PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Drogenwirkung, Schmerzen, Endorphine, Enkephaline


nobody
06.09.2002, 08:14
Hy @All!

Nun meine exateren Fragen lauten:

Wie wirkt sich Alkohol oder Nikotin oder Schlaftabletten in den Zellen aus??, wie werden die Synapsen erregt??, oder werden Synapsen gehemmt??, weil wenn wir einen Schmerz im Körper spüren können wir ihn mit körpereigenen Enkephaline stoppen (die Transmitter der Synapsen werden gehemmt, daher kommt die Information in Form von Aktionspotentialen nicht mehr weiter)!


Stimmt dass: Wenn wir einen Schmerz spüren könnte man entweder ein Medikamet zu sich nehmen, der den Schemerz unterdrückt oder es könnten Endorphine und Enkephaline eingesetzt werden (Gehirnhormone), die den Schmerz auch hemmen, welcher Unterschied besteht zwischen einem Medikament und Gehirnhormone?
UND warum haben wir solche Gehirnhormone?

c-AMP-Wert? Es wird produziert bei der, Neurohormone und Rezeptoren miteinenander reagieren und damit gibt es einen normalen c-AMP-Wert, doch bei Drogensüchtigen ist er viel tiefer, denn durch die Opiate, die man zu sich nimmt werden die Rezeptoren gehemmt/blockiert und daher muss der Körper neu Rezeptoren herstellen, wenn dann der Drogensüchtige die Droge absetzt, erhöht sich der c-AMP-Wert und daher die Erzugserscheinung und das Unwohlbefinden, also hat sicherlich der c-AMP-Wert mit dem Wohlbefinden etwas zu tun, nun wenn er hoch ist: Unwohl! Wenn er tief ist: Wohl! Normal:Normal!

DANKE SCHON IM VORRAUS...ES SIND WIRKLICH WICHTIGE FRAGEN!!



DANTE

MFJ
06.09.2002, 11:57
Hi, ich kann Dir leider nur deine Zweite Frage beantworten:

Also, Endorphine sind dem Morphin sehr ähnlich (=> ähnliche Wirkung, oder andersrum gesagt, nur weil unser Körper für Endorphine "gebaut" ist, wirken auch Morphine). Starke schmerzen werden tatsächlich vom Körper mit Hilfe von Endorphinen bekämpft. Der unterschied ist halt der, daß der Körper nur eine bestimmte Menge Endorphine produziert und das Zeitversetzt, man aber wesentlich mehr Schmerzmittel verträgt/benötigt. Das Schmerzmittel kann eben in der erforderlichen Dosis sofort verabreicht werden.

P.S. Vielleicht hätte eine aussagekräftigere Überschrift und ein Plätzchen im Medizin-Forum mehr Antworten zur Folge...?

buba
06.09.2002, 12:53
In Zukunft bitte aussagekräftige Überschriften wählen!

Nikotin wirkt wie Acetylcholin an denselben Rezeptoren. Geringe Dosen bewirken Stimulierung bestimmter Neuronen, sodass neben Acetylcholin auch Dopamin, Noradrenalin und Serotonin ausgeschüttet wird (u.a. Erhöhung des Blutdrucks und Herztätigkeit).
In hohen Dosen bewirkt Nikotin Dauerdepolarisation und damit Muskelerschlaffung (Zittern, Krämpfe). Eine amerikanische Zigarette enthält ca. 9 mg Nikotin, 90% verbrennen, ca. 1 mg wird aufgenommen und ist nach ca. 8 Sekunden im Gehirn.


Alkohol (Ethanol) verändert die Empfindlichkeit des GABA-α-Rezeptors und erhöht damit die Transmitterwirkung. Auch der Umsatz an Noradrenalin und Dopamin wird gesteigert. Er verhindert die Wirkung von Glutaminsäure und vermindert die von Acetylcholin.


Koffein gilt als Stimulanz des Zentralnervensystems und ist die weitverbreitetste Droge der Welt; Hauptquelle ist die Kaffeebohne (aus Coffea arabica).
Es ist in Kaffee, Tee, Cola und z.B. Schokolade enthalten. Ca. 10 g sind die tödliche Dosis beim Menschen, das entspricht ca. 80-100 Tassen Kaffee in schneller Folge. Im Gehirn tritt Koffein u. a. mit Adenosin in Wechselwirkung. Es erhöht den Wachzustand, verändert das Schlafmuster, verursacht Kopfschmerzen und Nervosität. Es verlängert die Hormonwirkung durch Hemmung der cAMP-Phosphodiesterase.


Benzodiazepine und Barbiturate ("Schlafmittel") verändern die Empfindlichkeit des GABA-α-Rezeptors (Modulation der postsynaptischen Rezeptoreigenschaften).


