Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mündliche Leistung
Matzi
02.10.2002, 14:15
Hallo zusammen!
Wie wichtig schätzt ihr eigentlich die mündliche Leistung im Unterricht ein?
Also, ich beziehe das nämlich auf manche Schüler, die beispielsweise schriftlich wirklich gut sind, das muss man ihnen zugestehen, und auch ein äußerst gutes (Fach-)Wissen haben, sich jedoch trotzdem, aus Faulheit oder welchem Grund auch immer, niemals freiwillig mündlich am Unterricht beteiligen und trotzdem ihre schriftliche Note im Zeugnis erwarten. Findet ihr, dass diese ihnen zusteht oder nicht?
Gruß,
Matzi
Langfingerli
02.10.2002, 14:30
Ich hatte in Englisch letztes Jahr bei der Mitarbeitsnote von 4- :rolleyes:
Folgendes Problem bei mir:
Schriftlich bin auf 1,75 gestanden, durch das Mündliche 50:50 kam ich dann auf eine 3 im Zeugnis. Bei mir ist es keine Faulheit, ich "leide" an Initialstottern, d.h. ich bleibe beim Lesen bzw. beim Sprechen immer am ersten Wort hängen(richitg hängen!). Dann keine Chance mehr weiterzukommen. So kommt es, dass ich nicht lese und wenn ich aufgerufen werde sage ich auch nichts :D Meine Lehrerin hat mich zwar darauf angesprochen und gesagt ich soll mir Zeit lassen, was mir jedoch sehr wenig bringt, da sich die Blockade immer mehr aufbaut, sobald ich mir die Zeit nehme. In der Note hat sie dies nicht berücksichtigt :rolleyes: In den anderen Fächern hält sich meine Mitarbeit somit auch in Grenzen. Im Endeffekt bin ich wohl zum Teil auch selber schuld, da ich mich nicht traue, mit den Lehrern darüber zu reden<---Feigling :D
So kann's gehen :o
nobody
02.10.2002, 16:46
Also ich finde es mit 50:50 für mich selbst sehr gut, weil ich in einigen Fächern schriftlich wesentlich schlechter bin als mündlich.
Bei mir in der Stufe gibt es aber auch Leute, die eine 6 fürs Mündliche bekommen, obwohl sie schriftlich gut sind, bei einigen dieser Leute ist dies psychisch bedingt.
Ich denke ein Lehrer sollte die Schüler darauf ansprechen, wenn er meint, dass die schriftliche Note viel besser ist als die mündliche, um herauszufinden, ob es wirklich Faulheit ist, oder etwas anderes.
Erfahrungsgenmäß ist es nämlich so, dass wenn die "Schweiger" dann anfangen sich zu melden, von der ganzen Klasse angesehen werden und dies nicht unbedingt zum Selbstbewußtsein beiträgt und die Leute meist wieder in ihr Schweigen zurückfallen.
Deshalb finde ich das Einsammeln von Hausaufgaben eigentlich recht gut, denn es werden niemals alle vorgelesen, bzw. die "Schweiger" melden sich nicht,durch die eingesammelte Hausaufgabe können sie trotzdem eine passable Note bekommen.
Babs
Tomboy
02.10.2002, 16:47
Ich denke mündliche Noten sollten zwar Einfluss auf die Zeugnisnote haben, aber nicht zu schwerwiegend einbezogen werden. In den meisten Fächern wird schließlich hauptsächlich auf Fachwissen abgezielt und nicht auf die Fähigkeiten, einen guten Eindruck zu hinterlassen.
buba
02.10.2002, 17:13
Bei uns galt in fast jedem Fach das Gewichtungsverhältnis <nobr>schriftlich : mündlich = 2 : 1</nobr>, und das finde ich gut so. 50:50 ist echt ein Hammer. :hmpf:
Matzi
02.10.2002, 17:51
Bei uns in Schleswig-Holstein gilt eigentlich 60:40 (mündlich:schriftlich), wobei zu der mündlichen Note, wie babs es bereits gesagt hat, auch bei uns Hausaufgaben und auch Tests(soweit es in den Fächern Klausuren gubt) dazuzuzählen sind.
