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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schokoladiges Thema für "Jugend forscht"-Wettbewerb gesucht


Nina
14.07.2002, 15:03
Hi!

Ich heiße Nina und bin neu hier. Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen, denn ich bin da in ein Jufo-Projekt mehr oder weniger hineingestolpert und jetzt fehlt mir das richtige Thema dazu.

Da es mein Ziel ist, Lebensmittelchemie zu studieren, gehe ich jetzt zu einem Gymi (Klasse 12), das den Zusatzschwerpunkt Oecotrophologie anbietet. Ich kann also auf ein einigermaßen gut ausgestattetes Schullabor zrückgreifen.

Was ich mir so gedacht habe:
Da ich Schokolade "liebe" (keine Angst, ich esse mich nicht dick und rund :) ), fände ich ein Thema in diese Richtung ganz interessant!

z.B.:
Ist es möglich, die suchterzeugenden Bestandteile der Schokolade (Theobromin u. co.) zu isolieren? - Habe schon recherchiert, aber bisher noch nichts Interessantes hierzu gefunden. – Was ist übrigens das „Dragee-Keksi-Syndrom“?

Ich bin dankbar für jeden Tip und jede Hilfe!

Wenn ihr noch eine andere Idee für ein zündendes Thema habt, bin ich dafür natürlich auch offen und dankbar. Ich hänge irgendwie noch in der Luft.

Viele Grüße

Nina

kleinerChemiker
14.07.2002, 15:09
Ich weiß zwar nicht wie, aber ich bin mir sehr sicher, dass mann Theobromin aus der Schoko isolieren kann, geht ja aus Tee auch! Also wieso nicht auch aus schokolade!


Nen kleinen Tipp geb ich Dir noch: Tipp schreibt man jetzt mit doppel p! :D




Liebe Grüße, Peter!

nobody
14.07.2002, 15:21
Originalnachricht erstellt von Nina
Ist es möglich, die suchterzeugenden Bestandteile der Schokolade (Theobromin u. co.) zu isolieren?
Bestimmt, nur ist das präparativ keine besonders wertvolle Methode. :D Und um Methodenentwicklung für Analytik zu betreiben, wirst Du nicht die nötigen Geräte haben. :uh: Vielleicht könnest Du aber versuchen das Theobromin zu isolieren und durch die Murexid-Reaktion nachzuweisen. Aber ob das genug für Jugend Forscht hergibt? :suspect:


Was ist übrigens das „Dragee-Keksi-Syndrom“?

Dazu siehe hier:

http://www.just-another-site.de/news/topreports/schokolade.html


Wenn ihr noch eine andere Idee für ein zündendes Thema habt, bin ich dafür natürlich auch offen und dankbar. Ich hänge irgendwie noch in der Luft.

Naja, zum Thema "Macht Schokolade süchtig?" gibts bestimmt noch was zu holen... Ist halt nur die Frage, wie Du da ansetzt.

kleinerChemiker
14.07.2002, 17:57
Hab im Römpp nachgeschaut! Theobromin ist gut löslich in: heißem Wasser, Alkalihydroxiden und konz. Säuren, mäßig löslich in: Ammoniak und schwerlöslich in: kaltem Wasser und Alkohol!

Da Schoki wohl in ersterem und zweiterem ebenfalls löslich ist, bleibt wohl nur noch Alkohol als Extraktionsmittel! Ich denke mal, dass Schokolade in Alkohol unlöslich ist, somit löst sich nur Theobromin! Auch wenn es in Alkohol nur schwerlöslich ist, das ist egal, weil es eh nihct in großen Mengen enthalten ist in der Schokolade und durch Extraktion sowieso gewinnbar ist, egal wie gut löslich!

Aber das wird sicher ne gatschige Angelegenheit schoki zu extrahieren! Vielleicht gehts irgendwie mit gefriertrocknen oder so irgendwie!





Liebe Grüße, Peter!

Pauni
14.07.2002, 20:08
Sicherlich auch interessant für dich als angehende Lebensmittelchemikerin dürfte die Zusammensetzung der Fette in der Schokolade sein: das sog. "MOUTH FEELING" wird durch Fette erzielt, die im Bereich der Körpertemperatur schmelzen (Kakaobutter in diesem Fall). Eventuell könnte man auf der Basis der Fette interessante Projekte ausarbeiten - da dürfte man schon was finden können.