Quelle: http://www.biokurs.de/skripten/12/bs12-32.htm


Mechanismus der Sucht

Drogenwirkung und Suchtverhalten des Menschen ist letztendlich darauf zurückzuführen, dass Drogen und Neurotransmitter auf die gleichen Rezeptoren einwirken, Neuronen dazu veranlassen alle synaptischen Bläschen zu entleeren, oder die Inaktivierung der Überträgerstoffe verzögern.

- Die Rezeptoren werden mehr oder weniger stark blockiert
- Durch diese Konkurrenzsituation verändert sich die normale Funktionsweise der Nervenzellen im Gehirn, was wiederum unseren Geisteszustand beeinflusst.
- Dieser Eingriff in die empfindlichen Regelkreise führen unweigerlich zu Veränderungen, die zur völligen Unterbindung bestimmter Stoffwechselprozesse führen können.
- Letztlich passt sich das Gehirn den neuen Begebenheiten an.
- Es bezieht den zugeführten Stoff mit in seine Regelkreise ein.
- Eine physische Abhängigkeit entsteht
- Bei einem Überangebot bilden die Zellen um das Überangebot zu normalisieren, neue Rezeptor-Enzymkomplexe.
- Wird das Rauschmittel abgesetzt, reagieren die Zellen mit einem Überschießen der c-AMP Mechanismen (cyclisches Adenosinmonophosphat, Muskeladenylsäure, Verbindung von Adenosinmonophosphat und Phosphorsäure >> ATP).
- Diese ungeregelte „übertriebene“ Reaktion empfindet der Süchtige als Entzugserscheinungen
- Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit, mehr Opiat zu nehmen, um das gesteigerte Wohlbefinden wieder zu erreichen.

Opiat-Rezeptor-Modell der Sucht

- Die Bindung verschiedener Hormone an Rezeptoren mit Hilfe des Enzyms Adenylatcyclase führt zur Synthese des Botenmoleküls cAMP, das für die Wirkung des Hormons in der Zelle verantwortlich ist.
- Opiate hemmen die Adenylatcyclase und reduzieren damit die cAMP-Bildung.
- Bei weiterer Opiatzugabe passt sich die Zelle an, indem sie mehr Moleküle des Enzyms bildet und sich die cAMP-Menge normalisiert.
- Bei Unterbrechung der Drogenzufuhr entfällt die Hemmung, die Enzyme werden aktiv und bilden zu viel cAMP.
- Dies führt zu Entzugserscheinungen.


Quelle: http://www.weiterbildungskolleg-neuss.de/psychoaktive_stoffe.ppt

Atlantus
10.10.2005, 13:34
dann wirken Suchtmittel definitionsgemäss immer direkt auf die Synapsen?
Und rein hormonausschüttende Faktoren (PC-Games, sich auf was freuen, Bungee jumping, ... ) haben dann nichts mit Sucht/Suchtmittel zu tun, oder?

Gruss

Edgar
10.10.2005, 13:56
Und rein hormonausschüttende Faktoren (PC-Games, sich auf was freuen, Bungee jumping, ... ) haben dann nichts mit Sucht/Suchtmittel zu tun, oder?

Selbstverständlich haben die was mit Sucht zu tun!
Wenn das Hirn unterbewusst einen Zusammenhang zwischen einem Ereignis und einer Anflutung von 'Glücksbringern' herstellt ist das der mögliche Beginn einer Sucht, d. h. der unterbewusste Wunsch das Ereignis noch einmal zu erleben.

buba
10.10.2005, 13:59
"Sucht" ist ein schwammiger Begriff (und soll laut WHO-Empfehlung durch "Abhängigkeit" ersetzt werden) und beinhaltet natürlich auch den Drang nach bestimmten Handlungen.

Definitionen laut Roche-Lexikon (Auszüge):
Abhängigkeit
unwiderstehlicher Drang, ein Suchtmittel einzunehmen bzw. bestimmte Handlungen auszuführen, um entweder ein Gefühl des Wohlbefindens zu erzielen oder um Missempfindungen auszuschalten. Die Bezeichnung Abhängigkeit sollte nach Empfehlung der WHO den Begriff "Sucht" ersetzen. Außer Drogen, Alkohol oder Nikotin umfasst der Begriff z.B. auch Spiel-, Ess- u. sexuelle Abhängigkeit.

Suchtmittel
Euphorie und Bewusstseinsänderung hervorrufende, gesetzlich z.T. den Betäubungsmitteln gleichgestellte Mittel mit Suchtgefährdung. Gemäß WHO werden unter Bezug auf die Suchtmittel folgende Typen unterschieden: Morphin- oder Opiat-, Barbiturat-/Alkohol-, Amphetamin-, Cocain-, Cannabis-, Halluzinogen-Typ.