da ich mich momentan auf eine Prüfung vorbereite und leider nicht soviel von Chemie verstehe, hätte ich noch ein paar offene Fragen, die mir vielleicht hier beantwortet werden:
1. Auf wieviel % lässt sich Wasser ungefähr in einem gespannten Aquifer komprimieren? (Anmerkung: Wasser lässt sich doch nicht komprimieren...?)
2. Welche Stoffe können mikrobiell abgebaut werden?
3. Welcher grosse Unterschied besteht zwischen einem Schadensfall mit Zink und einem mit Benzol?
4. Welche Kriterien muss eine Reaktionsgleichung für die Mischung Bariumchloridlösung mit einer Anhydritlösung erfüllen?
5. Warum ist Wasser (H2O) im Gegensatz zu Lachgas (N2O) eine Flüssigkeit?
6. ich habe 2 Lösungen mit der gleichen Masse von Natriumchlorid und Aluminiumchlorid. Warum löst sich in der einen mehr Kalk als in der anderen?
Ich hoffe es ist nicht so unverschämt gleich soviele Fragen zu stellen (müssen ja nich alle beantwortet werden), aber ich wollte nicht für jeder neue Frage einen neuen Thread erstellen.
Vielen Dank schonmal im vorraus und Gruss,
BenHur.
Friedrich Karl Schmidt
18.02.2006, 18:18
Ein paar eigene Gedanken beizusteuern wäre nicht zuletzt auch deshalb sinnvoll, weil sich der Erwartungshorizont des Aufgabenstellers dann eher abschätzen lässt.
Gruß FKS
BenHur74
18.02.2006, 18:57
Ok, das sehe ich genauso...hier also meine Gedanken:
zu 1. Ich bin mir eigentlich sicher, dass sich Wasser nicht komprimieren lässt. Wenn doch brächte man einen sehr hohen Druck und das Wasser müsste wärmer werden (wegen der Molekularbewegung). Aus meiner Sicht ist das eine Fangfrage.
zu 2. Eventuell alle organischen Stoffe unter Einfluss von Sauerstoff. So wird ja auch Benzol (Alkylbenzol) bei Anwesenheit von Sauerstoff mikrobiell abgebaut.
zu 3. Benzol kann sich nicht vermischen, also keine Diffusion. Und kann über einen Durchlüftungsbrunnnen belüftet werden, so dass es entgasen kann. Zink wird wohl diese Eigenschaft nicht haben.
zu 4. Das eventuell nur in Anwesenheit von Sauerstoff eine Reaktion abläuft? (Redoxprozess)
zu 5. Dafür habe ich leider keine zündende Idee.
zu 6. Ist eventuell die Ionenaktivität bei Aluminiumchlorid grösser? Jedenfalls bin ich mir sicher, dass Natriumchlorid mehr Kalk lösen kann, da es ja auch im Haushalt (Wasserenthärter) angewendet wird.
Wie gesagt...leider sind meine Chemiekenntnisse nicht die besten. ;)
Aber vllt kann mir jetzt jemand weiterhelfen.
Mfg, BenHur.
Godwael
18.02.2006, 19:13
zu 1. Ich bin mir eigentlich sicher, dass sich Wasser nicht komprimieren lässt. Wenn doch brächte man einen sehr hohen Druck und das Wasser müsste wärmer werden (wegen der Molekularbewegung). Aus meiner Sicht ist das eine Fangfrage.
Seh ich auch so.
zu 2. Eventuell alle organischen Stoffe unter Einfluss von Sauerstoff. So wird ja auch Benzol (Alkylbenzol) bei Anwesenheit von Sauerstoff mikrobiell abgebaut.
Zum Beispiel, aber nicht nur. Informier dich mal über chemoautotrophe Organismen. Spielt allerdings in den oberen Schichten keine wesentliche Rolle.
zu 3. Benzol kann sich nicht vermischen, also keine Diffusion. Und kann über einen Durchlüftungsbrunnnen belüftet werden, so dass es entgasen kann. Zink wird wohl diese Eigenschaft nicht haben.