FK
14.07.2002, 21:42
Ich bezweifle mal heftig, dass Schokolade überhaupt Sucht erzeugende Komponenten enthält.

Theobromin ist zwar relativ reichlich vorhanden (in Kakaopulver 1,4 - 2%) und wirkt ähnlich Coffein, aber schwächer - soll aber toxischer sein.

Oft wird über das in Schokolade enthaltene Phen(yl)ethylamin mit amphetaminähnlicher Wirkung gefaselt....über welche Konzentrationen man da spricht, konnte ich noch nicht heraus finden. Es soll aber weniger als in Käse sein....Wie auch immer, Phenethylamin wird so schnell von der Monoaminoxidase entsorgt, dass die orale Aufnahme wirkungslos ist - selbst 1600 mg blieben laut Literatur ohne jeglichen Effekt.

Auch Anandamid wurde in Schokolade gefunden. Ich habe aber noch nie gehört, dass irgendwer nach reichlichem Schokoladegenuss abgehoben hätte - eher das Gegenteil, wg. Gewichtszunahme.... :rolleyes:

Das nahe Liegendste ist einfach, dass angenehm riechende und schmeckende Dinge angenehme Gefühle erzeugen (aus welchem Grund auch immer...). Der Suchtstoff wird also erst im Kopf frei gesetzt...

Gruß,
Franz

kleinerChemiker
14.07.2002, 21:44
hey, gute Idee! einmal das Fett mit Ether aus der Schoki extrahieren und mann wird Anti-Schokoholiker! :D

Geht übrigens auch genauso gut mit Chips und Co!!





Liebe Grüße, peter!

nobody
20.07.2002, 13:02
Originalnachricht erstellt von kleinerChemiker
Ich weiß zwar nicht wie, aber ich bin mir sehr sicher, dass mann Theobromin aus der Schoko isolieren kann, geht ja aus Tee auch!
Und ich dachte immer, im Tee wäre als Xanthin-Derivat hauptsächlich Koffein (das man früher, bevor man wußte, daß beide identisch sind, Teein nannte) enthalten. Theobromin scheint mir eher wegen der - im Deutschen - verlockend ähnlich klingenden Namen immer wieder genannt zu werden. Theobroma cacao ist die Kakao-Pflanze, wobei Theobroma soviel wie Speise der Götter heißt, wenn ich mich nich ganz irre...

Langfingerli
20.07.2002, 13:34
Originalnachricht erstellt von Nitropenta

...wobei Theobroma soviel wie Speise der Götter heißt, wenn ich mich nich ganz irre...
:yes:

kleinerChemiker
20.07.2002, 13:36
Ja, stimmt, im Tee ist doch kein Theobromin enthalten, hab ich dann auch im Römpp nachgeschaut! Hat sicher mit dem verlockenden Namen zu tun! :D



Gruß, Peter!

nobody
22.07.2002, 11:33
Entgegen anderslautenden Gerüchten ist allerdings in Wackelpudding kein Theobromin nachweisbar... :rolleyes:

FK
22.07.2002, 18:18
Originalnachricht erstellt von Nitropenta
Entgegen anderslautenden Gerüchten ist allerdings in Wackelpudding kein Theobromin nachweisbar... :rolleyes:

Die Bezeichnung "Götterspeise" für dieses Produkt der Lebensmittelchemie ist übrigens unzutreffend. Der Überlieferung nach haben die Götter das Zeug vom Olymp geschmissen, und den Koch hinterher. :rolleyes:


Gruß,
Franz

schlumpf
22.07.2002, 18:21
aber an kann interessante Effekte dran beobachten.

Z.B. stehende Wellen ... DAS Demoobjekt für 'Teilchen im Kasten' ...

Godwael
22.07.2002, 20:18
:rolleyes:
Oh ja, klasse. Du führst so lange Energie zu, bis die Götterspeise ionisiert wird, d.h. die Elektronen das Teller-Orbital verlassen und sich mit charakteristischer Austrittsenergie im ganzen Raum verteilen.
Das Experiment wird in jedem deutschen Kindergarten automatisch durchgeführt, sobald es Götterspeise gibt.

