Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Magnesia
nobody
14.10.2002, 15:42
Ich benötige Infos zum Thema synthetisch hergestellte Magnesia Magnesiumoxid, Magnesiumhydroxid, Magnesiumcarbonat, Magnesiumchlorid). Ich kenne bisher die Seewassermethode und die Gewinnung aus magnesiahaltigen Solen. Es gibt sicherlich noch andere Methoden. Ich würde mich freuen, wenn jemand Informationen dazu hat und mir weitere Produktionsmethoden und / oder Produzenten nennen kann. Links im Internet sind natürlich auch willkommen.
Weiterhin benötige ich Infos zu folgenden Anwendungen:
1. Magnesiumchlorid für den pharmazeutischen Bereich
2. Magnesiumoxid für Zahnabdruckmassen / Dentalzement
Alle Infos, wirklich alles (z.B. zu Produzenten, Verarbeitung, Bedarf, etc) sind willkommen.
Vielen Dank vorab für die Hilfe!
FK
14.10.2002, 16:59
Hierzu etwas aus dem Römpp:
Magnesium
(von der griech. Landschaft Magnesia in Thessalien abgeleitet; vgl. Magnete). Metall. Element, chem. Symbol Mg, Ordnungszahl 12, Atomgew. 24,3050. Natürliche Isotope (Häufigkeit in Klammern): 24 (78,70%), 25 (10,13%) u. 26 (11,17%). Außerdem sind noch künstliche Isotope 21Mg–28Mg mit HWZ zwischen 0,12s u. 21h sowie kürzerlebige 29Mg–32Mg bekannt. Das 2wertige Mg gehört zur 2. Gruppe des Periodensystems (Erdalkalimetalle), doch zeigt es zu den über u. unter ihm stehenden Elementen Beryllium u. Calcium weniger Verwandtschaft als zu Lithium (Schrägbeziehung) od. Zink (z.B. hinsichtlich Isomorphie u. Leichtlöslichkeit der Sulfate, Doppelsalz-Bildung) aufgrund der sehr ähnlichen Ionenradien. Mit Cu, Ni u. Zn bildet Mg intermetallische Verbindungen vom Laves-Phasen-Typ. Die Verb. des Mg sind farblos, sofern nicht der Säurerest farbig ist wie z.B. bei Magnesiumchromat, Magnesiummanganat. Mg ist ein silberweißes Metall, D. 1,738 (Leichtmetall), Schmp. 650°C, Sdp. 1107°C (unter Luftabschluß), H. 2,0; Mg kristallisiert in der hexagonal dichtesten Kugelpackung (s. Kristallstrukturen, Abb.2c). An der Luft überzieht sich Mg mit einer dünnen Oxidhaut (Passivierung); schon ab 400°C muß Mg bei der Verarbeitung vor Luft geschützt werden. Mg entzündet sich oberhalb 450°C u. verbrennt mit blendend hellem Licht zu einem feinen, weißen Rauch bzw. Pulver von Magnesiumoxid, was in Leuchtsätzen (sog. Magnesiumlicht) genutzt wird. Brennendes Mg flackert nicht auf, brennt auch in CO2, CO, SO2, NO u. dgl. weiter u. entzieht diesen Verb. den Sauerstoff (CO2+2Mg®C+2MgO). Da brennendes Mg Temp. von 2400°C erreichen u. Wasser zersetzen kann (Mg+H2O®MgO+H2), löscht man am besten mit Sand od. Eisen-Feilspänen. Von Säuren aller Art, sogar von Essigsäure, wird es sehr leicht unter Salzbildung u. Wasserstoff-Entwicklung angegriffen; auch viele Salzlsg. zerstören Mg ziemlich schnell. Die elektr. Leitfähigkeit beträgt etwa 30%, die Wärmeleitfähigkeit ca. 40% der des Kupfers.
