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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Müdigkeit nach Aufstehen


Biohazard
23.01.2002, 06:47
Vorweg: Mir erscheint das Thema zur menschlichen Physiologie zu gehören, darum steht es unter Medizin.

Wie man an der Uhrzeit sieht, ich bin erst seit kurzer Zeit wach. :)
Mir ist wie so oft aufgefallen, daß ich viel müder bin, wenn ich geweckt werde (von Geräuschen, Wecker oder lärmenden Mitmenschen ;)) als wenn ich von selbst aufwache.

Hat das einen bestimmten Grund oder ist das nur subjektive Wahrnehmung?

Ich hätte es mir so gedacht, daß man beim Gewecktwerden evtl. aus tieferen Schlafstadien, z.B. der REM-Phase herausgerissen wird, während man beim normalen Aufwachen erst allmählich wach wird.

Ist das eine sinnvolle Begründung oder hat es einen anderen Grund?

Astat
23.01.2002, 11:48
Erstmal Guten Morgen !
Deinem Spruch nach scheinst Du aus Franken zu kommen ?
Was das Aufstehen anbelangt, müsstest Du meines Wissens nach mit Deiner Annahme schon recht haben, dass man unsanft durch den Wecker aus tieferen Schlafphasen geweckt wird. Ein entscheidender Faktor ist hierbei auch die Verteilung der "Schlafhormone" usw. wie z.B. Melantonin (Unterscheide: Melatonin !), welches den Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. Der Körper senkt normalerweise wenns nach dem natürlichen Rhythmus geht die Produktion
dieses Hormons in den Morgenstunden. Wenn Du jedoch aus einer tieferen Schalfphase geweckt wirst, is dieses Hormon (nur zum Beispiel) in hoher Konzentration noch aktiv und Du hängst rum wie `n müder Sack. Dasselbe gilt für einen länger als eine halbe Stunde dauernden Mittagsschlaf - Produktion von zuviel Schalfhormon - Du wirst den ganzen Nachmittag nicht mehr richtig wach :o
Gibts auch viel Info über diese Thema im Netz ! ;)

Biohazard
23.01.2002, 13:11
Originalnachricht erstellt von Astat
Erstmal Guten Morgen !
Deinem Spruch nach scheinst Du aus Franken zu kommen ?
Hm, nein, ein Franke bin ich nicht, obwohl mir der Akzent ganz gut gefällt. (Btw, kommt der Spruch denn aus Franken oder klingt er nur so?)
Naja, andere haben lateinische Sprüche und kommen auch nicht zwingend aus dem alten Rom. ;) Ich hab den Spruch nur mal gehört und er gefiel mir sehr gut.

Ich stehe im Moment ein wenig auf dem Schlauch - was ist Melatonin und was ist Melantonin? Ich habe von beidem schon gehört, aber was bewirken sie?

Produktion von zuviel Schalfhormon - Du wirst den ganzen Nachmittag nicht mehr richtig wach :o
Das hat doch sicher auch irgendwas mit der "Schlafkrankheit" zu tun, oder? War das nicht auch eine Störung des Hormonhaushalts? (Wo wir schon beim Thema sind...)

Godwael
23.01.2002, 14:54
Das hat doch sicher auch irgendwas mit der "Schlafkrankheit" zu tun, oder?
Nee, die verursacht ein Parasit (Trypanosoma), der durch die Tse-Tse-Fliege übertragen wird.

Derpel
23.01.2002, 15:12
Da sag noch mal jemand Godwael Ironie nach.

Es ist so das der Körper sich seine Innere Uhr setzt, wenn du dir vornimmst um 6 Uhr aufzustehen (das mehrere male) und immer um 6 UHr aufstehst, wirst du Irgendwann solltest du diesen Rhytmus beibehalten auch um 6 Uhr wach werden. Der Körper leitet schon vorher eine Aufwachphase ein, wenn du also "unnatürlich" aufwachst ist dieser Prozess ja noch nicht abgeschlossen.

Godwael
23.01.2002, 15:34
Da sag noch mal jemand Godwael Ironie nach.
Ich kann auch anders... :D

Biohazard
23.01.2002, 16:10
Originalnachricht erstellt von Godwael
Nee, die verursacht ein Parasit (Trypanosoma), der durch die Tse-Tse-Fliege übertragen wird.
Hm, kann das nicht auch jemanden treffen, der nicht in tropische Gefilde reist und von der Tse-Tse-Fliege gestochen wird?
Ich dachte bisher, das wäre eher eine hormonelle Störung und verhielte sich wie eine vererbliche Krankheit, oder verwechsele ich da irgendwas?

nobody
23.01.2002, 16:31
DIE Schlafkrankheit ist definitiv eine Infektionskrankheit in den Tropen (Erreger ist Trypanosoma brucei); allerdings weiß ich nicht, wie diese Biester das Krankheitsbild hervorrufen (allgemeine Schwächung?). In unseren Breiten benutzt man das Wort Schlafkrankheit meist eher ironisch. Allerdings gibt es durchaus auch krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis, wodurch auch immer das hervorgerufen wird. Ebenso gibt es krankhafte Schlaflosigkeit; eine erbliche Form davon (Fatal Familial Insomnia) ist tödlich und hat auf molekularer und anatomischer Ebene deutliche Parallelen zu Creutzfeld-Jakob und BSE/Scrapie.
Aber nochmal für mich Unwissenden: Was bitte schön soll der Unterschied zwischen Melatonin und Melantonin sein? Ich habe letzteres noch nie gehört/gelesen...