FK
22.07.2002, 20:46
Originalnachricht erstellt von Godwael
[B die Elektronen das Teller-Orbital verlassen und sich mit charakteristischer Austrittsenergie im ganzen Raum verteilen.
Das Experiment wird in jedem deutschen Kindergarten automatisch durchgeführt, sobald es Götterspeise gibt. [/B]

Die höher liegenden Löffel-Orbitale werden noch schneller verlassen (vor allem in Gegenwart nahe sitzender weiterer Esser). Man gelangt hier zu einer Art Energieaustausch (die Speise fliegt - das Auge isst mit...). Hat sicher was mit Austauschenergie und Orbitalüberlappung zu tun..... :rolleyes:

Gruß,
Franz

Godwael
22.07.2002, 21:02
Bemerkenswert ist noch, daß die Löffel-Orbitale eine erhebliche Austrittsenergie aufweisen. Daraus folgt, daß man den genauen Ort des Wackelpuddings nicht mehr bestimmen kann. Die Wellenfunktion erfüllt zeitweilig den ganzen Raum und kollabiert üblicherweise an den unmöglichsten Orten (hinterm Schrank, in irgendwelchen Schuhen etc). Ich nehme an, das ist ein relativistischer Effekt...

FK
22.07.2002, 21:13
Originalnachricht erstellt von Godwael
Bemerkenswert ist noch, daß die Löffel-Orbitale eine erhebliche Austrittsenergie aufweisen. Daraus folgt, daß man den genauen Ort des Wackelpuddings nicht mehr bestimmen kann. Die Wellenfunktion erfüllt zeitweilig den ganzen Raum und kollabiert üblicherweise an den unmöglichsten Orten (hinterm Schrank, in irgendwelchen Schuhen etc). Ich nehme an, das ist ein relativistischer Effekt...

Muss wohl....
Beim heutigen Abendessen konnte ich die Delokalisation von mit Saft gefüllten Glas-Orbitalen bewundern: ca. 100 ml waren über mehr als 1 m² verteilt, Kleidung, Stuhl, Tisch und Boden beinhaltend. Komplette Neueinkleidung des jungen Forschers (Martin, 7) war erforderlich.... :sad:

Ähnliche Glanzleistungen schaffte er auch schon mit Kakao (besser detektierbar...).
Womit wir wieder beim Thema wären...

Gruß,
Franz

Godwael
23.07.2002, 00:08
Den Saft detektierst du, indem du kurz in ethanolische Schwefelsäure eintauchst und dann leicht fönst. :D

@Nina
Ein sehr interessantes Thema ist die Belastung von Schokolade/Kakao mit Mycotoxinen. Das ist bei Kaffee und Kakao bis heute ein ständiges Problem. Fragt sich nur, ob dazu die Mittel zur Verfügung stehen.

Oder du wirfst mal einen Blick auf die Alterung von Schokolade bzw der Fettglasur.

Hast du vielleicht ein paar Geräte und Lömis zu Hause? Dann kannst du ja einfach mal losextrahieren und gucken, was passiert. Versuch doch mal, DNA rauszufischen oder so was. Wer wagt, gewinnt! :)

nobody
23.07.2002, 14:20
Oder auch ein Thema: macht Schokolade wirklich glücklich? ist auch noch nicht wirklich gelöst, oder wie gesagt einfach mal lösen :) und gucken was da so für sach drin sind....


PS: soll man mit essen spielen? *lol*

Nina
19.08.2002, 20:41
Hallo zusammen!

So schön der Urlaub auch war, die Arbeitswelt hat mich wieder... So melde ich mich also wieder zurück. Habe ja scheinbar auch eine Menge an Infos von euch aufzuarbeiten! :sunshine:

Also, ich muss schon sagen, es war super interessant, eure Diskussion über das „Kindergarten-Experiment mit dem Wackelpudding ohne Theobromin, dafür aber in ionisierter Form als Teller-Orbital, bzw. Löffel-Orbital verlassendes, irrtümlich als Speise der Götter benannte Etwas zu verfolgen, bei der selbst der Koch vom Olymp geflogen ist! ;) Hat mir gefallen!

