Dieses Kupfersulfat gilt in Literatur als Brechmittel, mit denen sich schon die Alchemisten so manches mal das Leben gerettet haben!
Wie wirkt dieses und was gibt's sonst noch wichtiges darüber zu wissen? :rolleyes:
nobody
23.01.2002, 14:11
Die Wirkung kommt durch Reizung der Magenschleimhaut zustande. Für Details mußt Du aber schon einen Medizinmann fragen.
Godwael
23.01.2002, 15:11
Kupferionen beeinträchtigen die Funktion vieler Zellproteine. Dadurch kommt es zu einer Streßreaktion in der Zelle (Stichwort: Hitzeschockproteine). Die Magenschleimhautzellen geben dann bestimmte Signalproteine (frag mich nicht, welche) in den Magenraum ab. Oberhalb einer bestimmten Konzentration wird der Brechreiz ausgelöst. Das ganze System ist sehr unspezifisch, d.h. die meisten Sachen, die akut Cytotoxisch wirken, lösen im Magen Brechreiz aus.
nobody
23.01.2002, 16:18
Und das ist auch gut so! ;)
Tobee
26.01.2002, 17:51
die meisten Sachen, die akut Cytotoxisch wirken, lösen im Magen Brechreiz aus.
Ja, das ist mir am Wochenende auch schon aufgefallen! In manchen Getränken sind solche Sachen drin. :D
Gruß Tobee :cool:
Adam
28.01.2002, 00:45
Physiolog. Wirkungen: Metall. K. zeigt nur insofern physiolog. Wirkung, als es in saurer Umgebung Spuren von lösl. Salzen abgibt, die K.-Ionen (Cu2+) bilden. Diese wirken auf niedere Pflanzen (Algen, Kleinpilze, Bakterien) schon in sehr geringen Mengen als starkes Gift; so wird z.B. die Schraubenalge Spirogyra bereits durch K. in einer Verd. von 1:1000000000 geschädigt. Daher sollen z.B. auch Schnittblumen in einem Gefäß aus K. länger haltbar sein als in einem solchen aus Glas. Die molluskizide Wirkung des K. versuchte man zur Bekämpfung von Bilharziose-Zwischenwirten zu nutzen. Es gibt allerdings auch Bakterien aus der Gruppe der Thiobacillus-Arten, die hohe K.-Mengen (um 50 g/l) tolerieren u. daher zum Auslaugen armer K.-Erze (sog. Bioleaching) benutzt werden. Vom tierischen Organismus werden im allg. verhältnismäßig große Mengen K.-Verb. ohne bes. Nachteile vertragen. So hat man z.B. gefunden, daß der Mensch mit der Nahrung täglich bis zu 1?5 mg K. aufnimmt, wovon aber nur wenig (0,5?2 mg) resorbiert wird; ein Erwachsener von 70 kg Gew. enthält 80?120 mg K., u. eine tägliche Aufnahme von 0,05?0,5 mg pro kg Körpergew. wird als vertretbar angesehen. K. ist für den Menschen u. höhere Tiere u. auch für zahlreiche Pflanzen ein essentielles Spurenelement, u. zwar als Bestandteil von Kupfer-Proteinen mit Enzym-Funktion. Die Inhalation von Dämpfen u. Rauch kann jedoch sog. Metall-Fieber verursachen, MAK (K.-Rauch) 0,1 mg/m3, (K.-Staub) 1 mg/m3. Lösl. K.-Salze (bes. K.-Sulfat) sind in größeren Mengen starke (reflektor.) Emetika. Näheres zur Toxizität u. Therapie s. bei Lit. . Bei Weichtieren u. Krebsen des Meeres findet sich im Blut an Stelle von Eisen-haltigem Hämoglobin das K.-haltige Hämocyanin; hier wirkt das aus dem Meerwasser aufgenommene K. als Atmungskatalysator. Durch das K.-haltige Plastocyanin der Chloroplasten wird die Bldg. des Chlorophylls (Blattgrün) gefördert. Deshalb zeigen z.B. mit K.-Vitriol-Lsg. gespritzte Reben (K.-Verb. wirken gegen Peronospora) oft ein sattes Grün u. die auf Mangel an wasserlösl. K.-Verb. beruhende Urbarmachungskrankheit, Heidemoorkrankheit od. Weißseuche (äußert sich in mangelhafter Chlorphyll-Bldg. u. Wachstumsminderung) kann aus demselben Grund durch Düngung mit K.-Verb. weitgehend beseitig werden. Auch bei sehr K.-empfindlichen Algen scheinen äußerst geringe K.-Spuren lebensnotwendig zu sein, doch wird schon bei geringfügigen Steigerungen der K.-Konz. die tödliche Dosis erreicht. Übrigens vermutet man bei K. ein erhebliches mutagenes u. carcinogenes Potential. Näheres zur Biochemie des K. s. Lit. .
nobody
28.01.2002, 17:01
Kupfer ist - evtl. mit einem netten Chelator - im Organismus ein hervorrangender Redox-Katalysator, der reaktive Sauerstoffspezies am laufenden Band produziert. Von übermäßige Aufnahme - auch in nicht akut toxischen Mengen - sei daher abgeraten!
buba
28.01.2002, 23:29
"Emetische Reize werden im wesentlichen über Rezeptoren für Dopamin (D2), Histamin (H1), Acetylcholin (M) und Serotonin (5-HT3) vermittelt. [...]
5-HT3-Rezeptoren finden sich auf postsynaptischen Neuronen endokriner Zellen, im N. vagus, auf endokrinen Drüsen des Magens und in vielen Teilen des ZNS, besonders in der Area postrema. Die Hauptmenge des Serotonins wird in den enterochromaffinen Zellen des Magen-Darm-Traktes gebildet. Darüber hinaus spielt es eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung in den intramuralen Plexus (P. myentericus und P. submucosus) des Darms. Dehnung der Darmwand, zytotoxische Substanzen oder Strahlentherapie führen zur Ausschüttung von Serotonin, das dann als Neurotransmitter bzw. lokales Hormon wirkt. Über afferente Bahnen des N. vagus wird das Brechzentrum erregt (Abb. 15-14)."
http://mod.chemieonline.de/buba/brechzentrum.gif
<u>Quelle:</u>
Estler, Claus-Jürgen (Hrsg.): Pharmakologie und Toxikologie: Lehrbuch für Mediziner, Veterinärmediziner, Pharmazeuten und Naturwissenschaftler. 4. Auflage, Stuttgart, New York 1995, S. 404 f.
(ISBN 3-7945-1645-1)
Man sieht: Serotonin ist nicht nur ein "Glückshormon". ;)