.2002, 15:29
"zwischen den beiden fächern wechseln"
was ist denn das für ein deutsch?
egal

Kutti
23.10.2002, 15:54
Mit diesem Button kann man übrigens seinen Beitrag bearbeiten (z.B. Rechtschreibfehler etc.)

http://www.chemieonline.de/forum/images/misc/edit.gif

Ach so: Willkommen im Forum ! :)

ork
23.10.2002, 16:01
An meiner Uni machen die Biochemiker den Stoff, den die Chemiker in vier Semestern erledigen in drei; einiges ist dabei halt gekürzt (z.B. nur Mathe I; kein II weniger Versuche / Nachweise in den Praktika).
Aber ohne Physik und Mathe kommt man nicht weit. Die beiden Facher als Leistungskurse wären zu Studienbeginn ideal.

Matzi
23.10.2002, 16:32
Also ihr meint, Bio-LK wäre nicht die beste Voraussetzung? (Bei Latein brauch ich gar nicht zu fragen :) )

Mit Physik sieht das bei mir schlecht aus. Habe ich gerade abgegeben. Was braucht man denn da für Biochemie noch? Astrophysik doch bestimmt nicht, oder?

hippie
23.10.2002, 16:34
Ordentliche Grundlagen der Physik, sind m.E. dringend Notwendig für das Verstehen der Prinzipien der (Bio)Chemie, oder wie willst du etwas sonst verstehen, wie eine Elektrophorese funktioniert, ein UV/vis/IR/Massen/wasauchimmer-Spektrum entsteht?
Wie Feynman mal gesagt hat, ist eben die gesamte theoretische Chemie eigentlich Physik.

Matzi
23.10.2002, 16:43
Gut, dass sind ja nun wirklich Grundlagen, die dürften auch nicht wirklich das Problem für mich sein. (Hoffe ich mal)
Aber irgendwie lag mir Physik im letzten Jahr gar nicht. Nun gut, aber die Physiksachen im Bereich der Biochemie werden dann ja auch vielleicht anders verwendet, dass wäre für mich glaube ich schon motivierender.

JJFox
23.10.2002, 20:13
Originalnachricht erstellt von hippie
Ordentliche Grundlagen der Physik, sind m.E. dringend Notwendig für das Verstehen der Prinzipien der (Bio)Chemie, oder wie willst du etwas sonst verstehen, wie eine Elektrophorese funktioniert, ein UV/vis/IR/Massen/wasauchimmer-Spektrum entsteht?
Wie Feynman mal gesagt hat, ist eben die gesamte theoretische Chemie eigentlich Physik.

Um das zu verstehen braucht man aber keine übermäßigen Physikkenntnisse. Ich habe überhaupt keine Physik Vorlesungen und nur ein Semester Mathe.
Das was man braucht lernt man in den verschiedenen Vorlesungen.

Weniger sorgen würde ich mir an deiner Stelle um das Auswendiglernen machen. Ein Studium in Chemie enthält sehr viele Laborstunden, die man aber auch nicht geschenkt bekommt.

Das sehe ich auch anders! Die Praktika sind eine willkommene Abwechslung zu dem trostlosen Vorlesungs-Alltag auf der Uni.

Matzi
23.10.2002, 20:26
Originalnachricht erstellt von JJFox
Das sehe ich auch anders! Die Praktika sind eine willkommene Abwechslung zu dem trostlosen Vorlesungs-Alltag auf der Uni.
Ich bin zwar noch Schüler( :( ), aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Pratika wirklich wichtig sind, um ein wenig Abwechslung und Praxiskenntnis zu erlangen.