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Biohazard
11.01.2002, 12:23
Nachdem nun eine Zeitlang über Pen&Paper geredet wurde, möchte ich zudem noch ein Thema eröffnen, das sich um Live-Rollenspiel dreht.

Nun höre ich bestimmt gleich "Was ist Live-Rollenspiel? Nie gehört..."
Nungut, es ist ja auch keine Schande, noch nie etwas davon gehört zu haben, darum erkläre ich es gleich im vorhinein.

LARP (Live Action RolePlay) bedeutet das Ausspielen eines Abenteuers bzw. eines Charakters in der Realität. Man selbst schlüpft in die Haut eines selbst erdachten Charakters und spielt ihn tatsächlich aus. Zu diesem Zweck haben sich Rollenspiel-Vereinigungen gegründet, die regelmäßige Conventions (abgekürzt "Con") veranstalten, auf denen gespielt wird.

Dabei unterscheidet man Burg-Cons und Zeltcons. Die einen sind komfortabler, dauern vielleicht länger, kosten etwas mehr und sind wegen der schönen Umgebung von alten Ruinen oder Burgen meist schön im Ambiente, während die Zeltcons (meist Selbstverpflegung) eher auf die Lager-Atmosphäre setzen und man viel Natur (damit auch viel Getier, Wind, Wetter, Wald und viel frische Luft) um sich herum hat.

Es gibt neben Rätseln, die in einen oder mehrere Plots eingebaut sind, natürlich auch Kämpfe, die mit Polsterwaffen ausgetragen werden. Das hat nichts mit Schaukampf zu tun, denn mit echten Schwertern oder Äxten kämpfen nur die einstudierten Profis.
Gezaubert wird auch auf vielfältigste Weise, aber im Grunde gibt es dabei nur eine goldene Regel: Es muß glaubhaft und gut ausgespielt sein, dann ist es ein gelungener Zauber. Die beste aufgesagte Zauberformel ist uninteressant, wenn sie nur vorgelesen wird.

Bei den Teilnehmern eines Cons wird zwischen "Spieler" und "Nichtspieler" unterschieden.
Ein Nichtspieler (auch NSC genannt) ist entweder ein Stadtbewohner, ein Ambientecharakter (Hofmagier, Stadtwache, Bibliothekar, Bettler usw.) oder vielleicht Monster, aber nimmt an der Lösung des Plots i. d. R. nicht aktiv teil.
Der Spielercharakter (SC) ist der Abenteuercharakter, der herumzieht, Abenteuer besteht und vielleicht eine Aufgabe zu lösen hat, die über mehrere Cons hinweg verfolgt wird. Er führt auch einen Charakterbogen, in dem er Erfahrungspunkte einträgt, die auf dem Con vergeben werden, und kann damit Fähigkeiten ausbauen und wird (auf dem Papier) besser.

Es gibt auch verschiedenste Regelwerke, die abhängig von der Spielleitung (SL) und den Organisatoren des Cons (Orga) verwendet werden.

So, das war jetzt mal ein kurzer Einblick ins Live-Rollenspiel. Was unklar ist, fragt bitte.
Was mich nun interessiert, wäre, ob ihr schon mal auf einem Con wart, oder ob ihr gerne hinfahren würdet oder was ihr davon haltet. :)
Fröhliches Posten!

JJFox
11.01.2002, 12:33
natürlich auch Kämpfe, die mit Polsterwaffen ausgetragen werden.

Ist das lustig Kampfszenen nachzustellen? Kommt mir irgendwie so vor als würden kleine Kinder Krieg spielen.

Biohazard
11.01.2002, 13:41
Originalnachricht erstellt von JJFox
Ist das lustig Kampfszenen nachzustellen? Kommt mir irgendwie so vor als würden kleine Kinder Krieg spielen.
Es ist eigentlich kein Nachstellen von Kampfszenen, sondern es sind fiktive Kämpfe, die nie stattgefunden haben, also es werden keine historischen Schlachten nachgespielt, falls du das meinst.
Und es ist auch etwas mehr, als Kinder, die mit Plastikschwertern oder Spielzeugpistolen Krieg spielen. Kinder, die sowas machen, möchten eher der Gewinner durch Überwältigung des Gegners sein und orientieren sich an Heldenfiguren oder bekannten Revolverhelden.

Es geht den LARPern nicht darum, einem anderen eins reinzuwürgen, irgendeine Kriegsbegeisterung auszuleben oder zu schauen, wer die meisten Orks niedermacht, sondern das ganze ist Teil der Rolle, die man spielen will.
Vergleichsweise kann man sehen, wenn man am Computer sitzt und ein Rollenspiel spielt, kommt es auch zu Kämpfen, bei denen man aber an nichts Böses denkt.
Es ist ganz wesentlich, daß es keinen Gewinner gibt, weil einer stärker ist und einen Kampf gewonnen hat. Es geht nicht ums draufhauen, sondern um gutes Rollenspiel.

Fakt ist, es würde unrealistisch und langweilig werden, wenn man als Charakter im Spiel nicht von irgendetwas bedroht würde. Die Art, wie man mit dieser Bedrohung oder diesem Problem fertig wird, macht das Spiel interessant, nicht nur durch Kampf, sondern auch durch Diplomatie, List oder das Lösen eines Rätsels.

nobody
11.01.2002, 16:27
orks niedermachen?
ich schließe mal daraus, daß es das ganze auch als
"Herr der Ringe"-Version gibt?
Stell ich mir irgenwie heftig vor-ich meine ,wie läuft das ab?Man kommt dort hin und kriegt irgend 'ne rolle zugeteilt z.B. ork -oder schlimmeres ,wenn man pech hat und dann ist man das ganze Wochenende für alle ein ork oder wie?und die "helden"/"guten" reden dann nicht mit einem,bzw. versuchen einen mit gepolsterten waffen zu attackieren,weil man das pech hat ein ork zu sein.
dann ist das ganze ja voll fürn arsch-ich mein:
wer wil schon freiwillig so ne dumme rolle übernehmen?
oder man hat ne unwichtrige nebenrolle und darf nur einen satz sagen und dann für den rest der veranstaltung im Zelt/der Burg rumhocken...
Oder wie