Physiologie: Das biochem. wichtige M. hat im Pflanzenstoffwechsel verschiedene Bedeutungen. Bes. wichtig ist es als Bestandteil des Chlorophylls, ferner wirkt es aktivierend auf Phosporylierungs-Vorgänge bei Photosynthese, Citronensäure-Cyclus, in der Atmungskette u. weiteren Stoffwechsel-Vorgängen; es ist an allen durch ATP katalysierten Enzym-Reaktionen beteiligt, z.B. Phosphorylierung von Glucose durch Hexokinase. Mg spielt auch eine Rolle bei der Biosynth. von Fettsäuren. Mg-Mangel führt bei Pflanzen zu Magnesium-Mangelsymptomen, die sich z.B. in einem welken Eindruck der Pflanze u. in Aufhellungen des Blattgrüns äußern; bes. auffällig ist der Mg-Mangel in den Nadeln der durch Luftverunreinigungen geschädigten Nadelbäume . Daher ist die Düngung mit Magnesium-haltigen Düngemitteln wichtig, die unter Bez. wie Magnesiumbranntkalk, -löschkalk, -mergel, -mischkalk, Bittersalz im Handel sind bzw. waren. Der erwachsene menschliche Organismus enthält ca. 17–25g (nach anderen Angaben bis zu 35g) Mg, von dem etwa die Hälfte in Knochen u. Zähnen eingelagert sind; der Rest ist überwiegend in den Zellen gelöst, z.T. auch an Proteine gebunden, wie etwa in den Ribosomen. Mg wirkt als Aktivator des Zuckerabbaus, als Stabilisator von Plasmamembranen, intrazellulären Membranen u. Nucleinsäuren sowie als Ca-Antagonist . Mg-Mangel, z.B. infolge von Darmresorptionsstörungen od. chron. Alkoholismus, äußert sich in tetanieähnlichen Krämpfen; außerdem scheinen dadurch Arteriosklerose u. Herzinfarkt begünstigt zu werden (Näheres s. Lit. ). Die WHO empfiehlt eine Aufnahme von 200–300mg Mg/d , doch erscheinen 300–350mg/d wünschenswert : Bes. Mg-reich sind Obst (Mg sorgt für den Zusammenhalt der Pektine), Gemüse u. Vollkornprodukte. Andererseits bewirkt ein erhöhter Mg-Spiegel eine Verminderung der Erregbarkeit von Nerven u. Muskeln, u. bei entsprechender Dosierung wird durch Mg-Salze das Zentralnervensyst. völlig gelähmt, was sich durch Ca-Ionen meist schnell rückgängig machen läßt . Mg-Salze werden medizin. gegen Verstopfung, Fettsucht, Leber- u. Gallenleiden sowie Blutstauungen angewendet.
Nachw.: Mg bildet ein in Wasser schwerlösl. Magnesiumammoniumphosphat, dessen Bildung zur Analyse des Mg herangezogen werden kann. Reagentien für Mg sind auch Calmagit u. Cadion. Über komplexometr., photometr. u.a. Nachw.- u. Bestimmungsmeth. für Mg s. Lit. , u. zur komplexometr. Titration von Ca neben Mg s. Lit. .
Vork.: Etwa 1,9% der obersten, 16km dicken Erdkruste bestehen aus M.; es steht in der Häufigkeitsliste der Elemente an 8. Stelle. Infolge seines sehr unedlen Charakters ist Mg in der Natur nur in Form von Verb. anzutreffen. Am häufigsten ist Mg in den Silicaten verbreitet; zu den wichtigsten Mineralen dieser Art gehören Serpentin, Olivin, Asbest, Meerschaum (Sepiolith), Talk, ferner findet sich Mg im Magnesit, Dolomit, Carnallit, Kieserit, Kainit, Bischofit u. in Bitterwässern. Nach Lit. lassen sich Mg- u. K-Minerale im Hochspannungsfeld trennen. Für die Mg-Gewinnung kommen v.a. Magnesit, ferner Dolomit, natürliche u. künstliche Salzsolen sowie Meerwasser in Betracht. Beim Eindunsten von 1kg Meerwasser erhält man im Durchschnitt u.a. 3,8g Magnesiumchlorid, 1,66g Magnesiumsulfat u. 0,076g Magnesiumbromid; das sind zusammen etwa 15% des gesamten Meersalzes. Über die Bedeutung von Mg-Salzen in natürlichen Wässern s.a. Härte des Wassers, u. zum Mg-Gehalt im Trinkwasser der BRD s. Lit. .
