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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ionenschreibweise - "Molekül"schreibweise


nobody
21.02.2006, 19:46
Hallo,
ich hatte in einem anderen Thread eine kleine Diskussion bezüglich der Schreibweise von Reaktionsgleichungen.
Hier war meine Meinung, dass man in der Klasse 10, wenn Ionen bekannt sind, die unnötigen Ionen herauslassen sollte, nur zu Anfang noch beide Reaktionsgleichungen nebeneinander benutzen sollte; damit Schüler lernen, dass Ionen einzelne weitgehend unabhängige Teilchen sind und das Gegenion z. B. bei einer Redoxreaktion nicht interessiert (vgl. Mathe: kürzen, was auf beiden Seiten steht).
Ich habe in der Oberstufe, z. T. sogar im Grundstudium, gesehen, wie (Mit)Schüler damit nicht klarkamen, weil sie es nie gelernt haben. Immer kam die Frage, wo denn das Na- ... Ion sei. Also:
Klasse 10: Beide Formen (zu Anfang)
Oberstufe: nur Ionenschreibweise und Weglassen der gleichen Ionen auf beiden Seiten der Reaktionsgleichung
Was meint ihr dazu?

nobody
27.03.2006, 18:07
Ich als Schüler muss ihnen sagen, der Eindruck täuscht oft, man muss dem Schüler erst einmal die Ionenschreibweise nahebringen und sie sogar über die zehnte Klasse hinaus damit konfrontieren, da die meisten mit der Zeit leicht dazu neigen zu vergessen was hinter der kürzeren Schreibweise steckt (zeit können hier schon ein bis zwei Wochen sein) und zu den Arbeiten lernen sie dann nur Formeln auswendig ohne wirklich begriffen zu haben was passiert und was sich wiederum in bemerkenswert unpassenden Fachfehlern in den Arbeiten niederschlägt.
Woran der Schüler nicht ständig erinnert wird, das vergisst er.

Friedrich Karl Schmidt
04.04.2006, 22:31
Klasse 10: Beide Formen (zu Anfang)
Oberstufe: nur Ionenschreibweise und Weglassen der gleichen Ionen auf beiden Seiten der Reaktionsgleichung
Was meint ihr dazu?Ich stimme in vollem Umfang zu.

Dass selbst in Hochschulen noch praktizierte "Mitschleppen" von Ionen, die an der Reaktion nicht beteiligt sind, ist eine Quelle für Missverstand.

Bei Reaktionen in wässrigen Lösungen sind Stoffe nur dann als solche zu formulieren, soweit sie überwiegend undissoziiert vorliegen.

Gruß FKS

NilsM
05.04.2006, 13:16
Dass selbst in Hochschulen noch praktizierte "Mitschleppen" von Ionen, die an der Reaktion nicht beteiligt sind, ist eine Quelle für Missverstand.
Dem kann ich 100%ig zustimmen. Als mir in der Schule das Ausgleichen von Redox-Gleichungen beigebracht werden sollte, hatte wir endlos lange Gleichungen zum Üben, in denen eine Unmenge an, für die eigentliche Reaktionen unbedeutende Ionensorten auftauchten. Das Ende der Tragödie war, dass niemand in der Klasse verstand, was man uns dort vermitteln wollte.
Wenn man sich auf die wesentlichen Ionenvorgänge beschränkt, ist dies für das Verständnis bzgl. des formalen Ausgleichens und bzgl. der Zusammenhangs, in dem die Reaktionsgleichung auftaucht enorm hilfreich.