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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leuchtprobe auf Zinn


polysom
29.01.2002, 11:42
Mein anorganisches Grundpraktikum ist zwar schon längst vorbei, aber dennoch ist da eine Frage offen geblieben.
Jeder der schon mal anorganisches Praktikum gemacht hat, kennt doch sicher den Nachweis auf Zinn mittels Leuchtprobe.
Für den der nicht, hier eine kurze Beschreibung: Man nimmt ein mit Eis gefülltes Reagenzglas, welches man in die zu untersuchende Substanz taucht, die man zuvor mit Zn und etwas HCl versetzt hat.
Nun hält man das Reagenzglas in eine Bunsenbrennerflamme und bei Anwesenheit von Zinn beginnt es bläulich zu fluoreszieren.
Nun die Frage die mich schon lange beschäftigt: Weshalb brauche ich das Eis und weshalb fluoresziert es eigentlich?

Dubberke
29.01.2002, 12:21
Also Du solltest noch etwas Zn dazugeben um Sn-IV zu Sn-II zu reduzieren.
Die Fluerezenz isz letztendlich nur die Emittation von Licht aufgrund von thermischer Anregung. Also vergleichbar z.B. mit der Flammenfärbung. Warum man nun ein gekühltes Reagenzglas (kaltes Wasser reicht auch) benötigt kann ich auch nur vermuten. Möglich wäre, daß ds Sn-ion hydratisiert sein muß um die entsprechenden Elektronenübergänge möglich zumachen. Aber hier bin ich auch nur am raten. Vielleicht weiss ja jemand anderes genaueres; würd mich auch interessieren. :cool:

Gruß Oliver

mp67
29.01.2002, 13:13
...na, Du machst Deinem Motto ja alle Ehre... bislang dachte ich immer, -deletant wäre gerade der Witz daran, aber dem ist wohl nicht so...

M.

ehemaliges Mitglied
29.01.2002, 15:52
Originalnachricht erstellt von Dubberke
Also Du solltest noch etwas Zn dazugeben um Sn-IV zu Sn-II zu reduzieren.
Ja, das hat er doch schon geschrieben.

Die Fluerezenz isz letztendlich nur die Emittation von Licht aufgrund von thermischer Anregung.
Nein, so kann man das sicher nicht stehen lassen.

Warum man nun ein gekühltes Reagenzglas (kaltes Wasser reicht auch) benötigt kann ich auch nur vermuten. Möglich wäre, daß ds Sn-ion hydratisiert sein muß um die entsprechenden Elektronenübergänge möglich zumachen.
:confused: :(
Das Reagenzglas wird doch von außen mit der Probelösung benetzt. Der Grund ist einfach, dass Fluoreszens bei tieferen Temperaturen besser beobachtet werden kann. Warum das so ist, ist ja jetzt in dem Zusammenhang nicht so wichtig.

Nichts desto trotz ist die Leuchtprobe auf Sn(II) eine Hausnummer, meiner Ansicht nach.

miraculix
29.01.2002, 17:19
Man sieht die Fluoreszenz übrigens besonder gut,wenn man das Eiswasser
mit ein wenig Kaliumpermanganat-Lösung versetzt!
und natürlich im abgedunkelten Abzug,ansonsten hält man die Brennerflamme auch schon mal für ne Fluoreszenz und gibt an Zinn gefunden zu haben!


Mfg
Dennis

FK
29.01.2002, 18:53
Das hübsche Leuchten wird übrigens dem Vernehmen nach von brennendem Stannan (SnH4) verursacht, das aus Säure, Zink und anwesenden Zinnverbindungen gebildet wird.

@miraculix
Sehr richtig. Man sollte sich das mal vorher mit einer zinnhaltigen Mixtur ansehen und dann erst die Analyse beurteilen.


Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
29.01.2002, 19:27
Originalnachricht erstellt von FK
Das hübsche Leuchten wird übrigens dem Vernehmen nach von brennendem Stannan (SnH4) verursacht, das aus Säure, Zink und anwesenden Zinnverbindungen gebildet wird.
Also das ist mir etwas schleierhaft, FK. Dann wäre es doch per Definition keine Fluoreszens. Außerdem bezweifle stark, dass sich unter den Bedingungen Monostannan bildet.
Monostannan ist ja nun wahrlich eine Sn(IV)-Verbindung. Vorher gibt man ja Zink hinzu, so daß das Zinn weitgehend reduziert wird. Und die Protonen der Salzsäure sind wohl kaum in der Lage es wieder zu oxidieren.
Kann die blaue Fluoreszens nicht vielmehr durch Chlorokomplexe des Sn(II) hervorgerufen werden?

ehemaliges Mitglied
29.01.2002, 20:34
Mich würde dann doch interessieren, woher das anregende Licht für diese blaue "Fluoreszenz" kommen soll. Aus der nichtleuchtenden Bunsenflamme mit ihrem ach so hohen UV-Anteil ;) ? Oder gar aus dem abgedunkelten Abzug? Sieht doch wenn überhaupt nach Lumineszenz aus. Und das Reduktionsmittel brauche ich schon, wenn ich aus H+ und Sn4+ SnH4 machen will, oder? Allerdings habe ich aus meinem AC-Praktikum in Erinnerung, daß es die Sn2+-Ionen sein sollen, die das Leuchten bewirken.

ehemaliges Mitglied
29.01.2002, 20:48
Originalnachricht erstellt von Nitropenta
Und das Reduktionsmittel brauche ich schon, wenn ich aus H+ und Sn4+ SnH4 machen will, oder?
Naja, man stellt es aus Zinn(IV)-chlorid und Lithiumaluminiumhydrid in etherischer Lösung bei -30 C° her. Aber dabei wird Zinn nicht reduziert, Lithiumaluminiumhydrid liefert quasi nur die Hydrid-Ionen.

In der Probelösung, mit der die Leuchtprobe gemacht wird, liegt natürlich Sn(II) vor.

FK
29.01.2002, 21:12
Wie schon richtig bemerkt: wirklich viel UV für eine ordentliche Fluoreszenz liefert die Bunsenflamme nicht.

Na, ja...die Oxidationszahlen...

Im Stannan haben wir Zinn in der Oxidationsstufe +4, und trotzdem entsteht es aus Sn2+ unter reduzierenden Bedingungen...
Reduktionsmittel beim Nachweis ist metallisches Zink. An dessen Oberfläche wird auch der Wasserstoff frei, der mit dem Zinn das Stannan bildet.

Aber warum diskutieren? Wer ein Zinn(II)salz zur Verfügung hat, soll einfach mal damit die Leuchtprobe ohne Zink machen. Leuchtet es, dann war doch kein Stannan erforderlich.

Eigentlich ganz einfach.....

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
29.01.2002, 21:27
Originalnachricht erstellt von FK
Im Stannan haben wir Zinn in der Oxidationsstufe +4, und trotzdem entsteht es aus Sn2+ unter reduzierenden Bedingungen...
Reduktionsmittel beim Nachweis ist metallisches Zink. An dessen Oberfläche wird auch der Wasserstoff frei, der mit dem Zinn das Stannan bildet.
Naja gut, ok, in geringen Mengen wird da wohl Stannan entstehen.

Aber wie gesagt, dieser Nachweis ist ne Hausnummer.

Dubberke
05.02.2002, 08:58
Hallo Allerseits,
also beim letzten Beitrag zu diesem Thema habe ich wohl ein wenig neben mir gestanden :silly: , erst nicht lesen können und dann auch Blödsinn schreiben. Also noch mal in die Literatur (Römpp)geschaut.
Zitat: Die Anwesenheit von Sn ist an einen blau leuchtenden Saum erkennbar, der durch brennenden Zinnwasserstoff (Stannan) hervorgerufen wird.
Und da wir diesen Versuch am liebsten im abgedunkelten Abzug machen, wird es sich beim Leuchten wohl auch nicht um eine echte Fluoreszenz handeln. Wenn man als Fluoreszens die "Abstrahlung" von Energie innerhalb von 10-10 bis 10-7 Sekunden nach der Anregung durch sichtbarem od. ultravioletten Licht bzw. Röntgen- od. Elektronenstrahlen in Form von gleicher oder längerer Wellenlänge meint.
Un zu der Aussagekraft dieses Nachweises, also für die Standardquali reicht er eigentlich (As stört) und wenn man ihn nicht nur als Vorprobe sondern im Trennungsgang selber macht, ist er doch recht spezifisch.