Benzol diffundiert sehr wohl. Diffusion hat mit der Löslichkeit zu tun. Was du meinst, ist, dass es nicht in Lösung transportiert wird, im Gegensatz zu Zink.
BenHur74
18.02.2006, 19:43
Vielen Dank schonmal für die klärenden Antworten.
Zum Beispiel, aber nicht nur. Informier dich mal über chemoautotrophe Organismen. Spielt allerdings in den oberen Schichten keine wesentliche Rolle.
d.h. es gibt dann wohl auch Organismen, die was mit Kohlendioxid anfangen können.
Da fällt mir ein...ich hätte da noch eine Frage, die mehr was mit der Hydrologie zu tun hat: wenn ich die monatlichen Werte für Niederschlag (N) und Evapotranspiration (ET) in einem tropischen Einzugsgebiet für ein Jahr einreln addiere und dann in Bezug setze, ergibt sich, dass nichts für den Abfluss (A) übrig bleibt. Somit gibt es in den Tropen kein Grundwasser?
Für mich sind das rein theoretische Werte, die mit der Prazis nichts zu tun haben. Klar ist, dass in den Tropen eine intensive Sonnenstrahlung herrscht und insofern eine hohe Verdunstungsrate vorhanden ist. Aber auch gerade deswegen gibt es ja eine ganzjährige hohe Niederschlagsmenge. Ich denke, dass der richtige Speicher zum Teil auch im geschlossenen Kronendach des Regenwaldes steckt. Und die ganzen Prozesse eigentlich auch nur verzögert passieren. Also so eine Art geben und nehmen.
Was denkt ihr darüber?
Mfg, BenHur.
Friedrich Karl Schmidt
19.02.2006, 12:42
1. Auf wieviel % lässt sich Wasser ungefähr in einem gespannten Aquifer komprimieren? (Anmerkung: Wasser lässt sich doch nicht komprimieren...?)Jeder Stoff ist mehr oder weniger kompressibel. Die Kompressibilität von Wasser ist aber so gering, dass man die daraus resultierende Volumenänderund i.a. vernachlässigen kann.
2. Welche Stoffe können mikrobiell abgebaut werden? Alle Stoffe, für die sich im Verlauf der evolutionären Entwicklung ein Mikrobenstamm gebildet hat, der zum Abbau befähigt ist. Was heute noch als nicht abbaubar gilt, kann in durchaus nicht ferner Zukunft abbaubar sein. Voraussetzung ist nur, dass Mikroben einen Vorteil aus dem Abbau ziehen können. In der Regel besteht der Vorteil darin, dass beim Abbau eines Stoffes die für das Leben der Mikroben erforderliche Energie verfügbar wird. Insofern wird sich für den Abbau von "durchoxidierten" Stoffen wohl kein Mikrobenstamm für deren Abbau entwickeln (Teflonz.B.)
3. Welcher grosse Unterschied besteht zwischen einem Schadensfall mit Zink und einem mit Benzol? Eine derart platt formulierte Frage zu beantworten, setzt hellseherische Fähigkeiten oder intimes Insiderwissen voraus. Deshalb nur die folgende Anmerkung.
Benzol mischt sich durchaus mit Wasser. Wenn auch nur in geringem Umfang. Dennoch werden sich z.B. eine Million Liter Benzol im Bodensee mit Sicherheit homogen verteilen.
Und was ist ein Unfall mit Zink: Ist jemand über einen Zinkeimer gestolpert. Ist eine Packung Zinkweiß aufgegangen? Es ist weder die Zinkverbindung genannt, für die ein Unfall angenommen werden soll, noch wird irgend eine Angabe zur Art des Unfalls gemacht.
4. Welche Kriterien muss eine Reaktionsgleichung für die Mischung Bariumchloridlösung mit einer Anhydritlösung erfüllen? Es gibt keine speziellen Kriterien für eine bestimmte Reaktionsgleichung.
