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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vererbung beim Birkenspanner


nobody
23.01.2002, 23:07
Hi,

wer kann mir bei meiner Frage weiterhelfen?

Die Flügelfarbe des Birkenspanners ("Schmetterling") ist ursprünglich weiß, kann aber auch schwarz sein.

Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um Mutation, Selektion (und Stabilisierung).

Ich habe aber von einer 9. Klasse erfahren, dass an diesem Beispiel die Mendel'schen Regeln eingeführt werden - nach dem Motto: Wir kreuzen schwarz (ss) mit weiß (ww) und erhalten in der F1-Generation (sw) <-- welche Flügelfarbe haben diese denn dann? Ist das überhaupt ein dominant-rezessiv-Erbgang? Intermediär kann es nicht sein, weil es keine grauen Birkenspanner gibt.

Danke !

buba
23.01.2002, 23:14
Originalnachricht erstellt von H2O
Ist das überhaupt ein dominant-rezessiv-Erbgang? Intermediär kann es nicht sein, weil es keine grauen Birkenspanner gibt.
Was spricht dann gegen einen dominant-rezessiven Erbgang?

bm
23.01.2002, 23:21
Ich weiss jetzt nicht, ob schwarz oder weiss dominant ist. Aber in F1 erhältst Du : sw
und in F2
ss
sw
ws
ww

ss und ww sind klar, bei den "gemischten" jeweils das "Dominantere"

Vergleiche x und y - Chromosom bei Huminiden, was da dominiert, ist wohl klar.

In freudiger Erwartung der Protestschreiben weiblicher Mitglieder.

JJFox
23.01.2002, 23:24
Wenn es ursprünglich weiß ist und nur manche schwarz sind, dann würde ich sagen, daß die "Eigenschaft" weiß dominant gegenüber schwarz ist.
Durch kreuzung werden die Farben nicht vermischt sondern die dominante "Eigenschaft" setzt sich durch.

bm
23.01.2002, 23:30
ich weiss es nicht.

Denkbar ist, dass alle ursprünglich weiss waren (ww, genetisch rein), dann eine Mutation eingetreten ist (sw) und die Mutante dann rezessiv vererbt wurde.

Oder denkbar ist : Die beobachtete Population war weiss (mit vorhandenem) rezessiven Gen s.

nobody
23.01.2002, 23:47
Hallo,

die Wechselbeziehung zwischen Mutation und Selektion beim Birkenspanner ergibt folgenden zusätzlichen Aspekt:

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts (zunehmende Industrialisierung ohne Schutzfilter) stieg der Anteil melanistischer Birkenspanner von 1 % auf 99 %.
Bei sinkender Kohleverarbeitung und besseren Umweltschutzmaßnahmen (z.B. Filter) treten wieder vermehrt Birkenspanner mit der weißlichen Färbung auf.

So, jetzt muß ich aber wieder ins Bett.

schlumpf
24.01.2002, 08:10
Seit Mitte des letzten Jahrhunderts (zunehmende Industrialisierung ohne Schutzfilter) stieg der Anteil melanistischer Birkenspanner von 1 % auf 99 %.
Bei sinkender Kohleverarbeitung und besseren Umweltschutzmaßnahmen (z.B. Filter) treten wieder vermehrt Birkenspanner mit der weißlichen Färbung auf.

ganz klar: weil naemlich der weisse Birkenspanner auf der russgeschwaerzten Birke eher vom Vogel gesehen und gefressen wird, bevor er sich vermehren kann. Und umgekehrt ...

Das ist eher ein Beispiel fuer Darwin - der am besten angepasste ueberlebt und vermehrt sich - als fuer Mendel, wuerde ich sagen.

bm
24.01.2002, 08:29
die Viecher einfach dreckig?

schlumpf
24.01.2002, 08:41
vielleicht vererbt sich ja das Wasch-Gen? :D

nee, das ist eines der bekanntesten Lehrbuchbeispiele fuer Evolution. Hatten wir einst in Bio ...

wie es genau vererbt wird, bleibt dabei natuerlich offen. Dafuer sind Mendels Blumen auch viel instruktiver.

mantis
14.12.2002, 14:44
eher ein Beispiel für Selektion:
..dunkle Exemplare, ursprünglich benachteiligt, sind jetzt besser getarnt und konnten sich auf Kosten der hellen Variante ausbreiten.
Auch rezessive Anlagen und Mutationen mit bestimmtem Selektionsvorteil können sich durchsetzen. Rezessive Allele breiten sich in einer Population latent aus (auch dann, wenn die Erbanlage unter den gegebenen Umständen schädlich ist). Allmählich wächst die Wahrscheinlichkeit, dass bei Kreuzungen Homozygote der betreffenden Anlage zustande kommen. Diese wird dadurch relativ angereichert, dass sie (im Gegensatz zum vorherigen Zustand) geringerer Sterblichkeit unterliegen. Die Zeitdauer, die erforderlich ist, damit sich rezessive Allele mit geringfügigem Selektionsvorteil durchsetzen, ist jedoch erheblich.

Angeblich haben die schwarzen Birkenspanner zudem noch eine schlechte Fortpflanzungsrate (lt.einer Paläo-Vorlesung)

Lunaris
14.12.2002, 20:16
Originalnachricht erstellt von bm

Vergleiche x und y - Chromosom bei Huminiden, was da dominiert, ist wohl klar.

In freudiger Erwartung der Protestschreiben weiblicher Mitglieder.

Ich weiß ja nicht, was Du meinst - "Huminiden" kenne ich nicht. Viechers, die im Humus wohnen?!? :D ;) ... Kein Protest von weiblicher Seite :p...

Luni

mantis
14.12.2002, 21:07
Vergleiche x und y - Chromosom bei Huminiden , was da dominiert, ist wohl klar.

Verflixt, ist mir doch glatt durch die Lappen gegangen.
Es sei ihm verziehen, immerhin liegen auf dem Y-Chromosom nicht wirklich viele Infos... ;)

Grüße

Ilsebill