sicherlich kennen viele den trick das man geschwärzte silberlöffel mit Alufolie in einem Salzwasser reinigen kann ohne dabei silber zu verlieren.
Auf dem markt werden sehr viele chem. reinigunsgmittel angeboten, die absolut überteuert sind...tja...nicht jeder scheint es zu wissen :p
Ich frage mich nun was für chemische Vorgänge sich da genau abspielen.
Das Ag+ aus dem Ag2S wird auf jeden Fall schonmal reduziert...oxidiert wird bestimmt das Al zu Al3+
Das sulfid lagert sich mit den wenigen H+ Ionen aus der autoprotolyse des wassers zu H2S zusammen...daher auch der leichte Schwefelgeruch
Wäre diese reaktion im sauren eher begünstigt ?
zumindest würde dann das s2- schneller als H2S verschwinden und ein erneuter angriff an das silber wäre verhindert.
...hinzu kommt eine begünstigte auflösung des Ag2S, da die Sulfid Ionen zusätzlich aus dem Gleichgewicht entfernt werden..nach dem Löslichkeitsprodukt findet die auflösung des ag2s dann noch besser statt..es kann in gleicher zeit mehr ag+ in Lösung gehen.
Auf der anderen seite würde durch die hohe h+ konzentration kurz vor ende der vollständigen Ag+ reduktion das potential ag+/ag kleiner geworden sein als das von H+/H2...dadurch werden die letzten ag+ nicht mehr reduziert..stattdessen bildet sich vorerst h2.
Tomboy
31.07.2002, 14:33
Bist du sicher, dass sich die Sulfidionen an die Protonen anlagern? Es gehen doch bei der Alufolie Ionen in Lösung, oder nicht? Die können doch dann mit den Sulfidionen ausfällen...
Oder werden die gebilteten Aluminiumionen durch die ja nun äußerst geringe OH--Konzentration bereits komplett ausgefällt? Unwahrscheinlich denke ich mir...
Oder unterstützen gar die hydratisierten Aluminiumionen in saurer Reaktion die Protolyse des Wassers?
Tomboy
31.07.2002, 14:48
:silly: Jetzt ist mir erstmal aufgefallen, dass die Sache doch wahrscheinlich viel einfacher ist. :dizzy: Du hast doch Kochsalzlösung, das heißt für die freigesetzten Sulfidionen stehen Natriumionen als Gegenionen zu Verfügung. Natriumsulfid ist wasserlöslich und so können die Sulfidionen sich im Gefäß verteilen. Das selbe läuft mit Aluminiumchlorid ab. Und so kommen Aluminium und Sulfid zeuinander und können ausfällen.
Mensch war das schwer... ;) :dizzy:
nobody
31.07.2002, 15:42
Originalnachricht erstellt von Tomboy
Bist du sicher, dass sich die Sulfidionen an die Protonen anlagern? Es gehen doch bei der Alufolie Ionen in Lösung, oder nicht? Die können doch dann mit den Sulfidionen ausfällen...
Al2S3 gibt es zwar als feststoff, aber in wässriger Lösung zerfällt es sofort zu Al(OH)3 und HS-
Woher soll der schwefelgeruch kommen wenn nicht von H2S
Originalnachricht erstellt von Tomboy
Oder werden die gebilteten Aluminiumionen durch die ja nun äußerst geringe OH--Konzentration bereits komplett ausgefällt? Unwahrscheinlich denke ich mir...
ab pH>4 beginnt der hexaaquaaluminium komplex H2O Liganden gegen OH- auszutauschen...In neutraler Lösung bildet sich bereits Al(OH)3 niederschlag...deswegen wird Aluminium ja auch nicht durch wasser angegriffen.
Originalnachricht erstellt von Tomboy
Oder unterstützen gar die hydratisierten Aluminiumionen in saurer Reaktion die Protolyse des Wassers?
gute idee...durch die saure reaktion der [Al(H2O)6]3+ Ionen enstehen ja noch zusätzlich H+ Ionen.
Tomboy
31.07.2002, 16:06
Okay, ich wusste nicht, dass Al2S3 in Wasser zerfällt, noch dass bei dieser Anwendung ein Schwefelgeruch entsteht (habe das Experiment noch nicht selbst durchgeführt).
Nun weiß ichs. :)
nobody
27.08.2002, 20:57
Moin
Das mit der Alufolie klingt gut, ich meine mal etwas gehört zu haben von Na2CO3
nobody
27.08.2002, 22:24
und wie soll das Na2CO3 ag+ reduzieren ?
Klinsebaer
14.12.2003, 15:52
Hallo,
ich hab da eine Aufgabe, bei der ein paar aus meiner Klasse und ich etwas uneins waren. Ich hoffe ihr könnt was dazu sagen:
"Auf versilbertem Besteck bildet sich ein dunkler Überzug aus Silbersulfid. Zur Reinigung gibt man das Besteck in eine mit Aluminiumfolie ausgelegten Schüssel, in die warme Kochsalzlösung gefüllt wird. Man muss sicherstellen, dass das Besteck Kontakt zur Folie hat."
Wieso füllt man das ganze mit Salzlösung? Um die Reaktion zum Starten zu bringen oder sind die Ionen der Kochsalzlösung direkt an der Reaktion beteiligt? :confused:
FK
14.12.2003, 16:08
Die Lösung muss gut leitfähig sein...
Andere Rezepte empfehlen Backpulver oder Natron.