Herst.: Mg wird durch Schmelzflußelektrolyse von Magnesiumchlorid bzw. in geringerem Umfang durch Red. von Magnesiumoxid mit Ferrosilicium (geeignet sind auch Fe-Mn-Si-Leg., Al, Calciumcarbid) gewonnen. Das für die Elektrolyse notwendige, weitgehend entwässerte MgCl2 wird z.T. nach dem Dow-Verf. aus Meerwasser gewonnen: Man gibt zum Meerwasser die berechnete Menge Kalkmilch od. calcinierten Dolomit, wobei sich unlösl. Magnesiumhydroxid abscheidet:
MgCl2 + Ca(OH)2 ® Mg(OH)2 + CaCl2.
Das Mg(OH)2 wird mit Salzsäure in Magnesiumchlorid überführt. Nach dem IG-Farben-Verf. wird Magnesiumhydroxid calciniert u. unter Zusatz von Kohle in Schachtöfen mit Chlor zu MgCl2 umgesetzt (reduzierende Chlorierung):
2MgO + C + 2Cl2 ® 2MgCl2 + CO2.
Bei der anschließenden Schmelzflußelektrolyse wird ein Gemisch von wasserfreiem MgCl2 (8–24%) mit Alkali- u. Erdalkalichloriden als Zuschläge, die zur Erniedrigung des Schmp. dienen, eingesetzt. Die Elektrolyse erfolgt bei 700–800°C u. Zers.-Spannungen von 5–7V. An den Graphit-Anoden entsteht Chlor, das wiederum zur Herst. von MgCl2 verwendet wird (s.o.). Das an der eisernen Kathode (Elektrolysetiegel) gebildete Mg sammelt sich an der Oberfläche der Schmelze u. wird abgesaugt. Beim Dow-Verf. wird hydratisiertes MgCl2 (MgCl·H2O u./od. MgCl2·2H2O) zur Elektrolyse eingesetzt; dementsprechend entsteht an der Anode ein Gemisch aus Chlorwasserstoff u. Chlor. Der durchschnittliche Stromverbrauch zur Gewinnung von 1kg Mg beträgt 18–20kWh bzw. 12–14kWh bei einem von Norsk Hydro entwickelten Prozeß, der modernen Verf. der Aluminium-Elektrolyse ähnelt.
Die silicotherm. Gewinnung von Mg geht von calciniertem Dolomit aus, der mit 70–85%igem Ferrosilicium brikettiert in sog. Pidgeon-Retorten aus Chrom-Nickel-Stahl bei 1200°C im Vak. umgesetzt wird:
2(CaO·MgO) + Si(Fe) ® 2Mg + Ca2SiO4 + (Fe).
Der gebildete Mg-Dampf wird im wassergekühlten Kopfstutzen kondensiert. Beim Magnetherm-Verf. wird zur Erzielung einer flüssigen Schlacke Aluminiumoxid zugesetzt. Zur Entfernung nichtmetall. Verunreinigungen wird das Rohmagnesium noch einer Raffination unterworfen, z.B. durch Einrühren des flüssigen Metalls in Salzschmelzen. Hochreines Mg wird durch Dest. gewonnen; man kann heute Reinheitsgrade von 99,999% erreichen. Mg kommt als Barren, Späne, Stangen, Rohre, Platten od. Bänder in den Handel. 1993 wurden weltweit 351000t Hütten-Mg produziert (ohne GUS-Staaten). Davon entfielen 240000t auf die USA u. Kanada, 89000t auf Europa (davon 55000t auf Norwegen), 13000t auf Japan u. 9000t auf Brasilien. In der BRD wird seit Ende des 2. Weltkrieges kein Mg mehr hergestellt.
