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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Periodensystem auswendig


Laika
29.08.2006, 09:55
Hallo,
einige LehrerInnen lassen die SuS das Periodensysten ,d.h.die Hauptgruppen ,auswendig lernen.
Ich würde ganz gern eimal Eure Meinung dazu hören.

Gruß Laika

Godwael
29.08.2006, 10:41
Find ich gut. :up: Auswendiglernen sehr gutes Training für generelle Lerntechniken und außerdem ist das wichtige Allgemeinbildung - was man hat, das hat man. Verglichen mit dem, was in ner Fremdsprache an Vokabeln auswendig gelernt werden muß, ist das umfangmäßig vernachlässigbar.

Wenn man mal bedenkt, was frühere Generationen so alles Pauken mussten, ist das eh Pipifax. Früher waren in Latein weite Strecken von Caesar und Vergil obligatorisch. Ich musste dagegen nur das Proömium korrekt vortragen können, und da hab ich mir schon einen abgebrochen (vor allem wegen der Hexameter).

Aber dafür kann ich's immer noch:

Arma virumque cano
troiae qui primus ab ori
italiam fato Laviniaque venit
litora, multum ille et terris iactatus et alto
vi superum, saeva Iunonem ob iram

Hab jetzt keinen Bock auf den Rest... :cool:

zarathustra
29.08.2006, 11:04
Ich finde das auch absolut in Ordnung. Die SuS sollen das PSE ja nicht zum Selbstzweck lernen, sondern damit was anfangen können:
Nur wenn die SuS wissen, wo welches Element steht, können sie auch Aussagen über die Elektronenkonfiguration machen und dadurch z.B. Formeln von Salzen ableiten.
Ist dann sicherlich eine Frage der Didaktik, den SuS zu vermitteln, warum sie das jetzt auswenidig lernen müssen und immer wieder darauf zurück zu kommen, damit man den Eindruck bekommt, Sinnvolles gelernt zu haben.

Sicherlich geht das auch alles, wenn man ein PSE zur Hand hat, aber ist es für einen Schüler nicht demotivierend, wenn er den Eindruck bekommt, er könnte nur mit einem Periodensystem Formeln aufstellen? Erscheint das System dann nicht sehr kompliziert, dass man es gar nicht anders machen kann, als ins PSE zu schauen?

FabianH
29.08.2006, 11:24
Ist dann sicherlich eine Frage der Didaktik, den SuS zu vermitteln, warum sie das jetzt auswenidig lernen müssen und immer wieder darauf zurück zu kommen, damit man den Eindruck bekommt, Sinnvolles gelernt zu haben.

Genau das halte ich für den zentralen Punkt, dem eigentlichen Auswendiglernen übergeordnet.

lindan
29.08.2006, 11:30
also ich finde das auch eine gute idee, die hauptgruppen sollte man generell sowiso auswendig kenne ich würde das auswendig lernen auf das gesamte pse ausweiten. sind ja nicht soviele wörter.....

meine chemielehrerin damals wusste nicht welches element Sb ist obwohl sie shcon 20 jahre lang lehrerin war...

Marvek
29.08.2006, 11:38
Ich persönlich halte jede Lobesrede aufs Auswendiglernen für ablehnenswert.
Man kann das mal auswendig lernen lassen, aber ohne Beschäftigung mit der Materie und ohne Vertiefung in die Tendenzen des PSEs halte ich es für unsinnig das PSE immer als parat zu verlangen.

HF
29.08.2006, 11:41
Naja ich denk für Schüler kann man die Lanthanoide/Actinoide vernachlässigen. Aber generell finde ich das gut. Mussten wir damals auch machen. Was hab ich geflucht. Auf der Uni hab ich's dann gedankt, also noch neben mir Leute saßen, die mit einfachen Salzen noch Probleme hatten.

Laika
29.08.2006, 21:11
Habt Dank für Eure Beiträge.
Ich persönlich meine auch, dass es nicht schaden kann, das PSE auswendig zu lernen.
Das Problem ist aber , das doch jederzeit im Chemieunterricht ein PSE vorhanden ist: entweder im Lehrbuch oder als Abbildung an der Wand.
Deshalb sind nachvollziehbare Argumente für das Auswendiglernen des PSE unerläßlich,um die Motivation dafür zu erreichen.
Vielleicht hat der eine oder andere noch weitere Argumente.