Ich finde, dass diese Regelung eigentlich auch sehr gut ist. Einerseits kommt sie auch mir zu gute, da ich zwar schriftlich auch ziemlich gut bin, jedoch mündlich irgendwie noch ein bißchen mehr trumpfen kann. Andererseits finde ich es auch besser, da sich somit ein ganz anderes Unterrichsklima ergibt, wenn sich auch die guten zu Wort melden. Denn tun sie dies nicht ist immer gleich die Frage nach dem Grund und dieser könnte ntürlich vielfach bedingt sein. Sachen wie bei dir, Langfingerli, sind vollkommen verständlich und dabei sollten die Abstriche wirklich nicht so stark sein. Aber andere Gründe reichen dann auch in den Bereich, dass man wirklich denkt, gewisse Personen sind sich zu gut, ihren Senf dazuzugeben, oder wollen sich nicht mit dem Niveau der anderen abgeben. Das sind Gründe, die ich wirklich äußerst schlimm finde, wenn ich sie nicht sogar als asozial bezeichnen würde. Aber da stoßen sicher die verschiedenen Meinungen aufeinander.
Ich meine, ein wenig kann ich die Sach mit dem nicht beteiligen wollen auch verstehen, denn auch mir geht es manchmal ordentlich auf den Senkel, dass man sich wirklich 10 Minuten bei einer Frage melden muss, um dran zu kommen, nur weil der Lehrer/die Lehrerin weiß, dass man die Antwort weiß, aber gerne noch ein Paar andere zur Mitarbeit bringen will oder sie gar tritzen will (gibt es ja leider alles).
Trotzdem finde ich, dass es dann wirklich zuweit geht, wenn sich manche Personen auch noch weigern, beispielsweise ihre HAs vorzulesen etc.
CO-Mertens
02.10.2002, 18:04
Ich konnte mit dem Verhältnis des Notenaufbaus in Scheleswig-Holstein immer gut leben, da ich das mündliche als mindestens ebenso wichtig erachtete, wie das schriftliche, besonders da die Wortmeldungen meistens das Wissen spontan überprüfen und nicht wie in Klausuren, die lange angekündigt sind, das gelernte Wissen abfragen. Das galt auch für Teste, die praktisch nie angekündigt wurden und Hausaufgaben. Mir half dieses Regelung sogar, dass ich durch meine mündliche Leistungen in der Mittelstufe verhindern konnte eine Klassenstufe zu wiederholen. Sicher gehört auch ein gewisses Selbstbewusstsein dazu, sich oft zu Wort zu melden. Dies fehlte mir in den unteren Klassenstufen, aber so ab der 10. Klasse sah ich für mich Vorteile darin, mich aktiv am Unterricht zu beteiligen. Sicher sollte man in Ausnahmefällen, wie z.B. bei langfingerli Abstriche von der strikten Einhaltung der Gewichtungen machen, aber dazu muß ein Lehrer/in auch wissen, dass Probleme vorliegen.
Matzi
02.10.2002, 18:09
Genauso geht es mir eigentlich auch.
Sicher lässt sich wissen besser in Klausuren darstellen, aber schließlich lernt man ja irgendwie für's Leben (Steht bei uns in der Schule am Pfeiler: Non scholae sed vitae discimus) und die mündliche Leistung trainiert da irgendwie ein wenig mehr das Zurückgreifen auf Wissen, sollte dies auch nur bedingt groß sein, und den spotanen und kreativen Denkansatz.
hippie
02.10.2002, 21:05
in RLP gilt das 50:50 nur in den LKs, in den GK zählt die mündliche Note 2/3! allerdings zählen auch HÜs und 10-Stundentests zur mündlichen Note.
Ich persönlich finde die mündliche Note gerade in den Sprachen und den Gemeinschaftskundlichen Fächern sehr wichtig. In Fächern wie den NaWis oder Mathe lässt sich allerdings drüber streiten.
Matzi
02.10.2002, 21:52
Das mit den verschiedenen Fächern ist natürlich auch noch ein angebrachtes Argument in diesem Zusammenhang. Ich hatte meine Frage nämlich eigentlich speziell auf Naturwissenschaften bezogen (bloß nichts davon geschrieben), aber das ist natürlich auch für alle anderen Fächer von Bedeutung.
Markus H.
