BUEB ( Verfasser des Buches "Lob der Disziplin" ) sagt : "Diziplin ist Vorrausetzung für jede kulturelle Leistung" . Und sieht Disziplin als notwendige Bedingung auch für die schulische Erziehung und den Schulunterricht, die aber nur notwendig und keineswegs hinreichend sei und natürlich nicht eine Lösung für alle aktuellen schulischen Probleme sein könne.
Er meint , dass Lehrer Anspruch auch dann Anspruch auf Autorität haben, wenn sie nicht "hochcharismatisch" sind, sondern "nur wacker ihren Dienst tun".
M.BRUMLIK ( Professor für Erziehungswissenschaften ) lehnt diese Ansicht als " un- , ja antidemokratisch " ab . " Vorbehaltlose Anerkennung einer Lehrerautorität " erteilt er eine Absage . Er meint, dass selbst Kleinkindern gegenüber jede Anweisung zu begründen sei. In diesem Zusammenhang sprach er von Kindern ah drei Jahren und bezog sich dabei auf Erkenntisse aus der "empirischen Erziehungswissenschaft" und " Studien aus der Entwicklungspschychologie ".
Weitere Teilnehmer der Talk - Runde: Günther Jauch, die Frau des Schauspielers uwe Ochsenkmecht, eine Rocksängerin, die mit 19 Jahren die Schule um der Karriere willen aufgegegen hat und eine Oberstufen-Schülerin, Mitglied der Landesschülervertreung in Bayern.
Wer hat dazu eine Meinung, sei es aus eigenem Erleben der Sendung oder von wo her auch immer ?
Gruß FKS
sonnending
09.07.2007, 10:15
Huhu!!
Ich hab da mal reingezapt, und fand die Diskussion eigentlich ganz interessant.
Ich muss sagen, ich bin aus eigener Erfahrung einfach für mehr Disziplin in der Schule. Ich weiß, dass ich als Schüler, die Lehrer, die sich gegen die Klasse durchsetzen konnten, einfach besser fand. Man kann nun mal mehr lernen, wenn nicht alle durcheinander schreien. Meistens waren auch gerade solche Lehrer beliebter, und nicht die "wir machen Gruppenunterricht und kuscheln"-Lehrer. Sind wir doch mal ehrlich. Schüler in der Oberstufe wollen keinen Gruppenunterricht.
Lehrer, die keine Autorität haben, sind leider fehl am Platz heutzutage. Viele Jugendliche lernen Respekt nicht mehr von ihren Eltern, da muss man sich wenigstens als Lehrer Gehör verschaffen können. Ein Lehrer, der sich nicht durchsetzen kann, kann nicht lehren und hat damit für mich den falschen Beruf.
Vorbehaltlose Lehrerautorität - jein. Auch Lehrer, sind nur Menschen, die Fehler machen.
Aber ich stimme damit überein, dass Disziplin Vorraussetzung für kulturelle Leistung ist.
Ist vielleicht eine altomodische Ansicht für eine 24jährige ;)
lg, Katy.
Friedrich Karl Schmidt
09.07.2007, 11:01
Vorbehaltlose Lehrerautorität - jein. Auch Lehrer, sind nur Menschen, die Fehler machen.
Zur Erläuterung : Es ist anscheinend eine Methode von Menschen wie BRUMLIK , Äußerungen anderer so exzessiv zu interpretieren, dass man sie leicht diskreditieren kann.
Bei dem Begriff "vorbehaltlose Autorität" habe ich BRUMLIKS eigene Worte wiedergegeben und nicht den Anschein erwecken wollen, dass BUEB eine solche gefordert hätte.
Ich jedenfalls habe BUEB so verstanden, dass er es für erforderlich hält, dass es nicht nützlich ist, wenn ein neuer Lehrer als den Schülern in jeder Hinsicht Gleichgestellter seine Erziehungs - und Vermittlungstätigkeit beginnen muss, um es dann im Optimalfall irgenwann einmal Laufe der Zeit das Minimum an Autorität verdient, die auch nach meiner Überzeugung erforderlich ist für einen erfolgreichen Unterricht.
Ich halte es geradezu für absurd, das für erfolgreichen Unterricht unverzichtbare Minimum an Lehrerautorität unter den Vorbehalt von Schülern stellen zu wollen , unter denen sich bekanntlich fast immer auch ( zumindest ) einige befinden, die sich nahezu jeder vernünftigen Einsicht verweigern.