Gruß Laika

@ Fischer: Eine Übersetzung wäre nicht schlecht.:)
Für Latein konnte ich mich nie so richtig erwärmen.:(

Friedrich Karl Schmidt
29.08.2006, 21:28
Die Vorteile des "Auswendig könnens des PSE" sind m.E. offenkundig. Das Argument, dass überall ein PSE zur Hand sei, ist allenfalls bei einer auf Chemieunterrichtsräume zentrierten Sicht zutreffend.

Im Übrigen ist es doch einfach : Wer sich nicht in der Lage sieht, das "Auswendig lernen" überzeugend zu begründen, sollte darauf verzichten, Selbiges von SuS zu verlangen.

An der Uni musste man das PSE mit Haupt- und Nebengruppen spätestens beim 4. qualitativen Kolloquium "aufsagen " können. Eine Begründung wurde nicht gegeben. War auch nicht erforderlich. Unter meinen Kommilitonen war keiner, der dies nicht für sinnvoll gehalten hätte.

Gruß FKS

Godwael
29.08.2006, 21:49
Ich sehe generell bei solchen Argumenten das Problem, dass sie alle erstmal relativ abstrakt sind. Es gibt einfach keinen konkreten zeit- und praxisnahen Nutzen, den man anführen könnte, weil eben überall Periodensysteme zur Verfügung stehen.

"Ich kann ja einfach nachgucken." Ist hier das naheliegende Totschlagargument.

Es ist eben nicht für jeden direkt ersichtlich, dass der direkte Effekt - nämlich die Kenntnis des Periodensystems - gar nicht der primäre Nutzen der Übung ist, sondern vielmehr die direkte und dauerhafte Konfrontation mit der dem System innewohnenden Struktur. Das ist die Basis, auf der sinnvoll über das Periodensystem geredet werden kann; das Objekt der Diskussion muss im Geist präsent sein und nicht nur auf dem Papier.

Nur - wer nie auswendig gelernt hat, kann eine derartige Argumentation nicht ad hoc nachvollziehen. Und schon gar nicht Leute, die damit aufgewachsen sind, Information hauptsächlich passiv aufzunehmen. Der große qualitative Unterschied zwischen passiv aufgenommener und aktiv erworbener Information ist ein Erfahrungswert. Deswegen ist das beste Argument am Anfang immer noch: "Wer das nächste Woche nicht gelernt hat, kriegt richtig Ärger!" :D

Eine Übersetzung wäre nicht schlecht.
Für Latein konnte ich mich nie so richtig erwärmen.
Der Text beschreibt Ursprung und Gründung Roms. Der von mir zitierte Teil lautet sinngemäß:

Ich singe von den Waffen und dem Mann, der als erster getrieben vom Schicksal nach Italien und an Laviniums Küste kam. Viel über Land geworfen und die hohe [See] durch Kraft der höchsten [Götter], durch nachtragenden Zorn der grollenden Iuno...

In dem Stil geht's noch ne Weile weiter, hat wohl ne Menge durchgemacht, der gute (bzw. vielmehr hat Vergil extrem schamlos bei Homer abgeschrieben). :rolleyes:

EDIT:
Wenn ich den Kram nicht hätte auswendig lernen müssen, wäre mir wohl gar nicht aufgefallen, dass der Plot ein Plagiat ist...

FabianH
29.08.2006, 22:46
der direkte Effekt - nämlich die Kenntnis des Periodensystems - gar nicht der primäre Nutzen der Übung ist, sondern vielmehr die direkte und dauerhafte Konfrontation mit der dem System innewohnenden Struktur.

Schön formuliert, kann ich nur unterstreichen.

GH
30.08.2006, 08:00
Ich kann auch das PSE auswendig. Habe aber eines in Scheckkartengröße immer bei mir. Und wenn mich jemand fragt warum, dann sage ich das ist die Vistitkarte eines Chemikers :D .
Ansonsten halte ich es jedoch für gut, dass man es lernen muss (natürlich mit entsprechenden Hintergrunderklärungen), da ja sowieso schon sehr wenig Chemie in den Schulen gelehrt wird (zumindest bei uns in Österreich).