02.10.2002, 22:24
gleich mehrere parallelen zu hippie: zum einen zählen auch bei uns die hausübungen zu der mitarbeit, diese wird - in abhängigkeit vom lehrer und fach - unterschiedlich stark in die endnote miteinbezogen. in mathematik sitze ich im großen und ganzen da, lasse ihn erzählen, rechne brav die schularbeiten und die sache hat sich (trotzdem habe ich, laut ihm, eine "sehr gute" mitarbeit *schulterzuck).
in latein versuche ich auch möglichst wenig aufzufallen, denn da ich keine vokabel lerne kann es beim mündlichen übersetzen doch mitunter holprig werden - sie schätzt es nicht besonders, aber da meine schularbeiten auf sehr gut sind und ich übersetzen kann und die hausübungen habe, kann oder will sie mir den einser nicht verweigern.
es sei allerdings auch gesagt, dass andere gegenstände (psychologie, biologie) gewissenhaftere vorbereitung auf die stunden erfordert, weil hier durchaus ein maßgeblicher einfluß auf die note durch die sog. stundenwiederholung genommen wird. weiters wäre noch religion anzuführen, weil hier ein gewisses engagement im unterricht unerlässlich ist - es kann die note um einen grad drücken, wenn man weder negativ, noch positiv (also gar nicht) mündlich auffällt.
so muss ich zu dem schluss kommen: es hängt stark vom fach und lehrer ab - das wird sich schwer ändern lassen, aber im prinzip begrüße ich es, weil man sich mündlich oft sehr viel besser verkaufen kann, man hinterlässt einen guten eindruck (hoffentlich), und der lehrer weiß (oder glaubt zu wissen), dass er es nicht mit einem demotivierten idioten zu tun hat - so habe ich schon so manche note gerettet.
LuckyAndyD
02.10.2002, 23:28
In Sachsen wurde das erst vor kurzem festgelegt. Demnach ist die Verteilung jetzt immer 50:50. Aber ich selbst fände das auch ziemlich blöd, wenn die Klausuren zu wichtig wären, da kommt bei mir nämlich immer nur Quatsch heraus. ;-) Und ich habe einen in meinem Kurs, da ist das noch viel extremer. Er ist eigentlich ganz gut, hat halt nur die dumme Angewohnheit, bei großen Arbeiten Unsinn zu verzapfen. Doch eigentlich sind das bei ihm nur Faselfehler...
Ein anderer Kumpel von mir schreibt immer super Klausuren, doch wenn dann das (Grundlagen-)Wissen ein halbes Jahr später noch 'mal abgefragt wird, sieht er völlig alt aus. Dann kann man doch auch nicht davon sprechen, dass er das wirklich gelernt hatte...
Aber später ist dieses "Leistung-zu-einem-Punkt-können" auch recht wichtig.
Naja, nach mir könnte man die Klausuren weglassen... ;-)
chao, André <°)))><
hippie
02.10.2002, 23:39
Originalnachricht erstellt von Markus H.
und der lehrer weiß (oder glaubt zu wissen), dass er es nicht mit einem demotivierten idioten zu tun hat - so habe ich schon so manche note gerettet.
Ich denke auch, dass es darum im wesentlichen gilt. Einer meiner Englischlehrer pflegte Schüler, die am Unterricht nicht aktiv teilnahmen "tote ratten" zu nennen. der Ausdruck mag hart sein, er trifft die Situation allerdings in den meisten Fällen recht gut. Der Unterricht an sich ist nunmal ein großteil des schulischen lebens überhaupt, daher sollte sich die beteiligung am selbigen auch in der Note wiederspiegeln.
Wie sinnvoll eine aktive Beteiligung ist hängt allerdings oft vom Fach/Lehrer ab. Es gibt Lehrer, bei denen reicht es sie auf dem Gang zu begrüßen und im unterricht ab und zu nett anzuschauen und man hat seine 1, andere sind da mehr inhaltsbedacht.
Adam
03.10.2002, 09:05
Die Schule bildet nicht nur im "schriftlichen" sondern auch im "mündlichen" aus.
Sich korrekt zu artikulieren, aktiv am Unterricht teilzunehem das Gespräch in der Schulstunde mit anderen Schülern suchen und Problme zu diskutieren ist auch wichtig und sollte dementsprechend bewertet werden.
