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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anspruch von Übungsaufgaben im Studium (Theoretische Physik)


11001001
12.05.2007, 18:47
Hallo,

kann mir vielleicht jemand ein paar Tipps geben, wie ich mit theoretischer Physik besser klar kommen kann?

Auch wenn ich die Inhalte im Prinzip verstehe, kann ich kaum Aufgaben lösen. Die Übungen scheinen erst dort anzufangen, wo Goldstein oder Nolting mit ihren Rechnungen aufhören.

Im Prinzip müssen wir fast nur mathematische Beweise durchführen, die auch weit entfernt von den Standardaufgaben liegen, sodass man nur sehr schwer ein Analogon in bekannten büchern finden kann.

Das größte Problem ist jedoch die superharte Korrektur: Auf einem Blatt sind zwar wenige Aufgaben, aber viele Fragestellungen und das ganze bei geringer Punktzahl. Also bekommt man fast nur für korrekte Endergebnisse seine Punkte, und die sind folglich schwer zu erlangen, wenn man bedenkt, wie leicht man sich bei ellenlangen Integralen oder Ähnlichem verrechnen kann.

Das ganze bereitet mehr Zeitaufwand und sorgen als alle anderen Fächer zusammen.

Aber wie soll ich nun vorgehen? Gute Gruppen sind selten und schwer zu finden. Theoretisch sollte man es auch alleine schaffen können, auch wenn das im Verruf ist. Aber was tun?

Danke!

Jan84
12.05.2007, 19:23
Alleine dürfte es fast unmöglich sein. Bei uns ist es sogar mehr oder weniger Pflicht, dass die Übungen zu zweit abgegeben werden.
Aber selbst damit kann es problematisch werden, oftmals sitzen noch mehr Leute an den Aufgaben.
Insgesamt kann ich nur raten am Ball zu bleiben. Theoretische Physik ist schwer, also ist es auch völlig ok, wenn man damit Probleme hat. Kennst du den Fließbach? Vielleicht hilft der noch ein bisschen weiter.
Und ansonsten unbedingt mit anderen zusammenarbeiten! Wenn es gar nicht anders geht, dann vielleicht auch einfach mal abschreiben, dadurch versteht man auch oftmals etwas (sollte allerdings nicht die Regel sein).
Bei mir ist es bei vielen Aufgaben auch so, dass ich die Lösung erst wirklich verstehe, wenn es schon ein paar Wochen her ist. ;)
Werden die Aufgaben bei euch in den Übungsgruppen nach der Abgabe besprochen? Dann unbedingt mitschreiben und versuchen zu verstehen.

Nicht den Kopf hängen lassen! Andere schaffen es auch. ;)

11001001
12.05.2007, 20:48
Alleine dürfte es fast unmöglich sein. Bei uns ist es sogar mehr oder weniger Pflicht, dass die Übungen zu zweit abgegeben werden.
Aber selbst damit kann es problematisch werden, oftmals sitzen noch mehr Leute an den Aufgaben.
Insgesamt kann ich nur raten am Ball zu bleiben. Theoretische Physik ist schwer, also ist es auch völlig ok, wenn man damit Probleme hat. Kennst du den Fließbach? Vielleicht hilft der noch ein bisschen weiter.
Und ansonsten unbedingt mit anderen zusammenarbeiten! Wenn es gar nicht anders geht, dann vielleicht auch einfach mal abschreiben, dadurch versteht man auch oftmals etwas (sollte allerdings nicht die Regel sein).
Bei mir ist es bei vielen Aufgaben auch so, dass ich die Lösung erst wirklich verstehe, wenn es schon ein paar Wochen her ist. ;)
Werden die Aufgaben bei euch in den Übungsgruppen nach der Abgabe besprochen? Dann unbedingt mitschreiben und versuchen zu verstehen.

Nicht den Kopf hängen lassen! Andere schaffen es auch. ;)

erstmal danke :-)

ja, die übungen werden besprochen, wobei das aber je nach gruppe eine einleuchtende und ausreichende erklärung, oder nur eine abschrift der rechnungen sein kann, in der dann trotzdem noch fehler sind und einige rechenschritte fehlen...

probleme stellen sich zweierlei: das nähere sind die punkte der übungen, die ich sammeln muss. bei anderen profs erhält man durch das erreichen einer bestimmten summe einen bonus, für uns ist es jedoch pflicht. daher muss ich mich permanent damit beschäftigen und kann mich nicht einmal voll auf die anderen fächer konzentrieren, um dort einmal meine scheine ins trockene zu bringen.

das fernere problem ist dann die klausur. wobei die schnittmenge der themen der vorlesungen, übungen und klausur recht gering ist.

meistens weiß ich einfach nicht, wie ich das ganze angehen soll.

