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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Glaskorrosion


Lunaris
26.08.2002, 23:14
Also, irgendwie bekomme ich bei der Werbung von Calgon (oder so) gerade die Krätze:

Da ist seit Neuestem die Rede von "Glaskorrosion" (wenn die Gläser milchig bleiben??)... Das gibt es doch nicht wirklich, oder? Die verarschen doch einen nur wieder. Schließlich ging es auch jahrelang ohne "Glaskorrosionsmittel".

Deshalb die Frage: Gibt es Glaskorrosion?

Irritiert
Lunaris

Biohazard
27.08.2002, 00:44
(wenn die Gläser milchig bleiben??)... Das gibt es doch nicht wirklich, oder?
Daß die Gläser in der Spülmaschine mit der Zeit milchig werden, ist mir persönlich schon aufgefallen (siehe Thread "Schäden an Geschirr durch Geschirrspülmaschine" (http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?s=&postid=58280#post58280)), aber ob es sich dabei um Korrosion handelt, vermag ich nicht zu sagen.

Es ist jedenfalls wieder eine Möglichkeit der Firmen, mit den Unzulänglichkeiten früherer Produkte Werbung zu machen.

bm
27.08.2002, 06:24
gerade bezeichnen, aber das Geschirrspülpulver ist stark alkalisch (irgendwie muss der Dreck, an dem man sich normalerweise zu Tode schrubbt, ja weg). Und dass Alkali Glas angreift...

schlumpf
27.08.2002, 08:11
vielleicht ein Kalkniederschlag ... daher dann auch Calgon (wenn es das wirklich ist) als Gegenmittel?!

Wildcard
27.08.2002, 08:37
..ich würde auch eher von ätzung als von korrosion sprechen.

hippie
27.08.2002, 15:36
Wir sind Calgonbenutzer und freuen uns jedes Jahr, neue Wassergläser zu kaufen, weil die alten erst blind werden, dann in allen regenbogenfarben schimmern und irgendwann sich auch noch beim Anfassen rauh anfühlen...
Ich würde sagen, der Begriff Glaskorrosion trifft es ganz gut.
Und wieso die Glashersteller Calgon empfehlen ist mir mittlerweile auch klargeworden... :rolleyes:

nobody
27.08.2002, 19:04
Eines der wesentlichen Probleme des Baustoffes Glas ist die Glaskorrosion.
Chemisch betrachtet ist die Glaskorrosion ein sukzessives Herauslösen von ionischen Bestandteilen aus dem Glas, die diese normalerweise transparent erscheinen lassen.
Natrium, Kalium und Kalziumionen wandern aus ihrem Ionenverband im Glas an die Glas-oberfläche und lösen sich im äußeren Feuchtigkeitsfilm. Nach Verdunsten der Feuchtigkeit bleiben die Ionen auf der Glasoberfläche zurück und bilden mit der neuen Feuchtigkeit starke Laugen wie z.B Natronlauge. Dieser Auslaugungsprozess setzt sich fort und führt zu wachsender Korrosionserscheinungen.

oder


Glaskorrosion
Jede Glasoberfläche wird durch Wasser angegriffen, das Fachwort dafür ist Korrosion. Und zwar tritt eine so genannte Ionenaustausch-Reaktion auf: Aggressive Bestandteile des Wassers, die sauren Protonen, wandern in das Glas, Alkali-Ionen (von den Flussmitteln) verlassen die Netzstruktur. Das heißt, je mehr Flussmittel das Glas enthält, desto mehr kann auch vom Wasser ausgewaschen werden, wodurch das Glas letztlich instabil wird. Durch die Einwirkung des Wassers entsteht eine protonen- und wasserhaltige Gelschicht an der Oberfläche. Diese Gelschicht ist eigentlich ein Schutz für die Glasoberfläche. Leider wird diese Schutzschicht durch natürliche Prozesse und durch Abgase beschädigt. Schadgase wie Schwefeldioxid lösen sich zum Beispiel in Wasser; dort bilden sie Säuren; dadurch beschleunigt sich die Ionenaustauschreaktion immer mehr.

Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede erzeugen dann Spannungen in der angegriffenen Glasoberfläche, die Mikrorisse zur Folge haben. Dadurch gelangen die Schadstoffe noch tiefer in das Glas rein und beschädigen es weiter.



Beides mit google gefunden.

buba
27.08.2002, 21:43
Bei den Zitaten wäre jeweils ein Link als Quellenangabe nicht falsch gewesen.

nobody
27.08.2002, 22:48
einfach mal nen textausszug bei google eingeben..dann kann man sich die quelle selber raussuchen.

buba
28.08.2002, 12:47
Machst du das bei deinen schriftlichen Arbeiten auch so? :rolleyes:

Redictor
28.08.2002, 16:05
und wie bekommen ich mein glas dann wieder so hin wie es mal war? mit SiC-papier schleifen? habe nämlich eine schutzscheibe vom laborabzug durch die man überhaupt nicht mehr gucken kann.

nein, nicht zuviel mit calgon oder so geputzt, sondern da hat wohl mal jemand ein bisschen zu viel flusssäure rumstehen lassen.

was bringt einem so eine schutzscheibe, wenn man nix mehr sieht? eine neue bezahlt der arbeitgeber bestimmt nicht, vor allem, weil das labor noch gar nicht so alt ist.

Redictor
28.08.2002, 16:07
Originalnachricht erstellt von Redictor
was bringt einem so eine schutzscheibe, wenn man nix mehr sieht?

ach ja, die blindversuche funktionieren hervorragend! :cool:

bm
28.08.2002, 16:32
Klarsichtfolie drauf zu kleben. Könnte helfen.