Im Beruf setzt man sich auch nicht immer einsam hin und denkt vier Stunden (analog Klausur)über ein Problem nach. Da muß man auch im Team miteinander "reden".
Dies wird bereits in der Schule "geübt".
50:50 finde ich daher ok.
.
Matzi
03.10.2002, 12:07
Sehe ich genauso. Ich finde jedoch, dass auch unsere Regelung hier in SH fast besser ist. Aber wie auch immer, eine Bewertung des Mündlichen muss meiner Meinung nach mindestens zu 50 Prozen vorhanden sein in einer Note, alles andere ist echt schwachsinnige Benotung.
laborchemikus
02.11.2002, 04:02
Ein heikles Thema!
Die Fragen nach "wie wichtig schätzt ihr die mündliche Leistung im Unterricht ein" und ob es den Schülern zustehen soll sich nicht sehr an mündlicher Arbeit zu beteiligen, dabei aber eine Bewertung nach den schriftlichen Leistungen quasi ersatzweise heranzuziehen, hat viele Aspekte.
Für den Schüler hat die Bewertung eine Bedeutung für sein Fortkommen. Demnach wird jeder Schüler einen vernünftigen Hang dazu haben, die für seine Bewertung günstigere Mischung zu forcieren. So hat jeder - wie oben deutlich wird - eine eigene Einstellung hierzu.
Fragt man aber weiter, welchen Sinn schulische Bewertungen haben, woraus sich ja eigentlich die Bewertungsrichtlinien ableiten sollten, kommt man zu dem Ergebnis, daß in der Bewertung nach einer Auswahlmöglichkeit für künftige Ansprüche an die Leistungsfähigkeit gesucht wird. Dazu würde nun aber gehören, daß man die künftigen Anforderungen des heutigen Schülers in seinem späteren (Berufs-) Leben kennt, um eine Auswahl eben nach künftigen Notwendigkeiten auszurichten.
Hier versagt das System bereits. Ob nämlich die Ausdrucksfähigkeit für einen noch zu bestimmenden Beruf im späteren Leben überhaupt eine tragende Rolle spielen wird ist nicht abzusehen. Wird beispielsweise eine Lehramtstätigkeit angestrebt, ist sicher die kommunikative Fähigkeit bedeutend. Hingegen ist diese für einen "tüftelnden" Wissenschaftler der sich in ein Problem einarbeitet weniger wichtig. (Die heute viel gerühmte Teamfähigkeit ist für die Problemlösung meist weniger notwendig als für das Bestehen in der Arbeitsgesellschaft)
Wenn aber die Benotung nicht zur Auswahl nach künftigen Leistungsfähigkeiten taugt stellt sich die Frage, ob es also eine Auswahl per Bewertung doch aus anderem Grund gibt.
Zur Beantwortung dieser Frage müßte allerdings ein Politik-Forum herhalten.
nobody
03.12.2003, 13:52
Also, ich beziehe das nämlich auf manche Schüler, die beispielsweise schriftlich wirklich gut sind, das muss man ihnen zugestehen, und auch ein äußerst gutes (Fach-)Wissen haben, sich jedoch trotzdem, aus Faulheit oder welchem Grund auch immer, niemals freiwillig mündlich am Unterricht beteiligen und trotzdem ihre schriftliche Note im Zeugnis erwarten. Findet ihr, dass diese ihnen zusteht oder nicht?
Ich wohne in Hessen und bin deshalb ganz klar der Meinung, dass jemandem nur dann eine gute Note zusteht, wenn er sich im Untericht auch freiweillig beteiligt.
In Hessen gilt 50:50.
Das kann man nicht über den Haufen werfen und 100:0 drauß machen.
Eine schlechte mündliche Mitarbeit sollte sich also auch auf die Gesamtnote auswirken.
cdschredder
03.12.2003, 14:31
also bei uns am schloss (rlp/mainz) gilt die not je nach Lehrer 25-75%. Das Problem ist auch bei uns das einige irgendwelche Probleme haben und anfangen zu stottern oder überhauptnix sprechen. Deshalb gibt z.B unser Mathe Lehrer kaum 5en mündlich, jedenfalls hat er noch kaum keine angekündigt.
cdschredder
03.12.2003, 14:35
auch werbung mach ich hab vergessen unter www.schloss-online.de könnt ihr unsere schule besuchen
Marvek
03.12.2003, 16:36
Finde ich nicht so gut, dass so hoch anzusetzen, bei mir war es früher eine Mitarbeitsnote, die gleichberechtigt neben den anderen Noten fürs schriftliche stand.