Gruß
Oliver

ehemaliges Mitglied
20.10.2002, 17:46
Hi,

ich bin der Meinung, daß die "Fluoreszens" (whatever) nicht von SnH4 ausgeht, sondern von sich bildendem SnCl2. Ist doch logischer. Das Zn bricht schwerlösliche Sn(IV)-Verbindungen durch Reduktion zu Sn(II). Das sich bildende SnCl2 leuchtet am kalten Glas über der Flamme.
Warum SnCl so leuchten kann, würde mich interessieren. Falls ich falsch liege, lass ich mich gerne eines Besseren belehren.

FK
20.10.2002, 18:25
Willkommen im Forum!

Mein alter Jander-Blasius (1969) behauptet zwar auch, dass es das Zinn(II)-chlorid sei, was da fluoresziert. Da bleiben aber einige Fragen offen:
Woher kommt die Anregungsenergie für die Fluoreszenz?
Wärme? Dann müsste die Lösung auch beim Erwärmen in einem Becherglas leuchten.
Und warum kühlen wir dann mit Eiswasser?*

Das Leuchten müsste ausbleiben, wenn man Chloridionen fernhält.

Vielleicht verfügt ja jemand von Euch über ein bisschen SnCl2 und probiert mal aus, ob das auch ohne Zinkzusatz leuchtet.



*Hat natürlich den Zweck, dass der dünne Flüssigkeitsfilm nicht zu schnell verdampft; dann hört das Leuchten nämlich auf.

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
20.10.2002, 18:49
Thx für das warme Willkommen :)
Habe morgen früh wieder Praktikum; ich glaube wir haben SnCl2 da. Wenn es da ist, geb ich ein wenig davon zu HCl und feuchte damit ein Reagenzglas an.

FK
20.10.2002, 19:40
Ok, da bin ich mal gespannt...

Bis morgen..

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
21.10.2002, 19:46
Hallo,

habe heute eine Spatelspitze SnCl2 und etwas konzentrierte HCL in eine Porzellanschale gegeben. Dann ein eisgefülltes Reagenzglas am Boden mit der Lösung benetzt und über die Bunsenbrennerflamme gehalten.
Sofort kam das bekannte blaue Leuchten. Zudem noch sehr heftig, was wohl von der ausschließlichen Verwendung von SnCl2 herrührt.
Das ist zwar kein Beweis dafür, daß das Leuchten nicht von SnH4 kommen kann, aber es zeigt, daß auch SnCl2 des Rätsels Lösung sein kann. Oder ist es doch ein Beweis?

Gruß

sebkem

FK
21.10.2002, 19:59
Mir scheint das eindeutig zu sein (wenn wir nicht annehmen wollen, dass am Rand der Flamme erst Stannan entsteht, um gleich wieder zu verbrennen...).

Jetzt das Ganze mit Zinn(II)-sulfat ohne HCl wiederholen...


Ungeklärt ist natürlich weiterhin die Ursache des Leuchtens, und warum im Römpp Stannan dafür verantwortlich gemacht wird.

Vielen Dank für den Versuch!

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
21.10.2002, 22:38
Originalnachricht erstellt von Last of the Sane

Dann wäre es doch per Definition keine Fluoreszens.

da ist was dran...es scheint so als ob das leuchten durch die bunsenbrennerflamem verursacht wird (sprich durch verbrennungswärme werden e- angeregt)...aber vielleicht dient die flamme auch nur dazu die H+ bzw Hnasc. zu reduzieren damit sich snh4 bilden kann ? das gebildete snh4 zeigt dann wirklich photolumineszenz.



Vorher gibt man ja Zink hinzu, so daß das Zinn weitgehend reduziert wird.

und damit hydride gebildet werden welche äusserst starke reduktionsmittel sind. (gleiches findet auch bei der marsh'schen probe statt)

FK
22.10.2002, 10:11
Noch 'ne Idee: Sn(II) wird zu Sn(IV) oxidiert, und dabei tritt Chemolumineszenz auf.