Biohazard
11.01.2002, 17:25
Huh. Zunächst glaube ich, daß ich durch meine Erklärung völlig falsche Vorstellungen geschaffen habe...
Also der Reihe nach:
Originalnachricht erstellt von eowyn
orks niedermachen?
ich schließe mal daraus, daß es das ganze auch als "Herr der Ringe"-Version gibt?
Nein, bis jetzt ist mir von einem reinen Mittelerde-LARP nichts bekannt, aber es würde mich nicht wundern.
Es gibt teilweise Einschnitte daraus in manchen Regelwerken, aber im Grunde ist sowieso alles möglich, wenn die SL nichts dagegen hat. (Bei einem Elben muß die Rolle dann aber perfekt gespielt sein.)
Orks gibt es in so gut wie jedem Fantasy-Rollenspiel, ob am PC, in Büchern, bei MagicTM oder beim P&P.

Stell ich mir irgenwie heftig vor-ich meine ,wie läuft das ab?Man kommt dort hin und kriegt irgend 'ne rolle zugeteilt z.B. ork -oder schlimmeres ,wenn man pech hat und dann ist man das ganze Wochenende für alle ein ork oder wie?und die "helden"/"guten" reden dann nicht mit einem,bzw. versuchen einen mit gepolsterten waffen zu attackieren,weil man das pech hat ein ork zu sein.
Wieder ein Mißverständnis:
Das ganze ist nicht wie ein Theaterstück aufgebaut, bei dem es eine feste Rollenverteilung gibt (Zuschauer gibt es auch nicht, außer es sind Touristen in der Gegend ;)), denn du kannst dir auswählen, ob du SC oder NSC machen willst.
Als SC steht es dir frei, einen Charakter nach deiner Wahl zu erschaffen, den du anmeldest und die SL entscheidet, ob alles stimmt (nicht, daß jemand sich irgendwelche übernatürlichen Kräfte gibt.

dann ist das ganze ja voll fürn arsch-ich mein:
wer wil schon freiwillig so ne dumme rolle übernehmen?
oder man hat ne unwichtrige nebenrolle und darf nur einen satz sagen und dann für den rest der veranstaltung im Zelt/der Burg rumhocken...
Oder wie
Als NSC kannst du dich bei der SL erkundigen, was für Rollen übernommen werden müssen, man ist sozusagen ein 'Statist', aber das macht auch ganz viel Spaß. Hier kommt es nur drauf an, welche Rollen am Con zu übernehmen sind. Man hat auch hier noch die Wahl, aber es kann evtl. stressiger sein. 'Dumme Rollen' muß niemand machen, der sie nicht machen will, wobei es sowieso keine dummen Rollen gibt, es muß sich nur der richtige Spieler dafür finden. :)
Wenn man eine ordentliche Ambiente-Rolle hat, ist man sowieso ständig in der Rolle.

Beide Arten unterscheiden sich, aber beides macht auf seine Weise wahnsinnig Spaß. Beim SC hat man nur das Wissen, das man mitbringt und was man so herausfindet; als NSC kennt man den Plot und führt die Mitspieler durch die Handlung.
Aber nur den "Depp zum Draufhauen" gibt es nicht. Es ist so konzipiert, daß es allen Teilnehmern Spaß macht.

Ich sollte noch dazusagen, daß man nach Beginn des Cons möglichst non-stop in der Handlung inbegriffen ist. (Man spricht hier von out-time für alles, was mit dem Spiel nichts zu tun hat, und von in-time für die Handlung als Charakter)

nobody
11.01.2002, 18:15
ahhhhhhh...okay.
ich beginne zu verstehen.
Unklar ist noch das mit dem in-time/out-time:bedeutet das ,daß man für alle ständig nur noch die rolle verkörpert?
ich meine: nennt einen dort keiner beim (richtigen) namen und redet über irgendwas,was man normalerweise so macht? man verhält sich also 24h,rund um die uhr so ,als ob man seine Rolle wäre?
und wenn man dann aus versehen in seine "normalen" Verhaltensmuster zurückfällt, wird man dann rausgeworfen,(oder mit gepolsterten waffen verschlagen ;) ) oder so?

Irkingu
11.01.2002, 18:48
Originalnachricht erstellt von eowyn

Unklar ist noch das mit dem in-time/out-time:bedeutet das ,daß man für alle ständig nur noch die rolle verkörpert?
ich meine: nennt einen dort keiner beim (richtigen) namen und redet über irgendwas,was man normalerweise so macht? man verhält sich also 24h,rund um die uhr so ,als ob man seine Rolle wäre?
und wenn man dann aus versehen in seine "normalen" Verhaltensmuster zurückfällt, wird man dann rausgeworfen,(oder mit gepolsterten waffen verschlagen ;) ) oder so?
Es sollte so sein, daß der gesamte Con in-time ist, man also wirklich durchgängig seine Rolle verkörpert. Hängt natürlich immer davon ab, wie gut der Plot ist: auch dem besten Spieler fällt es schwer in seiner Rolle zu bleiben, wenn 10 h einfach rein gar nichts passiert. Wobei hier der Spieler wieder selbst gefordert ist, nicht nur auf das zu reagieren, was die Spielleitung ihm vorsetzt, sondern vielleicht selbst mal irgendeine Aktion zu starten (und gerade an diesem Punkt ist es oft viel einfacher und lustiger) mal einen "bösen" Charakter zu spielen. DA kann man halt auch mal abends einfach einen Dämon ins Dorf schicken als kleine Revanche dafür, daß vorher die halbe Gruppe von "guten" Charakteren niedergemetzelt wurde :D . Es geht also nicht darum irgendwelche "bösen Orks" niederzumetzteln, sondern eher darum eine interessante Rolle zu spielen, wie vielleicht auch einen Ork der sich mal richtig wehrt.