Verw.: Die Hauptmenge des Mg wird für Leg. verwendet, bes. mit Aluminium. Man unterscheidet zwischen Aluminium-Leg. mit bis zu 11% Mg u. den eigentlichen, extrem leichten Leg. mit Mg als Hauptbestandteil, s. Magnesium-Legierungen. Zum Korrosionsschutz des sehr empfindlichen Mg bzw. dessen Leg. werden starke Lackierungen, elektrolyt. sowie chem. Oxid. angewandt, d.h. Verstärkung der Oxid-Schicht mit Dichromat-Lsg. u. Zusätzen von Salpetersäure, alkal. Bädern, Fluoridbädern usw., ferner die indirekte bzw. direkte Galvanisierung, s.a. Lit. . Größere Bedeutung hat der Mg-Einsatz als Entschwefelungs- u. Red.-Mittel in der Eisen- u. Stahl-Ind. erlangt, bes. in den USA. Mg dient auch als Red.-Mittel bei der Herst. von Titan, Uran, Zirconium, Hafnium u. Beryllium (Magnesiothermie, s. Metallothermie). In der Pyrotechnik verwendet man Mg in Leuchtsätzen u. in Magnesium-Fackeln (Magnesiumlicht; früher für helles Kunstlicht beim Photographieren). In der organ. Chemie dient Mg zum Trocknen u. Absolutieren von Alkoholen sowie als Reaktionspartner bei zahlreichen Synth., von denen die über Grignard-Reaktionen verlaufenden am bekanntesten sind. Eine Übersicht über die Verw. des Mg bei organ. Synth. (Beisp.: Grignard- u. Barbier-Wieland-Reaktion) findet man in Lit. .
Geschichte: Während Mg-Verb. schon lange bekannt waren u. verwendet wurden (als Heilmittel), wurde erst 1755 von Black auf Unterschiede zwischen Ca- u. Mg-Verb. (Kalkerde u. Bittererde) hingewiesen. Metall. Mg ist erstmals 1808 von Sir H. Davy durch Schmelzflußelektrolyse isoliert u. 1831 von Bussy u. J. von Liebig durch Red. von MgCl2 rein erhalten worden. Die industrielle Produktion wurde 1866 in Deutschland aufgenommen.
Lit.: 1Waldschäden in der Bundesrepublik Deutschland (LIS-Ber. 28, S.77, 97, 137), Essen: LIS 1982; Chem. Unserer Zeit 24, 117–130 (1990). 2Altura etal. (Hrsg.), Magnesium in Cellular Processes and Medicine, Basel: Karger 1987. 3Belitz-Grosch (4.), S.380. 4Der informierte Arzt 10, Nr.11, 44–52 (1982). 5Handbook on Human Nutritional Requirements, S.63, Geneva: WHO 1974. 6Braun-Dönhardt, S.238f. 7Fries-Getrost, S.222–232; Onishi, in: Chemical Analysis (4.) 3, Part IIB, S.3–30, New York: Wiley 1989; Townshend, Encyclopedia of Analytical Science, Oxford: Academic Press 1995. 8Int. J. Environ. Anal. Chem. 7, 285–293 (1980). 9Umschau 81, 272–275 (1981). 10Atlas zur Trinkwasserqualität der Bundesrepublik Deutschland (BIBIDAT), S.16f., Berlin: Schmidt 1980. 11Metallstatistik 76, 55ff. (1989). 12Ullmann (5.) A9, 141f.; Synthesis 1981, 585–604; Synthetica 1, 270–282.
allg.: Adv. Molten Salt Chem. 6, 127–209 (1987) ï Brauer (3.) 2, 900f. ï Büchner etal., S.233–239 ï DIN-Taschenbuch 27: Aluminium, Magnesium, Titan u. deren Legierungen (5.), Berlin: Beuth 1987 ï Gmelin, Syst.-Nr.27, Mg, Tl.A, 1937–1952, Tl.B. 1937–1939 ï Hommel, Nr.282 ï Itokawa u. Durlach (Hrsg.), Magnesium in Health and Disease, London: John Libbey 1989 ï Kirk-Othmer (4.) 15, 622–674 (Mg and Alloys), 675–722 (Mg Compounds) ï Snell-Ettre 15, 356–419 ï Ullmann (5.) A15, 559–580 ï Winnacker-Küchler (4.) 4, 301–325.