Und gerade deshalb, weil auch Lehrer Fehler machen und die Mehrzahl der Lehrer eben nicht so "hochcharismatisch" ist, wie man sich dies wünschen würde und an dieser Realität auch nichts zu ändern sein wird, darf ein Lehrer m.E. nicht darauf angewiesen sein, dass er sich das oben beschriebene Minimum an Autorität erst "verdient".
Und um mehr als dieses Minimum an Autorität ( über dessen Umfang man natürlich streiten könnte ) geht es doch gar nicht.
Gruß FKS
sonnending
09.07.2007, 11:43
Bei dem Begriff "vorbehaltlose Autorität" habe ich BRUMLIKS eigene Worte wiedergegeben und nicht den Anschein erwecken wollen, dass BUEB eine solche gefordert hätte.
Ja, das hatte ich mitbekommen in der Diskussion. Ich behaupte jetzt mal, wenn man keine normalen Argumente weiß, dann versucht man, den Diskussiongegner auf diese Weise zu diskreditieren. Anders kann ich es mir nicht erklären, denn Bueb hat auch sehr deutlich gemacht, dass er das NICHT fordert.
Ich halte es geradezu für absurd, das für erfolgreichen Unterricht unverzichtbare Minimum an Lehrerautorität unter den Vorbehalt von Schülern stellen zu wollen , unter denen sich bekanntlich fast immer auch ( zumindest ) einige befinden, die sich nahezu jeder vernünftigen Einsicht verweigern.
Da gebe ich völlig Recht. Gerade Schüler in gewissen pubertären Phasen wollen dem Lehrer das Leben schwer machen. Die sitzen nicht in der Schule, weil sie wissbegierig sind, sondern weil sie müssen. Und zum Schutz der anderen Schüler, die vielleicht etwas lernen wollen, und natürlich auch zu deren eigenem Besten, müssen sie lernen, der Autorität des Lehrers nachzugeben.
Hat nicht Herr Jauch das Argument gebracht, dass die Schule nun mal auf das Leben vorbereitet, und eben dieses ist ja nun mal kein Zuckerschlecken? Autorität zu achten, wird im Leben immer nötig sein. Wenn man sich seinem Chef gegenüber verhält, wie manch einem Lehrer, dann sitzt man schnell auf der Straße. Verhält man sich Mitmenschen gegenüber so, hat man schnell keine Freunde.
Autorität zu achten ist ein Zeichen, dass man fähig ist, in einer Gesellschaft zu leben und zu wachsen. Es spricht nichts dagegen, seinen Kopf einzuschalten, und Autoritäten zu kritisieren. Wir wollen ja keine hirnlosen Zombies anerziehen, die nur machen, was man ihnen sagt.
Gruß, Katy.
Godwael
09.07.2007, 11:49
Habe die Sendung zwar nicht gesehen, aber die Debatte ist ja auch nicht gerade neu.
"Disziplin ist Voraussetzung für jede kulturelle Leistung"
Was jeder bestätigen kann, der jemals selbst irgendeine wie auch immer geartete kulturelle Leistung erbracht hat.
M.BRUMLIK ( Professor für Erziehungswissenschaften ) lehnt diese Ansicht als " un- , ja antidemokratisch " ab . " Vorbehaltlose Anerkennung einer Lehrerautorität " erteilt er eine Absage . Er meint, dass selbst Kleinkindern gegenüber jede Anweisung zu begründen sei. In diesem Zusammenhang sprach er von Kindern ah drei Jahren und bezog sich dabei auf Erkenntisse aus der "empirischen Erziehungswissenschaft" und " Studien aus der Entwicklungspschychologie ".
Ich vermute, die beiden reden hier (anscheinend ohne es zu merken) über zwei völlig verschiedene Dinge. Buebs Ansichten sind mir zum Beispiel durchaus sympathisch, aber es reicht nun mal nicht, das Hohelied von Autorität und Disziplin anzustimmen. Irgendwo muss das ja auch herkommen, d.h. Autorität und Disziplin müssen irgendwie durchgesetzt werden.
Und an diesem Punkt haben die Einwände von Brumlik sehr wohl ihre Berechtigung. Bueb hält ja nun eine ganze Reihe sehr abstrakter Dinge für erforderlich, die dann, so habe ich "Lob der Disziplin" verstanden, andere doch bitte in der Praxis umsetzen sollen.
Natürlich will er nicht, dass Autorität und Disziplin per Kasernenhofton in den Schulen etabliert werden - nur: Eine Alternative bleibt er schuldig.