DieSarah
26.08.2009, 13:51
Blöd aber muss gemacht werden :D

FalconX
26.08.2009, 15:01
Habt Dank für Eure Beiträge.
Ich persönlich meine auch, dass es nicht schaden kann, das PSE auswendig zu lernen.
Das Problem ist aber , das doch jederzeit im Chemieunterricht ein PSE vorhanden ist: entweder im Lehrbuch oder als Abbildung an der Wand.
Deshalb sind nachvollziehbare Argumente für das Auswendiglernen des PSE unerläßlich,um die Motivation dafür zu erreichen.
Vielleicht hat der eine oder andere noch weitere Argumente.


Selbst wenn ein Periodensystem in der Nähe ist, man ist wesentlich schneller wenn man auswendig weiß, das zB der Phosphor in der 5ten HG steht;)

P.S. außerdem ist es cool wenn mans kann :-P

nobody
05.09.2009, 22:15
Selbst wenn ein Periodensystem in der Nähe ist, man ist wesentlich schneller wenn man auswendig weiß, das zB der Phosphor in der 5ten HG steht;)

P.S. außerdem ist es cool wenn mans kann :-P

Das ist nicht nur cool, das ist essentiell. Ich musste es auch auswendig lernen und bin dankbar dafür! es hilft einem ungemein weiter, wenn man vielleicht gerade kein Tabellenwerk zur Hand hat;)
Auswendig lernen ist wirklich eine gängige Lehrmethode, und ich verstehe den aktuellen Weichspülkurs der Schulen nicht.Für Chemiker ist es auch ziemlich wichtig, z.B. die homologe Reihe der Alkane auswendig zu können.
So dürfen Kinder jetzt schreiben wie sie aussprechen. Es dauert teilweise Jahre, um die Rechtschreibfehler wieder weg zu bekommen:rolleyes: Ich kenne einige genervte Eltern und diese Lernpolitik kann ich in keiner Form nachvollziehen.

Lenchen
05.09.2009, 23:28
Ich oute mich jetzt mal...
Ich bin ein absoluter Gegner von Auswendiglernen. Das einzige, was ich sinnvoll finde, auswendig zu lernen sind Gedichte und Witze ;) . Alles andere erfasse ich nur vom Sinn her und ein absichtliches Auswendiglernen hält höchstens ein paar Wochen, bis es wieder weg ist...
Vom PSE kenne ich die Hauptgruppen recht gut und viele einzelne Nebengruppenelemente, mit denen ich oft zu tun hatte (in Klausuren, im Praktikum etc).
Ich musste das PSE schon ein paar mal auswendig können, aber gebracht hat es mir nichts (außer eben in dieser konkreten Klausur/Prüfung).
Geblieben sind nur die Dinge, die ich mit speziellen Eigenschaften oder ähnlichem Verbinde, so dass ich den Platz im Periodensystem weiß (Halogene, Alkalimetalle etc) oder die, die ich besonders oft im PSE gesucht habe (habe einen Bildausschnitt C und seiner Nachbarn von meinem PSE im Kopf ;) )

DerManu
06.09.2009, 00:19
Auswendig lernen ist wirklich eine gängige Lehrmethode, und ich verstehe den aktuellen Weichspülkurs der Schulen nicht

Das mag für das PSE und manche Strukturformeln in der Chemie noch stimmen, aber spätestens wenn die Schüler damit anfangen mathematische Formeln in der Physik auswendig zu lernen (und dabei zwangsläufig das Verstehen und selbst herleiten können weglassen), wird es sehr schädlich.
Ich erinnere mich an viele in meiner alten Physikklasse, die bei Aufgaben die Symbole der gegebenen Größen mit allen auswendig gelernten Formeln verglichen und dann die benutzten, wo alles einigermaßen zu passen schien. Das ist, was auswendiglernen bringt.

Über die Sinnfreiheit Lateinbrocken auswendig zu lernen möchte ich erst gar nicht reden ;)
Gedächtnistraining kann man mit sinnvollerem machen.