Lunaris
28.08.2002, 20:52
Originalnachricht erstellt von hippie
Und wieso die Glashersteller Calgon empfehlen ist mir mittlerweile auch klargeworden... :rolleyes:

:confused: - wieso denn?

Luni, dem Schlauch so nahe :D

Tomboy
27.09.2002, 14:57
Originalnachricht erstellt von Lunaris


:confused: - wieso denn?

Luni, dem Schlauch so nahe :D

Weil sie mehr verdienen, schätze ich. ;)

laborchemikus
28.09.2002, 00:02
Das Problem mit Schleiern auf Glas und Metall nach dem Spülgang gibt es nicht nur im Privatbereich, sondern auch in der Gastronomie. Und bei letzteren wird mit fetter Dosierung gearbeitet, da ein Spülgang in einigen Minuten durch sein muß. Desweiteren werden Spülmittel mit Chlorbleiche eingesetzt.

Bei den meißten der Beschwerdefälle ist jedoch ein Mißverhältnis der Spülflottenkonzentration zum Klarspüler gegeben. Hier insbesondere wenn zuviel Klarspüler (Zitronensäure) dosiert wird.

Teilweise gibt es periodisch wiederkehrende Belagsbildungen welche sich in der Praxis oft auf wechselnde Wasserqualitäten zurückführen lassen. Dies erklärt sich aus der Umstellung der Mischungsverhältnisse der Wasserwerke, welche die einzuspeisenden Mengen teils Jahreszeitabhängig aus verschiedenen Gebieten herholen.

Ebenso sind entsprechende Beläge bei zu geringem Klarspüleranteil zu beobachten, was dann oft Kalk ist. Auch hier das Problem, bei korrekter Dosierung kann die Wasserqualität schwanken und schlechte Spühlergebnisse liefern.

Erste Maßnahme ist immer, den Belag zu erkennen.

Bei Kalk ists einfach mit nem Tropfen Säure zu sehen, ob der Belag weg geht. Dann ist zu wenig Klarspüler da. Wenn es nicht Spülmittelreste sind.

In den kleinen Pfützen die nach dem Spülen (bevor das heiße Wasser verdunstet ist) etwa in Vertiefungen der Geschirrteile übrig sind kann man mit Phenolphthalein schauen, ob etwa noch Spülmittel da ist. Das ergibt extrem hartnäckige Ablagerungen. Hier ist die Klarspülerdosierung zu gering oder (und das kommt häufig vor) es wird zuviel Spülmittel verwendet. (Viel hilft eben nicht immer viel)

Mich würde interessieren ob es beu euch Beläge oder wirklich Korrosion ist.

Wer ein Glasteil hat, daß wegen der Unansehnlichkeit dann in den Müll wandern soll kann es mir mal zur Verfügung stellen. Bislang habe ich keine Korrosionen an Gläsern gesehen.

FK
28.09.2002, 12:19
Unsere schönen Weingläser sind nach jahrelangem Maschinenspülen mit einer trüben Schicht bedeckt, die sich weder durch Schrubben mit der Bürste noch mit Säuren entfernen lässt. Nur durch intensiver Behandlung mit einem Poliermittel (Edelstahlpolitur) kann der Belag mühsam abgetragen werden.

Die gleich lang, aber wesentlich häufiger gespülten Ex-Thomy's-Senfgläser haben sich als resistent erwiesen....(wie schon berichtet).

Gruß,
Franz

laborchemikus
30.09.2002, 02:04
Hallo FK,

wenn ich das richtig verstanden habe sind es also (wenn auch mühsam) abreibbare Beläge an den Weingläsern. Oder ist die Politur geeignet, das Glas an sich zu polieren?

FK
30.09.2002, 06:59
Die trübe Schicht scheint dabei entfernt zu werden. Die Sache war aber so arbeitsintensiv, dass ich das bald wieder aufgegeben habe....

Gruß,
Franz

Plamis
30.09.2002, 20:40
Ich weiß daß diese Glas/Korrosionsschutzmittel bei maschinellen Geschirrreinigern eingesetzt werden aber nicht welche Substanzen das sind.
Hat jemand eine Idee?

laborchemikus
01.10.2002, 01:33
Also aus dem Profi-Bereich (Gastronomie/Krankenhaus/etc.) ist mir von Korrosionsschutzmitteln (Glas) nichts bekannt. Nur für Topfspülgeräte (besonders wegen der Alu-Töpfe) gibts spezielle Metallschutzzusätze. Ich gestehe, ich weiß nicht welche das sind.

Die unterschiedlichen Reiniger für Gläser/Porzellan sind nur auf Dosiertechniken abgestimmt und auf Anforderungen wegen unterschiedlicher Verschmutzungen. Für Kaffeegeschirr z. B. stärkere Bleichanteile.

Nach wie vor bin ich interessiert an Mustern/Proben von korrodiertem Glas/Porzellan.

Bislang habe ich es immer nur mit (wenn auch extrem hartnäckigen) Belägen zu tun gehabt. Diese sind regelmäßig durch Veränderung der Dosierung von Reiniger und/oder Klarspüler abzustellen. Die Industrie ist eben auch wegen dieser Problematik für Haushaltsprodukte auf die Fertigdosierung (Reiniger und Klarspüler in einem) der TABS gekommen. Wie allerdings das richtig funktionieren soll ist mir schleierhaft. Sind doch die Spüldauer der Programme und Maschinen unterschiedlich. Wie kann da ein Klarspüler den Reiniger neutralisieren, ohne seine Wirkung aufzuheben?