Ansonsten für alle die sich noch etwas weiter informieren wollen noch ein Link zu dem System nach dem ich (gelegentlich) spiele: Phönix (http://www.phoenixlarp.de)

MfG
Henning

Biohazard
11.01.2002, 19:40
Ganz recht.
Eine hübsche Seite ist das übrigens, gefällt mir sehr gut, nur leider hab ich hier unten im Süden noch nichts von Phönix gehört. :rolleyes:

[i]Originalnachricht erstellt von eowyn
Unklar ist noch das mit dem in-time/out-time:bedeutet das ,daß man für alle ständig nur noch die rolle verkörpert?
ich meine: nennt einen dort keiner beim (richtigen) namen und redet über irgendwas,was man normalerweise so macht?
Das passiert eigentlich meistens hinterher beim Abbauen und Aufräumen, oder wie Irkingu schon sagte, wenn der Plot kurzzeitig abstirbt. Vorher hat man meistens keine Zeit dafür, weil man sich erstens noch nicht so kennt und außerdem schnell in-time gehen möchte.
Hinterher hat man i.d.R. alle Zeit der Welt, bis der Spielort wieder aufgeräumt ist, dann kann man Adressen tauschen und über sonstige Interessen reden. Während der Zeit, in der man spielt, lernt man zwar auch den Menschen kennen, der in der Rolle steckt, weil der immer das Spielgeschehen mitbeeinflußt, aber man spricht eigentlich eher mit der dargestellten Figur als mit dem Spieler. Den richtigen Vornamen verwendet man nur notfalls, wenn einem der komplizierte in-time-Name nicht mehr einfällt :D.

man verhält sich also 24h,rund um die uhr so ,als ob man seine Rolle wäre?
und wenn man dann aus versehen in seine "normalen" Verhaltensmuster zurückfällt, wird man dann rausgeworfen,(oder mit gepolsterten waffen verschlagen ;) ) oder so?
Wie schon gesagt wurde, man versucht es, denn eigentlich möchte man (schon aus Rücksicht auf die anderen) die Handlung nicht stören, auch wenn man selbst vielleicht grade andere Gedanken hat.#
Einen Platzverweis gibt es eigentlich nur bei grobem Verstoß gegen die Veranstaltungsregeln, die vorher bei der Anmeldung akzeptiert werden müssen. Wer sich nicht dran halten will, wird ohne Rückerstattung des Teilnahmebetrages nach Hause geschickt.
Aber dazu gehört schon mehr, als ein kleiner Ausrutscher. (Und Prügelstrafe ist zum Glück nicht erlaubt ;))
Außerdem, wenn man aus der Rolle fällt, dann kann das mehrere Gründe haben:
Entweder, man war in Gedanken und hat irgendwas unpassendes gesagt, das nimmt einem kaum jemand übel, es sei denn, die Situation war mehr als unpassend (z.B. Empfang bei Hofe, Gottesdienst eines Hohepriesters oder ein heiliges Ritual). Dann erntet man böse Blicke von den Mitspielern und vielleicht eine schnippische Bemerkung der SL, aber mehr wohl nicht.
Oder man hat keine Lust und redet absichtlich über Fußball oder dergleichen, obwohl man merkt, daß es die anderen stört, dann kann die SL das einem schon ziemlich übel nehmen (Das macht man einfach nicht).
Bei einem Notfall, z.B. daß jemand in schwierigem Gelände keinen sicheren Halt mehr hat, dann ist auf jeden Fall out-time angesagt, wenn nötig mit einem sog. time-freeze, sprich, die Handlung friert in-time ein und es wird die Lage geklärt. (Egal ob SC oder NSC, man kommt wenn nötig herbei und hilft)

nobody
11.01.2002, 19:45
Wozu diese Infopostings? :confused: Gibt doch bestimmt 1000 Internetpräsenzen für Live-Rollenspiel, warum müssen wir uns auch noch damit rumplagen.? :( :confused:
Ich kannte sogar auch mal einen, der hatte auch immer Kutte, Kettenhemden und Gummischwerter und Keulen im Kofferraum und ist jedes Wochendende bei sowas gewesen.
Was ich davon halte; wems Spaß macht, warum nicht... solange die, dass nicht hier machen...

Biohazard
11.01.2002, 20:04
Nunja, ich bin auf das Thema gakommen, als ich gelesen habe, daß ich noch nichts über meine Hobbies geschrieben habe. Neben denen, die bereits in meinem Profil stehen ist das wohl markanteste Hobby eben das LARP. Und da ich das ungern in die Hobby-Kiste mit reinstecken wollte, dachte ich "mach doch einfach einen neuen Thread auf und schau, wer noch so an LARP interessiert ist"...

Die Information darüber habe ich dann lieber gleich mitgeliefert, weil die Frage sowieso aufgetaucht wäre. Und außerdem kann man vielleicht gleich mit ein paar Vorurteilen aufräumen. ;)

(Übrigens sind die Schwerter mit einer Schicht Latex überzogen, darunter ist eine Polsterschicht aus Schaumstoff und ein Kernstab ;) Soviel zum Gummi :D)

Irkingu
11.01.2002, 22:21
@Biohazard: wundert mich nicht, daß Du davon noch nichts gehört hast. Das System ist von ein paar Leuten aus Hamburg und Lübeck entwickelt worden und hat sich bisher nicht sonderlich weit (räumlich) ausgebreitet.
Ich denke das herrausragenste an dem System ist die sehr gut ausgearbeitete Welt, die es in einer so in sich geschlossenen Form woanders nicht gibt (zumindest soweit mir bekannt ist).

MfG
Henning

Biohazard
11.01.2002, 22:33
@Irkingu
Soweit ich gesehen habe, baut die Weltkarte auf einer topographischen Abänderung Europas auf, richtig? Bezieht ihr die ganze Karte mit allen Ländern auf euer System oder ist das im Einklang mit anderen bekannten Fürstentümern und Spielsystemen?