Friedrich Karl Schmidt
06.09.2009, 00:42
Ich erinnere mich an viele in meiner alten Physikklasse, die bei Aufgaben die Symbole der gegebenen Größen mit allen auswendig gelernten Formeln verglichen und dann die benutzten, wo alles einigermaßen zu passen schien. Das ist, was auswendiglernen bringt. Im Grunde teile ich Ihre Auffassung und auch in der Chemie beobachte ich den zunehmend unreflektierten Gebrauch von Formeln mit Besorgnis. Insbesondere das geistlose Einsetzen in loaritmierten Lösungsformeln kommt bei pH - Berechnungen kommt mir vor wie ein Offenbarungseid verfehler Pädagogik.

Aber andererseits sollte man auch Formeln kennen. So möchte ich quadratische Gleichungen nicht jedesmal über die quadratische Ergänzung lösen müssen und mir auch nicht die diversen Rechenregeln für Potenzen , Logarithmen, Differenzieren und integrieren usw. jedesmal wieder herleiten müssen.

Bei den Additionttheoremen für trigonometrische Funktionen bin ich mir häufig unsicher wegen des Vorzeichens und finde das Nachschauen müssen oder das Klären müssen ohne nachzuschauen gleichermaßen lästig.

Und das PSE betreffend bin ich klar entschieden. Wer chemieberuflich unterwegs ist, hat das PSE auswendig zu können. Jedenfalls die Haupt- und Nebengruppen.

Gruß FKS

malbi
06.09.2009, 00:45
Ich musste das PSE auch auswendig lernen, und ich finde es hat mir viel gebracht. Ich muss zwar gestehen, dass ich es nicht mehr komplett aus dem Kopf hinschreiben kann, und ich mich bei einigen Nebengruppenelementen auch in der Periode mal um +- 1 vertun könnte, aber auch so ist es noch sehr sinnvoll. Man findet die Elemente bedeutend schneller und kann auch sonst einige Aussagen treffen, ohne ein PSE zur Hand nehmen zu müssen, was teilweise einfach recht lange dauert. Und wenn wir eine Klausur schreiben, in denen es auswendig verlangt wird, reicht es, sich das Teil ein paar mal an zu sehen, und es ist wieder drin.

Allgemein bin ich dem Auswendiglernen aber auch eher kritisch gegenüber. Man muss einen guten Mittelwert finden. Es gibt Dinge, die sollte man auswendig können, und es gibt Dinge, da muss man es nicht. So gibt es zum Beispiel Formeln, die sollte man auswendig beherrschen, da es teilweise nicht so einfach ist, die passende zu finden. Es gibt aber auch welche, wo es meiner Meinung nach reicht, zu wissen das es sie gibt und was sie grob aussagen, und sie bei Bedarf nach zu schauen.

Jonathan1
06.09.2009, 00:48
Ein Prof. von mir sagte mal: "Wer immer nur auswendig lernt, kann nicht verhindern, dass er es auch irgendwann einmal versteht".

Gerade das Beispiel mit den Formeln in der Physik ist dazu geeignet. Wenn man als Schüler die ganzen Formel der klassischen Kinetik und was es da sonst noch so gibt, parat hat, kann man wohl wirklich nicht verhindern, dass man irgendwann das alles in einen Zusammenhang stellen kann. Das kann natürlich auch unterbewusst passieren. Wer immer nur nachschlägt, was Geschwindidkeit ist oder kinetische Energie, der wird diese Zusammenhänge nicht begreifen. Für einen Aha-Effekt benötigt man schon gewisse Informationen im Kopf.

Ich konnte auch nie die Leute verstehen, die lieber mehr Zeit mit dem Diskutieren verbringen, warum auswendig lernen doof ist, als mit dem Auswendiglernen selbst.
Das sind alles so fadenscheinige Argumente, wie es sie in meiner Schulzeit auch zum Thema Mathe gegeben hat. Da wurde dann von einigen behauptet, dass sie in ihrer Zukunft niemals Integrale lösen müssten, ect.
Ich verstand Mathe eher als das Lösung von Problemen. Gut, wer in seiner Zukunft keine Probleme haben wird, dem kann ich natürlich nur gratulieren, aber es entspricht sicher nicht der Norm.

Friedrich Karl Schmidt
06.09.2009, 00:54
Das einzige, was ich sinnvoll finde, auswendig zu lernen sind Gedichte und Witze War das jetzt vielleicht ein Witz ?

