Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : schwarzer Tee
TC
12.03.2002, 12:20
Hallo,
kann mir vielleicht jemand sagen ob der übermäßige Genuß von schwarzem Tee über längere Zeit irgendwelche schädlichen Folgen haben kann.
nobody
12.03.2002, 12:59
Naja, Coffeinmißbrauch über längere Zeit führt zu Abhängigkeit. Entzugserscheinungen sind dann z.B. Kopfschmerzen und Müdigkeit etc.
Höhere Coffein-Dosen rufen Händezittern, Blutdrang zum Kopf und Druck in der Herzgegend hervor.
Desweiteren ist Tee in der Lage größere Mengen Eisen zu binden, was zu Eisenmangelerscheinungen führen kann.
Auch eine Belastung mit Organochlorpestiziden (z.B. DDT) muß diskutiert werden, auch wenn sich das wohl schon verbessert hat.
doppelelch
12.03.2002, 13:17
Ich sage nur: Paracelsus *g
Aber im Ernst...das ist eine komplexe Frage...warte mal, muss mal kurz schmökern.
Oha...
Also in zwei Büchern steht dazu einiges drin:
1.: Katalyse-Umweltgruppe Köln e.V.: "Chemie in Lebensmitteln", Zweitausendeins-Verlag, (allerdings von 1981)
In 1. (kurz zusammnegfasst) wird sich über die Wirkung von Gerbstoffen, Coffein (und anderer Alkaloide), Mineralien, Schwermetallen und Schädlingsbekämpfungsmitteln ausgelassen.
Den Gerbstoffen (Teepolyphenole, speziell Catechine) wird hauptsächlich eine Heilwirkung zugeschrieben (bei Magen-Darmkrankheiten, Verstärkung der Vitamin C-Wirkung, Senkung des Bluttcholestreinspiegels, entzündungshemmende Wirkung u.v.m.) Andererseits (Emsley widerspricht dem allerdings zaghaft in Lit. 2 - 20 Jahre später) wird eine krebserzeugende Wirkung nicht ausgeschlossen.
Tja...das Thema Coffein könnte vermutlich ein Bücherregal füllen.
Um das, was in Lit. 1 dazu steht auf den Punkt zu bringen:
"Die Aussagen über die Schädlichkeit des Kaffee-Coffein-Genusses (auch hier widerspricht übrigens Emsley. Coffein im Allgemeinen ist wohl, laut Emsley. nicht so schädlich, wie es seinem Ruf nach entspricht) lässt sich nicht ohne Weiteres auf das Tee-Coffein übertragen. Tee-Koffein hat einen antiarteriosklerotischen Effekt. Trotzdem hat die US-Gesundheitsbehörde im September 1980 schwangere Frauen ausdrücklich vor dem Genuß coffeinhaltiger Getränke gewarnt."
Mineralien:
Tee hat einen hohen Fluoridgehalt. Kariesvorbeugend ist das aber wohl nur bei Kindern bis 14. Danach erhöht sich die Kariesanfälligkeit durch ständige Fluoridgaben wieder (Oje...das wundert mich jetzt aber. Wir benutzen nämlich fluoriertes Iodsalz. Warum wird das denn dann überhaupt angeboten!!)
Tägliche Dauergaben von 10mg Fluoriden führen wahrscheinlich zu chronischen Schäden (Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche, Verdichtung der Knochensubstanz, Anämie). Statistische Untersuchungen haben einen Zusammenhang zwischen Trinkwasserfluoridierung (in Chile) und Krebs festgestellt. Bei 2-3 Tassen Tee wird übrigens etwa 1mg Fluorid aufgenommen.
Ich denke, insgesamt ist das alles hier von dieser Li. 1 mit Vorsicht zu genießen. Sollte erstmal nicht überbewertet werden. Erstens ist es 20 jahre alt, zweitens sind solchen Statistiken nur bedingt zu trauen. (Mal sehen, was Emsely noch so schreibt)
Weiter mit 1.