Irkingu
12.01.2002, 00:54
Rein von der Karte her klappt der Vergleich noch, von der Verteilung der Rassen und Kulturen aber nicht mehr so ganz (auch mit einzelnen Ausnahmen), oder würdest Du Italiener mit Elfen vergleichen :rolleyes: ?
Die gesamte Welt ist nur auf das Phönix-System ausgerichtet. Charaktere anderer Systeme werden bei Phönix-Spielen eigentlich nie konvertiert, um die Welt in sich schlüssig zu halten, kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber ich denke wenn man eine wirklich schlüssige Welt haben will muß man gewisse Abstriche machen. Aber auch im Phönix-System gibt es einige Spielergruppen, die sich um einzelne Fürstentümer kümmern und diese unter Absprache mit der Carta eigenständig gestalten (z.B. Rulos (http://www.rulos.de) ).

MfG
Henning

Biohazard
12.01.2002, 01:27
Das mit der Karte hab ich immer als Problem gesehen.
Ich meinte natürlich nur die geographische Ähnlichkeit mit Europa, nicht Gemeinsamkeiten der Völker mit heutigen Nationen. ;)

Zum Beispiel liegt das Dunkle Reich Torog Nai, das in Bayern mal gespielt wurde, irgendwo in der Tschechei. Bei Phönix liegt dort natürlich ein ganz anderes Land. Ich schätze, da wird es wohl schwierig, wenn man mit den verschiedenen Charakteren auf einen gemeinsamen Con fährt. Ist es vielleicht ein ganz anderer Kontinent, den ihr verwendet, oder einfach ein komplett anderes System, das sozusagen "nicht kompatibel" ist?

Godwael
02.05.2002, 23:06
Ich kenne einige, die zum Beispiel Rollenspiel spielen, was ja teilweise schon kraß brutal ist.

Kommt drauf an - Shadowrun ist zum Beispiel ein reiner Debattierclub. :D

Lunaris
02.05.2002, 23:08
Originalnachricht erstellt von Godwael
Kommt drauf an - Shadowrun ist zum Beispiel ein reiner Debattierclub. :D

Wenn es da ans Kämpfen geht, kommt das wohl hin :rolleyes: ... :D, aber alles nur Hörensagen... spiele was anderes ;)!

Wildcard
03.05.2002, 11:02
spiele was anderes

....knie nieder sklave :angel: :jump_biggrin:

Godwael
03.05.2002, 13:30
Zur Klarstellung: Ich dachte, wir reden hier von Rollenspielen, bei denen man Würfel benutzt und alle Beteiligten (außer vielleicht Lunaris :D) bekleidet bleiben...

Die andere Variante hat natürlich auch was für sich. :cool:

Wildcard
03.05.2002, 13:39
Die andere Variante hat natürlich auch was für sich.
..kann man das nicht auch mit würfeln machen :confused: :confused:
werde mir mal spielregeln überlegen :D

Biohazard
03.05.2002, 14:20
@Lunaris:
Vielleicht bin ich ja der einzige, der nicht ganz dahintersteigt, :) aber spielst du nun P&P, LARP oder irgendwas ganz anderes? ( :suspect: )
Ich spiele die ersten beiden, aber kann nicht behaupten, dass dort irgendjemand (mich eingeschlossen) zu exzessiven Gewaltausbruechen neigt... also "krass brutal" ist mir noch nie etwas untergekommen.
Wenn mal irgendwo Blut fliesst, dann nur bei einem echten, nicht willkuerlichen Unfall, bei dem dann das Spiel sofort stoppt.

ork
03.05.2002, 14:30
@Biohazard:

Mit
Wenn mal irgendwo Blut fliesst [...]
beziehst Du Dich nur auf LARP, oder?
Und
exzessive Gewaltausbrüche
wird es in time doch wohl geben.
Man könnte jetzt ja darüber diskutieren,
ob das nicht ebenfalls zu einer stärkeren
Akzeptanz Gewalt gegenüber führt.
Gibt es eigentlich Rollenspiele, bei denen
Gewalt keine bedeutende Rolle spielt?

upsidedown
03.05.2002, 14:38
LOL, die unterstellen dir hier Sachen Luni.. :D

Wenn mal irgendwo Blut fliesst, dann nur bei einem echten, nicht willkuerlichen Unfall, bei dem dann das Spiel sofort stoppt.

Lunaris hat mit Sicherheit nicht gemeint, das die Leute da wie die wilden übereinander herfallen :rolleyes: Aber recht hat sie schon: Für einen Aussenstehenden muss da manches wirklich etwas krank wirken wenn man da so zuhört :D (@bio: It's all in your mind :D) Aber das ist wie bei vielem anderen auch. Wenn man sich jemanden anguckt, der fröhlich seinen Action-Shooter zockt und da ganz cool und vollkonzentriert die Leute niedermäht sieht das auch irgendwie etwas krank aus. Wenn mans aber selber zockt sieht das total anders aus. Das ist eine absolut andere Wahrnehmung.

Im übrigen gibts durchaus einige Wissenschaftler die sagen, dass das eine eigentlich ganz gesunde Art ist Aggressionen einfach mal abzubauen. Ein geistig halbwegs normaler Mensch kann da durchaus ganz klar zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Psychologen nennen das "Rahmungskompetenz". Problematisch wird das Ganze wohl erst, wenn da kaum etwas drumrum ist, gegen das man noch abgrenzen könnte. Und dann ist ne ganze Menge mehr schiefgegangen als das derjenige ein paar falsche Filme geguckt hat.

