Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeiten mit Stahl
N00b
11.10.2002, 21:09
Ich habe hier mal zwei Fragen zum Arbeitsschutz beim verarbeiten von Stählen z.B. ATS-34, entnommen aus dem Messerforum (http://www.messerforum.net/forum/showthread.php?s=&postid=76221#post76221).
1. Bei Schleifarbeiten und Sandpapierarbeiten Atemschutz?
2. Nimmt die Haut feine Stäube auf?
1. Würde ich prinzipiell bejahen.
2. Nein Staubpartikel zu groß.
FK
11.10.2002, 21:31
Bei Arbeiten, bei denen lungengängige Stäube entstehen, sollte man immer eine geeignete Staubmaske tragen.
Beim Feilen von Stahl entsteht kaum lungengängiger Staub, sondern recht grobe Partikel.
Die Haut nimmt an sich keine Stäube auf. Gefahr besteht nur bei Stoffen, die löslich sind und daher von der Haut resorbiert werden können. Davon gibt es allerdings eine Menge...
Mit den üblichen Legierungsbestandteilen von Eisen dürfte kaum eine Vergiftungsgefahr bestehen. Ob Edelstahl (Chromnickelstahl) in Pulverform auf der Haut genügend Nickelionen abgibt, um Allergiker zu gefährden, scheint mir zweifelhaft.
Gruß,
Franz
N00b
12.10.2002, 00:50
Danke FK.
nobody
26.10.2002, 18:20
Was man soll und was man macht ist ein großer unterschied! :D
Hab vor meinen Chemie-Studium eine HTL für Maschinenbau gemacht deshalb Erfahrung in diesem Gebiet.
1. Bei Schleifarbeiten und Sandpapierarbeiten Atemschutz?
Atemschutz nimmt JEDER freiwillig, der längere Zeit an einer Schleif- oder Poliermaschine arbeitet. Is ja logisch man braucht sich nur nachher mal in nen Spiegel zu gucken. :whoa:
2. Nimmt die Haut feine Stäube auf?
Da muss ich leider passen. Es kommt aber darauf an welche Legierungsbestandteile der Stahl hat. (häufige: Cr, V, Ni, Mn, Mo aber auch S und Pb)
ICh hab aber auch ne Frage an dich. Von wo hast du die Bezeichnung "ATS-34" her. Hab so eine noch nie gesehn. Wenn du mir eine Alternative Bezeichnung oder eine NORM schreibst kann ich Dir genau in meinen Tabellen nachschauen was drinnen ist. :D
upsidedown
26.10.2002, 19:54
Originalnachricht erstellt von FK
Beim Feilen von Stahl entsteht kaum lungengängiger Staub, sondern recht grobe Partikel.
Stimmt - aber es gibt noch wesentlich feinere Oberflächenbehandlungen für Stahl als blos Feilen. Polieren, Läppen, Honen und ne ganze Menge Zeugs, das ich schon lange wieder vergessen habe..
Wie das mit dem konkreten Arbeitsschutz aussieht kann ich auch nicht genau sagen - aber ich gehe davon aus, dass sich Oberflächenrauhigkeit und abgetragene Partikel in etwa in der gleichen Größenordnung (wenn nicht noch deutlich kleiner) bewegen. Und das geht in beim Honen z.B. bis zu einer Rautiefe Ra< 0,4 µm, teilweise deutlich feiner.
Gruß,
UpsideDown
nobody
27.10.2002, 10:13
:cool: Hab jetzt eine Tabelle über gefährliche Zusätze gefunden.
Zirkonverbindungen, Bleichlorid, Antimonsulfid
Schleifmittelbestandteile; Gesundheitsgefährdung nicht gesichert. Bestandteil von Trennscheiben für den stationären Betrieb; Blei gilt als fruchtschädigend und neurotoxiscch und Antimontrioxid als krebserregend.
Flour, Phenol, Blei, Cobalt
Zusätze in Schleifbändern; Gesundheitsgefährdung nicht gesichert. Kann als thermisches Zersetzungsprodukt von Kustharzbindungen entstehen; Gesundheitsgefährdung nicht gesichert.
Metallstaub beim Schleifen von Automatenstählen; fruchtschädigend. Metallstaub beim Schleifen von Hartmetallen und Co-Legierungen; krebserregend.
Beryllium, Nickel, Chrom
Metallstaub beim Schleifen von Ni-Be-Legierungen; Metallstaub beim Schleifen von Auftragschweißnähten und Legierungen mit Nickel und Chrom; diese Legierungen und deren Verbindungen können zu Allergien führen und sind teilweise krebserregend.
Weiters gibt es noch giftige Stoffe im Kühlmittel:
Natriumnitrat, Naphthylamin, Phenylamin: bildet zusammmen mit den Aminen krebserregende Nitrosamine.
Trikresylphosphat, Formaldehyd: Nervengift!, Additiv im KSS als Biozid (Entgegenwirkund der Zersetzung durch Mikroorganismen in Emulsionen), Allergien, Krebsverdacht
Pentachlorhenol: Additiv im KSS als Biozid, Krebsverdacht, oft mit hochgiftigen Dioxinen verunreinigt.