an meiner Schule ist leider kein Chemieleistungskurs zustande gekommen, was ich sehr bedaure. Stattdessen muss ich mich mit einem Bio-LK rumplagen. Aber was mich interessieren würde ist, ob man das Chemiestudium überhaupt anfangen sollte, obwohl ich keinen Leistungskurs in dem Fach gemacht habe. Ich überlege, ob ich nicht nach dem Abi erst eine Berufsausbildung als Chemielaborant machen sollte, damit ich vielleicht ein weinig Praxiserfahrung bekomme, denn an jeder Schule, an der ich bis jetzt Chemie hatte waren die Räume vollständig nicht zu gebrauchen, d.h. wir haben so gut wie nie Experimente, geschweige denn außerunterrichtliche Experimentierstunden, machen können. Wer kann mir vielleicht einen Tip geben, was ich machen soll?
Danke im Voraus.
Sven :(
Langfingerli
04.10.2002, 20:48
Hast du schon einmal gehört, dass jemand nicht Architektur studiert hat, weil er Architektur nicht als LK gehabt hat :silly:
Lass dich von soetwas nicht beirren. Lies dir eben mal andere Threads hier im Forum durch. Viele scheinen froh zu sein, Mathe und/oder Physik als LK gehabt zu haben, als sie das Chemiestudium begonnen haben.
buba
04.10.2002, 20:54
/me ist ein Chemiestudent, der kein Chemie-LK hatte. ;)
Also wie gesagt, trau dich!
FK
04.10.2002, 21:10
Hallo, Chemicus, und willkomen im Forum!
Natürlich schadet Praxiserfahrung keinesfalls. Ich schätze aber mal, dass Du das Erforderliche auch an der Uni lernen wirst. Soviel ist das nämlich gar nicht.
Und wenn Du mal nicht weiterweißt - wozu gibt es uns?
Gruß,
Franz
Adam
04.10.2002, 21:20
Geschichte und Bio LK`s und dennoch Chemiestudent :D
Geschadet hätte es aber nicht... :rolleyes:
Und Willkommen in Forum @Chemicus! :)
.
bm
04.10.2002, 21:27
gab es noch keine Leistungskurse (eine der letzten Schulen in BW).
Für uns stand zur Wahl (in Klasse 13) : 2 Stunden pro Woche Bio oder Chemie.
Aus taktischen Gründen entschied ich mich für Bio.
Im Studium egalisierte sich das innerhalb weniger Wochen; ich war einer der Ersten im Jahrgang, die VD und Diplom abgeschlossen haben.
Also : no trouble.
Penthesilea
05.10.2002, 00:54
Bin Chemiestudent (seit neuestem :) ) und hab noch nichtmal Abitur, geschweige denn Leistungskurs Chemie.
Aber da ich noch am Anfang stehe, ist mein Fall weniger aussagekräftig. Mal abwarten, was draus wird...
P.
hippie
05.10.2002, 00:55
Originalnachricht erstellt von Penthesilea
Mal abwarten, was draus wird...
P.
nobelpreis? ;) :D :p
nobody
05.10.2002, 01:28
..im 1. und 2. semester wird der ganze LK stoff nochmal durchgekaut...wenn du da genau aufpasst solltest du keine probleme haben...
wichtig ist nur das du motiviert genug bist dir chemiekenntnisse anhand von büchern selbstständig anzueignen !
lies einmal den mortimer komplett durch und deine kenntnisse gehen über die des chemie LK's hinaus.
Ein physik oder mathe LK finde ich für die ersten 2 semester äusserst hilfreich, weil der stoff doch recht zügig durchgenommen wird..für jemanden der sich nie näher mit der materie beschäftigt hat ist vieles daher unverständlich.
ich mache diese erfahrung zur zeit mit mathe...zum glück hatte ich aber physik lk so das ich wenigstens in den physik vorlesungen verstehe worum es geht.
Tommes
05.10.2002, 10:32
Also meinen Mathe-LK fand ich wesentlich hilfreicher, als ich einen Chemie-Lk gefunden hätte (glaube ich jedenfalls, hatte nämlich auch keinen).