Habe versucht, etwas über den Leuchtmechanismus zu finden, war bis jetzt aber Essig....

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
22.10.2002, 12:32
Originalnachricht erstellt von FK
Noch 'ne Idee: Sn(II) wird zu Sn(IV) oxidiert, und dabei tritt Chemolumineszenz auf.


das wäre dann aber keine Fluoreszenz (Photolumineszenz) die ja angeblich vorliegen soll.

FK
22.10.2002, 12:42
Schade, dass ich kein Heimlabor mehr habe....

Ich denke mal, mit sebkems Hilfe werden wir dem Phänomen schon auf die Spur kommen.

In der Firma haben wir leider keine Zinnsalze, aber eine Auswahl an zinnorganischen Verbindungen.

Vor einigen Monaten habe ich mal die Leuchtprobe mit Dibutylzinndilaurat (DBTL), Zink und Salzsäure erfolgreich durchgeführt.
Könnte man ja mit DBTL alleine wiederholen oder eine andere Säure + Zink verwenden.

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
22.10.2002, 18:01
Was kann ich tun? Und wie? Oben hat FK gesagt, als nächstes SnCl2 ohne HCl. Soll ich SnCl2 verbrennen?

ehemaliges Mitglied
22.10.2002, 18:06
Moin !

Entstand bei der ganzen Sache nicht auch nasc. [H] Hat der irgendwelche auswirkungen Bin mir dort nicht mehr sicher

Zeus

FK
22.10.2002, 18:49
Originalnachricht erstellt von sebkem
Was kann ich tun? Und wie? Oben hat FK gesagt, als nächstes SnCl2 ohne HCl. Soll ich SnCl2 verbrennen?

man könnte ausprobieren, ob Zinnsulfat auch leuchtet (ohne HCl), oder ob Zinnchlorid leuchtet, wenn man es an der Luft erhitzt (aber ohne Flamme).

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
22.10.2002, 18:54
Originalnachricht erstellt von hajo pie
Moin !

Entstand bei der ganzen Sache nicht auch nasc. [H] Hat der irgendwelche auswirkungen Bin mir dort nicht mehr sicher

Zeus

der roempp sagt was zu stannan und nascierndem H..kann die cd gerade nicht finden..schaut mal unter stannan.

FK
22.10.2002, 21:19
Durchaus richtig, dass kleine Mengen Stannan entstehen. Wie sebkem festgestellt hat, leuchtet es aber auch ohne...

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
22.10.2002, 22:22
Originalnachricht erstellt von FK
Wie sebkem festgestellt hat, leuchtet es aber auch ohne...


hat er das ?

er hat doch geschrieben: "habe heute eine Spatelspitze SnCl2 und etwas konzentrierte HCL in eine Porzellanschale gegeben. Dann ein eisgefülltes Reagenzglas am Boden mit der Lösung benetzt und über die Bunsenbrennerflamme gehalten."

könnte dabei kein stannan enstanden sein ? die bunsenbrennerflamme kann genauso oxidieren wie auch reduzieren.

FK
22.10.2002, 22:41
Er hat kein Zink dazugegeben.
Und Stannan ist thermisch so instabil (Zersetzungstemperatur 150 °C), dass ich nicht glauben möchte, dass es in der Flame gebildet wird.

Doch warten wir weitere Versuchsergebnisse ab.

Man könnte ja auch den bei der normalen Leuchtprobe entstanden Wasserstoff anzünden. der müsste dann ja auch leuchten, wenn es am Stannan liegt.

Gruß,
Franz

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
23.10.2002, 20:24
Hallo,

habe heute SnCl2 in einer Porzelllanschale auf dem Porzellandreieck erhitzt. Es gab leider nur einen braunen Niederschlag in der Schale.
SnSO4 haben wir leider nicht im Labor.
Habe unseren Dr. gefragt, der sagte es liegt an Sn(II) und das blaue Leuchten entsteht auch bei anderen Sn(II)-Verbindungen wegen der Elektronenübergänge.

