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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Expertengruppe fordert neuen Ansatz für naturwissenschaftlichen Unterricht


tbeyer
13.06.2007, 10:30
In einem Bericht, der dem für Forschung zuständigen Mitglied der Kommission, Janez Potočnik, und seinem Kollegen Ján Figel', für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend zuständi...

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Quelle: Analytik-News (http://www.analytik-news.de)

Friedrich Karl Schmidt
13.06.2007, 11:38
EU-Kommissar Figel' erklärte: „Das nachlassende Interesse für naturwissenschaftliche und technische Studien und rückläufige Einschreibungen in diesen Fächern muss für uns alle ein Grund zur Sorge sein. So weit, so gutDie vermehrte Gewinnung junger Menschen für naturwissenschaftliche und technische Studienfächer, vor allem von Frauen, die in den meisten europäischen Ländern unterrepräsentiert sind, ist inzwischen ein gemeinsames Ziel auf europäischer Ebene. Dennoch bleibt noch viel zu tun.“ Es kommt aber vor allem darauf an, "die Richtigen" zu gewinnen und nicht etwa diejenigen für ein naturwissenschaftliches Studium zu interessieren, die man im Schulinterricht an der Realität des späteren Studiums vorbei zu diesem Studium motiviert hat. Was wir brauchen , ist vor allem Klasse . Die Masse bringt es nicht.
Die Diagnose der Expertengruppe beruht auf einer Analyse laufender Initiativen. Ich frage mich, von welcher Art diese so genannten Experten sind . Ausgehend von dieser Analyse wurden in dem Bericht Know-how und vorbildliche Verfahrensweisen vorgestellt, die einen radikalen Wandel bewirken könnten, was das Interesse junger Menschen für naturwissenschaftliche Studien betrifft. In Bezug auf das m.E. häufig nur vordergründige Schülerinteresse mag es zutreffen, dass hier eine Zunahme zu verzeichnen ist. Was meiner Ansicht nach gebraucht wird, ist ein Interesse, das sich auf die Naturwissenschaft selbst bezieht und sich nicht nur in bestimmten Zugangsformen erschöpft.
Die Gruppe vertritt die Auffassung, dass eine Abkehr der schulischen Pädagogik von hauptsächlich deduktiven Methoden und eine Hinwendung zu Methoden, die auf das Erforschen ausgerichtet sind, dazu führt, das Interesse für die Naturwissenschaften zu steigern. Hier sehe ich den Versuch einer Denunziation. Seit mindestens vier Jahrzehnten besteht allgemeiner Konsens darüber, dass deduktiver Unterricht i.d.R. pädagogisch verfehlt ist und der induktiven Unterrichtsgestaltung der Vorzug zu geben ist. Nur eben unter der lernzielorientierten "Gesprächsführung" durch den Lehrer. Und nicht unter weitgehendem Rückzug der Lehrperson aus der Lehr-Lernprozess , bis hin zu einem Moderatorenstatus, dem m.E. auch hier wieder das Wort geredet wird : Die Methode des „Learning by doing“, bei der die Lehrkraft die Schüler begleitet und sie dazu anleitet, die Naturwissenschaften selbst zu entdecken, regt das Beobachtungsvermögen, die Fantasie und das logische Denken der Kinder an. Wohl klingende Phrasen, am "grünen Tisch " ersonnen von Leuten , die naturwissenschaftlichen Unterricht seit ihrer eigenen Schulzeit mehrheitlich nicht mehr wirklich selbst erlebt haben...

Gruß FKS