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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abhängigkeit der Gleichgewichte


nobody
19.04.2002, 14:13
Hilfe!
Kann mir jemand den Absatz aus Atkins: Chemie einfach alles , S. 531 erklären?
"Nehmen wir an, wir würden im Gleichgewicht den Druck im Reaktionsgefäß durch einpumpen von Argon oder eines anderen Inertgases erhöhen - die Gleichgewichtszusammensetzung bliebe davon unberührt, weil die reagierenden Gase selbst weiterhin das gleiche Volumen einnehmen würden, so daß ihre individuellen Konzentrationen und Partialdrücke unverändert blieben."

Mit Partialdrücken kann ich ziemlich wenig anfangen, außer daß ich vorher gelesen habe, daß man die Gleichgewichtsberechnung anstatt auf der Basis der Konzentrationen auch auf der Basis von Partialdrücken errechnen kann. Das haben wir im Unterricht aber auch nicht durchgenommen.
Mir erscheint es nur so tierisch unlogisch, daß da steht, daß der Druck erhöht wird und es soll sich im Gleichgewicht nichts ändern, wo doch vorher erklärt wurde, daß bei Erhöhung des Drucks die Gleichgewichtszusammensetzung dahingehend geändert wird, daß weniger Moleküle entstehen (ziemlich logisch).

Also, falls mir irgendjemand den Absatz erklären kann (möglichst schnell), wäre ich ziemlich dankbar!

Heide

nobody
19.04.2002, 14:28
Der Gesamtdruck des Systems setzt sich aus den Partialdrücken zusammen.
Der Partialdruck einer Komponenete des Gasgemisches ist derjenige Druck, der in dem Gefäß herrschen würde, wenn nur dieses eine Gas vorhanden wäre (und natürlich trotzdem das ganze Volumen einnimmt).
wenn Du z.B. das Gleichgewicht

2 NO2 <--> N2O4

vorliegen hast, dann bewirkt die Änderung des Gesamtdrucks durch Zufuhr von z.B. Argon keine Verschiebung des Gleichgewichts. Würdest Du aber N2O4 einleiten, dann würde sich ja nicht nur der Gesamtdruck erhöhren, sondern auch der Partialdruck des N2O4. Das würde dann eine Verschiebung nach links bewirken.

Für die Gleichgewichtskonstante gilt:

K = p(N2O4)/p2(NO2)

Der Gesamtdruck taucht in dieser Gleichung nicht auf... K und damit die Lage des GGW hängt nur von den Partialdrücken der an der Reaktion beteiligten Stoffe ab.

Godwael
19.04.2002, 15:32
Du darfst natürlich nicht vergessen, daß sich die Situation drastisch ändert, wenn während der Reaktion ein Phasenübergang auftritt...

nobody
19.04.2002, 15:37
Du darfst natürlich nicht vergessen, daß sich die Situation drastisch ändert, wenn während der Reaktion ein Phasenübergang auftritt...

War das an Heide, oder an mich gerichtet?
Dass das Beispiel mit den Stickstoffoxiden nur in einem relativ kleinen Druckbereich wirklich hinhaut (sprich komplett in der Gasphase stattfindet) ist mir klar.

nobody
19.04.2002, 22:27
Danke Moritz!

Also lag es doch daran, daß ich keine Ahnung von Partialdrücken hatte...
Das Gleichgewicht verschiebt sich demnach nur, wenn die Druckerhöhung mit einer Volumenverkleinerung einhergeht, richtig?

Bei folgendem Gleichgewicht:

PCl3 + Cl2 <=> PCl5 (alles in der Gasphase)

würde die Änderung einer Stoffmenge, die Verringerung des Reaktionsgefäßes und die Erhöhung der Temperatur jeweils eine Verschiebung des Gleichgewichts bedeuten, nicht jedoch die Zugabe eines Katalysators oder die Zugabe von Helium ohne Volumenänderung, richtig?

Und Kc ändert sich nur bei der Veränderung der Temperatur, oder?

Adam
19.04.2002, 22:45
Also lag es doch daran, daß ich keine Ahnung von Partialdrücken hatte...
Das Gleichgewicht verschiebt sich demnach nur, wenn die Druckerhöhung mit einer Volumenverkleinerung einhergeht, richtig?

Bei folgendem Gleichgewicht:

PCl3 + Cl2 <=> PCl5 (alles in der Gasphase)

würde die Änderung einer Stoffmenge, die Verringerung des Reaktionsgefäßes und die Erhöhung der Temperatur jeweils eine Verschiebung des Gleichgewichts bedeuten, nicht jedoch die Zugabe eines Katalysators oder die Zugabe von Helium ohne Volumenänderung, richtig?

Und Kc ändert sich nur bei der Veränderung der Temperatur, oder?

Alles richtig :)

Ein Kat hat nur Einfluß auf die Geschwindigkeit mit der sich ein GG einstellt. Zu beachen ist, dass er sowohl die Hin- als auch die Rückreaktion im gleichenmasse beschleunigt!

Kc ist einer Funktion der Temperatur aber nicht des Drucks...der Wert der Gleichgewichtskonstante hängt von der Freien Gibbs Standardenthalpie ab und die ist für den Standartdruck definiert.

.

@Moritz

Da hat wohl jemand vergessen bei Kc die Partialdrücke durch den Standarddruck zu dividieren
:p
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...ups, dass Doppelpossting war nicht beabsichtigt..ein Modi möge meinen ersten Beitrag löschen, danke :)

nobody
20.04.2002, 09:52
@ Adam

Da hat wohl jemand vergessen bei Kc die Partialdrücke durch den Standarddruck zu dividieren

Das soll ja auch Kp sein und nicht Kc! :p

PS: Doppelposting wie befohlen gelöscht.

Adam
20.04.2002, 12:30
@Moritz

Naja gut hast ja recht...
Wenn Du jetzt delta(G)Stand. berechnen willst muß Kp dimensionslos sein...wenn man den ln ziehen will....


RTlnKp= -delta(G)Stand.

Oder?

Deswegen dachte ich dividiern durch den Standarddruck...hm oder verwechsele ich das etwas?



.

nobody
20.04.2002, 12:39
Aber wenn Du mein Kp durch p0 dividierst, dann wird das doch alles andere als dimensionslos. :D
Wenn Du es mit p0 multiplizierst, dann wird es dimensionslos.

Adam
20.04.2002, 12:52
Ich meine nicht Kp durch p0 dividiern sondern die Partialdrücke der einzelnen Komponenten:


Kp = (p(N2O4)/p0)/(p(NO2)/p0)2


... :) jetzt muß es doch aber dimensionlos sein..oder ich bin noch nicht ganz wach :sleep:

nobody
20.04.2002, 12:55
Ach... so hast Du das gemeint... war wohl ein kleines Mis(t)verständnis.

Adam
20.04.2002, 13:03
Ach... so hast Du das gemeint... war wohl ein kleines Mis(t)verständnis.


Si...das war es wohl..Ich gebe zu war etwas unpräzise von mir formuliert worden :) Nun ist es ja bereinigt...;)