Altes Thema übrigens. Sollte sich auch hier finden lassen...
Gruß,
Franz
CarpeNoctem
11.03.2006, 22:32
Hallo, zur frage mit dem angelaufenem Silber...
Kleidet man ein Behältnis mit Aluminiumfolie aus und füllt eine Sodalösung (Na2CO3)hinein, läuft nach Zugabe des angelaufen Silbers folgende Reaktion des Ag2S ab.
3 Ag2S + 2 Al + 4 Na2CO3 + 8 H2O
---> 6 Ag + 2 Na[Al(OH)4] + 3 Na2S + 4 H2CO3
Hoffe es hilft euch weiter!
Lg Chris
Milkaschokolade
24.04.2006, 15:09
Hallo,
hatte dieses "Problem" heute in meiner Abi-Klausur.
Wir sollte u.a. begründen, warum die "Versilberung" mit Na2CO3 besser funktioniert als mit NaCl.
Ein Mitschüler meinte, dass das mit der Pufferwirkung von Natriumcarbonat zu tun hat. Kann mir das jemand erklären?
FK
24.04.2006, 16:12
Hallo,
hatte dieses "Problem" heute in meiner Abi-Klausur.
Wir sollte u.a. begründen, warum die "Versilberung" mit Na2CO3 besser funktioniert als mit NaCl.
Ein Mitschüler meinte, dass das mit der Pufferwirkung von Natriumcarbonat zu tun hat. Kann mir das jemand erklären?Einmal posten reicht. Müsstest Du als "altes" Forumsmitglied doch wissen.
Al ist im Alkalischen ein stärkeres Reduktionsmittel als im neutralen; außerdem wird die Oxidschicht, die sich immer auf Aluminium befindet, durch Hydroxidionen zerstört.
Gruß,
Franz
Milkaschokolade
24.04.2006, 16:42
Sorry für den Doppelpost, kommt nicht wieder vor! :wandering_off:
Aber im anderen Post hatte ich ja noch die Zusatzfrage mit dem Ag2S gestellt... Wie kommt man da an die Ag+ -Ionen dran?
Und zu dem Carbonat/Chlorid: Also ist die Lösung wohl alkalischer, wenn man Natriumcarbonat benutzt. Aber warum :confused: ?
Und warum reduziert Aluminium dann genau besser, woher weiß man das? :confused: *ratlos-sei*
FK
24.04.2006, 16:53
Aber im anderen Post hatte ich ja noch die Zusatzfrage mit dem Ag2S gestellt... Wie kommt man da an die Ag+ -Ionen dran?
Auch Silbersulfid gibt eine klitzekleine Menge Ionen ab (sehr klitzeklein).
Und warum reduziert Aluminium dann genau besser, woher weiß man das?
Redoxpotentiale werden gemessen, und dann kennt man sie.
Also ist die Lösung wohl alkalischer, wenn man Natriumcarbonat benutzt. Aber warum :confused: ? Sachma....:rolleyes:
Weißt Du doch selber.
Gruß,
Franz
Milkaschokolade
24.04.2006, 17:14
Auch Silbersulfid gibt eine klitzekleine Menge Ionen ab (sehr klitzeklein).
Ich hab irgendwie das Gefühl, dass das meinem Lehrer mit den "klitzekleinen" Mengen an Ag+ nicht gereicht hat. Ich hatte das nämlich in etwas so formuliert:
"Das Silbersulfit-GG ist ganz zur Seite des festen Salzes verschoben. Um Ag+ zu reduzieren, muss das GG erst gestört werden (Ionen müssen "entfernt" werden, Le Chatelier), damit man mehr Ag+ bekommt..." Das hat er sich zwischendurch durchgelesen und meinte, dass es richtig sei... Aber weiter wusste ich dann nicht.
Redoxpotentiale werden gemessen, und dann kennt man sie.
Wir hatten nur das "normale" Redoxpotential von Al gegeben... Keine Angaben wie das im Alkalischen etc. ist... Auch besprochen hatten wir das imho nicht. Konnten wir also nicht wissen.
Sachma....:rolleyes:
Weißt Du doch selber.
Ok, evtl.: Natriumcarbonat ist das Salz der Kohlensäure, eine schwache Säure, also ist ihre korrespondierende Base (Carbonat) stark. Natriumchlorid ist das Salz der starken Säure HCl, also ist ihre korrespondierende Base (Chlorid) weniger alkalisch.
EDIT: Kann es vielleicht auch an den Leitfähigkeiten liegen?
Carbonat leitet am besten, dann kommt Chlorid und dann Na+. Glaube eher nicht, dass es daran liegt. Die gute Leitfähigkeit vom Carbonat wird ja durch die doppelte Anzahl der Na+ (in Bezug zum NaCl) ja wieder "aufgehoben", oder?!?
Milkaschokolade
27.04.2006, 14:19
Was würdet ihr denn zu den Leitfähigkeiten sagen?
abhi90
02.03.2009, 18:56
Hi also wenn ich das jetzt alles richtig verstanden habe, müsste ja bei der Reaktion von verunreinigtem Silberbesteck und Aluminium mit NaCl als Elektrolyt folgende Reaktion ablaufen:
3 Ag2S + 2 Al \rightarrow 6 Ag + 3 Al2S3
Das Aluminiumsulfid würde nun im Wasser hydrolysieren und es würde H2S und Al(OH)3
entstehen sehe ich das richtig?:confused: