Hallo, kann jemand etwas mit CSB im Zusammenhang mit Papierherstellung- bzw. analytik anfangen? Dank im voraus!
[This message has been edited by Dörthe (edited 16-08-2000).]
nobody
18.08.2000, 22:15
Wer oder was ist denn CSB??
Cyberlink
20.08.2000, 13:57
keine Ahnung was CSB ist aber hier ist auch noch was spannendes zu Papier: http://www.gibb.ch/gdl/lab/press3.html
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Michael Pfister
Moderator
nobody
20.08.2000, 14:10
Hallo, ich habe mitlerweile folgendes rausgefunden: Es geht dabei scheinbar um Wasseranalytik, die bei der Papierherstellung eine Rolle spielt. CSB ist dabei ein Summenparameter, um das Ausmaß der Belastung an organischen Stoffen festzustellen. CSB - Chemischer Sauerstoff Bedarf ! Trotzdem vielen Dank für Eure Hilfe!
P.S.: Eine Definition konnte ich nicht finden.
nobody
20.08.2000, 15:19
Ich habe zumindest etwas gefunden, was einer Definition von CSB recht nahe kommt:
Organische Inhaltsstoffe werden bisher durch den Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) [3] quantifiziert. Die Grundlage der Bestimmungsmethode beruht auf den oxidativen Eigenschaften des Kaliumdichromates (K2Cr2O7). Alle Bestandteile der Abwasserprobe mit einem geringeren Redoxpotenzial als Kaliumdichromat, werden oxidiert. In der Regel bilden Kohlenstoffverbindungen den Hauptbestandteil der oxidierbaren Verbindungen, die während der Reaktion zu Kohlendioxid (CO2) umgesetzt werden. Die Angabe des Ergebnisses erfolgt in mg/L O2 und ist eine Größe, die den Sauerstoffverbrauch abbildet. Oxidierbare anorganische Verbindungen werden miterfasst, was dazu führt, dass der CSB nicht exakt die organische Konzentration bzw. Fracht abbildet. Bei der Bestimmungsmethode handelt es sich um eine Konvention, die jeden Analytiker in die Lage versetzen soll, gleichwertige Analysenergebnisse bei genauer Einhaltung der Vorschriften zu erhalten. Die Nachteile des Verfahrens sind hauptsächlich die ökotoxikologisch problematischen Reagenzien (Chromschwefelsäure, Quecksilber), die Miterfassung anorganischer Inhaltsstoffe und hohe Betriebskosten bedingt durch geringes Automatisierungspotenzial.
Es handelt sich also tatsächlich um Wasser-Analytik. Man oxidiert einfach alle organischen Verbindungen mit Kaliumdichromat zu CO2
Mehr Informationen erhält man in diesem Buch:
http://www.wiley-vch.de/books/tis/ger/3-527-28712-4.html
Was das nun mit Papier zu tun hat, darüber kann ich nur spekulieren.
Papier besteht aus Cellulose, Hemicellulosen und Lignin (polymere Phenole). Ich vermute, Kaliumdichromat oxidiert alles davon zu CO2. Davon hat man irgendwie nix.
Vielleicht steht "Chemischer Sauerstoff Bedarf" mit Papier in einem anderen Zusammenhang, z.B. wieviel Sauerstoff man braucht, um das Papier zu bleichen, etc. - Na ja, alles Spekulation.
Über den Zusammenhang zwischen CSB und Papier habe ich leider nichts gefunden.
nobody
02.09.2000, 13:03
Salü Dörthe!
Also, gleich zur Sache:
CSB ist also, wie bereits gesagt ein Maß für die Belastung von Abwasser durch organische Stoffe.
Alle Papierfabriken unterliegen Bestimmungen bezüglich der minimalsten Umweltbelastung. Dabei ist der CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf) ein wesentlicher Parameter. Gemessen wird der CSB des Abwassers der Fabrik vor und nach der Behandlung in einer Abwasserreinigungsanlage. Dabei ist die Differenz zwischen den beiden Messungen ein Maß für den Wirkungsgrad der Anlage. So soll die Belastung des Vorfluters (Gewässer, in das das Abwasser geleitet wird) durch organische Stoffe möglichst gering gehalten werden. Die CSB-Messung hat also nur indirekt was mit der Papierherstellung zu tun.
Das analytische Verfahren dazu kannst du in Dirks Beitrag nachlesen. Seine Spekulationen sind allerdings falsch.
Ich hoffe, das hat dir geholfen. Wenn du mal wieder eine Frage bezüglich des Themas Zellstoff- und Papierherstellung hast; ich sitze direkt an der Quelle.