Wie man ohne massives auswendig zu lernen durch die diversen Prüfungen des Chemiestudiums kommen soll, ist mir ein Rätsel.

Gruß FKS

Jingles
06.09.2009, 00:55
Zugegeben, ich kenne die Situation an anderen Unis nicht - hier jedoch mussten wir spätestens bis Ende des 1. Semesters das PSE mit Haupt- und Nebengruppen draufhaben (sowohl für Klausur als auch Abschloss-Kolloq zum ACI-Praktikum), für die Kolloqs des ACII-Praktikums und erst recht für die Klausur musste das gesamte PSE sitzen.
Ob man allerdings in der Schule das gesamte PSE auswendig kennen muss, kann ich schlecht beurteilen, da die eigene Erfahrung zeigt, dass Kenntnis der 1.,2. 7. und 8. Hauptgruppe im Grundkurs völlig gereicht haben, da die Themen nicht auf Elementvielheit ausgelegt war - v.a. wenn es um OC ging.


Gruß
Oliver

Jingles
06.09.2009, 00:57
...
Gerade das Beispiel mit den Formeln in der Physik ist dazu geeignet. Wenn man als Schüler die ganzen Formel der klassischen Kinetik und...

Klassische Kinetik oder Kinematik?


Gruß
Oliver

nobody
06.09.2009, 00:58
Das mag für das PSE und manche Strukturformeln in der Chemie noch stimmen, aber spätestens wenn die Schüler damit anfangen mathematische Formeln in der Physik auswendig zu lernen (und dabei zwangsläufig das Verstehen und selbst herleiten können weglassen), wird es sehr schädlich.
Ich erinnere mich an viele in meiner alten Physikklasse, die bei Aufgaben die Symbole der gegebenen Größen mit allen auswendig gelernten Formeln verglichen und dann die benutzten, wo alles einigermaßen zu passen schien. Das ist, was auswendiglernen bringt.

Über die Sinnfreiheit Lateinbrocken auswendig zu lernen möchte ich erst gar nicht reden ;)
Gedächtnistraining kann man mit sinnvollerem machen.

Was der Beweis wäre, dass, wenn gar nichts verstanden wird, auswendig lernen gar nichts bringt.
Lateinbrocken auswendig zu können finde ich jedoch richtig cool, ebenso wie Gedichte zu zitieren. Ib das Sinn macht, ist doch völlig egal. andere Menschen können das Telefonbuch auswendig oder ziehen die vierte Wurzel aus

\pi Ob das Sinn macht?

DerManu
06.09.2009, 01:14
Lateinbrocken auswendig zu können finde ich jedoch richtig cool, ebenso wie Gedichte zu zitieren. Ib das Sinn macht, ist doch völlig egal. andere Menschen können das Telefonbuch auswendig oder ziehen die vierte Wurzel aus \pi Ob das Sinn macht?

Ja schon, das ist Privatvergnügen. Da finde ich es völlig in Ordnung und habe selbst auch das eine oder andere Gedicht gelernt, weil es sich toll anhört oder einfach mal spaß macht. Meine Ablehnung bezog sich darauf, Kinder in der Schule dazu zu zwingen.

nobody
06.09.2009, 01:41
Ja schon, das ist Privatvergnügen. Da finde ich es völlig in Ordnung und habe selbst auch das eine oder andere Gedicht gelernt, weil es sich toll anhört oder einfach mal spaß macht. Meine Ablehnung bezog sich darauf, Kinder in der Schule dazu zu zwingen.
Aber ohne auswendig lernen geht gar nichts, manche Dinge muss man sich einfach ins Hirn prügeln, z.B. Geschichtsdaten oder Hauptstädte und dazu wurde ich während der Schulzeit indirekt gezwungen als es hiess, dass in der Klausur das und das dran kommt.
Man kommt in bestimmten Teilen des Lebens nicht drumherum etwas wirklich stur auswendig zu lernen.
Und dieses Abspeichern von zum Teil unnützen Informationen durch stures Lernen im menschlichen Hirn ist ein Wunderwerk der Natur:)
Warum gegen etwas wehren, was einem quasi in den Genen liegt? Warum nicht einfach mal Formeln lernen, ein Gedicht oder das PSE? Unserem Vakuum zwischen den Ohren tut ein wenig Auslastung der Speicherkapazität ganz gut, oder wie haben wir hier Englisch oder andere Fremdsprachen gelernt?
Und bei heutigen Schulen gibt es da einen eindeutigen Weichspülkurs, den ich nicht befürworte. eine zu lasche Handhabung schadet der Allgemeinbildung, da allgemeines Wissen nichts mit Intelligenz zu tun hat.