Schwermetalle:
Hohe Konz. an Blei (bis zu 3,08 ppm - Ist das viel FK?) und Hg (bis zu 3,0 ppm). Im (ausschlaggebenden) Aufguss sind es nur noch bis zu 0,02 ppm Pb (Hg: ?).
Nach der Trinkwasserverordnung dürfen nur 0,04 mg Pb in einem Liter Wasser enthalten sein.
Durch Tee käme demnach nicht mehr Pb ins wasser als durch die Verordnung erlaubt ist (wie beruhigend *g). Dies gilt aber nur, wenn die ohnehin schon im Trinkwasser vorhandenen Pb-Mengen vernachlässigt würden. Da jedes Mehr an Pb eine Verschärfung des Gesundeheitsrisikos bedeutet, muss also eine Verringerung der Pb Konz.en im tee angestrebt werden.
Schädlingsbekämpfungsmittel:
kurz zusammengefasst: nix Genaues weiß man nicht
So, was sagt Emsley (Lit. 2)?
Tee wirkt vermutlich (aus verschiedensten Gründen) Krebsvorbeugend. (Vor allem aber grüner Tee)
er senkt das Infarkt- und Schlaganfallrisiko. Senkt den Cholesterinspiegel (hatten wir schon!)
(Immer vorausgesetzt, er wird ohne Milch getrunken , denn dabei scheinen die Eigenschaften verloren zu gehen*g). Emsley ist aber überaus vorsichtig mit seinen Aussagen. Unterm Strich sagt er: Genaues weiß man noch nicht. Statistisch scheint noch nichts abgesichert zu sein.
Und zum Coffein schreibt er, - auch sehr grob und sträflich knapp zusammengefasst - dass es auf verschiedene Menschen ganz verschiedene Wirkung haben kann.
Soweit erstmal.
Bin gespannt, was noch so kommt.
(Vor allem von FK, wenn er Lust hat was zu schreiben)
Aber unterm Strich würde ich Dir den Emsley empfehlen! Schau dann selbst mal rein.
Gruß
de
doppelelch
12.03.2002, 13:20
Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Naja, Coffeinmißbrauch über längere Zeit führt zu Abhängigkeit. Entzugserscheinungen sind dann z.B. Kopfschmerzen und Müdigkeit etc.
Höhere Coffein-Dosen rufen Händezittern, Blutdrang zum Kopf und Druck in der Herzgegend hervor.
Naja, das kann man in dieser Allgemeinheit, laut Emsley, eben nicht so stehen lassen! Aber was heißt schon "Missbrauch"?
(Ich sagte ja eingangs: Paracelsus!)
schlumpf
12.03.2002, 14:16
die Nebenwirkungen sind ja bekannt, von Ländern die sich vom Tee ernähren :p
nämlich komplette Umstellung der Nahrungsgewohnheiten auf pappige Sandwiches, Fish & Chips und lauwarmes Bier
nobody
12.03.2002, 14:30
Originalnachricht erstellt von doppelelch
Naja, das kann man in dieser Allgemeinheit, laut Emsley, eben nicht so stehen lassen! Aber was heißt schon "Missbrauch"?
(Ich sagte ja eingangs: Paracelsus!)
Also so stehts jedenfalls auch sinngemäß im Römpp. Ich denke auch das es in Ordnung geht. Ist natürlich die Frage, wie man Mißbrauch definiert. Aber es gibt mehr Coffeinsüchtige als man denkt. :D Allerdings gehöre ich nicht dazu.
FK
12.03.2002, 17:13
Originalnachricht erstellt von schlumpf
die Nebenwirkungen sind ja bekannt, von Ländern die sich vom Tee ernähren :p
nämlich komplette Umstellung der Nahrungsgewohnheiten auf pappige Sandwiches, Fish & Chips und lauwarmes Bier
Kann aber auch passieren, dass sie sich statt dessen von Reis ernähren und zu einem Milliardenvolk anwachsen :D :D
Abwarten und Tee trinken....
