Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Oxalsäure
nobody
03.10.2000, 19:41
Hi zusammen!
Ich schreibe zur Zeit meine Facharbeit über das Thema Oxalsäure. Dafür bräuchte
ich allgemeine Informationen über Oxalsäure und im Speziellen über ihren Einfluss auf
den Calziumhaushalt des Menschen. Ich wäre auch für Versuchsanleitungen zum
Extrahieren von Oxalsäure aus Pflanzen (besonders Rhabarber) dankbar.
vielen Dank im voraus
Peter
nobody
03.10.2000, 20:57
Hallo Kuli!
Also ich weiß nur, dass Oxalsäure mit Calcium einen unlöslichen Komplex (Calciumoxalat) bildet, der sich bei hoher Oxalsäurekonzentration im Körper durch Bildung von Harnsteinen bemerkbar macht.
Ausserdem sinkt dadurch die Ca-Konzentration im Blut, mit Folgen für die Blutgerinnung.
Also die Oxalsäure entzieht dem Körper Calcium.
Ich denke, dass man mit Hilfe von Calcium oder Cu(II) auch Oxalsäure aus Pflanzen in Form von Komplexen gewinnen kann.
nobody
05.10.2000, 17:04
Aus Rhabarber würde ich wie folgt vorgehen:
Die Pflanzensubstanz zerkleinern und mit Wasser einlegen(nach einiger Zeit Pflanzenreste herausnehmen...) Dann mit Calciumcarbonat
neutralisieren (Calciumacetat ist wie gesagt
nicht löslich...), mit stark verdünnter HCL das restliche Carbonat auflösen (gut löslich). Letztlich das Acetat abfiltern und
die Säure aus dem Salz abspalten.
Ich hoffe es genügt....
Jens
05.10.2000, 19:42
@Chet
Statt Calciumacetat meinst du doch sicher
Calciumoxalat.
Irgendwie glaube ich, daß es nicht so einfach sein wird, Oxalsäure vom Calcium abzuspalten.
DirtyHarry
01.11.2000, 22:38
@kuli
Die Giftwirkung von Oxalsäure beruht, wie schon von einem meiner "Vorredner" ;-) erwähnt auf einer massiven Störung des Ca-Haushalts des Körpers. Es kommt zur Bildung von Blasen und Nierensteinen etc. Die akute Giftwirkung (das was einen letztendlich umbringt) beruht darauf, dass ausgefallene Ca-Oxalat-Kristalle die Nierenkanälchen relativ schnell "dichtmachen" und die Niere somit Schadstoffe nicht mehr aus dem Körper mit dem Harn abführen kann. Der Körper vergiftet sich dann quasi selbst, da sich im Körper produzierte oder auch aufgenommene Schadstoffe bis zu gefährlichen Konzentrationen anreichern!
Zur Isolierung von Oxalsäure aus Rhabarber hab ich direkt nix gefunden, aber zur Isolierung von Zitronensäure aus Zitronen. Die bildet nämlich auch ein schwerlösliches Calciumsalz, man sollts nicht glauben! Mein Vorschlag wäre, Rhabarberstengel zerkleinern und unter Zusatz von etwas Wasser durch einen Entsafter jagen. Den Saft filtrieren und mit Kalkmilch (ges. Lösung von Calciumhydroxid) neutralisieren, aber etwa auf pH 5-6, nicht 7 oder bis ins Alkalische gehen. Das ausgefallene Ca-Oxalat mit lauwarmem Wasser waschen, abfiltrieren. Nach Trocknen in 50-60°C warmem Wasser suspendieren und mit verd. Schwefelsäure leicht ansäuern (ebenfalls pH 5-6). Vom ausgefallenen Gips (Calciumsulfat), der noch viele Verunreinigungen mitgefällt hat (wie praktisch!) abfiltrieren, und die Lösung auf dem Wasserbad einengen, bis sich Kristalle abscheiden. Langsam abkühlen lassen und die als Dihydrat ausgefallene Oxalsäure abfiltrieren. Ggf. muss nochmals aus Wasser unter Zusatz von Aktivkohle umkristallisiert werden.
Löslichkeit:
9g Oxalsäure in 100g Wasser bei 20°C
120g Oxalsäure in 100g Wasser bei 90 °C
18,7g Oxalsäure in 100g abs. Ethanol bei 15°C
1,37g Oxalsäure in 100g Ether bei 23,5 °C
Schmelzpunkt:
189,5°C wasserfreie Form
101,5°C (Sublimation) Dihydrat