Es sollte dabei nicht darauf geachtet werden, wie oft die Schüler sich melden, sondern wie gut sie dem Unterrichtsgeschehen folgen.
Gummibaerchentuete
10.02.2004, 10:39
Also, ich find, man sollte net die Anzahl sondern die Qualität der Antworten werten! Ich persönlich finde Mitarbeit sehr wichtig, da es (bei uns zumindestens) oft darum geht, seine Meinung zu äußern. Bei uns in Sachsen zählt 2:1, außer in Englisch und Französisch - obwohl ich es da als grad angebracht halten würde!
sakk
10.02.2004, 14:42
ich denke, dass kann man pauschal nicht sagen, ob das fair ist oder nicht, denn das kommt immer auf den schüler an...
mittlerweile geht der trend aber dahin, dass die mündliche note immer wichtiger wird und es wichtig wird, wie man sich verkauft und präsentieren kann... ob man darüber hinaus auch noch viel weiß, ist oft leider, gar nicht mehr das wesentliche.....
ist nur die frage, ob das auch so sinnvoll ist? ...
sollte jeder selber entscheiden und sich demenstprechend anpassen..
sakk :)
Muli
12.03.2004, 16:46
Hmmm....
Ich habe nichts gegen die 50/50 teilung..
Viel wurde hier schon gesagt...
Dass Wissen ja nicht nur in Klausuren "abgeprüft" werden kann...
Dass man so die Chance hat auch auf andere weise seine Note zu verbessern (oder auch nicht... ;) )
Ich wollte ein bis zwei Sachen noch hinzufügen:
Zum einen kann ein Lehrer nur sehen, wo Schwierigkeiten liegen, wenn diese Artikuliert werden.-.. Ein lehrer kann auch nur dann fehlvorstellungen oder Missverständnisse sehen, wenn sie offenbar werden.. in der Klausur ist die im Allgemeinen schon zu spät...
Zudem muss ich Adam Recht geben, dass es auch ein Lernziel sein muss bzw. kann, sich über fachliches vor allem in den Naturwissenschaften austauschen zu können und dies nicht nur stur anhand einer Klausur aufzuschreiben ...
Vor allem die Diskussion um Probleme und der entsprechende Lösungsweg (und da sind wir wieder in der Didaktik ;) ) ist durchaus ein Schlüssel zum verstehen von Zusammenhängen.
Ein anderer Punkt ist es, dass sich die mündliche Note ja nicht nur aus dem gesagten zusammensetzt. Was ich als Schüler nie glaubete, musste ich letztens in den Lehrplänen für NRW und NDS nachlesen. so sind auch Mappen, Referate, Hausaufgaben etc. in die sogenannte 2. teilnote (was man so mündlich nennt...) einzubinden...
Somit kann man da auch noch mit anderen Mitteln überzeugen, als ausschließlich durch Diskussionsbeiträge :)
Silara
19.03.2004, 12:46
Also ich halte eine übertriebene mündliche Bewertung für absolut
überflüssig. Ich denke, eine Note sollte allein das Wissen wieder-
spiegeln und nicht, wie gut man sich verkaufen kann.
Bei uns war die Bewertung auch so 60:40 für das Mündliche.
So konnten sich "Dummschwätzer" doch noch eine gute Note erarbeiten,
während meine Noten von 1 auf 3 gedrückt wurden :-(
Außerdem spielt es ja später an der Uni ja auch keine Rolle
mehr, ob du was sagst oder nicht...
Muli
19.03.2004, 13:00
naja...
Das kannst du so nicht sagen...
Auch an der Uni musst du dich in mündlichen Prüfungen oder Kolloquien beweisen und darstellen...
Zudem gibt es durchau einige Seminare (außerhalb der Naturwissenschaften meist), in dene eine mündlich Beteiligung durchaus Pflicht ist....