E magnesium
F magnésium
I = S magnesio
Z 810411, 810419
CAS 7439-95-4
Quelle: Römpp Lexikon Chemie – Version 2.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1999
Gruß,
Franz
Godwael
14.10.2002, 17:01
... frei nach dem Motto: Dreiste Frager lernen die Antwort zu fürchten? :D
FK
14.10.2002, 17:54
Originalnachricht erstellt von Godwael
... frei nach dem Motto: Dreiste Frager lernen die Antwort zu fürchten? :D
Ich kann noch mehr abliefern.... :D
Gruß,
Franz
nobody
15.10.2002, 11:17
Erstmal vielen Dank. Werde mir das mal in Ruhe durchlesen. Meld mich wieder falls noch Fragen offen sind. Ist ja reichlich....
nobody
15.10.2002, 11:28
So, das ging schnell. Den Römpp hab ich auch. Hätte ich vielleicht vorher sagen sollen. Mir geht es tatsächlich nur um die synthetischen Produktionsmöglichkeiten von Magnesia. Und, auch sehr wichtig, die Infos zu folgenden Anwendungen:
1. Magnesiumchlorid für den pharmazeutischen Bereich
2. Magnesiumoxid für Zahnabdruckmassen / Dentalzement
Vielleicht geht das zu sehr in den kaufmännischen Bereich. Wer weiss, evtl. hat ja jemand ein paar Infos dazu.
hippie
15.10.2002, 12:37
schon gegoogelt?
nobody
15.10.2002, 16:44
Klar, und yahoot und und und. Ergebnisse haben dann aber wenig mit dem zu tun was ich wissen möchte.
buba
15.10.2002, 23:05
Originalnachricht erstellt von SABE
1. Magnesiumchlorid für den pharmazeutischen Bereich
Magnesiumchlorid ist als Hilfsstoff in gut 20 Medikamenten enthalten (laut Roter Liste), überwiegend in Tropfen und (Injektions-)Lösungen. Mehr habe ich auf Anhieb leider auch nicht rausgefunden.
Ach ja, zum ersten Teil deines Beitrags (Herstellung von Magnesia und weitere Infos) habe ich diesen netten Link gefunden: http://www.lehvoss.de/deutsch/magnesia/default.php3?file=mag_07.htm
nobody
16.10.2002, 16:08
Danke für die Info. Gibt es vielleicht eine Art Nachschlagewerk für den pharma oder medizinischen Bereich in dem man z.B. Magnesia Produkte als Inhaltsstoff finden kann? Dann könnte ich ja über die Schiene zu den endprodukten kommen....
hippie
16.10.2002, 16:09
Wie buba schon gesagt hat die Rote Liste, allerdings weiß ich nicht, wie leicht man an die rankommt. Unibib vielleicht?
buba
16.10.2002, 18:44
Sollte es in jeder Stadtbibliothek geben. (Naja, ist zumindest hier so.)
nobody
16.10.2002, 21:58
OK, werde mein Glück versuchen. Meld mich wieder wenn ich noch was benötige. Falls Ihr in der Zwischenzeit noch was findet, immer her damit.
bm
16.10.2002, 22:27
villeicht mal beim Hausarzt nach einem "älteren" Exemplar fragen. Die werfen die meist weg.
buba
26.10.2002, 11:09
Originalnachricht erstellt von SABE
Danke für die Info. Gibt es vielleicht eine Art Nachschlagewerk für den pharma oder medizinischen Bereich in dem man z.B. Magnesia Produkte als Inhaltsstoff finden kann? Dann könnte ich ja über die Schiene zu den endprodukten kommen....
Beim ersten Unibib-Rundgang vor ein paar Tagen bin ich auf ein solches Pharmazie-Werk gestoßen, mehrere Ordner umfangreich! Wenn es dich noch interessiert, gucke ich am Montag nochmal nach und kopier evtl. interessante Seiten heraus, die ich dann einscanne.
FK
26.10.2002, 11:39
Therapeutischer Einsatz von Mg-Verbindungen:
Magnesiumsulfat als Abführmittel (ältestes Einsatzgebiet, wegen der nicht zu vernachlässigenden Toxizität von Mg nicht mehr empfohlen)
Magnesiumoxid oder -carbonat gegen Übersäuerung des Magens (ebenso Hydrotalcit, ein Magnesium-Aluminiumhydroxid-carbonat)
Diverse Magnesiumsalze bei Magnesiummangel oder bei Krämpfen (lähmende Wirkung).
Gruß,
Franz
buba
26.10.2002, 11:41
Originalnachricht erstellt von FK
Magnesiumsulfat als Abführmittel (ältestes Einsatzgebiet, wegen der nicht zu vernachlässigenden Toxizität von Mg nicht mehr empfohlen)
Ich dachte, MgSO4 würde praktisch nicht resorbiert... seit wann gibt es da anderslautende Erkenntnisse?