Bei uns in Aachen waren die Mathevorlesungen so schlecht gehalten, dass sie gar nichts brachten, so dass mein Mathe-LK mir meine Mathescheine verschafft hat.
TOMMES
Redictor
05.10.2002, 11:14
Mach dir mal keine Sorgen! Ich kenne genug Chemiestudenten, die auch keinen Chemie-LK belegt haben oder belegen konnten und die haben keine Probleme. Und was das Praktische angeht brauchst, du dir auch keine Sorgen zu machen. In unserem ersten Praktikum haben wir alles beigebracht bekommen, was für den Laboralltag wichtig ist. Angefangen von einem Bunsenbrenner-Intensivkurs, Flammenfärben bis zum Abwinken und so weiter. Einige meiner Studienkollegen haben vor ihrem Studium eine chemische Ausbildung gemacht. Dabei kann ich nicht behaupten, dass sie dadurch unbedingt besser im Praktischen sind. Im Studium sehe ich dies eher als Nachteil an, weil die Schule und somit gerade die letzten Mathe- und Physik-Stunden doch schon viel länger zurückliegen.
nobody
05.10.2002, 14:03
Originalnachricht erstellt von AV
lies einmal den mortimer komplett durch und deine kenntnisse gehen über die des chemie LK's hinaus.
Meinst mit Mortimer "Das Basiswissen der Chemie"? Wenn nein wäre es nett, wenn du mir mal die ISBN von dem Buch, was du meinst zukommen lassen könntest. Ich will mir bald mal (trotz vielen negativen Stimmen) den Holleman-Wiberg kaufen.
Sven
Langfingerli
05.10.2002, 14:17
Den Mortimer findest du auf der Startseite von chemieonline an 2.ter Stelle ;) Im Link steht dann auf der amazon-Seite auch die ISBN :)
Markus H.
05.10.2002, 20:00
ich hätte ohne Chemie-LK immer noch wenig grund zu zögern chemie zu studieren. studier, was dir am ehesten zusagt. ich persönlich habe wohl etwas lk-vergleichbares (österreich --> wahlpflichtgegenstand chemie, wird aber etwas ähnliches sein).
und ein bißchen fachliteratur blättern kann nicht schaden... aber nicht verzweifeln, manches versteht man erst, nachdem es einem erklärt wurde. ich würde mir an deiner stelle wenig sorgen wegen dem studium machen (solange du einen studienplatz und die richtige einstellung hast...)
bm
05.10.2002, 20:26
Holleman-Wiberg
ist ein sehr gutes Buch, zum Nachschlagen. Wenn Du alles lernen willst, was da drin steht : viel Spass.
Markus H.
05.10.2002, 20:42
Originalnachricht erstellt von AV
(...)
lies einmal den mortimer komplett durch und deine kenntnisse gehen über die des chemie LK's hinaus.
(...)
na das möchte ich aber nicht unterschreiben.
aber es stimmt: an unf für sich ist der mortimer ein gutes buch.
Redictor
05.10.2002, 22:54
Originalnachricht erstellt von Chemicus
Meinst mit Mortimer "Das Basiswissen der Chemie"? Wenn nein wäre es nett, wenn du mir mal die ISBN von dem Buch, was du meinst zukommen lassen könntest. Ich will mir bald mal (trotz vielen negativen Stimmen) den Holleman-Wiberg kaufen.
Wenn du dir schon den Hollemann zutraust, sollte es doch keine Frage sein, ob du auch ohne Chemie-LK das Zeug zum Chemie-Studium hast.
Matzi
05.10.2002, 23:05
bescheidene Zwischenfrage:
Mein Chemielehrer erzählt mir immer etwas von Nachwuchssorgen in der Chemischen Industrie. Aber wenn ich mir so anhöre, wieviele hier so Chemie studieren/studieren wollen wundert mich das. Wie sieht denn so der aktuelle Trend aus? Gibt es immer noch Nachwuchssorgen?
bm
05.10.2002, 23:09
bis in ein paar Jahren wird jeder, der gemie auch nur schreiben kann mit Gold überschüttet.
Matzi
05.10.2002, 23:10
Also ist doch ein Aufwärtstrend erkennbar?
Markus H.