Gruß,
UpsideDown

Biohazard
03.05.2002, 14:55
Originalnachricht erstellt von ork
beziehst Du Dich nur auf LARP, oder?
So ist es.

exzessive Gewaltausbrüche
wird es in time doch wohl geben.
Man könnte jetzt ja darüber diskutieren,
ob das nicht ebenfalls zu einer stärkeren
Akzeptanz Gewalt gegenüber führt.
Gibt es eigentlich Rollenspiele, bei denen
Gewalt keine bedeutende Rolle spielt?
Wenn ich von exzessiver Gewalt spreche, rede ich nicht mehr von interessantem, lustigem oder faszinierendem Spiel, sondern dann ist es ernst.
Gewaltexzesse haben mit einem Spiel nichts zu tun, man spielt LARP schliesslich nicht wegen des Auslebens von Gewaltfantasien. Und ich denke nicht, dass das Rollenspiel einen gegen Gewalt 'abhaertet', eher noch oeffnet es einem die Augen. Meine Vermutung ist, dass jemand, der schon auf mehreren Cons war mir zustimmen kann, dass dort keine gewaltbeherrschte feindselige Atmosphaere herrscht.
Ich habe im LARP nie eine Situation beobachtet, in der jemand um seine koerperliche Unversehrtheit bangen musste. Wenn ich von Gewalt spreche, dann meine ich, dass es eine Bedrohung fuer Koerper oder/und Geist darstellt und exzessiv, wenn sie in hoechstem denkbaren Mass und praktisch nicht kontrollierbar auftritt.

Was deine letzte Frage betrifft, muesste ich sie umformulieren - Gibt es eigentlich Rollenspiele, bei denen Gewalt eine bedeutende Rolle spielt?
Ich habe viele LARPs gesehen, die vollkommen ohne grosse Kaempfe eine wunderbare Spielwelt geschaffen haben. Und Kaempfe sind nie der Kernbestandteil eines Cons, es sei denn, er wird als Schlachtencon ausgeschrieben, bei dem Koenigreiche um die Vorherrschaft streiten. Doch selbst da behandeln sich die Spieler wie Menschen, weil es einfach nur ein Spiel ist.

Spielst du selbst LARP?

@upsidedown:
Zustimmung.
Was die Ego-Shooter betrifft: Ich gestehe, ich war nie ein Fan davon und hab die Leute in ihrer Welt gelassen, wenn es ihnen Spass macht. Es ist halt was anderes, wenn man selbst spielt, weil man ein ganz anderes Spielziel vor Augen hat.
Im LARP ist es die Situation in der man sich physisch wie im Geiste wiederfindet, beim Ego-Shooter ist es eben das Ueberleben eines Levels mit den meisten Frags und ohne selbst dabei draufzugehen. Der Unterschied ist fuer den Aussenstehenden deutlich - beim Ego-Shooter fliegen Leichenteile, im Larp nur ein selbstgebastelter Polsterknueppel. Beim einen koennte man ein Kind vielleicht noch danebensetzen, beim anderen sicher nicht.

ork
03.05.2002, 15:41
Nein, ich spiele keine LARPs

Mit Gewalt eine bedeutende Rolle in RPGs
spreche ich zum Beispiel Shadowrun an.
Wenn es zig Seiten mit Waffenlisten, ganze
Regelwerke nur zu Waffen oder Kriegen gibt
und die meiste Cyberware nur dem einen
Zweck dient, finde ich, ist die Richtung
in die das Ganze geht schon sehr bezeichnend.
Natürlich wäre es erstrebenswert, durch
die Welt zu kommen, ohne gewalttätig zu
sein, aber da man nunmal (per Definition)
Kriminelle spielt, gestaltet sich das recht
schwierig und ich glaube nicht, dass viele
Gruppen Pazifisten sind (Ich habe es noch
nie geschafft, SR ohne Gewalt zu spielen.).

Und solche Spiele, die im Mittelalter
spielen betrachte ich insofern als gewalt-
tätig, dass die NPC oft nicht zivilisiert
genug sind, sich ohne auseinanderzusetzen,
und wie sollen sich die Charaktere der
Damonen, Rauber, wilde Tiere o.ä. erwehren?

Keine Ahnung, was für RPGs es sonst noch so
gibt; als Vampir muss man ja auch ständig
jemanden haben, den man entweder komplett
aussaugt oder in seine Abhängigkeit zieht
und zwischen den Clans gibt es wenn ich
recht informiert bin ständig Kriege. (Kenne
mich damit nicht gut aus.)
PPP kann man vielleicht friedlich spielen. :p

Anm: Wir sollten mit dieser Diskussion
in einem anderen Threat weitermachen. :D

Lunaris
03.05.2002, 17:07
Originalnachricht erstellt von upsidedown
LOL, die unterstellen dir hier Sachen Luni.. :D

Das schreibt man mal völlig ungefangen zu einem Thema was ernsthaftes, und dann so was! (hah, damit es alle sehen: ich bin - mal wieder - unschuldig! :D ) Also wirklich... unglaublich, das Ganze :rolleyes: ... NEIN, um hier mit allen eventuellen Mißverständnissen (höhö, gewollt oder nicht gewollt) aufzuräumen: ich meine die Spiele mit den Würfeln - und alle Mitglieder bleiben angezogen und auch anständig *tsts*. Als ob ihr mir so was zutrauen würdet :o :) :D

Zum Thema:

Mit Gewaltdarstellung im RPG (table-top) meine ich folgendes: ich spiele mit nur einer Gruppe zusammen. Und die sind manchmal wirklich einfach nur heiß auf Waffen. "Och, guck mal hier, eine (Waffe beliebiger Wahl einsetzen), kann ich die kriegen?"
Es kommt bei uns in der Runde wirklich selten zu Schießereien - paßt einfach nicht in den Hintergrund - aber wenn es dann mal so weit ist oder "Gewalt" mal paßt, wird sie von den Spielern auch ausgelebt. Was mich selbst manchmal ein wenig erschreckt - aber gut: so ist das Spiel dann in dem Augenblick.

