Hallo ich muss für eine wichtige Arbeit wissen,
welche Faktoren bei der chemischen Verwitterung(z.b.Temperatur) zu beachten sind und in welche Wirkungszonen(Geographisch,Klimazonen) die chemische Verwitterung einzuteilen ist
Schonmal im Vorraus vielen Dank für Antworten!;)
ricinus
18.02.2006, 17:07
Hallo
da spielen eine Menge Faktoren eine Rolle, jedes Problem ist eigentlich individuell zu behandeln...
Am wichtigsten scheinen mir Sauerstoffsättigung, pH Wert und Redoxpotential, und auch Menge des Wassers zu sein. Ferner können manche gelöste Mineralien die Verwitterung anderer Phasen begünstigen, andererseits können bereits herausgelöste Mineralien durch ausfallende Mengenelemente (typisch sind Fe, Al, Mn Hydroxide) mitgerissen werden und so dem Wasser wieder entzogen werden. Adsorptive Bindung an im Wasser enthaltenen Stoffen (z.B. kolloidale Mn, Fe Hydroxide) kann auch die Verwitterung begünstigen, ebenso wie Komplexierung durch im Wasser gelöste organische Stoffe (Humin- und Fulvinsäuren). In beiden Fällen wird dann die Verwitterung beschleunigt indem das Lösungsgleichgewicht zur Produktseite hin verschoben wird. Temperatur spielt in der ganzen Geschichte eigentlich eine eher untergeordnete Rolle, da in den Bereich, wo wr Verwitterung untersuchen können eigentlich die Temperatur ziemlich konstant ist...
lg
PS Und willkommen im Forum !
Edgar
20.02.2006, 08:15
Temperatur spielt in der ganzen Geschichte eigentlich eine eher untergeordnete Rolle, da in den Bereich, wo wr Verwitterung untersuchen können eigentlich die Temperatur ziemlich konstant ist...
das würde ich so nicht sagen: Auch wenn hier ausdrücklich von chemischer Verwitterung die Rede ist: Die Oberflächenvergrösserung durch Frostsprengung hat sicher in vielen Fällen auf die Reaktionsgeschwindigkeit einen ganz erheblichen Einfluss.
Viruz
20.02.2006, 15:21
Danke für die Erklärung! Nun fehlt mir nur noch eine geographische Zuordnung zu den bekannten Verwitterungstypen...
Temperaturen müssten doch aber eine wichtige Rolle spielen wenn man die Verwitterung in tropischen Gebieten und gegensätzlich in kalten und trocknen Regionen miteinander vergleicht?
Viruz
20.02.2006, 18:23
Klimazonen und welche Verwitterungsform herrscht vor? Begründung dazu?
Also grundsätzlich ist es so, dass sich das Gewicht mit zunehmender Breite von chemischer zu physikalischer Verwitterung verschiebt. In den immer- und wechselfeuchten Tropen überwiegt die chemische stark, allein bedingt durch die große Wasserverfügbarkeit und die konstant hohen Temperaturen. In den ariden und semiariden Subtropen ist die Sache schon differenzierter zu sehen, hier hat die physikalische Verwitterung durch die geringe Verfügbarkeit von Wasser und die starke Insolation einen größeren Anteil(-> Insolationsverwitterung, Abgrusung, Kernsprung, um nur n paar Schlagwörter zu nennen). Mit zunehmender Breite wird der Anteil der physikalischen Verwitterung dann immer größer, in unseren Breiten (gemäßigte Mittelbreiten) halten sich die beiden in etwa die Waage, die chemische ist hier aber noch etwas stärker. Weiter nördlich (bzw. südlich auf der Südhemisphäre) nimmt dann der Einfluss der chemischen Verwitterung immer mehr ab, es dominieren Verwitterungsarten wie z.B. Frostsprengung, was durch das Fehlen flüssigen Wassers zu erklären ist (ne Hauptvoraussetzung für chemische Verwitterung wie Hydrolse etc.). Soweit klar, oder fehlt noch was?
Grüße ;)
Viruz
02.03.2006, 17:26
Danke! Das scheint sehr vollständig zu sein :)
Würde mich trotzdem auf weitere Kommentare hierzu freuen!
Benzaldehyd
02.03.2006, 22:34
Ach so, noch 'n Edit: Natürlich liegt auch in den borealen Klimaten flüssiges Wasser vor, durch häufige Temperaturwechsel kommt es ja erst zur Frostsprengung. Allerdings ist die Menge an verfügbarem flüssigen Wasser um einiges geringer (und saisonal verfügbar) als beispielsweise in den immerfeuchten Tropen, ausserdem begünstigen wie schon gesagt hohe Temperaturen in Verbindung mit flüssigem Wasser insbesondere chemische Verwitterung.