Ba2+ + SO42--> BaSO4
5. Warum ist Wasser (H2O) im Gegensatz zu Lachgas (N2O) eine Flüssigkeit? Die zwischenmolekularen Bindungen sind im Fall des Wassers stärker als die Bindungen, mit denen N2O - Moleküle in kondensierter Phase aneinander gebunden sind. Wahrscheinlich will der Frager hören, dass H2O polarer ist und in kondensierter Phase Wasserstoffbrücken zwischen den Molekülen aufbaut.
6. ich habe 2 Lösungen mit der gleichen Masse von Natriumchlorid und Aluminiumchlorid. Warum löst sich in der einen mehr Kalk als in der anderen?Mit dieser Frage macht der Frager sein Meisterstück in einer Sammlung von insgesamt nicht besonders intelligent gestellten Fragen. Selbst wenn man unterstellt, dass die Frage darauf abzielt, dass sich ein schwerlöslicher ionisch aufgebauter Stoff in einer (fremdionigen!)Salzlösung besser löst als in reinem Wasser, wäre die Frage so kaum zu beantworten.
Als 2.Möglichkeit käme in Betracht, dass eine AlCl3-Lösung sauer reagiert, so dass sich hier der CaCO3 besser lösen sollte.
Ich hoffe, wir kriegen hier im Forum die Musterlösungen zu den o.a. Fragen zu Gesicht, zusammen mit der Angabe der Instituton, in deren Namen diese Meisterleistung an Fragetechnik kreiert worden ist.
Gruß FKS
Godwael
19.02.2006, 13:17
Und was ist ein Unfall mit Zink: Ist jemand über einen Zinkeimer gestolpert. Ist eine Packung Zinkweiß aufgegangen? Es ist weder die Zinkverbindung genannt, für die ein Unfall angenommen werden soll, noch wird irgend eine Angabe zur Art des Unfalls gemacht.
:rofl:
Man kann anhand der Frage zumindest die Vermutung anstellen, dass es sich um eine einigermaßen lösliche Zinkverbindung handeln muss (wie kriegt man einen Zinkeimer ins Grundwasser? Mit nem Bagger?).
Allchemist
19.02.2006, 13:34
Musste erstmal googeln um rauszufinden was ein gespannter Aquifer ist - wieder was gelernt, nämlich hier:
da gibt es auch eine Tabelle zur Kompressibilität von Wasser. Die beträgt zwischen 40...50*10-9/hPa. Oder 40...50*10-6/bar.
Damit beträgt die Kompression 0,5% bei 1000 bar (wenn ich richtig gerechnet habe).
Was die Qualität der Fragen betrifft pflichte ich FKS uneingeschränkt bei.
BenHur74
19.02.2006, 16:16
Was die Qualität der Fragen betrifft pflichte ich FKS uneingeschränkt bei.
Ja, so sehe ich dass auch so, was für mich auch ein grosses Problem in der bevorstehenden Prüfung darstellt...man könnte u. a. die Fragen wesentlich präziser stellen. Aber wie gesagt...ich hab sie mir nicht ausgedacht.
Eine präzise Antwort zu den Fragen werde ich wohl hier nicht geben können, da sie von Probeklausuren stammen.
Allchemist
19.02.2006, 16:39
Ja, so sehe ich dass auch so, was für mich auch ein grosses Problem in der bevorstehenden Prüfung darstellt...man könnte u. a. die Fragen wesentlich präziser stellen. Aber wie gesagt...ich hab sie mir nicht ausgedacht.
Eine präzise Antwort zu den Fragen werde ich wohl hier nicht geben können, da sie von Probeklausuren stammen.
Ich sehe allerdings in unpräsisen Fragen auch einen Vorteil:
Man kann herrlich viel hineininterpretieren:
So zum Beispiel:
Unter der Annahme, dass der Schadensfall darin besteht, dass ein Benzolgefüllter Zinkeimer in den Bach fällt, ist das Benzol erheblich kritischer weil...:D Handelt es sich jedoch um wasserlösliche Zinksalze in größeren Mengen ...