Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : X-Beine
1-Raphi-Ethanol
02.02.2002, 18:36
Ich habe kürzlich gelesen, dass (in irgend einem Entwicklungsland) Menschen hauptsächlich Hirse als Nahrung zu sich nehmen. Diese hat in der Region beonders viel Mloybdän eingelagert. Das Molybdän verursachte im menschl. Organimus die verstärkte Ausscheidung von Kupfer, die wiederum Osteoporose zur Folge hatte. Die Symptome (x-Beine) traten besondrs bei jungen Männern auf. Verstärkt wurde alles noch durch stark flourhaltiges Wasser.
:confused: Fragen:
1.) Warum hat die Aufnahme von Molybdän eine Kupferausscheidung zur Folge?
2.) Was hat Kupfer mit dem Knochenauf- und abbau zu tun?
3.) Sind Hormonstörungen oder Enzymblockierungen im Wirkungskreis enthalten?
4.) Warum sind besonders junge Männer betroffen?
Für hilfreiche Antworten bin ich euch sehr dankbar! :)
1-Raphi-Ethanol
04.02.2002, 14:37
Scheint ja ein gar nicht so einfaches Thema zu sein!
Ich würde mich auch über ein paar Vermutungen freuen; oder fall jemand sagen kann, dass dieses oder jenes nicht zutreffen kann, etc.
Bis (hoffentlich) dann...
Kutti
04.02.2002, 17:36
Ich weiß zwar nicht besonders viel darüber, möchte aber ein paar Vermutungen äußern zu:
2) So weit ich weiß ist Kupfer wie viele andere Mineralstoffe auch, neben Calcium auch am Knochenaufbau beteiligt. Wie genau es jedoch wirkt, weiß ich nicht.
3) Bei Hormon- bzw. Enzymstörungen im Körper kann es durchaus zu einer Hypocalcämie kommen. Allerdings weiß ich nur über das hormonelle Regelsystem aktives Vitamin D, Parathormon, Calcitonin Bescheid. Falls dich da was interessiert, kann ich dazu mehr schreiben.
Ansonsten bleiben ja noch die Suchmaschinen im I-Net übrig ;)
nobody
04.02.2002, 20:00
Hallo,
ich kann lediglich aus dem Tierreich einige Andeutungen zu Deiner Fragestellung machen - zunächst das, was Du beim Menschen ohnehin schon erwähnt hast:
Ein Molybdän-Gehalt von über 15 mg / kg kann beim Rind toxisch wirken. Es kann zu einer Molybdänose, außerdem u.a. zu Durchfällen und vorzeitigem Tod führen. Der zu hohe Molybdän-Gehalt löst auch hier einen Kupfer-Mangel aus. Weiters gibt es Forschungen - etwa an Ziegen und im Hinblick auf Spontanerkrankungen von Elchen – um wirksamere Behandlungsmethoden von Kupfermangelsituationen in Verbindung mit einer Molybdänose zu erhalten.
Die mögliche Folgen einer Kupferunterversorgung ?
Eine Aortenruptur bei äußerlich kerngesunden Nutz- und Wildtieren wird u.a. durch eine gestörte Collagen- und Elastinsynthese (eines der Symptome von Cu-Mangel; ein Stichwort wäre z.B.: Lysosyloxidase) hervorgerufen.
(Parallelen zu Herz-Kreislauferkrankungen des Menschen konnten bislang nicht erwiesen werden.)
Die folgenden Zeilen zeigen nun endgältig meiner Ratlosigkeit:
Du hast gefragt: Warum hat die Aufnahme von Molybdän eine Kupferausscheidung zur Folge?
Der Römpp (wie übrigens auch der Löffler / Petrides oder der Forth / Henschler) schweigt sich über das Wechselspiel von Kupfer, Molybdän und Fluor u.a. wie folgt aus:
„... Die Aufnahme größerer Mo-Mengen führt bei Tieren zu Durchfall u. Wachstumsstörungen; Cu kann die Mo-Wirkung verhindern (hier wird also der umgekehrte Aspekt erwähnt, Anm. much). Mo begünstigt die Fluorid-Einlagerung im Zahnschmelz ...“
(Falbe, Jürgen / Regitz, Manfred: Römpp Chemie Lexikon, Band 4, Stuttgart –New York, 9. Auflage 1991, S. 2836)
Was hat Kupfer mit dem Knochenauf- und abbau zu tun? Warum sind besonders junge Männer betroffen?
Kupfermangel bei Kindern geht u.a. auch einher mit Wachstumsstörungen und Skelettveränderungen. Doch das beantwortet natürlich nicht Deine Frage. Aber MedizinerInnen bzw (Bio-)ChemikerInnen können Dir weiterhelfen.
Zu den möglichen hormonellen Regelkreisen schweige ich nun lieber ganz. :dizzy:
1-Raphi-Ethanol
04.02.2002, 20:49
Das Thema ist ja auch nicht so ganz einfach zu beantworten, weil bestimmt verschidene Zusammenhänge im menschlichen Organismus bestehen und auch die Auswirkungen/Symptome nicht ganz so einfach sind.
Danke schon einmal für eure Antworten! ;)
nobody
05.02.2002, 21:36
Hallo,
hinsichtlich des Zahlenwertes 15 mg / kg (Stichwort Molybdänose) möchte ich noch einen Literaturbeleg nachreichen - man vergleiche z.B.:
Scheffler / Schachtschnabel: Lehrbuch der Bodenkunde;
(12. neu bearbeitete Auflage von P. Schachtschnabel, H.-P. Blume u.a.);
Stuttgart 1989; S. 290