Lenchen
06.09.2009, 11:56
War das jetzt vielleicht ein Witz ?

Wie man ohne massives auswendig zu lernen durch die diversen Prüfungen des Chemiestudiums kommen soll, ist mir ein Rätsel.

Gruß FKS

Die Betonung lag aus "sinnvoll". Natürlich habe ich für meine Prüfungen schon ne Menge auswendig gelernt. Ich versuche allerdings so gut wie möglich die Sachen schon wärend der Vorlesungszeit sinnerfassend zu lernen, da -auf lange Zeit gesehen - auswendiglernen für mich persönlich eher wenig Sinn macht, denn ich vergesse es so nach der Prüfung wieder.
In der Schule habe ich das leider noch nicht so gesehen und dadurch die ein oder andere Klausur schlechter geschrieben, als es hätte sein müssen, wenn ich auswendig gelernt hätte.

Fulvenus
06.09.2009, 12:35
Als Chemiker hat man viele Bereiche der Chemie kennengelernt,um später Fragen/
Probleme richtig einordnen zu können und dann zu wissen,wen man fragen kann oder wo man nachzuschauen hat,salopp gesagt.Aufgrund der großen Wissensmenge ist es wohl nur noch wenigen möglich,alles auswendig zu wissen,doch das PSE halte ich ebenfalls für unabdingbar.Gerade aus der Kenntnis der Stellung der einzelnen Elemente zueinander lassen sich aufgrund der Trends/Schrägbeziehungen viele Eigenschaften herleiten/merken.Dafür sollte man sich aber den Aufbau/Struktur des PSE vergegenwärtigen.Ob in der Schule das komplette PSE mit Actiniden/Lanthaniden gelernt werden muß,kann ich nicht sagen.Aber Hauptgruppen + d-Block-Elemente sollten bis zum Abi drin sein.In Biologie werden ja auch die Aminosäuren auswendig gelernt.
Und selbstverständlich gibt es sinnvolles und und sinnfreies Auswendiglernen,
doch das liegt halt immer im Auge des Betrachters bzw. Lernenden.

Fulvenus!

FabianH
06.09.2009, 13:08
Ein Prof. von mir sagte mal: "Wer immer nur auswendig lernt, kann nicht verhindern, dass er es auch irgendwann einmal versteht".


Ich sehe das genau anders rum:

Wer sich um das Verständnis und die Strukturierung bemüht, braucht nicht mehr auswendig zu lernen.

Jedes mal wenn ich eine quadratische Funktionsgleichung in die Scheitelpunktsform überführen möchte beginne ich erst mit einer ordentlichen Herleitung, um dann schon im ersten Ansatz zu merken, dass dies gar nicht nötig ist, weil das ganze rumgerechne einfach drin ist.
Ich will nicht sagen, dass ich das Periodensystem auswendig kann, aber ich immer wieder über mich überrascht, wie ich (auch bei "abgwegigen" Fragen) nahezu beliebige Elemente einordnen kann. (Ehrlicherweise muss ich anmerken, dass wir im ersten Studienjahr (2001/2002) das PSE stückweise auswendiglernen mussten).

Wie einige aber auch schon angedeutet haben: Auswendiglernen schadet auch nichts. Kann aber auch gefährlich werden, wenn es bei "hirnlosen" auswendiglernen bleibt.

MfG

Fabian

malbi
06.09.2009, 13:12
Zumal Auswendiglernen in Klausuren meiner Meinung nach auch zu einer negativen Leistungsverzerrung führen kann, da Leute, die sämtlichen Stoff stupide auswendig gelernt aber kaum verstanden haben bessere Zensuren erhalten, als solche, die den Stoff zwar vollständig durchdrungen und verstanden haben, dafür aber teilweise etwas überlegen müssen oder einzelne Punkte mal nicht wissen, was für mich eignetlich die größere Leistung ist...