Tejas
13.05.2007, 09:27
Hi.

Es geht vielen so wie dir, also bist du bestimmt nicht allein.
Ersteinmal ein paar Fragen. In welchen Semester bist du? um welche Theovorlesung handelt es sich konkret? Macht es jeder Prof so schwer, oder haben es schon andere Professoren gehalten, bei denen es leichter war? Kanst du die Übungsgruppe wechseln, in der es besser erklärt wird? ast du vielleicht mal ein Beispielblatt? Da knnen wir vielleicht beurteilen, ob es wirklich so extrem schwer ist?
Auch in meinem Studium gab es Übungsblätter, für die ich mal ganz locker 10 und mehr Stunden einrechnen musste. Das ist einfach so. Mal ganz nebenbei, es ist keine Schande, eine Vorlesung mehrfach zu hören. Das ist auch grad in Theo sogar die Regel, oder was meinst du, wie 12,9 Semester Studienzeit im Schnitt zustande kommen? Ansonsten noch der Tipp, man braucht nicht jeden Schein!! Ich habe auch nur das Minimum an Scheinen gemacht und trotzdem sehr gute Diplomprüfungen gemacht.
Die Sache mit den Rechengruppen halte ich für überbewertet. Die meisten Physiker sind Idioten und absolut keine Herdentiere und ich wollte nichts mit ihnen zu tun haben. Grade die Leute, die in den Fachschaften rumhängen sind die schlimmsten. Ich spreche hier aus Erfahrung, hab das an zwei Unis erlebt. Wenn du natürlich Leute findest, die auf der selben Wellenlänge liegen wie du, um so besser. Ist aber eher selten. Meist habe ich die Aufgaben mit maximal noch einem weiteren zusammen gerechnet. Bei drei Leuten wirds nämlich auch schon wieder schwer, die Wahrswcheinlichkeit ist hoch, dass einer keinen Bock hat und man dann eben doch nichts rechnet. Diese Gruppen haben halt auch Nachteile.

Tejas

11001001
13.05.2007, 11:45
Hi.

Es geht vielen so wie dir, also bist du bestimmt nicht allein.
Ersteinmal ein paar Fragen. In welchen Semester bist du? um welche Theovorlesung handelt es sich konkret? Macht es jeder Prof so schwer, oder haben es schon andere Professoren gehalten, bei denen es leichter war? Kanst du die Übungsgruppe wechseln, in der es besser erklärt wird? ast du vielleicht mal ein Beispielblatt? Da knnen wir vielleicht beurteilen, ob es wirklich so extrem schwer ist?
Auch in meinem Studium gab es Übungsblätter, für die ich mal ganz locker 10 und mehr Stunden einrechnen musste. Das ist einfach so. Mal ganz nebenbei, es ist keine Schande, eine Vorlesung mehrfach zu hören. Das ist auch grad in Theo sogar die Regel, oder was meinst du, wie 12,9 Semester Studienzeit im Schnitt zustande kommen? Ansonsten noch der Tipp, man braucht nicht jeden Schein!! Ich habe auch nur das Minimum an Scheinen gemacht und trotzdem sehr gute Diplomprüfungen gemacht.
Die Sache mit den Rechengruppen halte ich für überbewertet. Die meisten Physiker sind Idioten und absolut keine Herdentiere und ich wollte nichts mit ihnen zu tun haben. Grade die Leute, die in den Fachschaften rumhängen sind die schlimmsten. Ich spreche hier aus Erfahrung, hab das an zwei Unis erlebt. Wenn du natürlich Leute findest, die auf der selben Wellenlänge liegen wie du, um so besser. Ist aber eher selten. Meist habe ich die Aufgaben mit maximal noch einem weiteren zusammen gerechnet. Bei drei Leuten wirds nämlich auch schon wieder schwer, die Wahrswcheinlichkeit ist hoch, dass einer keinen Bock hat und man dann eben doch nichts rechnet. Diese Gruppen haben halt auch Nachteile.