Wir haben zwar nicht die größte Sn-Auswahl der Welt (nur SnCl2 und SnO2), aber wenn ich irgendwie zur Lösung des Probs beitragen kann, stehe ich, Gewehr bei Fuß, zur Verfügung.

P.S.: Das Stannan thermisch zu instabil ist, hat unser Dr. auch gesagt :)

FK
23.10.2002, 20:50
@sebkem
Vielen Dank erstmal für die Versuche. Wenn mein Urlaub rum ist (leider schon nächste Woche) und ich Zeit und Chemikalien finde, werde ich auch mal was ausprobieren.

Gruß,
Franz

ehemaliges Mitglied
23.10.2002, 20:54
@FK

Gut, aber ich muß mein Protokoll trotzdem schon morgen abgeben :) Sonst kann ich nicht mit der nächsten Analyse weitermachen. Werde wohl erstmal bei Elektronenübergängen von Sn(II) bleiben (und mit Spannung die nächsten Posts in diesem Topic erwarten :))

ehemaliges Mitglied
12.12.2003, 16:49
Immer wenn es gerade spannend wird, hören die Posts auf... mir lässt die Zinnleuchtprobe jetzt aber auch keine Ruhe mehr. Habt ihr denn nicht noch mehr herausgefunden?
Kann ich dem Römpp jetzt nicht mehr vertrauen??
Ich glaube ich muss auch mal einen Prof. interviewen...

Dieser Post hat mich übrigens besonders interessiert, weil wir im Labor letztens die Leuchtprobe mit Zinnstein und Zink und HCl machen wollten und nichts geleuchtet hat (hat meinem Praktikumspartner die Analyse vermurkst). Sogar beim Nachschütten von SnO2 hat es nicht geleuchtet.

Also, mal schauen, wie es weitergeht. Vielleicht kann ja tatsächlich niemand genau sagen was letztendlich leuchtet?!?

Gruß, Anni K.!

ehemaliges Mitglied
12.12.2003, 20:52
Ich hatte in meiner Abschlussanalyse Zinnstein drin und es hat wunderbar geleuchtet. Aber die Meinungen gehen da sogar in den Büchern auseinander. Das eine sagt, es geht mit Zinnstein. Das andere sagt, man soll Zinnstein erst aufschließen, sonst klappt die Probe nicht.

lg

Hf

ehemaliges Mitglied
24.09.2004, 16:13
Das Leuchten von Sn in der Leuchtprobe ist mit Sicherheit auf Sn2+ zurückzuführen. Beim Sn2+ handelt es sich um ein s2-Ion, d.h. die Elektronenkonfiugration ist [Kr]s2. Durch thermische Anregung oder durch UV-Licht läßt sich ein Elektron in ein p-Orbital überführen, d.h. Sn2+ wird in die Elektronenkonfiguration [Kr]5s5p überführt. Bei der Rückkehr in den Grundzustand wird ein Photon im blauen Spektralbereich emittiert. Sn2+ ist ein bekannter Aktivator in vielen Lampenleuchtstoffen, z.B. in Sr5(PO4)3F und wird bzw. wurde in Hg-Hochdruckgasentladungslampen eingesetzt.
Für Sn4+ wird keine Lumineszenz erwartet.

ehemaliges Mitglied
24.09.2004, 19:35
weiterer Beweis: die Leuchtprobe funktioniert wunderbar mit SnCl2 in salzsaurer Lösung ohne Zink.
Also liegts nicht an brennendem Stannan, wie der Römpp behauptet.

polysom
24.09.2004, 20:09
Au, dann weiß ich ja endlich woran es liegt.
Dann müßte Sn2+ theoretisch auch in der Gasphase bei Anregung durch energiereiche Strahlung leuchten, oder?

ehemaliges Mitglied
26.09.2004, 12:12
vielleicht...? vielleich auch nicht...?

bedenke folgendes, was auch schon früher in diesem Thread zur Sprache kam:
Die Lumineszenz entsteht durch thermische Anregung der s-Elektronen im Sn(II)
Dennoch wird das RG mit Eis gekühlt, da Lumineszenz bei niedrigeren Temperaturen besser erkennbar ist.

ergo: es kommt mal auf einen Versuch an