Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Elektrochemie
nobody
11.02.2001, 16:42
Was ist der sogenannte Abscheidungsdruck genau? Wie lässt sich sagen, welches Metall die grössere negative Überschussladung hat?
No Regrets
11.02.2001, 19:36
ich dachte eigentlich ich kenne mich in der Elektrochemie aus ;)
:confused: Aber diese Begriffe hab noch nie gehört.
Wo hast du sie her?? :fish:
Ich wohl kenne Abscheidungspotential und Überspannung
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nobody
11.02.2001, 21:24
Soweit ich weiß, ist der Abscheidungsdruck die Bestrebung eines Stoffes in Lösung zu gehen (Oxidation). Natrium zum Beispiel unterliegt daher einem hohen Abscheidungsdruck. Ich weiß nicht, ob die Fachsprache stimmt, aber mein Lehrer hat das ganze nur mal am Rande erwähnt.
Bei Überschussladung kann ich Dir leider auch nicht helfen.
Ciao,
Tornado
Galileo
12.02.2001, 16:53
Abscheidungsdruck von gelösten Metall-Kationen:
Taucht man einen Metallstab in eine Lösung, die Kationen dieses Metalls enthält, so werden sich die Kationen als elementares Metall am Stab abscheiden: Die Kationen werden zu elektrisch neutralen Atomen reduziert, dafür werden Elektronen aus dem Stab entnommen, dieser lädt sich positiv auf.
Das Gegenstück dazu ist der Lösungsdruck des Metalles:
Du hast wieder einen Metallstab in einer entsprechenden Metallsalz-Lösung. Nun geht aber Metall vom Stab in Form von Kationen in Lösung. Die Atome werden oxidiert, es bleibt auf dem Stab eine negative Überschussladung übrig.
Bei unedlen Metallen (vgl. elektrochemische Spannungsreihe) überwiegt der Lösungsdruck des Metalles, bei edlen der Abscheidedruck der gelösten Kationen.
Anwendung findet das Ganze dann als Galvanisches Element:
Z.B. das Daniell-Element: Du hast unedles Zn in einer Zinksulfat-Lösung (Anode) und edles Cu in einer Kupfersulfat-Lösung (Kathode). Diese beiden "Halbzellen" trennst Du durch eine ionenpermeable Membran - ohne diese Trennung wäre das galvanische Element quasi kurzgeschlossen. Verbindest Du die beiden Metallstäbe nun leitend miteinander, so werden Elektronen vom Zn- zum Cu-Stab fließen. Dabei geht die Zn-Elektrode allmählich völlig in Lösung und die Kupfer-Kationen werden auf der Cu-Elektrode zu elementarem Cu reduziert. Damit der Stromkreis auch geschlossen ist, werden Sulfat-Anionen von der Cu-Halbzelle durch die Membrane hindurch in die Zn-Halbzelle diffundieren.
Wenn ich mit meinen vorigen Ausführungen richtig liege, dann lässt sich die Frage nach der negativen Überschussladung - was hier wohl mit dem negativen Standardpotential identisch ist - durch einen Blick in die elektrochemische Spannungsreihe klären: Je größer das neg. Standardpotential, desto größer die neg. Überschussladung.
So hab ich das zumindest noch in Erinnerung. Vielleicht hilft´s Dir weiter.
MfG
Galileo
<FONT COLOR="#ffffff" SIZE="1" FACE="Verdana, Arial, Geneva, Helvetica">[Dieser Beitrag wurde von Galileo am 12.02.2001 editiert.]</font>
nobody
17.02.2001, 21:36
Vielen, vielen Dank für diese ausführliche Antwort! Nun ist mir alles klar!