Tejas

danke für deine ermutigungen :-)

momentan bin ich im zweiten semester und es geht um die klassische mechanik. die blätter erscheinen mir im nachhinein alle logisch und zumindest teilweise lösbar, aber davor komm ich alleine meist nicht drauf :-( wenn man das ganze hinter sich hat, und wenn es nur ein semester ist, kann es einem schon trivial vorkommen. aber hier mit dem zeitdruck und der versagensangst ist es ganz anders.

hier ein kleines beispiel: http://www-ttp.physik.uni-karlsruhe.de/Lehre/SS07/Uebungen/luminita/Blatt5/blatt5.pdf

das muss ich auch bald gelöst haben...

vom niveau her kann ich nicht beurteilen, ob es die anderen profs leichter machen, jedoch scheint deren grundeinstellung anders zu sein: man fordert z b nur 40% der punkte der klausur, um den schein zu bestehen, wenn man die übung bestanden hat, hier sind es 50%. Hat man bei den anderen die 50% erreicht, so muss man keine einzige übung abgegeben haben.

wie es mit der übungsgruppe aussieht, weiß ich nicht so recht. andere sind auch sehr unzufrieden, und ich weiß nicht, wie es aussieht, sobald ein paar wechseln: wird es fairer, härter oder darf man nicht mehr gehen wegen den gruppengrößen etc.

Und nun zu den Rechengruppen, da muss ich dir vollkommen recht geben. die meisten leute sind irgendwie einfach seltsam und ich will tatsächlich nicht viel mit jenen zu tun haben. es gibt zwar auch manche, die in ordnung sind, aber die sind dann schon zusammengerottet oder clever genug, um es alleine zu machen...

am liebsten wär es mir ja auch, ich könnte die blätter alleine lösen. dann hätte wirklich ich die übung gemacht und wüsste, woran ich bin.

Tejas
13.05.2007, 12:15
Hi,

vielleicht ein allgemeiner Tipp. Ich bin selbst Übungsleiter für theoretische Physik und sage den Leuten in meiner Gruppe, dass sie zu mir kommen sollen und fragen sollen, wenn sie etwas nicht verstehen. Leider macht das keiner. Also, einfach mal deinen Assi nerven. Der hat meist schon eine Musterlösung und kann und wird dir, wenn er kein Ars..... ist, weiterhelfen. Dafür wird er schließlich bezahlt. Du solltest natürlich wenigstens Ansätze haben oder zeige, dass du dir Gedanken über die Aufgaben gemacht hast.
Noch was zur Ermutigung. Ich habe den Theo 1 Schein auch nicht bekommen, schreibe aber mitlerweile meine Diplomarbeit in theoretischer Physik. So ne Klausur sagt gar nichts aus und das Verstehen kommt meist erst später. Wenn du im 10ten Semester aber immernoch Probleme mit solchen Aufgaben hättest, würde ich mir ernsthaft Gedanken machen ;))
Das mit den Punktegrenzen ist ne ganz persönliche Sache. Bei meinem Prof ist es so, dass man in den Übungen und in den Klausuren jeweils 60% haben muss, um den Schein zu bekommen. Finde ich eigentlich acuh fair. Aber mal ganz ehrlich, bisher wurde noch jede Theoklausur, die ich geschrieben habe oder korrigiert habe nach unten gestuft. Ganz krass, bei der letzten Theoklausur hieß es 60% am Anfang, im Endeffekt hatt man aber schon mit 30% bestanden. Das passiert leider. Ich fand die Klausur sehr einfach, die Studenten aber scheinbar nicht. Also, nimm diese Prozentangaben für Klausuren nicht allzu ernst. Natürlich solltest du schon versuchen die angegebenen Punkte zu erreichen, man weiß ja nie. Häufig bieten die Professoren acuh noch mündliche Kolloquien an, für Leute nur nur knapp nicht bestanden haben. Und wie gesagt, wenn du mal einen Schein nicht bekommst, geht die Welt nicht unter. Physik ist nunmal für die meisten nicht gerade leicht und das sollte sie auch nicht, sonst macht man was verkehrt ;))
Das Blatt, was du angehängst hast, ist ziemlicher Standart. Klarist das für einem Zweitsemester schon recht heftig, aber sowas muss man irgendwann einfach rechnen können. Ich würde für das Blatt bestimmt auch 1 oder 2 Stunden brauchen. Rechnungen brauchen halt Zeit. Die Adwoodsche Fallmaschine kanst du zum Beispiel dem Nolting entnehmen. Die erste Aufgabe ist einfach nur ausrechnen. Die mit dem Potential ist auf den ersten Blick etwas schwerer, aber acuh dazu gibts im Nolting oder Greiner ein gutes Kapitel. Und wenn du wenigstens Ansätze hast, geh zu deinem Übungsleiter und sag: "ich komme da und da nicht weiter, hast du da einen Tipp für mich?"

