hätte mal ein paar Fragen auf die ich beim lernen gestossen bin.
1) Wodurch ändert sich der Titer einer MnO4- Lösung relativ schnell?
Im Kunze stand nur das entstehendes MnO2 die reduktion noch weiter katalysiert. Aber was ist das reduktionsmittel ?
H2O aus der wässrigen Lösungen kanns nicht sein da die Abscheidung von sauerstoff gehemmt ist. Das redoxpotential von MnO4- reicht dafür nicht aus.
2) Habe sowohl im Kunze als auch im Blasius gelesen das man PO43- aus dem sauren filtrat der schwefelwasserstoff gruppe mit Fe3+ bei ph 4 fällen muss da es Komplexe mit vielen schwermetallionen bildet (z.B Cr3+)
An anderer stelle stand dann aber das Fe3+ durch Zugabe von Phosphorsäure komplexiert werden muss um das redoxpotential des Fe2+/Fe3+ systems zu senken (siehe Dichromatometrie mit diphenylamin im kunze).
Was passiert denn nun ? wird Fe3+ mit PO43- komplexiert oder gefällt ? Denn wenn es komplexiert wird kann die fällung des phophats im trennungsgang nicht quantitativ sein...dh. es gelangt Po43- mit in die Nh4S gruppe :(
3) Warum darf man bei der Iodometrischen H20 Bestimmung nach Karl Fischer eigentlich keine Stärke als Indikator für den endpunkt verwenden ?
Ich vermute mal das die vollacetalbildung bei der stärke zusätzliches wasser produziert welches das titrationsergebnis verfälscht ?
Zusätzlich dürften die OH Gruppen der Stärke ähnlich dem Methanol das SO2 oxidieren ?
Gruss Andreas
nobody
17.06.2002, 20:28
Originalnachricht erstellt von AV
Aber was ist das reduktionsmittel ?
Spuren von Ammoniumsalzen, Staub und organische Verunreinigungen.
nobody
31.07.2002, 15:50
1) Wodurch ändert sich der Titer einer MnO4- Lösung relativ schnell?
Bin beim lesen im riedel drauf gestossen... Der Sauerstoff aus der Luft und der Sauerstoff aus dem wasser werden beide oxidiert.
Im sauren findet diese oxidation enorm schnell statt...im neutralen und alkalischen findet diese reaktion unter lichtausschluss so langsam statt das der titer nahezu konstant bleibt...
sobald aber Photonen auf die lösung treffen wird die redoxreaktion begünstigt --> Aktivierungsenergie durch photonen geliefert.
Daher sollte man KMnO4 lsg stets unter Luftauschluss (So2 und CO2 bilden in h2o säuren) und in braunen flaschen aufbewahren.
FK
12.08.2002, 17:37
Originalnachricht erstellt von AV
3) Warum darf man bei der Iodometrischen H20 Bestimmung nach Karl Fischer eigentlich keine Stärke als Indikator für den endpunkt verwenden ?
Ich vermute mal das die vollacetalbildung bei der stärke zusätzliches wasser produziert welches das titrationsergebnis verfälscht ?
Zusätzlich dürften die OH Gruppen der Stärke ähnlich dem Methanol das SO2 oxidieren ?
Welches Vollacetal willst Du denn da bilden?
Nahe liegender wäre wohl die Annahme, dass Stärke kaum wirklich wasserfrei ist.
Dass die OH-Gruppen der Stärke das SO2 oxidieren, würde ich ganz schnell vergessen (warum wohl?).
Ich fand eine Stelle, die die KF-Titration zur Bestimmung geringer Wassermengen in Lebensmitteln empfiehlt:
www.lebensmittelmeister.de/Referate/Untersuchungen/ body_untersuchungen.htm (www.lebensmittelmeister.de/Referate/Untersuchungen/ body_untersuchungen.html )
Das lässt den Schluss zu, dass Stärke (die ja sehr häufig in Lebensmitteln vor kommt) die Reaktion nicht grundsätzlich stört.
Gruß,
Franz
nobody
12.08.2002, 18:08
Originalnachricht erstellt von FK
Welches Vollacetal willst Du denn da bilden?
hmm...finde den vorschlag mittlerweile auch unpassend.
vollacetalbildung ist auf jeden fall sinnlos!
....eher halbacetalbildung..aber das ist auch nicht gerade die super theorie..kann sie ja trotzdem mal vortragen:
Ich dachte das die 1% kettenform die ja im dynamischen gleichgewicht mit der ringform liegen sich unter h2o abspaltung in die ringform umwandeln und dabei ein h2o abgeben..das h2o reagiert dann direkt mit so2 und pyridin weshalb die weitere ringbildung begünstigt ist.
Originalnachricht erstellt von FK
Nahe liegender wäre wohl die Annahme, dass Stärke kaum wirklich wasserfrei ist.
sehe ich genauso.
Originalnachricht erstellt von FK
Dass die OH-Gruppen der Stärke das SO2 oxidieren, würde ich ganz schnell vergessen (warum wohl?).
warum ? das methanol kanns...warum nicht auch die freien OH gruppen an der 1-4 alpha Glucose ?
FK
12.08.2002, 20:33
Originalnachricht erstellt von AV
vollacetalbildung ist auf jeden fall sinnlos!
....eher halbacetalbildung..aber das ist auch nicht gerade die super theorie..kann sie ja trotzdem mal vortragen:
Ich dachte das die 1% kettenform die ja im dynamischen gleichgewicht mit der ringform liegen sich unter h2o abspaltung in die ringform umwandeln und dabei ein h2o abgeben..das h2o reagiert dann direkt mit so2 und pyridin weshalb die weitere ringbildung begünstigt ist.
Stärke IST ein Vollacetal (abgesehen von den paar Endgruppen, die als Halbacetal vorliegen). Ein Gleichgewicht mit einer offenkettigen Form gibt es nicht. Ich glaube, Du verwechselst das mit Glucose....doch auch hier bist Du auf dem falschen Dampfer: der Übergang von der offenkettigen zur cyclischen Form ist nicht mit einer Wasserabspaltung verbunden.
warum ? das methanol kanns...
Lass das nicht Deinen Prof hören.....
WAS ist das Oxidationsmittel bei Karl Fischer?
Gruß,
Franz
nobody
12.08.2002, 20:48
Originalnachricht erstellt von FK
Stärke IST ein Vollacetal (abgesehen von den paar Endgruppen, die als Halbacetal vorliegen). Ein Gleichgewicht mit einer offenkettigen Form gibt es nicht. Ich glaube, Du verwechselst das mit Glucose....doch auch hier bist Du auf dem falschen Dampfer: der Übergang von der offenkettigen zur cyclischen Form ist nicht mit einer Wasserabspaltung verbunden.
Lass das nicht Deinen Prof hören.....
WAS ist das Oxidationsmittel bei Karl Fischer?
Gruß,
Franz
ach herrje...dafür darf ich mich echt schämen :rolleyes:
hast natürlich bei allem recht!
I2 ist das Oxmittel...die Hydroxylgruppe(n) des Alkohols und möglicherweise auch der glucose (?) verringern jedoch das ox potential des SO2 nach der nerntstschen gleichung...das verhöltnis H2O:SO2 (1:1) gilt dann nicht mehr...aber auch ohne den möglichen einfluss der hydroxylgruppen der stärke gilt das 1:1 verhältnis nach stärke zusatz nicht mehr da stärke ja wie bereits erwähnt kristallwasser gebunden hat.