Friedrich Karl Schmidt
06.09.2009, 13:21
Die Betonung lag aus "sinnvoll". Natürlich habe ich für meine Prüfungen schon ne Menge auswendig gelernt. Was dann ja wohl bedeutet, dass Sie das auswendig lernen für Prüfungen nicht für sinnvoll halten.
Was ich insofern verstehen kann, als man da nolens volens auch meiner Meinung nach zu viel auswendig lernen muss. Aber dass Sie das auswendig Lernen von Gedichten, ja sogar von Witzen für sinnvoll halten, das auswendig Lernen von Formeln aber nicht, ist für mich mehr als nur "nicht nachvollziehbar". Als ich das gelesen habe, war ich regelrecht geschockt. Denn immerhin studieren sie ja Chemie .

Gruß FKS

Lenchen
06.09.2009, 13:30
Ich denke, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Wenn ich mit einer Formel arbeite, weiß wie sie hergeleitet wird etc, dann kann ich sie hinterher meist auswendig. Das ist dann aber ja kein Auswendiglernen.
Ich studiere Chemie, weil sie mich interessiert, weil ich einige Zusammenhänge verstehen möchte und weil es mir einfach Spaß macht. Und eben nicht, weil ich ein wandelndes Formelbuch werden will.
Geschichten, Märchen und Zeitungsartikel sind genauso: Wenn man den Sinn verstanden hat, kann man sie weitererzählen. Gedichte hingegen muss man Vers für Vers lernen um sie wiedergeben zu können.

Friedrich Karl Schmidt
06.09.2009, 13:36
Zumal Auswendiglernen in Klausuren meiner Meinung nach auch zu einer negativen Leistungsverzerrung führen kann, da Leute, die sämtlichen Stoff stupide auswendig gelernt aber kaum verstanden haben bessere Zensuren erhalten, als solche, die den Stoff zwar vollständig durchdrungen und verstanden haben, dafür aber teilweise etwas überlegen müssen oder einzelne Punkte mal nicht wissen, was für mich eignetlich die größere Leistung ist... Das scheint mir nun aber doch sehr theoretisch. Weil es nämlich außerordentlich schwierig ist, das Verständnis in Klausuren zu prüfen, haben die Auswendig - Lerner natürlich einen erheblichen Vorteil. Aber von fehlendem Präsenzwissen kann man nun einmal nicht auf vorhandenes Verständnis schließen , und so bleibt es meist bei der Behauptung, dass man es habe. Und ich möchte schon gern einmal wissen

a) wie häufig diese Behauptung nur eine Schutzbehauptung ist

b) um wieviel Prozentpunkte die Quote der Studienabbrecher steigen würde, wenn man in Klausuren nicht mehr die Möglichkeit hätte, Punkte mit auswendig Gelerntem zu sammeln.

Gruß FKS

malbi
06.09.2009, 14:00
FKS: Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen, genau das ist das Problem. Bis auf wenige Ausnahmen wie Beispielsweise Transferaufgaben ist es in Klausuren nicht möglich, Verständnis abzufragen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich zu den Beführwortern der mündlichen Prüfung zähle. Diese sind zwar bei weitem auch nicht perfekt, aber meiner Meinung nach doch besser geeignet, das tatsächliche Wissen und Verständnis des Prüflings zu erfassen.
Und daran dass dies oft nur zum Schutz behauptet wird, kann man leider nichts machen. Aber es gibt eben auch die Fälle, wo es nicht so ist. Hier den unterschied zu finden und "gerechtere" Prüfungen zu schaffen halte ich, bedauernswerter weise, für so gut wie unmöglich.

Obwohl ich mich da gerne noch an einen alten Lehrer aus meiner Schulzeit erinnere, der in Klausuren gerne mal eine Frage zum Stoff der letzten Prüfung oder sogar noch älter eingebaut hat, welche zwar sehr leicht war, von denen die den Stoff nur auswendig gelernt hatten aber meist schon wieder vergessen wurde. Aber auch so etwas ist im großen Stil leider nicht praktizierbar.

Ob die Abbrecherquote allerdings drastisch steigen würde wage ich zu bezweifeln, immerhin wären alle Studenten von dieser Änderung betroffen und auch die Klausuren müssten angepasst werden.