05.10.2002, 23:18
Originalnachricht erstellt von Matzi
bescheidene Zwischenfrage:
Mein Chemielehrer erzählt mir immer etwas von Nachwuchssorgen in der Chemischen Industrie. Aber wenn ich mir so anhöre, wieviele hier so Chemie studieren/studieren wollen wundert mich das. Wie sieht denn so der aktuelle Trend aus? Gibt es immer noch Nachwuchssorgen?
bedenke: das hier ist ein forum mit eindeutigem schwerpunkt chemie
Matzi
05.10.2002, 23:46
...wobei hier natürlich auch Personen sind, die nur ein geringes Interesse oder ein Zwangsinteresse an Chemie haben.
Aber du hast natürlich Recht. Hätte dem wahrscheinlich ein mehr Beachtung schenken müssen (bzw. es überhaupt erstmal bedenken müssen).
Curie
06.10.2002, 00:01
Hallo,
wenn ihr eine einigermaßen schnellere Verbindung habt, dann schaut euch auf dieser Seite, das erste Video an. Ich denke der Prof sagt schon etwas dazu, wie gut mans später als Dr. rer. nat. haben wird...
Mortimer mit Riedel zu vergleichen, das ist doch wie bei den "Äpfeln und Birnen". Ich denke, keines dieser Bücher ist eine Alternative zum jeweils anderen.
Adam
08.10.2002, 11:15
Mortimer mit Riedel zu vergleichen, das ist doch wie bei den "Äpfeln und Birnen". Ich denke, keines dieser Bücher ist eine Alternative zum jeweils anderen.
Leider hatte ich noch nicht das Vergnügen den Mortimer kennenzulernen.
Aber bei den meisten allgemeinen Darstellungen der Chemie sind die Bücher vom Aufbau her meistens ähnlich (außer Howi). Was sie dann unterscheidet ist die Qualität der Sprache sprich Fachvokabular sowie Verständnis.
.
AJ
09.10.2002, 12:18
Der Mortimer ist eigentlich für den Anfang nicht schlecht, obwohl ich ihn eher als Schulbuch, bzw. als Buch für Chemiebuch für Nebenfächler sehen würde.
Er ist im ersten, vielleicht auch noch im zweiten Semester ganz nützlich, danach müssen schon HoWi oder Riedel ran, zumindest für AC.
buba
25.10.2002, 20:58
Nochmal zur eigentlichen Frage: Meine Kommilitonen glänzen bei der Praktikumsvorbereitung nicht gerade mit Chemiekenntnissen, nicht mal einfachsten. :ugh:
Die andere Frage ist natürlich, wieviele % von ihnen das 1. Semester überstehen werden. :uh:
ork
25.10.2002, 21:40
Originalnachricht erstellt von buba
Wieviele % von ihnen werden das 1. Semester überstehen?
Meiner Beobachtung nach scheitern die meisten zu Studienbeginn nicht an Chemie- sondern an Mathedefiziten. Bei den ersten Chemielehrveranstaltungen hatte ich eher den Eindruck, dass die dazu da sind alle auf den gleichen Wissensstand zu versetzen.
buba
25.10.2002, 22:00
Auf dem 1. Übungszettel in Mathe stand u.a., man solle axbx sowie axay zusammenfassen... Ich poste lieber nicht, was ich da von meinen Nachbarn gehört habe...
Harasser
25.10.2002, 23:46
Wenn das so anfängt braucht man sich ja keine Sorgen zu machen. Aber ich denke kaum das das später so bleibt.
Es wurde im Thread ja schon erwähnt, dass der Mathe-LK einem die Mathe-Scheine verschafft hat, was mich aber wundern würde.
Was macht man denn eigentlich im Chemie-Studium an Mathe-Stoff (Analysis, Vektorrechnung, Stochastik,. ..).
Originalnachricht erstellt von Harasser
Was macht man denn eigentlich im Chemie-Studium an Mathe-Stoff (Analysis, Vektorrechnung, Stochastik,. ..). [/B]
Teilweise ist das von Uni zu Uni recht verschieden. Bei uns ist es im wesentlichen:
<ul><li>Folgen und Reihen</li><li>komplexe Zahlen</li><li>Differentialrechnung</li><li>Integralrechnung</li><li>Differentialgleichungen</li><li>Vektorrechnung</li></ul>
Kutti
26.10.2002, 10:45
Originalnachricht erstellt von buba
Auf dem 1. Übungszettel in Mathe stand u.a., man solle axbx sowie axay zusammenfassen... Ich poste lieber nicht, was ich da von meinen Nachbarn gehört habe...