FK
26.10.2002, 12:24
Der Pschyrembel sagt: Magnesiumsulfat ist wegen Nebenwirkungen als Abführmittel obsolet.
Im "Lehrbuch der pharmazeutischen Chemie" (H. Auterhoff, 1968) steht bereits, dass man als salinisches Abführmittel Natriumsulfat vorziehen sollte wegen der Eigenwirkung von Mg-Sulfat, und dass 50 g Bittersalz schon tödlich gewirkt haben.
Gruß,
Franz
nobody
25.11.2002, 09:46
Danke für die ganzen Tipps. Habe jetzt auch noch mal ne ganze Zeit im Internet verbracht und einiges gefunden. Falls jemand noch an Unterlagen kommt zu Arzneimitteln die Magnesiumchlorid enthalten bin ich für alle Infos dankbar. Ansonsten bin ich schon ein ganzes Stück weitergekommen. Nochmals Danke!
terry
25.11.2002, 13:13
Falls sie noch gewünscht wird, die Rote Liste habe ich daheim. Leider nur in der Ausgabe Jahrgang 1998 die späteren Jahrgänge könnte ich versuchen auf CD-Rom zu brennen, das würde aber einige Tage dauern.
FK
25.11.2002, 17:14
So eine aktuelle Rote Liste würde mich schon interessieren. Muss ja nicht gleich morgen im Haus sein.... :)
Gruß,
Franz
buba
25.11.2002, 18:22
Die gibt's doch auch online. :p
FK
25.11.2002, 19:01
Ja, aber nur für Ärzte, Zahnärzte und Apotheker, so stehts auf der Seite. Da ich diesem erlauchten Kreis nicht angehöre und auch ungern mogele, habe ich's nicht weiter probiert.
Gruß,
Franz
buba
25.11.2002, 19:07
Es gibt ein "DocCheck Light" für Chemiker:
DocCheck Light ist ein Service für alle Berufsgruppen (z.B. Medizinjournalisten, Naturwissenschaftler, Angehörige der Pflegeberufe etc.), die zwar nicht zu den medizinischen Fachkreisen nach §10 HWG gehören, die aber einen medizinischen Beruf haben und in Ihrer Tätigkeit freien Zugang zu werblichen Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel haben. Einige medizinische Informationsanbieter gestatten Ihnen den Zutritt zu ihren geschützten Internetseiten.
nobody
17.12.2002, 09:15
Doc Check Light ist sicherlich eine Möglichkeit, da dann aber nicht alle Anbieter jeden Zugang zu ihren Informationen ermöglichen ist keine 100%ige Recherche möglich.
Terry, steht das Angebot noch mit der Roten Liste auf CD?
Bin mit meinen Nachforschungen auch schon weitergekommen. Die Hauptanwendung von Magnesiumchlorid liegen in Magnesiumpräparaten als Aufbaustoff. MgCl2 macht allerdings nur einen geringen Teil aus. Hauptsächlich werden Magnesiumcitrate (Mg Gehalt ca. 16%) für wasserlösliche Brausetabletten und Magnesiumcarbonat (Mg Gehalt ca. 25% - 28%) für Kautabletten und Schlucktabletten verwendet. Magnesiumchlorid ist kein favorisierter Wirkstoff für Magnesiumpräparate. Falls aber irgend jemand von Euch über ein Präparat oder Arzneimittel mit MgCl2 stolpert, bitte kurze Info an mich. MgCl2 muss nicht Haupwirkstoff sein. Mir reicht es schon als Hilfstoff. Auch über Tips oder Links im Internet bin ich nach wie vor dankbar!