Und bei den LARP´s soll wirklich eine sehr friedfertige Atmospähre bestehen. Das Wichtigste bei den RPG´s - wie nun auch immer geartet - ist ja immer das "Rätsellösen" und darauf liegt bei den meisten eben auch der Schwerpunkt oder eben auf Interaktion mit und zwischen den Spielern... :rolleyes: :D

Nun denn
Lunaris

Biohazard
03.05.2002, 18:36
Originalnachricht erstellt von ork
Mit Gewalt eine bedeutende Rolle in RPGs
spreche ich zum Beispiel Shadowrun an.
Wenn es zig Seiten mit Waffenlisten, ganze
Regelwerke nur zu Waffen oder Kriegen gibt
und die meiste Cyberware nur dem einen
Zweck dient, finde ich, ist die Richtung
in die das Ganze geht schon sehr bezeichnend.(...)
Das ist nun mal die Ausrichtung dieses P&P-Rollenspiels, da kann ich nichts dran aendern. Ich spiele es halt dann einfach nicht, weil mir die Art des Spiels nicht gefaellt. Dabei musst du allerdings beruecksichtigen, dass das ganze auch nicht ohne Hintergrundgeschichte ablaeuft - es ist ein Endzeit-Szenario und daher auf Strassenschlacht und Ueberlebenskampf ausgelegt. Dass man solche Bandenkriege nicht ohne Strassenschlachten austraegt muss dem Spieler dieses P&Ps klar sein.
Die Frage ist nur - spielt das der Spieler wegen der Freude an der Gewalt oder der Zahl der imaginaeren Toten? Vorrangig eher wegen des Plots.

Natürlich wäre es erstrebenswert, durch
die Welt zu kommen, ohne gewalttätig zu
sein, aber da man nunmal (per Definition)
Kriminelle spielt, gestaltet sich das recht
schwierig und ich glaube nicht, dass viele
Gruppen Pazifisten sind (Ich habe es noch
nie geschafft, SR ohne Gewalt zu spielen.).
Ich habe es bisher noch nie selbst gespielt und mir gefaellt es auch wegen des Szenarios weniger. Aber wie gesagt ist die Gewalt sicher nicht die treibende Kraft.

Und solche Spiele, die im Mittelalter
spielen betrachte ich insofern als gewalt-
tätig, dass die NPC oft nicht zivilisiert
genug sind, sich ohne auseinanderzusetzen,
und wie sollen sich die Charaktere der
Damonen, Rauber, wilde Tiere o.ä. erwehren?
Worauf du mit den NPCs hinaus willst, verstehe ich noch nicht ganz, aber ich kann mich als Beispiel wieder mal anfuehren - mein Charakter im LARP kaempft nicht, besitzt nicht mal eine Waffe und ueberlebt trotzdem jedes LARP. Wie macht er das? Ich bin einfach nicht darauf aus, zu kaempfen und gehe dem aus dem Weg (weglaufen, verstecken, verhandeln o.ae.). Gut, das geht auch nicht immer und wenn es jeder macht, wirds auch langweilig.
Was aber klar sein muss, es geht hier nicht um Gewalt, die ausgelebt wird (denn ich sehe den Begriff nicht in diesem Zusammenhang angebracht), sondern vielmehr um das Loesen von Konflikten, Problemen oder dem Plot.

Da du kein LARP spielst, denke ich nicht, dass es einfach ist, das nachzuvollziehen. Aber die ganzen Leute, die dorthin fahren, sind keine abgedrehten Schlaeger, die fuer ein Wochenende die Sau rauslassen, sondern auch bei aeusserlich harten Fassaden (die zu den gespielten Charakteren gehoeren) ganz nette Leute, die keiner Fliege was zuleide tun.

Keine Ahnung, was für RPGs es sonst noch so
gibt; als Vampir muss man ja auch ständig
jemanden haben, den man entweder komplett
aussaugt oder in seine Abhängigkeit zieht
und zwischen den Clans gibt es wenn ich
recht informiert bin ständig Kriege. (Kenne
mich damit nicht gut aus.)
Das ist vermutlich Vampire, das kenne ich nicht sonderlich gut. Wenn ich es richtig sehe, ist es aehnlich wie Shadowrun aufzufassen, auch hier liegt ein voellig anderes Spielziel zugrunde. Man braucht nicht ein Spiel fuer Vampire spielen und erwarten, dass kein Blut fliesst. Wie gesagt, wer es nicht mag, laesst dieses eben bleiben, so wie ich.

PPP kann man vielleicht friedlich spielen. :p
Anm: Wir sollten mit dieser Diskussion
in einem anderen Threat weitermachen. :D
Pluesch, Power und Plunder, hmm, ich hab davon gehoert, wuerde aber auch nicht von vornherein ausschliessen, dass dort Kaempfe stattfinden, immerhin gibt es da Magie (:eek: oouuuh! ;))

Sollten wir die Diskussion fortfuehren, sollten wir wirklich einen neuen Thread oeffnen, allerdings muss das wegen mir nicht sein, mehr als ich gesagt habe, kann ich nicht mehr anfuehren. :o :p

Lunaris
03.05.2002, 19:02
Originalnachricht erstellt von Biohazard
Wenn ich es richtig sehe, ist es aehnlich wie Shadowrun aufzufassen, auch hier liegt ein voellig anderes Spielziel zugrunde.

PROTEST! Aber laut und deutlich! Vampire ist NICHT ähnlich wie Shadowrun. Ich selbst spiele es nicht, habe aber das Regelwerk hier und mir zu Gemüte geführt.
Hauptpunkt liegt auf Verhandeln, Geschick und Taktik - schließlich soll ja die Maskerade nicht auffliegen. Aber das führt jetzt zu weit.

Wollte nur meinen Protest kundgetan haben :).

Und nun zurück zum Thema...

Lunaris

Biohazard
03.05.2002, 19:34
Gut gut, ich nehme alles zurueck. Worauf ich mich bezogen habe, war, dass beiden Spielen im Gegensatz zu beispielsweise AD&D oder Midgard ganz andere Ziele und Szenarien zu Grunde liegen. Bei Vampire geht es um intrigante Clan-Streitigkeiten, soweit ich es mitbekommen habe, bei Shadowrun ist es eher der endzeitmaessige Kampf auf der Strasse, der sich den Gegebenheiten anpasst.

