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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zucker und Klebstoff aus Zuckerrüben


nobody
10.01.2002, 19:10
Hiiilfe!
Kann mir jemand sagen wie ich aus zuckerrüben zucker und klebstoff herstellen kann? Bitte ist dringend!
Danke im vorraus :confused: :D

FK
10.01.2002, 21:03
Nur so prinzipiell: die Rüben werden zerkleinert, mit Wasser ausgelaugt (extrahiert, sagt der Chemiker), die Lösung mit etwas Kalk versetzt, filtriert, dann kommt etwas CO2 rein, dann wird nochmal filtriert, die Brühe mit Aktivkohle entfärbt und dann der Saft im Vakuum eingeengt, bis der Zucker kristallisiert; zuletzt die Kristalle abzentrifugiert.

Das sollte so grob das technische Verfahren sein. Im Haushalt wird man sich einige Verfahrensschritte sparen......darauf zielte die Frage aber wohl nicht ab....


Und der Klebstoff? Keine Ahnung...Zucker ist zwar auch klebrig, aber zu einem richtigen Klebstoff fehlt noch Einiges....

Gruß,
Franz

schlumpf
11.01.2002, 08:38
Nordzucker hat ein paar ganz nette Infos zur Zuckerherstellung: www.nordzucker.de/vielfalt

nobody
17.01.2005, 19:13
hi
hab da noch konkretere fragen:
wie laufen denn die Reaktionen mit Kalk genau ab? (Reaktionsgleichungen??!) was für Stoffe werden denn dadurch gefällt?
Und für was ist das CO2 ?

wär nett wenn des einer weiß, ich brauchs nämlich dringend
nicky17

belsan
17.01.2005, 19:27
EDIT: Solte vielleicht noch erwähnen, dass nicht Kalk (CaCO3 ), sondern gebrannter Kalk (CaO) als Kalkmilch (Ca(OH)2 ) eingesetzt wird.

Was bei der Kalkung im Einzelnen passiert ist nicht vollständig geklärt.

Wichtig sind die Neutralisation von Säuren, die dabei zum großen Teil als Calciumsalze ausfallen.

Koagulation von Proteinen

Abbau von Monosacchariden

Verseifung von Amiden

Das nachfolgende Einleiten von CO2 hat den Sinn überschüssiges Ca(OH)2 als Calciumcarbonat auszufällen und den pH Wert so einzustellen, dass bei den hohen Temperaturen der nachfolgenden Wasserverdampfung möglichst wenig Saccharose hydrolysiert wird.

Klebstoff aus Zuckerrüben ist mir auch nicht bekannt. Melasse ist ziemlich klebrig, aber ein Klebstoff ist das nicht.

Tsunami
17.01.2005, 19:44
Für die Verwendung als Basis zum Kleben gibt es wie bei Stärken zahllose Methoden.

Ein Beispiel ist die Modifizierung Acrylaten (Zucker plus Acrylester und Umesterung zu mehr oder weniger definierten ZUckerestern). Die Acrylatgruppen können dann polymerisiert werden, wie üblich.

nobody
17.01.2005, 21:16
EDIT: Solte vielleicht noch erwähnen, dass nicht Kalk (CaCO3 ), sondern gebrannter Kalk (CaO) als Kalkmilch (Ca(OH)2 ) eingesetzt wird.

Was bei der Kalkung im Einzelnen passiert ist nicht vollständig geklärt.

Wichtig sind die Neutralisation von Säuren, die dabei zum großen Teil als Calciumsalze ausfallen.

Koagulation von Proteinen

Abbau von Monosacchariden

Verseifung von Amiden

Das nachfolgende Einleiten von CO2 hat den Sinn überschüssiges Ca(OH)2 als Calciumcarbonat auszufällen und den pH Wert so einzustellen, dass bei den hohen Temperaturen der nachfolgenden Wasserverdampfung möglichst wenig Saccharose hydrolysiert wird.


Das sind doch Fällungsreaktionen bei denen Komplexe mit Ca2+ oder OH- enstehen? oder lieg ich da falsch?

nobody
17.01.2005, 21:36
inwiefern hat denn noch die Koagulation der Eiweiße mit dem IEP zutun?
hab gelesen, dass Proteine beim Überschreiten des IEP ausflocken...
ich hab gedacht die Aminosre. gehen beim Über- oder Unterschreiten des IEP in Lösung?

(oder hab ich jetzt n totalen Denkfehler......... :D ;) )


was wär denn noch ein Beispiel für die Calciumsalze?

belsan
17.01.2005, 21:38
Das sind doch Fällungsreaktionen bei denen Komplexe mit Ca2+ oder OH- enstehen? oder lieg ich da falsch?

Richtig, Ziel ist es so viel wie möglich Nichtsaccharosestoffe auszufällen und solche, die keine schwer löslichen Kalziumsalze bilden, zu neutralisieren (in der ein oder anderen Weise)
Es entstehen sicher auch Komlexe mit Ca2+ (wohl weniger mit OH-, das wirkt als Base)

nobody
18.01.2005, 00:04
ich versteh noch nicht ganz, was das Ca2+ mit Proteinen genau macht
wird die Tertiärstruktur zerstört und deshalb denaturiert?
oder was könnte da noch passieren?

mfg nicky17 :)

belsan
18.01.2005, 01:11
Sicher spielt auch das Kalzium irgendwie eine Rolle. Wichtiger ist wohl der pH-wert für die Denaturierung (Aufhebung der funktionellen Tertiärstruktur).

kat1
18.01.2005, 08:00
Proteine koagulieren am isoelektrischen Punkt, weil die elektrostatischen Abstoßungskräfte, die sie sonst in Lösung auf Distanz voneinander halten, minimiert werden. Stabile Lösungen kann man oberhalb und unterhalb des IEP erhalten. Da der IEP pH-Wert abhängig ist, wird also durch die Verschiebung des pH die Koagulation ausgelöst, eine Reaktion ist dafür nicht verantwortlich ;)