buba
17.12.2002, 21:40
Hilfsstoff Magnesiumchlorid:
Cellugel® Lösung (Mono)
CeloftalTM Lösung zum Einmalgebrauch für die ophthalmologische Visko-Chirurgie (Mono)
Doxycyclin 100 mg JENAPHARM®; "OS" 100 mg
Doxycyclin 100 mg JENAPHARM® Kapseln (Mono)
Doxycyclin "OS" 100 mg JENAPHARM® Lösung zur i.v. Injektion/Infusion (Mono)
Doxycyclin-ratiopharm® 100 Kapseln (Mono)
Doxycyclin-ratiopharm® SF Injektionslösung (Mono)
Doxyhexal®/-200 Kapseln (Mono)
Doxyhexal® tabs/-200 tabs Tabletten (Mono)
Doxyhexal® SF Injektionslösung (Mono)
Fluad® Influenza-Subunitimpfstoff (inaktiviert), adjuvantiert mit MF59C.1 Emulsion (Mono)
Influsplit SSW® Influenza-Spaltimpfstoff Suspension zur s.c. oder i.m. Injektion (Mono)
Influvac® Suspension zur i.m. oder tief s.c. Injektion (Mono)
Irenat® Tropfen (Mono)
Laservis® Maskierende Lösung (Mono)
Miochol-E Trockensubstanz und Lösungsmittel in einer Zweikammern-Ampulle (Mono)
Mutaflor® Suspension (Mono)
Oculotect fluid Augentropfen (Mono)
Pro-Symbioflor® Tropfen (Komb)
Revasc® 15 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionszubereitung (Mono)
Rhinospray® bei Schnupfen Nasenspray (Mono)
Rhinospray® plus bei Schnupfen Nasenspray (Mono)
Rhinospray® sensitiv bei Schnupfen Nasenspray (Mono)
Symbioflor® 1 Tropfen (Mono)
Symbioflor® 2 Tropfen (Mono)
Vibravenös® SF Lösung in Ampullen (Mono)
Vislube® Augentropfen (Mono)
Vismed® Augentropfen (Mono)
Unter den Wirkstoffen gibt's bei Magnesiumchlorid 114 Treffer.
nobody
18.12.2002, 08:43
Hi Buba,
sind das Arzeimittel aus der "Roten Liste"? Hast Du dort über Doc Check nachgesehen? Bitte um kurze Info, sonst wäre es klasse wenn Du mir sagen kannst wo man noch suchen kann. Ich brauch nämlich noch Arzeimittel aus ganz Europa, nicht nur aus Deutschland. Noch ne Idee bzw. kannst Du mir die restlichen Produkte (von den 114) auch noch aufgeben?
67.B.13.2.2. Serag BSS Serag-Wiessner
nAp Serag BSS Spüllösung (Komb)
52.1.1.1. Sterofundin® B | BRAUN
Ap Sterofundin® Infusionslösung (Komb)
52.1.4. Sterofundin® BG-5 B | BRAUN
Ap Sterofundin® BG-5 Infusionslösung (Komb)
52.1.3. Sterofundin® HEG-5 B | BRAUN
Ap Sterofundin® HEG-5 Infusionslösung (Komb)
52.1.1.2. Sterofundin® VG-5 B | BRAUN
Ap Sterofundin® VG-5 Infusionslösung (Komb)
52.3.3. Synthamin V 10 E Baxter
Ap Synthamin V 10 E Infusionslösung (Komb)
52.6.2. Thomaegelin® 4% in Ringeracetat DeltaSelect
FS Ap Thomaegelin® 4% in Ringeracetat Infusionslösung (Komb)
52.1.1.1. Thomaejonin® DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® Infusionslösung (Komb)
52.1.4. Thomaejonin® BG DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® BG Infusionslösung (Komb)
52.1.4. Thomaejonin® BX DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® BX Infusionslösung (Komb)
52.1.1.2. Thomaejonin® G5 DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® G5 Infusionslösung (Komb)
52.1.3. Thomaejonin® HG5 DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® HG5 Infusionslösung (Komb)
52.1.2. Thomaejonin® OP DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® OP Infusionslösung (Komb)
52.1.2. Thomaejonin® OPG DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® OPG Infusionslösung (Komb)
52.9. Thomaejonin® päd I DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® päd I Infusionslösung (Komb)
52.9. Thomaejonin® päd II DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® päd II Infusionslösung (Komb)
52.9. Thomaejonin® päd OP DeltaSelect
FS Ap Thomaejonin® päd OP Infusionslösung (Komb)
