ich muss gerade Facharbeit schreiben und hab in meinen Quellen dieses komische Wort gelesen:
grampositive Mikroorganismen
weiß einer was das sind?
No Regrets
16.01.2002, 18:55
na Bakterien ;)
Gram-Färbung
Von dem dän. Bakteriologen u. Pathologen H. C. J. Gram (1853–1938) entwickeltes Differentialfärbe-Verf., nach dem Bakterienabstriche zunächst mit sog. Karbol-Gentianaviolett (Karbol-Fuchsin-Lösung) gefärbt, hierauf mit Lugols Lösung (verd.) 1 Min. lang gebeizt u. mit 96%igem Alkohol so lange entfärbt werden, bis keine Farbwolken mehr entstehen. Anschließend wird mit verd. Karbol-Fuchsin-Lsg. einige Sek. bis 1 Min. nachgefärbt, mit Wasser abgespült u. getrocknet. Eine große Gruppe von Bakterien (Staphylokokken, Streptokokken, Milzbrand-, Starrkrampf-, Milchsäure-, Diphtherie-, Schweinerotlauf-, Heubakterien usw.) erscheint dann dunkelblau bis blauschwarz; diese heißen grampositive Bakterien, weil sie den Karbol-Gentianaviolett-Farbstoff so fest binden, daß er durch spätere Iod- u. Alkohol-Behandlung nicht mehr entfernt wird.
Eine andere Gruppe von Bakterien (Gonokokken, Meningokokken, Coli-, Typhus-, Ruhr- u. Pestbakterien, Vibrionen, Spirochäten usw.) erscheint dagegen am Schluß des obigen Färbungsprozesses rot; diese gramnegativen Bakterien haben den Karbol-Gentiana-Farbstoff bei der Iod- u. Alkohol-Behandlung wieder abgegeben; sie wurden nachher durch das Karbolfuchsin rot gefärbt. Dem unterschiedlichen färberischen Verhalten gramneg. u. grampos. Bakterien liegen Strukturunterschiede der Bakterienzellwand u. dadurch bedingte Permeabilitätsunterschiede bei der Aufnahme bzw. Abgabe von Farbstoffen zugrunde. Die G. ist nicht nur ein wichtiges systemat. Merkmal, sondern die durch sie aufgezeigten taxonom. Unterschiede lassen sich auch mit anderen unterschiedlichen Eig. der beiden Bakteriengruppen korrelieren.
Lit.: Brandis u. Pulverer, Lehrbuch der Medizinischen Mikrobiologie, Stuttgart: Fischer 1988 ï s.a. Mikroskopie.
Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon – Version 1.0,
nobody
16.01.2002, 19:09
Die Gram-Färbung ist zwar - historisch bedingt - ein wichtiges Verfahren zur Charakterisierung von Bakterien, aber die systematische Aussage ist natürlich sehr grob. Bakterien besitzen zur Stabilisierung über ihrer Zellmembran einen sogenannten Murein-(sprich: Mure-in)Sacculus. Der besteht aus langen Zuckerketten mit Peptid-Seitenketten, über die Quervernetzungen stattfinden. Der violette Farbstoff bindet fest an diesen Mureinsacculus. Gramnegative Bakterien besitzen nur einen dünnen Sacculus und zudem darüber noch eine äußere Membran (nicht identisch mit der Plasmamembran), so daß eine dauerhafte Färbung nicht möglich ist. Bei grampositiven Bakterien gibt es eine solche äußere Membran nicht, und der Mureinsacculus ist deutlich dicker. Der Gram-Typ ist in der Medizin von Bedeutung, da die Wirksamkeit bestimmter Antibiotika davon abhängt.
nobody
27.01.2002, 14:01
Weitere Testverfahren bei der Gram-Differenzierung
1. KOH-Schnelltest
Durch Kalilauge wird die "dünne" Zellwand Gram-negativer Bakterien lysiert. die DNA kann aus der Zelle austreten und wird als viskoser Faden sichtbar. Gram-positive Bakterien werden aufgrund ihres mehrschichtigen Mureinnetzes nicht lysiert.
3%iger KOH-Tropfen auf Objekträger, mehrere Bakterienkolonien mit sterilem Zahnstocher von der Platte nehmen und intensiv im KOH-Tropfen verreiben.
Zahnstocher vorsichtig nachoben ziehen und auf Faden Prüfen.
2.Aminopeptidase-Test
das Enzym L-Alaninaminopeptidase konnte von wenigen Ausnahmen abgesehen nur bei Gram-negativen Bakterien nachgewiesen werden.
Zum Nachweis dient ein industriell hergestellter Teststreifen, der in der Reaktionszone L-Alanin-4-nitroanilid enthält. Durch die Aminopeptidase der Gram-negativen Bakterien wird dieses Substrat in L-Alanin und das gelb gefärbte 4-Nitroanilin gespalten.
a) Bakterienkolonie mit Impföse in 0,2ml sterilem Wasser suspendieren.
b) Teststäbchen in Teströhrchen stellen, Reaktionszone in Bakt.-suspension eintauchen.
c) Bei 37°C inkubieren, 10 bis maximal 30 min.
d) Reaktionsansatz auf Gelbfärbung prüfen.