Da ich beide Spiele selbst nie gespielt habe (einmal beim Vampire-Life zugesehen, Vampire-P&P ueberhaupt keine Erfahrung, Shadowrun nur mal durchgeblaettert) bin ich nur von meinem subjektiven Eindruck ausgegangen. Eigentlich wollte ich aber auf oben genanntes hinaus. :) :rolleyes:

upsidedown
03.05.2002, 19:48
Originalnachricht erstellt von Lunaris
Und nun zurück zum Thema...


Och, wir können auch gerne noch durch eine seitenlange Detaildiskussion gekonnt von eigentlichen Problem ablenken. Da gibts bei uns ne ganze Berufskaste die verdient ihre Brötchen so.. :D

Aber ich denke wir sind uns mit bio soweit einig, das RPGs, auch wenn sie in den seltensten Fällen übermäßig pazifistisch angelegt sind, für einen halbwegs geistig sortierten Menschen (ich will hier jetzt keine blöden Kommentare hören...) keine wesentliche Gefährdung seiner moralischen und sozialen Integrität darstellen.

@bio: Ist das so halbwegs akzeptabel oder hab ich dich jetzt bis zur Unkenntlichkeit verbogen?

Gruß,
UpsideDown

Biohazard
03.05.2002, 20:30
Originalnachricht erstellt von upsidedown
@bio: Ist das so halbwegs akzeptabel oder hab ich dich jetzt bis zur Unkenntlichkeit verbogen?
Aye, so ist das in Ordnung. Was ich klarzustellen versuchte, hoffentlich mit einem wenigstens mittelmaessigen Erfolg, ist, dass in Rollenspielen durchaus Kampfhandlungen auftreten, z.T. auch beabsichtigt sind, jedoch mit Gewalt oder Gewaltverherrlichung nichts zu tun haben und nur Teil eines Ganzen (des Abenteuers z.B.) sind und aus meiner Sicht nicht jugendgefaehrdend sind. (Genauere Ausfuehrungen siehe oben ;))

Im Uebrigen betrachte ich Aktivitaeten wie 'Gotcha' oder dergleichen nicht als Rollenspiel, sondern als Combat-Simulation, um Missverstaendnissen vorzubeugen.

Wildcard
07.05.2002, 09:14
entschuldigt meine unwissenheit, aber ich habe jetzt soviel uber diese rollenspiele gelesen und kapiere trotzdem nichts (vielleicht liegt es an meinem alter :rolleyes: ).
spielt man das reell oder viruell?
hüpft ihr in kostümen in einem waldstück umher und wartet darauf überfallen zu werden?
kennt ihr eure mitspieler?
:silly:

Biohazard
07.05.2002, 10:04
Originalnachricht erstellt von Wildcard
entschuldigt meine unwissenheit, aber ich habe jetzt soviel uber diese rollenspiele gelesen und kapiere trotzdem nichts (vielleicht liegt es an meinem alter :rolleyes: ).
Am Alter liegt das sicher nicht, keine Angst. ;) Nicht jeder muss Rollenspiele kennen, auch wenn es ein interessantes Hobby ist.

spielt man das reell oder viruell?
Beides ist moeglich. Zum einen gibt es eine ganze Menge von Rollenspielen fuer den PC, Playstation usw, die nur am Geraet stattfinden, zum anderen gibt es noch die sogenannten 'Pen & Paper'-Rollenspiele (P&P), bei denen ein Spielleiter einer Gruppe von Spielern, die sich um einen Tisch versammelt haben, ein Abenteuer beschreibt und jeder Mitspieler die Handlungen seiner Spielfigur kund tut. Der Spielleiter sorgt dafuer, dass die Spieler eine Spielumgebung erhalten und fuehrt die Aktionen der Spielercharaktere aus, indem er die Handlung dementsprechend fortsetzt.
Dann gibt es noch die sogenannten TableTop-Spiele, die ich nicht so hautnah kenne, von denen ich weiss, dass sie mit Miniaturen auf selbstgebauten Landschaften gespielt werden (daher der Name 'Table-Top')
Als letzten populaeren Typus sei noch das LARP genannt (= Live Action Role Play). Dabei treffen sich Rollenspieler aus allen Windrichtungen zu Conventions (kurz: Cons), die von Spielervereinigungen organisiert und geleitet werden. Dort spielt jeder einen nach einem Regelsystem selbst generierten Charakter und fuehrt dessen Handlungen tatsaechlich aus. Das mag fuer den Aussenstehenden befremdlich wirken, macht aber irrsinnigen Spass, wenn man den Umgang mit der freien Natur nicht scheut. :)

hüpft ihr in kostümen in einem waldstück umher und wartet darauf überfallen zu werden?
kennt ihr eure mitspieler?
:silly:
Ganz so ist es nicht, denn man wartet nicht darauf, ueberfallen zu werden, sondern man verhaelt sich so, wie man denkt, dass es der Charakter taete. Aber vom Prinzip her ist das richtig.
Die Mitspieler beim LARP kennt man in der Regel nicht, wenn man nicht mit Freunden hinfaehrt. Das macht aber ueberhaupt nichts, weil man fast immer gleich mit den Leuten gut in Kontakt kommt. Feindseligkeiten oder Intoleranz sind aeusserst selten bis gar nicht vorhanden. (Was das ganze vielleicht so faszinierend macht)
Bei den anderen Formen des Rollenspiels (ausgenommen am PC) kennt man die Mitspieler schon, sonst gaebe es kaum Gelegenheit, miteinander zu Spielrunden zusammenzukommen.

Fragen zufriedenstellend beantwortet? :) Falls weiteres Interesse besteht, kann ich gerne ein paar Internetadressen zusammensuchen.

Wildcard
07.05.2002, 10:22
@Biohazard
danke für die erläuterungen
LARP genannt (= Live Action Role Play)
..stelle mir das jetzt mal vor wie ein live improvisationstheater.
Fragen zufriedenstellend beantwortet?
...absolut
Falls weiteres Interesse besteht, kann ich gerne ein paar Internetadressen zusammensuchen.
... wenn es dir keine umstände bereitet würde ich da gerne mal reinschnuppern. obwohl ich in meiner freien zeit lieber an meine mopped schraube.

