PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vernünftige Geologenhämmer?


ricinus
07.09.2005, 22:00
Hallo - mal eine Frage an die "Praktiker" unter Euch Geologen ...:

ich bin verärgert : nachdem ich unzählige Geologenhämmer verschlissen habe habe ich mir einen teuren Estwing zugelegt. Nach einem Jahr (das Ding wurde nur gelegentlich gebraucht) ist er voller tiefer Schrammen und Kratzer und Rostflecken (!) und wird wohl demnächst auch aufm Schrott enden. Gibt's denn kein brauchbares Werkzeug mehr ? So'n Hammer sollte ein Leben lang halten, finde ich, und nicht bloss ein halbes Jahr...Estwing behauptet, die besten Geologenhämmer der Welt zu bauen aus gehärtetem Werkzeugstahl und das Stück rostet mir in der Hand weg. :mad:


lg

g4
07.09.2005, 22:34
Hab seit knapp 3,5 Jahren nen Picard, keine Probleme damit.
Kommt alle paar Monate mal zum Einsatz, dann aber richtig.
Kratzer und Schrammen sind ja wohl normal oder kloppst du nur auf Kalk rum? :)
Rostflecken hat meiner nicht und ich behandel ihn nicht sonderlich pfleglich.

Kommilitonin hat mal im Gelände nen alten Estwing gefunden, war total verostet. Bischen gereinigt, jetzt isser wie neu...

Kriegerdaemon
08.09.2005, 06:50
@ ricinus: Na das is ja n Ärger! :( Ich hab mir gerade letzten Monat einen Estwing geholt - bisher aber nicht benutzt. Ich werd ihn demnächst mal testen. Bei mir gibt's hier hauptsächlich Granite. Da werd ich wohl schnell "Ergebnisse" sehen können...
@ g4: Falls mein EW den A... hochreißt - woher kriegt man einen Picard?

ricinus
09.09.2005, 09:33
Hab seit knapp 3,5 Jahren nen Picard, keine Probleme damit.

Würde auch gern wissen, woher du den hast. Krantz jedenfalls hat keine, soweit ich weiss.

Kratzer und Schrammen sind ja wohl normal oder kloppst du nur auf Kalk rum? :)
Rostflecken hat meiner nicht und ich behandel ihn nicht sonderlich pfleglich.

Ich klopp auf allem möglichem rum, Granit, Gneiss, Schiefer, Kalk, Dolomit...wobei der Quarzit vor der Haustür dem Hammer am meisten zugesetzt hat.
Der Rost rührt wohl daher, dass er auch bei mir im Labor in den Säuredämpfen rumliegt. Sollte aber trotzdem nicht rosten, finde ich.

Estwing schreibt in der Anleitung, das Arbeiten mit dem Hammer würde gefährlich (Splittergefahr) sobald grössere Schrammen auftreten...sagen sie das nur, damit man einen neuen holt ?

Ferner heisst es, man solle nicht auf andere gehärtete Stähle damit schlagen. Ich habe den Hammer auch benutzt, um den Pistill des Diamantmörsers festzuklopfen. Macht das den Hammer vll kaputt ? Der Kopf ist schon total abgenutzt...

lg

minutemen
09.09.2005, 09:46
Estwing schreibt in der Anleitung, das Arbeiten mit dem Hammer würde gefährlich (Splittergefahr) sobald grössere Schrammen auftreten...sagen sie das nur, damit man einen neuen holt ?

nein, ausnahmsweise nicht. bei unseren geologen zersplittern die hämmer regelmäßig, egal welche marke. meist nur kleine abbrüche, die aber dafür umso heftiger durch die gegend fliegen und ziemlich tief im fleisch stecken bleiben können.

g4
09.09.2005, 15:22
Der Picard wurde damals per Sammelbestellung vom Prof besorgt.
Kann mich aber mal erkundigen wo der die her hatte.

ricinus
09.09.2005, 22:04
nein, ausnahmsweise nicht. bei unseren geologen zersplittern die hämmer regelmäßig, egal welche marke.
Ja, ja, hab wie gesagt schon mehrere Hämmer auf dem Gewissen (und immer war Berlé-Quarzit im Spiel...) aber eben noch keinen Estwing zerdeppert. Sobald er hinüber ist, wird der Stahl mal analysiert, um zu sehen was daran so toll sein soll...

@g4 : ja, frag mal, wo die Picards herkommen. Estwing ist ja amerikanisch.

lg

Kriegerdaemon
09.09.2005, 22:46
Der Picard wurde damals per Sammelbestellung vom Prof besorgt.
Kann mich aber mal erkundigen wo der die her hatte.
Danke, das wäre sehr nett!