Eine Ausnahme stellt die Karstverwitterung dar, bei der vereinfacht gesagt Kalkgestein durch Kohlensäure gelöst, also verwittert wird. Hohe Temperaturen senken die Löslichkeit der Kohlensäure im Wasser, was die Verwitterung verlangsamt. Niedrige Temperaturen tun dies ebenso gemäss der RGT-Regel.
Ansonsten korreliert die Intensität der meisten wichtigen Arten der chemischen Verwitterung (Hydrolyse, Oxidation, Hydratation) mit der Temperatur, je höher desto stärker.
So, ich glaub das wars was mir dazu noch einfiel, sry wenn ich immer so Romane schreibe ;)
Grüße
:)
Kathrin-Cat
04.03.2006, 17:11
Huhu;)
zu dem Thema hab ich auch eine Frage:
welche Rolle spielt hier das Ionenpotential oder das Redoxpotential??
wär lieb wenn ihr mir da ausführlich weiterhelfen könntet!
:kiss2:
bm
04.03.2006, 18:41
Das Redoxpotential spielt kaum eine Rolle, das die Elemente in der Regel in ihrer stabilsten Oxidationsstufe bereits vorliegen.
Nicht so beim "Verwittern" von Bauwerken : http://de.wikipedia.org/wiki/Stahlbeton
ricinus
04.03.2006, 22:10
Das Redoxpotential spielt kaum eine Rolle, das die Elemente in der Regel in ihrer stabilsten Oxidationsstufe bereits vorliegen.
Davon auszugehen kann schön daneben gehen : Mein Lieblingselement bspw ist unter Sauerstoffsättigung im Wasser thermodynamisch stabil in der Oxidationsstufe 5. Trotzdem liegt meist ein beträchtlicher Anteil der Gesamtkonzentration aus kinetischen Gründen in der Oxidationsstufe 3 vor. Je nach Liganden, die vorhanden sind, können unerwartete Oxidationsstufen stabilisiert werden. Ähnliches gilt für viele Elemente, die in mehreren Wertigkeiten vorliegen können.
Ausserdem spielt natürlich die Matrix eine entscheidende Rolle, welche OZ denn "stabil" ist. So ist z.B. Fe2+ überaus verbreitet in Mineralien und in diesen absolut stabil, solange keine Verwitterung eintritt: Olivin, Ankerit um nu zwei sehr verschiedene zu nennen. Rhodochrosit und Rhodonit enthalten Mn2+ ...
lg
Benzaldehyd
05.03.2006, 03:07
Ja, also allgemein lässt sich sagen dass das schon eine Rolle spielt, aber mehr als das auch nicht. Für näheres müsste man auf die einzelnen Gesteine und Minerale eingehen, und das ist n Thema für sich *g*.....Welche Gesteine beispielsweise anfällig gegen Säure sind, welche Ionen und welche Vorraussetzungen vorhanden sein müssen etc., also wie schon gesagt das muss man dann recht speziell betrachten.
Grüße :)
Viruz
05.03.2006, 11:23
hat jemand etwas zur ökologischen Bedeutung der chem. Verwitterung?? wenn ja wär ich sehr dankbar dafür
mfg viruz
Edgar
06.03.2006, 09:03
Verwitterung heisst ökologisch zuallererst: Freisetzung von mineralischen Nährstoffen = Düngung.
Wenn die Verwitterung nicht ständig Mineralien wie K und P nachliefern würde wären die naturbelassenen Böden völlig ausgelaugt.
Rosentod
06.03.2006, 11:41
Mein LieblingselementSb oder As?
Tino71
06.03.2006, 13:43
Sb oder As?Näää - V!
Oder nicht ? :D
Viruz
06.03.2006, 19:47
eine kleine Frage hab ich noch...warum verwittern Sekundärminerale schneller als Primärminerale?
ricinus
09.03.2006, 09:34
Sb oder As?
Sb. Gibt's überhaupt noch andere Elemente ?
Muzmuz
13.03.2006, 21:18
warum sekundärminerale schneller verwittern als primärminerale weiss ich zwar nicht 100%ig, aber ich denke, dass primärminerale kompakter sind und weniger oberfläche langsamere verwitterung bedeutet