Biohazard
07.05.2002, 10:39
Originalnachricht erstellt von Wildcard
..stelle mir das jetzt mal vor wie ein live improvisationstheater.
So in etwa ist es auch. Der grosse Unterschied liegt nur darin, dass es kein direkt vorgegebenes Ziel oder einen festen Text gibt, sondern es gibt das Signal 'Time-In' und danach setzt unmittelbar die Handlung ein, die noch keiner kennt. Es gibt nur einen Plot, den sich die Spielleiter ausgedacht haben - ob man ihm nachgehen will oder seine eigene Suppe kocht, bleibt jedem ueberlassen.

... wenn es dir keine umstände bereitet würde ich da gerne mal reinschnuppern. obwohl ich in meiner freien zeit lieber an meine mopped schraube.
Kein Problem, ich schreib gleich ein paar gute Adressen zusammen.

Biohazard
07.05.2002, 10:55
Vermutlich findet man mit Google auch zig Seiten ueber LARP, darunter viele private, ein paar Vereine oder Haendler.

Bekannte und oft frequentierte Seiten sind:
http://www.larp-welt.de
http://www.larpinfo.de
http://www.larpfaq.de
http://www.larpkalender.de (Veranstaltungskalender)
http://www.tempus-vivit.net (Mittelalter-Veranstaltungen)

Fuer P&Ps gibt es verschiedene Regelsysteme, nach denen gespielt wird. Ich wuerde da einfach mal mit den Begriffen 'Pen and Paper' googlen.
Ansonsten kenne ich noch http://www.helden.de, die haben eine gute Auswahl an P&P-Beschreibungen und anderen Dingen.

Fuer alle Typen von Rollenspielen gibt es noch den ADRV, den Allgemeinen Deutschen Rollenspieler-Verein mit der Adresse http://www.adrv.de.

Viel Spass!

Godwael
07.05.2002, 17:49
@Lunaris, Biohazard: Fahrt ihr zum Daimon 11? :)

Dann gibt es noch die sogenannten TableTop-Spiele, die ich nicht so hautnah kenne, von denen ich weiss, dass sie mit Miniaturen auf selbstgebauten Landschaften gespielt werden
Die Tabletops sind eigentlich alle reine Kampfspiele (Warhammer erinnert mich immer ein bißchen an Schach ohne Regeln und mit viel zu vielen Figuren :p ).

@all: Bei LARP-kämpfen schlägt man sich üblicherweise mit dem Ziel, den anderen nicht zu verletzen. Die größte Gefahr geht von Neulingen aus. :rolleyes: :D

Lunaris
08.05.2002, 08:30
Originalnachricht erstellt von Godwael
@Lunaris, Biohazard: Fahrt ihr zum Daimon 11? :)

Nöö, weiß ja gar nicht ,was genau das ist. Sooo intensiv spiel ich ja auch wieder nicht. Hab da so meine kleine Gruppe und wir treffen uns halt in mehr oder weniger unregelmäßigen :D Abständen und lassen das Hirn glühen und die Würfel sausen ;) ...

Erzähl mal, was soll das sein?

Es grüßt
Lunaris

Biohazard
08.05.2002, 09:49
@Lunaris:
Daimon 11 ist ein LARP-Con am Ende dieses Monats, wenn ich mich nicht irre, der in der Naehe von Kassel stattfindet.

@Godwael:
Mir persoenlich passt das vom Termin und auch von der Weite her nicht. Ich bevorzuge Cons, die noch in Bayern liegen, obwohl ich schon ein paar mal deswegen bis nach Hessen gefahren bin. Aber das kann ich nur selten.

Da ich ausserdem mein Abi noch nicht fertig habe und danach noch nicht weiss, wie es mit dem Studium aussieht, habe ich meine Plaene fuer LARPs vorerst auf Eis gelegt.
Ich haette hoechstens fuer August/September wieder ans verreisen gedacht, denn es laesst einen einfach nicht los und ich wuerde so gerne wieder auf einen Con fahren.
Aber es wird schwierig, weil das WS bereits im September losgeht...

Godwael
08.05.2002, 22:41
Jaaa, kenn ich... :(

Otti
09.05.2002, 03:14
Die Tabletops sind eigentlich alle reine Kampfspiele (Warhammer erinnert mich immer ein bißchen an Schach ohne Regeln und mit viel zu vielen Figuren ).

@Godwael
och sei doch nicht so streng mit den tabletops! Besonders warhammer ist echt klasse. Ich meine, das anmahlen der figuerchen macht irre spass und auch das zusammenstellen der armee und tatieren auf dem "Schlachtfeld" ist nicht so einfach wies aussieht.

meine meinung: tabletops sind spitze, auch wenn sie nix mit rollenspielen zu tun haben :yes:

Biohazard
09.05.2002, 10:25
Jedes der genannten Spiele und Spielarten hat seine eigene Mentalitaet. Man kann sie schwer (oder gar nicht) vergleichen.

Ich kenne ein paar Leute, die Warhammer-Figuren sammeln und vermutlich auch TableTop spielen. Fuer manche ist aber auch die Sammelleidenschaft und das Miniaturenbemalen ausschlaggebend. So einfach ist das Bemalen naemlich nicht, eher eine Wissenschaft fuer sich. Man muss eine ruhige Hand und eine grosse Auswahl von Farben, Pinseln und Techniken besitzen, damit aus einer Zinnfigur oder einem Kunststoffsoldat eine richtige Miniatur wird.

Die 'schrecklichen' Abbildungen von riesigen Kampf-Orks, die auf einem Leichenberg stehend eine ueberdimensionierte High-tech-Kettensaege schwingen, sind nur Uebertreibungen, um das Genre des Fantasy-Kriegsspiels hervorzuheben.