Zudem gehört es ja auch zu den - auch in der Schule zu erwerbenden - Sekundärtugenden, wenn man so will, sich ausdrücken und das, was man weiß auch verbalisieren zu können...
Zudem gibt es ja eigentlich keine Note, die nur das mündliche umreißt.. eigentlich ist es eine Note "sonstiges"... aber da habe ich ja schon weiter oben was zu geschrieben... Der Terminus "mündlich" hat sich nur irgendwie gehalten :)
LG Muli
Matzi
19.03.2004, 13:17
Naja, als mündliche Leistung in der Schule ist ja nicht nur anzurechnen, dass jemand etwas sagt. In meinen Augen gehören da andere Dinge hinzu, z.B. Bereitschaft für irgendwelche besonderen Aktivitäten (Versuche etc). Und dumm rumstehen ist auch in der Uni - spätesten in den Praktika - nicht mehr so das Wahre, denke ich.
Silara
19.03.2004, 23:14
Ja, das stimmt ja schon alles irgendwie. Bei uns war es aber so, dass
wir nie Tests geschrieben haben und Hausaufgaben hatten wir in der Oberstufe auch nicht mehr. :confused:
Hatte sowieso das Gefühl, dass die mündliche Note von den Lehrern gewürfelt wurde. In Psychologie durften wir sogar
vor der Klasse einen Wunsch äußern, was wir denn gern für eine Note haben wollen, wenn der Rest der Klasse einverstanden war, hat man sie auch gekriegt... :o
Und die Uni kann man, glaube ich, nicht gut mit Schule vergleichen,
man studiert ja schließlich etwas, was einem wirklich Spaß macht
und im Endeffekt muss man ja nur die Prüfungen bestehen für ein erfolgreiches Studium! :D
Matzi
20.03.2004, 08:15
Und die Uni kann man, glaube ich, nicht gut mit Schule vergleichen,
man studiert ja schließlich etwas, was einem wirklich Spaß macht
und im Endeffekt muss man ja nur die Prüfungen bestehen für ein erfolgreiches Studium! :D
Der Elan ist sicher - soweit man wirklich etwas studiert, was einem gefällt - größer als in der Schule, da gebe ich dir vollkommen Recht.
nobody
19.04.2004, 21:14
Hallo zusammen,
mit der Feststellung einer mündlichen Note ist es gar nicht einfach. Es gibt Schüler, die tatsächlich nicht vor einer Gruppe reden können und das macht das ganze auch nicht besser. Bei der Festlegung der Note müssen zwei verschiedene Ebene berücksichtig werden. Erstens die Mitarbeit, d.h. das Melden, Mitarbeit bei Projekten, Gruppenarbeiten usw. Diese Leistung darf nicht in die mündliche Note einfließen. Dafür gibt es eine Extranote die überraschenderweise Mitarbeit heisst ;)
Die tatsächliche mündliche Note wird an den Beiträgen festgemacht, die die Schüler im Unterricht leisten. Hier unterscheidet man zwischen Wiederholungen, das Erarbeiten eines neuen Thema oder Transfer bzw. die Vertiefung. Zusammengefasst, ob der Schüler fähig ist zu wiederholen, denken, anwenden, übertragen usw. Dabei wird nicht berücksichtig, ob sich der Schüler freiwilig meldet oder ob er aufgerufen wird. Und der Lehrer hat die Pflicht, ihn regelmäßig aufzurufen, damit er diese Leistung feststellen kann. Aber das ist eine sehr schwere Sache. Man ist kein Unmensch und wenn sich jemand in einem Fach schwer tut, will man ihn nicht noch zusätzlich vor der Klasse unter Druck setzen.
Das Verhältnis der schriftlichen Note zu der mündlichen ist die freie Entscheidung des Lehrers. Es darf nur nicht zu extrem sein wie 90:10. Wobei die meisten Lehrer nicht die Bezeichnung mündliche Note benutzen. Die schriftliche Note sind die Klausuren und die Tests. Die mündliche ist dann der Rest wie mündliche Leistung aber auch die Hausis, obwohl sie schriftlich angefertig werden. Aus dem Grund heisst dieser Teil der Note oft "der Rest" ;)