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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stickstoffverbindungen


nobody
26.09.2000, 13:15
Hallo
Ich ahb gleich mehrere Fragen
Wie ist der Reaktionsmechanismus bei der Osazonbildung?
Wie sind die Oxidationszahlen von N bei der Reduktion von Nitrobenzol zu Anilin?
Azokupplung mit Aminen im acetatgepuffertem oder stark sauren Milieu, z.B. Anilin: wer greift wen an, der Ring den Stickstoff oder umgekehrt? Wieso wird das überhaupt unterschieden?
Danke

nobody
26.09.2000, 14:44
zum Mechanismus der Osazonbildung würde ich mir mal den im Vollhardt vorgeschlagenen angucken (diesen in Worten zusammenzufassen, wäre etwas umständlich).
zur Azokupplung: soweit ich mich erinnere, werden aromatische Amine wie Anilin nicht im STARK sauren Medium gekuppelt.

nobody
26.09.2000, 15:19
Originally posted by M:
zum Mechanismus der Osazonbildung würde ich mir mal den im Vollhardt vorgeschlagenen angucken (diesen in Worten zusammenzufassen, wäre etwas umständlich).
zur Azokupplung: soweit ich mich erinnere, werden aromatische Amine wie Anilin nicht im STARK sauren Medium gekuppelt.



In meinem Buch (Latscha) wird bei Azokupplungen mit Aminen zwischen stark sauer, schwach sauer und acetatgepuffert unterschieden, wobei mir da aber die Unterscheidung nicht klar ist.

nobody
26.09.2000, 16:17
Eine Azokupplung ist eine normale aromatische elektrophile Substitution, d.h. der Ring greift das Diazoniumsalz an.

Wenn der Ring ein Anilin ist, dann hat die NH2-Gruppe die Aufgabe, Elektronendichte in den Ring zu schieben, um den Angriff an das pos. Diazonium zu erleichtern.
Im stark sauren Medium wäre das Anilin protoniert (pos Ladung am Stickstoff) und könnte diese Aufgabe nicht mehr erfüllen.

Ox vom Anilin ist -3 (wie beim Ammoniak), vom Nitrobenzol +3.

[This message has been edited by Dirk (edited 26-09-2000).]

nobody
26.09.2000, 16:35
Warte mal, mit Anilin läuft der Mechanismus anders, glaube ich.

Soweit ich mich erinnern kann, greift der Stickstoff des Anlilins das Diazoniumion an und bildet zunächst eine N3-Brücke, die dann zur Diazoverbindung umlagert.

Ich werde aber nochmal nachschauen, und auch, inwieweit der Mechanismus pH-abhängig ist.

nobody
26.09.2000, 19:24
ach stimmt...es kann zu einer Nebenreaktion führen. Es bildet sich dann ein Triazin, das aber schon im schwach Sauren wieder zurückreagiert. Dann läuft die Reaktion normal ab. Dennoch gilt bei aromatischen Aminen, daß es nicht zu sauer sein darf :)

nobody
28.09.2000, 08:44
Also hier der Mechanismus der Osazonbildung.
Der wichtigste Schritt ist die Abspaltung von Anilin in der Mitte.

http://www.chemieonline.de/forum/bilder/mods/Dirk-osazon.gif

[This message has been edited by Dirk (edited 28-09-2000).]

nobody
28.09.2000, 13:11
Hier also der Mechanismus der Diazotierung mit Anilin. Man sieht, dass letztendlich doch der Ring angreift und nicht die Diazoniumgruppe (also aromat. elektrophile Substitution).

http://www.chemieonline.de/forum/bilder/mods/Dirk_Diazotierung.gif

Der pH-Wert muss durch Pufferung mit Acetat möglichst konstant gehalten werden (4-9).
Im stark Sauren ist reagiert es nicht, weil man dann ein N-protoniertes Anilin hat.
In stark alkalischer Lösung dagegen wird das Diazonium-Kation in Diazohydroxid (Ar-N=N-OH) umgewandelt, das nicht reagiert.

Die Umlagerung von Diazoaminoverbindung (Triazen) zur Diazoverbindung erreicht man durch Zugabe von Mineralsäuren (z.B. HCl) nach der Reaktion.

Führt man die Kupplung in ameisensaurem Medium durch, dann hat man direkt eine Verschiebung des Gleichgewichtes zur Diazoverbindung ohne dass das Triazen stabil ist.