Ciao,

Tejas

Rosentod
13.05.2007, 12:28
Ich habe kein Physik studiert, möchte aber trotzdem anmerken, dass es durchaus normal ist, dass man für solche Übungsblätter mal 10-15 Stunden investieren muss. Bei mir war das im 2. Semester in Mathe und technischer Mechanik auch so (also insgesamt bis zu 20 Stunden pro Woche allein für Übungsaufgaben). Na gut, ich habe diese Aufgaben alle alleine gelöst und dabei noch 2 Leute mitgeschleift. Im 2. Semester weiß man halt noch nicht so genau, mit welchen Leuten man sich zusammen tun sollte, damit man auch wirklich von der Gruppenarbeit profitiert.

Es ist auch durchaus normal, dass die Lösungen abgeschrieben werden. Einige Leute, die bei mir damals abgeschrieben haben, haben trotzdem später kein schlechtes Diplom gemacht. Solange man sich trotzdem intensiv mit dem Thema beschäftigt, kann meiner Meinung nach auch Abschreiben das Verständnis fördern. Es sollte nur nicht zur Regel werden.

PS: Ich verschiebe mal zur Didaktik, da es hier wohl nicht primär um eine physikalische Fragestellung geht.

11001001
13.05.2007, 13:04
Danke euch beiden. Dass die aufgaben einfach sind, habe ich schon fast befürchtet. Aber das Klima ist wirklich nicht optimal. Der Dozent sagt offen, dass er die Klausuren so ansetzt, dass man in der zeit nur etwa zwei Drittel davon rechnen kann und auch von den Tutoren-Proberechnern schafft es kaum einer, die Klausuren in der Zeit zu lösen. Einmal haben sogar nur ca. 10% bestanden, auch wenn das dann die eher schlechten waren, die dort angetreten sind.

Habe nun öfters gehört, dass manche Leute trotz anfänglicher Theoprobleme später dann doch begeisterte Theoretiker werden. Wie ist denn sowas zu erklären?

Und was sollte ich jetzt konkret tun?

Rosentod
13.05.2007, 13:11
Geh zu den Übungsleitern und lass dir helfen. Wenn das nicht hilft, könntest du eventuell auch mal mit absoluten Verständnisfragen zum Dozenten selbst gehen. Ich selbst habe Dozenten erlebt, die dann völlig abgeblockt haben und andere die begeistert geholfen haben. Man kann nie wissen, wenn man es nicht versucht. Ansonsten am Ball bleiben und durchbeißen. Notfalls macht man das Ganze nochmal.

Dir sollte klar sein, dass in den ersten zwei, drei Semestern ausgesiebt wird. Wenn man die übersteht, ist das die halbe Miete.

11001001
13.05.2007, 16:57
Geh zu den Übungsleitern und lass dir helfen. Wenn das nicht hilft, könntest du eventuell auch mal mit absoluten Verständnisfragen zum Dozenten selbst gehen. Ich selbst habe Dozenten erlebt, die dann völlig abgeblockt haben und andere die begeistert geholfen haben. Man kann nie wissen, wenn man es nicht versucht. Ansonsten am Ball bleiben und durchbeißen. Notfalls macht man das Ganze nochmal.

Dir sollte klar sein, dass in den ersten zwei, drei Semestern ausgesiebt wird. Wenn man die übersteht, ist das die halbe Miete.

das erste hab ich schonmal gut überstanden, trotz der ganzen siebaktionen. wenn ich im zweiten alle scheine bekomme, bin ich erstmal eine ganze zeit sicher, bis ich dann die QM-scheine brauch...

der theoriedozent scheint wohl eher zu jenen zu gehören, die da abblocken. ich bin zwar noch nicht selbst wegen verständnisprobleme zu ihm hingegangen, stand jedoch schon dabei, als er über die einfachen fragen anderer studierender gelästert hatte.

nun habe ich mich auch ein wenig mehr mit dem blatt beschäftigt und muss gestehen, dass das ganze schon viel weniger als hokus pokus erscheint. immerhin weiß ich jetzt, was die von mir wollen :-) bloß die richtigen ansätze zu finden und dann noch richtig zu rechnen ist wieder etwas anderes... vor allem in dieser geringen zeit.