Interessiert mich aber ! :D
buba
26.10.2002, 10:53
links neben mir: "Wie soll man denn das weiter zusammenfassen?" für axbx
rechts neben mir: axy für axay
:dead:
Bei der Aufgabe, wo man zwei komplexe Zahlen multiplizieren und addieren sollte, haben viele gar nichts reingeschrieben, weil sie nichts mehr wussten...
nobody
26.10.2002, 11:09
Originalnachricht erstellt von buba
Bei der Aufgabe, wo man zwei komplexe Zahlen multiplizieren und addieren sollte, haben viele gar nichts reingeschrieben, weil sie nichts mehr wussten...
Du musst bedenken, dass nicht jeder in der Schule mit komplexen Zahlen konfrontiert wurde. (11. Klasse: Sphärische Trigonometrie oder komplexe Zahlen. Kollegstufe GK: keine komplexen Zahlen.)
Aber der Übungszettel war eigentlich ganz lustig. ;)
Matzi
26.10.2002, 12:04
Habt ihr beide zusammen an der gleichen Uni angefangen, buba und moritz?
nobody
26.10.2002, 12:06
Ja.
nobody
26.10.2002, 12:43
Originalnachricht erstellt von Moritz
Ja.
:eek:
Bei der Aufgabe, wo man zwei komplexe Zahlen multiplizieren und addieren sollte, haben viele gar nichts reingeschrieben, weil sie nichts mehr wussten...
So gings mir in der letzten Mathe-Klausur auch. :rolleyes:
buba
26.10.2002, 12:44
Wieso denn :eek:, lots?
nobody
29.10.2002, 11:57
Ich studiere zwar noch nicht aber ich hatte letzt Woche Urlaub in bin zum Spaß mal an die Uni Dortmund gegangen und hab mir die Vorlesungen angehört. Ich denke wenn man Chemie studieren will ist es besser Physik und Mathe als LK zu haben als Chemie. Denn das was in Chemie gemacht wir ist echt lachhaft und vom Praktikum will ich ja gar nicht erst anfangen. Aber Physik und Mathe die Vorlesung waren nicht so leicht da braucht man schon etwas mehr als nur Grundwissen um schritt zu halten.
hippie
29.10.2002, 15:52
Originalnachricht erstellt von Moritz
Ja.
Dann kennt buba nun endlich Moritzs Gesicht... :D
Zum Thema sphärische Trigonometrie in der 11. :eek:
Ich glaube, ich lebe hier im falschen Bundesland, bei uns (GK Mathe in RLP) nehmen wir nichtmal gebrochenrationale Funktionen durch, von komplexen Zahlen ganz zu schweigen :sad:
Und meinst du irgendjemand hätte den 10.Klässlern beigebracht, was die eigenschaften der Trigfunktionen sind...
hippie, der gerne wieder seinen amerikanischen Matheunterricht hätte...
Redictor
29.10.2002, 18:19
Originalnachricht erstellt von Tosh
... Denn das was in Chemie gemacht wir ist echt lachhaft und vom Praktikum will ich ja gar nicht erst anfangen...
Wir hatten heute in der Vorlesung 'Molecular Modeling' (Computerchemie) ein paar Schüler sitzen, die an der Uni gerade ihr Schulpraktikum machen. Ich schätze mal, die werden jetzt genau das Gegenteil behaupten.
Langfingerli
29.10.2002, 18:23
Originalnachricht erstellt von hippie
Ich glaube, ich lebe hier im falschen Bundesland, bei uns (GK Mathe in RLP) nehmen wir nichtmal gebrochenrationale Funktionen durch, von komplexen Zahlen ganz zu schweigen :sad:
Wir haben gebrochenrationale Funktionen schon in der eflten Klasse durchgenommen :D Kommt jetzt aber auch wieder dran.