Friedrich Karl Schmidt
06.09.2009, 14:33
Obwohl ich mich da gerne noch an einen alten Lehrer aus meiner Schulzeit erinnere, der in Klausuren gerne mal eine Frage zum Stoff der letzten Prüfung oder sogar noch älter eingebaut hat, welche zwar sehr leicht war, von denen die den Stoff nur auswendig gelernt hatten aber meist schon wieder vergessen wurde. Aber auch so etwas ist im großen Stil leider nicht praktizierbar. Das scheint mir ein wichtiger Aspekt zu sein. Denn gerade durch die Stoffbegrenzung werden die "auswendig Lerner" besondeers begünstigt. Auch wenn dies vom grünen Tisch her häufig anders herum gesehen wird.
Ob die Abbrecherquote allerdings drastisch steigen würde wage ich zu bezweifeln, immerhin wären alle Studenten von dieser Änderung betroffen und auch die Klausuren müssten angepasst werden. Natürlich wird man dann irgendwann einmal nachregulieren und das Anspruchsniveau so weit absenken, dass die Durchfallerquote wieder sinkt.
Aber nicht zuletzt ( auch) das, was ich in diesem Forum Tag für Tag erlebe, bringt mich zu der Überzeugung, dass viele davon profitieren, dass man mit "schnell mal auswendig Gelernten" mangelhaftes Verständnis vertuschen kann. Worin besteht denn z.B. chemisches Rechnen : Formel finden und einsetzen. Und dann auch noch möglichtst nur Zahlen, keine Einheiten. Viele Studierende können nicht mal mit Reaktionsgleichungen richtig umgehen....

Gruß FKS

malbi
06.09.2009, 14:36
Und dieses nicht richtige Umgehen rührt oft daher, dass es nicht interessant ist, es sich anzueignen, da ich das für die Klausur benötigte Wissen oftmals bedeutend schneller auswendig lernen kann und viele Studenten sich dann für die schnellere Methode entscheiden, was meiner Meinung nach eine Milchmädchenrechnung ist.

FalconX
07.09.2009, 01:00
Das scheint mir nun aber doch sehr theoretisch. Weil es nämlich außerordentlich schwierig ist, das Verständnis in Klausuren zu prüfen, haben die Auswendig - Lerner natürlich einen erheblichen Vorteil. Aber von fehlendem Präsenzwissen kann man nun einmal nicht auf vorhandenes Verständnis schließen , und so bleibt es meist bei der Behauptung, dass man es habe. Und ich möchte schon gern einmal wissen

a) wie häufig diese Behauptung nur eine Schutzbehauptung ist

b) um wieviel Prozentpunkte die Quote der Studienabbrecher steigen würde, wenn man in Klausuren nicht mehr die Möglichkeit hätte, Punkte mit auswendig Gelerntem zu sammeln.

Gruß FKS

Bei uns ging das leider auch schon so weit, das bei mündlichen Besprechungen Ausgewendiggelerntes besser benotet wurde als logisches Denken, auch wenn man aufs selbe kam, zum Glück nur bei einigen Assistenten, bei den guten war es dann gerechtfertigt genau umgekehrt.

Nur als Beispiel: ich wurde die Ligandenfeldaufspaltung von irgendeinem Komplex gefragt. Da ich die AUfspaltungen nicht auswendig gelernt hab sondern nur das Prinzip verstanden habe, hab ich mir ein Koordinatensystem aufgezeichnet und mir die Ligandenfeldaufspaltung hergeleitet. Das ganze dauerte etwa 30 Sekunden, nach etwa 10 hat mich die Assistentin gefragt was zum Teufel ich da denn tue, ich müsste das doch auswendig wissen. Ich hab zwar damals länger gebraucht die Lösung zu finden jedoch kann ich es jetzt noch immer im Gegensatz zu den Kollegen die das nur Auswendig gelernt haben und es jetzt garantiert nicht mehr wissen.

Aber ich beschwer mich nicht, spätestens wenn sie ihre Diplomarbeit schreiben müssen sind diese Leute aufgeschmissen wenn sie das alles nicht verstehen...hoffe ich zumindest.


gruß Dennis