52.1.1.1. Tutofusin® Baxter
Ap Tutofusin® Infusionslösung (Komb)
52.1.4. Tutofusin® BG Baxter
Ap Tutofusin® BG Infusionslösung (Komb)
52.1.4. Tutofusin® BX Baxter
Ap Tutofusin® BX Infusionslösung (Komb)
52.1.1.2. Tutofusin® G5 Baxter
Ap Tutofusin® G5 Infusionslösung (Komb)
52.1.3. Tutofusin® H G5 Baxter
Ap Tutofusin® H G5 Infusionslösung (Komb)
52.1.1.1. Tutofusin® K 10 Baxter
Ap Tutofusin® K 10 Infusionslösung (Komb)
52.8.2. Tutofusin® K 80 Baxter
Ap Tutofusin® K 80 Infusionslösung (Komb)
52.1.2. Tutofusin® OP Baxter
Ap Tutofusin® OP Infusionslösung (Komb)
52.1.2. Tutofusin® OP G Baxter
Ap Tutofusin® OP G Infusionslösung (Komb)
52.1.2. Tutofusin® OP X Baxter
Ap Tutofusin® OP X Infusionslösung (Komb)
52.1.1.1. V Infusionslösung 296 mval Elektrolyte Baxter
Ap V Infusionslösung 296 mval Elektrolyte (Komb)
62.3.2. Zentramin Bastian® N Bastian-Werk
Ap Zentramin Bastian® N Lösung zur iv., im. Injektion, zum Trinken (Komb)
nobody
18.12.2002, 16:32
Danke für die Liste Buba! Bei den Arzneimitteln fungiert das MgCl2 hauptsächlich als Hilfstoff und nicht als (Haupt-) Wirkstoff. Die eigentliche pharmazeutische Anwendung liegt in Magnesiumpräparaten als Aufbaustoff zur Beseitigung von Mangelerscheinungen. MgCl2 wird da zwar nicht unbedingt bevorzugt eingesetzt aber falls jemand auf Magnesiumpräparate stösst, wieder mal ne kurze Info an mich. Vielen Dank vorab!
Stephan Kunze
19.12.2002, 07:42
Magnesiumsalze sind in diversen Mineralstoffpräparaten vorhanden
Diese sind sowohl als Tabletten, Lösungen bzw. Brausetabletten verfügbar. Diese sind in der Apotheke zu erhalten. Genauere Informationen kann ich wenn gewünscht am Wochenende geben.
Stephan
nobody
19.12.2002, 15:36
Hi Stephan,
das wäre nicht schlecht. Mich interessieren dabei aber nur die Präparate die Magnesiumchlorid enthalten. In Supermärkten und Apotheken sind meist nur Präparate oder Arzneimittel die Magnesiumoxid, -citrat o.ä. enthalten. Bin mal gespannt was Du herausfindest. Hast Du einen detailierten Zugang zu einer Apotheke oder wo suchst Du? Wenn Du Infos aus anderen europäischen Ländern findest sag mir bitte bescheid. Die kann ich auch gut gebrauchen.
nobody
06.01.2003, 14:33
Hat evtl. jemand Informationen vorliegen über Produzenten von Magnesiumoxid und pharmazeutischem Magnesiumchlorid? Kann Adressen aller Produzenten weltweit gebrauchen. Es geht dabei allerdings nur um Produzenten synthetischer Typen.
Die Geschichte mit den pharmazeutischen Produkten ist auch noch aktuell. Falls mir da jemand weiterhelfen kann immer her mit den Infos.
nobody
08.01.2003, 12:07
Noch eine andere Sache:
Kennt sich jemand mit der Zulassung von Medikamenten aus?
Ich habe erfahren, dass Magnesiumpräparate u.a. wie folgt unterschieden werden:
Kennt sich jemand damit aus? Ist das so richtig oder gibt es noch andere Unterteilungen? Weiss ausserdem jemand was eine Zulassung kostet und wer die Zulassung von neuen Wirkstoffen vornimmt?
nobody
08.01.2003, 21:05
Originalnachricht erstellt von SABE
Kennt sich jemand mit der Zulassung von Medikamenten aus?
www.studenten-city.de/ (http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?s=&threadid=11133)
nobody
31.01.2003, 14:56
Es gab mal Angebote die Rote Liste auf CD zu brennen. Hat jemand die Möglichkeit? Online nutzt mir die Rote Liste nicht viel, da ich keinen kompletten Zugang habe dazu (Doc Check) und in schriftform dauert die Suche nach Wirk- und Hilfsstoffen extrem lange. Also, falls jemand die Roe Liset auf CD hat ....