Ich hoffe, ich habe so ziemlich alles zusammengefasst, was da zum Thema “Wackelpudding” zusammengekommen ist. Hab’ darüber nachgedacht, ob man nicht auch daraus ein Thema für Jufo finden kann, es dann aber doch wieder verworfen. Das mit der “Wellenfunktion, die zeitweilig den ganzen Raum erfüllt und an den unmöglichsten Orten (hinterm Schrank, in irgendwelchen Schuhen, etc.) kolabiert” (Zitat: Godwael) schien mir dann doch zu gefährlich. :)

Nichts desto Trotz, auch vielen Dank für die Infos, die ihr zum Thema Schokolade gepostet habt! Bin gerade dabei, den einen oder anderen Gedanken aufzunehmen und mal weiter zu verfolgen.

Interessant finde ich da den Vorschlag von Godwael „Die Belastung von Schokolade/ Kakao mit Mycotoxinen“. Ich hab da leider ein Problem: ich kann mir noch nicht so recht etwas darunter vorstellen... Kann mir jemand Näheres darüber erzählen?

Mitfavorit ist aber auch dieser Vorschlag: „die Alterung von Schokolade bzw. der Fettglasur“ (auch von Godwael). Weiß hier auch jemand etwas Interessantes dazu?

Ich hoffe, ihr habt noch ein paar Infos für mich, die zu einem geeigneten Thema führen und aus denen sich nach Möglichkeit auch so etwas wie eine „Nutzanwendung für die Allgemeinheit“ ziehen lässt. Die Nutzanwendung von Wackelpudding wurde ja bereits ausgiebig diskutiert... :)

Schokoladige Grüße

Nina

lena
09.09.2002, 21:41
Jetzt muss ich da auch noch meinen senf dazugeben:

meines wissens enthält schoki schon endorphine (glückshormone) daher das happy feeling; und generell kann man zwar nicht speziell nach schokolade sondern schon süßigkeiten süchtig werden :p

und zu der fettextraktion aus chips: hab ich in der schule im wahlpflichtfach chemie gemacht, hab also eine arbeitsvorschrift zur extraktion samt weiterer untersuchung des fetts falls wen interessiert


lg lena

krummel
28.09.2002, 17:02
Hallo Nina,
noch kurz etwas zum Theobromin. Ich habe währnd meines Studiums Coffein und Theobromin ( falls vorhanden ) in Kaffee, Tee und Kakao bestimmt. Wir haben dieses durch Kochen extrahiert und mittels Dünnschichtchromatographie mit entsprechender Kalibrierung bestimmt.
Ob dir das für deine Schokolade weiterhilft weiß ich leider nicht, aber du kannst dich gerne nochmals melden, falls du weitere Info´s braucht.
Ansonsten viel Erfolg
krummel :D

Godwael
28.09.2002, 17:50
Moin Nina! Versuch`s am besten mal bei google. Für Mycotoxine würd ich nach Aflatoxin oder Ochratoxin suchen. Material sollte`s haufenweise geben.
:)

nobody
14.10.2002, 23:03
Originalnachricht erstellt von lena

meines wissens enthält schoki schon endorphine (glückshormone)


Endorphine sind Peptide, also sowas wie kleine Eiweiße. Die dürften im Verdauungstrakt kaputtgehen. Selbst wenn sie aus irgendeinem kühlen Grunde erhalten blieben und obendrein noch die Dünndarmschleimhaut passierten, wäre äußert fraglich, wie sie die sehr dichte Blut-Hirn-Schranke passieren sollen, denn die Opiat-Rezeptoren sitzen im Zentralnervensystem. Endophine in Schokolade halte ich persönlich daher für Unfug; wenn schon dann vielleicht ähnliche oder ähnlich wirkende niedermolekulare Substanzen oder noch besser Substanzen, die Endorphinfreisetzung bewirken (z.B. über den Geschmacks- / Geruchssinn).
Mycotoxine wie Ochratoxine oder Aflatoxine sind nichts anderes als Pilzgifte, die durch Schimmeln z.B von Kakaobohnen oder Nüssen entstehen können. Sie wirken in sehr geringer Dosis (leber)krebsauslösend, in etwas höherer (leber)giftig.
Das Altern der Schokoladenglasur beruht darauf, daß die amorphe Kakaobutter darin langsam anfängt zu kristallisieren. Die winzigen Kristalle streuen das einfallende Licht, erscheinen also hell.