Gruß,
Franz
nobody
12.03.2002, 17:58
Coffein aus Tee und Kaffee sind (natürlich) chemisch identisch. Allerdings wird das Coffein aus Tee angeblich verzögert freigesetzt (Bindung an Gerbstoffe). Läßt man Tee nur kurz ziehen, löst sich vornehmlich Koffein, die Brühe wirkt anregend. Beim längeren Ziehen lösen sich immer mehr Gerbstoffe (wie man unschwer selbst feststellen kann...), und das Coffein ist nicht mehr so leicht verfügbar (bzw. wird nur langsam abgegeben). Soweit die - von mir nicht überprüfte - Theorie. Die ganzen gesundheitsfördernden Eigenschaften sollen nur auf grünen Tee zutreffen, der anders als schwarzer nicht fermentiert ist. Die Eisenbindung durch Gerbstoffe sollte man - zumindest bei regelmäßigem Konsum - vielleicht nicht ganz vernachlässigen.
Bei mir wirken zu hohe Kaffee-Mengen ermüdend, obwohl Puls und Blutdruck raufgehen! Bei Tee habe ich das bisher so nicht bemerkt.
FK
12.03.2002, 18:48
Originalnachricht erstellt von Nitropenta
Bei mir wirken zu hohe Kaffee-Mengen ermüdend, obwohl Puls und Blutdruck raufgehen
;) Vielleicht solltest Du nicht immer diesen coffeinfreien Kaffeee aufbrühen... :D
Spaß beiseite....ein paar Stunden funktioniert das wach halten mit Coffein ganz gut. Irgendwann hört das dann auf. Man ist nicht mehr wach genug, um Vernünftiges zu tun, aber schlafen kann man auch nicht......
Ich lasse Tee immer nur recht kurz ziehen (60 - 90 Sekunden); auf Gerbsäuren bin ich nicht scharf....Ausnahme vielleicht Keemun; der gibt so wenig Gerbsäure ab, dass er mehrere Minuten ziehen kann.
Interessant übrigens: auf leeren Magen vertrage ich Tee schlechter als Kaffee (sind's die Gerbsäuren?).
Gruß,
Franz
nobody
12.03.2002, 19:06
Nöö, bleifrei is nich, weder bei Kaffee noch bei Bier. Nur mein Auto kricht bleifrei.
TC
13.03.2002, 09:04
Die ganzen gesundheitsfördernden Eigenschaften sollen nur auf grünen Tee zutreffen, der anders als schwarzer nicht fermentiert ist.
Was bedeutet fermentiert.
minutemen
13.03.2002, 10:00
Originalnachricht erstellt von TC
Was bedeutet fermentiert.
das bedeutet, dass tee durch best. bakterien aufgearbeitet, gewissermassen vergoren wird - nicht zu verwechseln mit fäulnis. tabak oder kakao zb. werden ebenfalls einer solchen prozedur unterworfen. dazu wird das noch feuchte pflanzenmaterial lose zusammengepackt (oder der tabak aufgehangen) & bis zum ende des prozesses sich selbst überlassen.
nobody
13.03.2002, 12:13
So viel ich weiß, besorgen die im Tee enthaltenen Enzyme beim "Sterben" der Zellen die Fermentation (daß das nicht keimfrei abgeht, ist mir klar). Um grünen Tee zu erhalten, werden die Enzyme durch heißen Wasserdampf denaturiert.
nobody
19.03.2002, 18:01
(...)die Schädlichkeit des Kaffee-Coffein-Genusses(...)
muß ich mir jetzt auch noch das Kaffeetrinken abgewöhnen?
:confused:
nobody
20.03.2002, 13:28
Originalnachricht erstellt von M
muß ich mir jetzt auch noch das Kaffeetrinken abgewöhnen?