FK
23.01.2002, 17:12
Originalnachricht erstellt von Nitropenta
Was bitte schön soll der Unterschied zwischen Melatonin und Melantonin sein?

Ketzerisch, wie ich nun mal veranlagt bin, würde ich sagen: das "n" zuviel....

Nachblättern in einschlägiger Literatur (Pschyrembel, "Biologie" vom Springer-Verlag) brachte nur "Melatonin", "Melanin" und "Melanotropin"....


Doch dann brachte GOOGLE die Erleuchtung:

"Melantonin":
Eine Tablette enthält:
Melatonin 3 mg
Vitamin B 6 - Coenzym Pyridoxal 53 mg

Also ein Melatonin-Präparat....


Das mit dem Erwachen und Müde sein ist eigentlich sehr einleuchtend: wer von selbst erwacht, kann direkt vorher nicht tief geschlafen haben....und da der Körper das Erwachen selbst eingeleitet hat, müsste der Schlaf auch ausgereicht haben.....

Gruß,
Franz

Luke
23.01.2002, 17:14
Moin,

Melatonin

[3-(2-Acetylamino-ethyl)-5-methoxyindol].



C13 H16 N2 O2 , MG. 232,27. Blaßgelbe Blättchen, Schmp. 118–119°. Das synthet. zugängliche Gewebshormon, ein biogenes Amin aus der Epiphyse (Zirbeldrüse) von Wirbeltieren, wird aus Serotonin durch Acetylierung mit einer im Dunkeln akt. N-Acetyltransferase (EC 2.1.3.5) u. Methylierung mit N-Acetylserotonin-O-Methyltransferase (EC 2.1.1.4) gebildet. Auf diese Weise soll M. die Chronobiologie od. den circadianen Rhythmus – die „innere biol. Uhr“ – von Tieren regeln. Auch ein Einfluß des Erdmagnetfeldes ist nachweisbar. Außerdem hemmt M. die Sekretion des ACTH u. der gonadotropen Hormone u. somit auch die Einwirkung der Gonaden in Abhängigkeit von der Tageslänge u. damit der Jahreszeit. M. wirkt bei Amphibien u. Fischen als Gegenspieler des Melanotropins u. führt über eine Kontraktion der Melanophoren zu einer Aufhellung der Haut. M.-Rezeptoren sind in der Retina u. im Gehirn charakterisiert worden . Zu vermuteten synergist. Wirkungen mit 1a,25-Dihydroxycholecalciferol s. Lit. .

Lit.: 1FASEB J. 2, 2765–2773 (1988). 2Naturwissenschaften 75, 247–251 (1988).
allg.: Beilstein EIII/IV 22, 5679 ï Buddecke, Grundriß der Biochemie, 8.Aufl., S.375f., Berlin: de Gruyter 1989.


E melatonin
F mélatonine
I = S melatonina
CAS 73-31-4

Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon – Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995.

Über Melantonin habe ich auch noch nix gefunden. Gibt mir Rätsel auf...
Ich such mal weiter.

Luke

nobody
23.01.2002, 18:45
Danke Franz, ich dachte mir schon, daß da nur Faxenkram rauskommt. Ich glaube, ich sollte selbst irgendwelche Sachen mit einer kräftigen Dosis Vitamin versetzt zu Pillen pressen und verhökern :D . In Amiland gab's meines Wissens sogar Melatonin-Kaugummis! Wenn's denn wirklich aus dem Darm resorbiert wird (woran ich so meine Zweifel habe), wäre es als Hormonpräparat - zumindest hierzulande - sicher verschreibungspflichtig.

FK
23.01.2002, 21:19
Originalnachricht erstellt von Nitropenta
Danke Franz, ich dachte mir schon, daß da nur Faxenkram rauskommt. Ich glaube, ich sollte selbst irgendwelche Sachen mit einer kräftigen Dosis Vitamin versetzt zu Pillen pressen und verhökern :D . In Amiland gab's meines Wissens sogar Melatonin-Kaugummis! Wenn's denn wirklich aus dem Darm resorbiert wird (woran ich so meine Zweifel habe), wäre es als Hormonpräparat - zumindest hierzulande - sicher verschreibungspflichtig.