@ ricinus:
Hört sich irgendwie Französisch an. Vielleicht kanadisch...

belsan
09.09.2005, 23:12
Könnte es sich um diese Firma handeln ?
http://www2.picard-hammer.de/

ricinus
10.09.2005, 09:04
Man sehe sich diese Seite an : schlicht, unaufdringlich und doch ästhetisch programmiert :up:. Gefallen hat mir besonders die sog. Findmaschine. Dazu ein deutscher Traditionsbetrieb (Obwohl ich anfangs dachte, Picardhämmer kämen doch mindestens vom anderen Ende der Galaxie :rolleyes: ). Das einzige, was mich bisher stutzen lässt : deren Geologenhämmer sind nicht aus einem Stück geschmiedet, sondern haben einen Stahlrohrstiel.

@g4 :
Daher meine Frage an g4 : wie liegt das Ding in der Hand, wie arbeitet es sich damit ? Hast du nicht manchmal Angst, dass sich der Hammerkopf verselbständigt. Schwerpunktmässig ist doch der massive Stiel eine Notwendigkeit.

lg

g4
10.09.2005, 22:17
Liegt gut in der Hand, kann gut mit arbeiten. Aber ich kenn eigentlich auch nur den, hab nur ganz selten mal nen Estwing in der Hand gehabt. Den hab ich als relativ leicht in Erinnerung. Ist aber schon länger her.

Darüber nachgedacht, ob der mal auseinander fliegt, hab ich bisher noch nie. Hab mir den Kopf jetzt mal genauer angeguckt, sieht alles sehr stabil aus. Schwerpunkt ist relativ weit vorne, etwa 3 cm unterhalb des Kopfes. Zumindest kann ich ihn an der Stelle auf dem Finger ausbalancieren. :)

Wir hatten noch nie Probleme mit den Picards, hab auch noch nicht gehört, dass einer zerbrochen, abgeflogen oder sonstwas sein soll.

Hier sind nen paar Fotos, vorsicht großes Format. Belichtung ist gerade Mist.

http://pecten.de/hammer/P9100490.JPG
http://pecten.de/hammer/P9100491.JPG
http://pecten.de/hammer/P9100493.JPG
http://pecten.de/hammer/P9100495.JPG
http://pecten.de/hammer/P9100496.JPG

Bezugsquelle hab ich noch nicht rausgefunden, kann noch etwas dauern.

Allchemist
11.09.2005, 10:47
... Sollte aber trotzdem nicht rosten, finde ich....

lg


Werkzeugstahl rostet nun mal. Rostfreie Stähle lassen sich nur bedingt härten.

g4
18.10.2005, 02:21
Konnte endlich mal nach dem Herkunftsort fragen.
Die Sammelbestellung wurde damals bei Krantz getätigt, die haben die Dinger aber wohl nicht mehr...

Allchemist
18.10.2005, 08:31
Hier sind nen paar Fotos, vorsicht großes Format. Belichtung ist gerade Mist.




Bin zwar kein Geologe, aber wenn ich mir die Fotos so ansehe, würde ich im Baumarkt nen guten Maurerhammer kaufen.

Ist mit Sicherheit erheblich billiger als Picard oder Estwing.

nobody
18.10.2005, 10:17
nette seite:

http://www.steinkern.de/index.php?option=com_content&task=view&id=165&Itemid=39

verkauf von picard hämmern:

http://www.wolf-iv.de/start.html

gruss,sam

Seya
20.10.2005, 23:12
Meiner rostet auch schon an den Kratzern und Schrammen.... (hab nen Forgecraft)
Die Schrammen sind bei mir zwar eigenhändig produziert (so a la "is das nu wirklich quarz?"), aber ich bin auch ziemlich irritiert, dass das rostet.... Und das vor allem nach einem halben Jahr und nicht ständiger Benutzung.... (auf Exkursionen halt nur...)
War schon am Überlegen, ob ich mir besser nen Estwing gekauft hätt... aber scheint ja irgendwie ned so - und dabei sind die mehr als doppelt so teuer... das is echt übel, find ich..... ich dachte nämlich auch, dass die eigentlich ein paar Jährchen halten....
tja... teures Leben als Geologe... *seufz*

g4
21.10.2005, 00:10
tja... teures Leben als Geologe... *seufz*
Wenn ich mich recht erinnere, ist's einer der teuersten Studiengänge...
Aber dafür bekommt man auch gut was geboten, à la Südafrika-, Sibirien-, USA-, usw- Exkursion.
Lohnende Investitionen find ich. :)

Seya
21.10.2005, 16:44
ja, da hast du wohl recht! Bin auch schon gespannt, wohins mich in meiner Unizeit exkursionsmäßig verschlägt. :o)

Seya
21.10.2005, 18:09
sollte eigentlich ein grinse-smiley sein....

ricinus
21.10.2005, 22:31
Im neuen Krantz Katalog, der gestern bei mir im Briefkasten lag, gibt's einen neuen Hammer im Sortiment :

einen vergoldeten (!) Estwing

Rosten dürfte der nicht mehr, aber die Schrammen ?!

lg