:confused:
nee, ein paar Tassen sind bestimmt in Ordnung - sage ich mir auch jeden Tag. :D
Vielleicht sollte man Beipackzettel für coffeinhaltige Lebensmittel einführen... Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheke - oder Chemieonline :D
nobody
20.03.2002, 13:32
hat sich das Kaffe trinken abgewöhnt. Er hat jeden Tag so ca. 20 Tassen getrunken. Er hat mit mir ausgemacht, wenn er eine Tasse trinkt bekomme ich 50€. Super er hat seit einem Jahr aufgehört. Leider hat er seitdem keinen Kaffe mehr getrunken, also kein Geld für mich. :mad: Wenn jemand Kinder hat, ist sicher eine super Methode. :D
Bei 80-100 ist man tot(in schneller Folge):
nobody
22.03.2002, 03:23
Bei 80-100 ist man tot(in schneller Folge)
ja, das ist richtig. Das scheint die letale Dosis an Koffein zu sein.
Nur, vor Koffein fürchte ich mich gar nicht so (wenn ich das so sagen darf).
Denn mein Schreckgespenst heißt nicht Herzinfarkt oder Ähnliches, sondern Krebs.
Und dafür ist,glaube ich, das Koffein weniger berüchtigt (oder doch?)
Dennoch besteht der bislang noch nicht vollständig ausgeräumte Verdacht, Kaffeegenuss und Entstehung von Krebs könnten in einem gewissen Zusammenhang stehen.
Dafür käme einer der unüberschaubar vielen sonstigen Inhaltsstoffe im Kaffee in Frage, von denen ja einige eine cancerogene Wirkung haben sollen (andere angeblich wiederum nicht).
Wie ist denn das nun zu bewerten? Stellt Kaffee eine reele Gefährdung dar? Würde es sich daher lohnen, das Kaffeetrinken abzugewöhnen? Oder ist das im Hinblick auf die auch im sonstigen Alltag gegebene unausweichliche Begegnung mit als potentiell krebserregend eingestuften Stoffen (wo zum Beispiel?) eine eher übertriebene Maßnahme?
Wie haltet ihr es? Ich jedenfalls, bin jetzt den 5. Tag "clean", aber so richtig Spaß macht das nicht. Deswegen würde mir eine schnelle Aufklärung des Sachverhaltes nicht ungelegen kommen. ;)
Dankeschön...
nobody
22.03.2002, 06:10
Originalnachricht erstellt von M
Ich jedenfalls, bin jetzt den 5. Tag "clean", aber so richtig Spaß macht das nicht. Deswegen würde mir eine schnelle Aufklärung des Sachverhaltes nicht ungelegen kommen. ;)
Dankeschön...
Ich genieße gerade meine 2. Tasse Kaffee, sieh mal auf die Uhrzeit :sleep:
Ich denke, rauchen ist da gefährlicher - ich habe mich für das Übel Kaffee entschieden. :D
doppelelch
22.03.2002, 09:28
@M:
Originalnachricht erstellt von doppelelch
Emsley ist aber überaus vorsichtig mit seinen Aussagen. Unterm Strich sagt er: Genaues weiß man noch nicht. Statistisch scheint noch nichts abgesichert zu sein.
Nicht sehr befriedigend, aber ich denke, das triffts nach wie vor! :rolleyes:
Gruß
de
nobody
22.03.2002, 10:00
Im Kaffee ist - neben den schon in der Pflanze vorhandenen Sachen - auch noch ne ganze Handvoll an Röststoffen drin (sonst gäb's ja kein Verwöhnaroma). Ich kann mir gut vorstellen, daß da auch nicht so gesunde Sachen drunter sind. Fragt sich aber wie immer, ob die Menge eine Geige spielt oder nicht.
JJFox
22.03.2002, 11:46
Originalnachricht erstellt von M
Wie haltet ihr es? Ich jedenfalls, bin jetzt den 5. Tag "clean", aber so richtig Spaß macht das nicht. Deswegen würde mir eine schnelle Aufklärung des Sachverhaltes nicht ungelegen kommen.
Also ein Tag ohne Kaffee (am Besten statt Uni im Kaffeehaus!) ist ein verlorener Tag! ;)
Es gibt sicher Dutzend ungesündere Dinge und was so gut schmeckt kann nicht schädlich sein :D
Kutti
24.03.2002, 20:35
Über das Trinkverhalten und die Vorlieben des Einzelnen kann hier weiterdiskutiert werden ! ;)