Ja, mit solchem Zeug (und dem Glauben der Pillenschlucker) wird eine Menge Kohle verdient. Melatonin ist hierzulande verschreibungspflichtig; aber es sind jede Menge frei verkäufliche "Wunderpillen" auf dem Markt. Wenn ich die Werbung dafür in den Zeitschriften sehe, stehen mir immer die (restlichen :D ) Haare zu Berge.


Gruß,
Franz

No Regrets
23.01.2002, 21:30
also ich kenn da ne methode die einen super in den Tag bringt :angel:


und noch was:
Morgen sich müde zu fühlen kann auch folgende ursachen haben:

Atemaussetzer im Schlaf
Schnarchen
Lärm
schlecht geträumt
stress

FK
23.01.2002, 21:45
Originalnachricht erstellt von No Regrets
also ich kenn da ne methode die einen super in den Tag bringt :angel:


und noch was:
Morgen sich müde zu fühlen kann auch folgende ursachen haben:

Atemaussetzer im Schlaf
Schnarchen
Lärm
schlecht geträumt
stress

Fortsetzung der Liste:
inadäquater Ethanolpegel

zusätzlich: zu lange benötigt, obiges zu erreichen (noch schlimmer)

abends zu lang geübt, sich morgens super in den Tag zu bringen :D

das Fernsehprogramm zur Neige ausgekostet

btw: ist schon spät; wird Zeit für mich....


Gute Nacht,
Franz

bm
23.01.2002, 23:09
also ich kenn da ne methode die einen super in den Tag bringt

Kannst Du mir die verraten. Oder hat das was mit der rechten Seite Deines/Eures Aventars zu tun?

minutemen
24.01.2002, 00:21
Originalnachricht erstellt von Nitropenta
Wenn's denn wirklich aus dem Darm resorbiert wird (woran ich so meine Zweifel habe)...
nu, wird's. viel hat man aber nicht davon, da es ein wunderbares substrat für die im darm (aber nicht im braunen bereich ;)) stark aktive mao (monaminoxidase) ist.

No Regrets
24.01.2002, 16:56
@bm

ja

Lunaris
25.01.2002, 21:30
... Trypanosomen:

DIE Schlafkrankheit ist definitiv eine Infektionskrankheit in den Tropen (Erreger ist Trypanosoma brucei); allerdings weiß ich nicht, wie diese Biester das Krankheitsbild hervorrufen (allgemeine Schwächung?).

Das ist eines meine Spezialgebiete, auch wenn es jetzt ein wenig zu spät ist, denke ich, aber trotzdem...
Die sog. "Somnolenz" wie es auf Schlau-Deutsch heißt, ist bei einem infektiösen Stich de Tse-Tse-Fliege eigentlich erst die letzte Stufe! Vorher geht es einem erst einmal so dreckig. Hohes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit, Lymphknotenschwellung und generalisierte Gefäßentzündung, die zu Herzmuskelentzündung und anderem bösen Krams führen kann.
Die zentralvenösen Störungen zu denen eben auch Somnolenz gehört, werden wohl von Entzündungen des Gefäß- und Nervensystems ausgelöst und auch von Veränderungen des Kinin-Systems (Vermittlung von Schmerz- und Entzündungsvrorgängen).
Es ist -wie gesag- eigentlich die letzte Stufe. Und es gibt verschiedene Trypanosomen, bei denen es einmal vier bis sechs Jahre dauert oder "nur" drei bis sieben Monate.

Sodele,
Lunaris

nobody
28.01.2002, 04:01
Also, es ist schon furchtbar...

Mittlerweile ist es vier Uhr in der Früh und ich habe noch kein Auge zu getan. Ich habe ja jetzt auch einen Monat vorlesungsfrei. :D Wie das mit dem schlafen ist, kann ich euch nicht mehr sagen. Die Schule ist schon zu lange her.

Aber eines kann ich euch sagen: Ausschlafen ist sicher sehr gesund! :D Wenn auch zeitintensiv und manchmal unproduktiv weil es den Lernzyklus eines Studenten massiv negativ beeinträchtigen kann. Vermutlich wäre es für mich zuträglicher, früher schlafen zu gehen und früher aufzustehen. Was? Als Student? *lach* Sicher nicht.... ;)

Liebe Grüße, Gene

nobody
28.01.2002, 17:04
Wichtig ist die Beständigkeit; ein Student sollte sich also nach einem harten Wochenende nicht in die Frühvorlesung treiben lassen, sondern "seinen" Rhythmus (schreibt man immer noch so, trotz Rächtschraiprevorrm :rolleyes: ) beibehalten :D .

Lunaris
28.01.2002, 19:45
*grins*, oder sich aber am besten Montagmorgens gar nicht erst in der Uni sehen zu lassen :D - erst ab 10:00 Uhr anfangen - besser noch ab 12... hihi, ja die Studenten....

Lunaris