Ich möchte eure Meinung, einschließlich Vorgehensweisen, zum Thema "Störenfriede in der Klasse" hören;
Bsp aus dem Alltag:
Schüler B möchte was vom Unterricht mitbekommen, Schüler Z stört den Unterricht andauernd.
=> Lehrer gibt Schüler Z eine Nacharbeit bzw. Verweis.
=> Unterrichtszeit wird durch den Lehrer, der den Schüler Z bestraft, vergeudet.
Dem Schüler Z ist es egal, wie oft er eine Nacharbeit erledigen muss. Verweise sind für die Mutter bzw. dem Vater von Schüler Z kein Problem, eine Lapalie.
Auf diese Weise aber, schaffen es diese Z-Schüler den Unterricht sowie die Klassengemeinschaft dauerhaft zu stören.
Was sollte man eurer Meinung mit solchen Schülern machen? Denn die normalen Mittel wie Nacharbeit oder Verweis stören diese Schüler nicht.
Danke für eure Meinung zu diesem Thema.
marve
29.06.2005, 21:21
Als Lehrer würde ich Z. und seine Eltern zu einem Gespräch einladen und den Eltern klarmachen, dass Z. den Unterricht massiv stört und die Klasse (besonders auch *sich selbst*) vom Erreichen des Lernzieles abhält.
In diesem Gespräch würde ich den Eltern (primär ihnen, natürlich auch Z.) drohen, Z. demnächst aus dem Klassenraum zu entfernen, wenn er sich weiter danebenbenimmt. Dass seine Noten dann natürlich die Versetzung in die nächste Klassenstufe verhindern, wird jedem einleuchten. (Und das ist auch *keine* Lapalie mehr)
Nemesis
29.06.2005, 21:37
Ich möchte eure Meinung, einschließlich Vorgehensweisen, zum Thema "Störenfriede in der Klasse" hören;
Sicher, dass du die hören möchtest? :D
Ich vertrete da die recht simple Auffassung, den Schüler ein bis zwei mal drauf hinzuweisen, nicht den Unterricht zu stören und ihn dann rauszuwerfen.
In der nächsten Stunde holt man ihn dann an die Tafel und guckt, ob er den Stoff nachgeholt hat und wenn nicht gibt es für die Stunde eine mündliche 6 eingetragen (außerdem kontrolliert man bei dem Schüler immer die Hausaufgaben :D ).
Nach ein paar mal dürften die meisten es auf diesem Weg begreifen - und wenn nicht ist man ihn wohl spätestens nach Ende des Schuljahres los.
Denn bei einer ausreichenden Anzahl Fehlstunden - auch wenn er rausgeworfen wurde - kann man ihm einfach den Kurs aberkennen. Dann ist es egal, ob es ein wichtiges Fach ist oder nicht. Und meistens werden die "gesammelten" mündlichen Sechsen ausreichen, um eine entsprechende Endnote rauskommen zu lassen.
Und: Ja, ich kenne durchaus Lehrer, die das so handhaben und das mit recht gutem Erfolg.
Sie hat einigen Schülern dann nach den ersten paar Wochen mal die mündlichen Noten präsentiert mit dem Spruch "10 mal 0 Punkte sind immer noch 0 Punkte". :D
Im Gegensatz dazu habe ich mit Kuschelpädagogik eher schlechte Erfahrungen, was die Erfolgsaussichten angeht (wobei wir auch einige ziemliche Chaoten im Jahrgang hatten).
Solange der Schüler noch nicht volljährig ist, kann ein Elterngespräch teilweise auch helfen. Man sollte es wenigstens einmal versuchen.
Ansonsten gibt es einfach die den Leistungen angemessene Note. Gefährlich sind nur die Chaoten, die nebenbei auch noch halbwegs Ahnung vom Fach haben.
Rosentod
29.06.2005, 21:53
Ich bin ja durchaus auch für strenge Erziehungsmethoden, die wirken wenigstens. Allerding könnte man auch versuchen herauszubekommen, warum der Schüler ständig den Unterricht stört. Ist er vielleicht unterfordert? Oder hoffnungslos überfordert? Oder ...
belsan
29.06.2005, 21:55
Oh, je.
Ich denke da gibt es kein Patentrezept.
Das hängt von zu vielen Faktoren ab.
Das einfachste ist den Katalog der üblichen disziplinarischen Maßnahmen abzuarbeiten bzw. letztlich über die Noten den betreffenden Schüler los zu werden. Das würde ich aber nur als ultima ratio in Betracht ziehen.
Der entscheidende Punkt scheint mir zu sein, dass man es schafft gegenüber dem Schüler zur respektierten Autorität zu werden (leicht gesagt ;) ). Das kann durchaus diziplinarische Maßnahmen mit einschließen, aber eben auch noch eines anders was man nicht so einfach abarbeiten kann.
Ein Gespräch mit den Eltern kann auch mal nach hinten los gehen, wenn der Schüler dadurch den Eindruck des "Verpetzens" bekommt, zumal wenn es den Eltern egal ist.
Ist es den Eltern nicht egal, bekommt er womöglich von deren Seite so viel Druck, dass er gerade den Unterricht als Ventil braucht.
kat1
30.06.2005, 07:47
Ich halte die von Rosentod vertretene Meinung für richtig. Man sollte wirklich versuchen, herauszubekommen, warum der Schüler sich so verhält. Zugegeben ich habe auch in einige Stunden früher durch starke Schwatzhaftigkeit geglänzt, gehörte aber trotzdem zu denen, die noch halbwegs Ahnung hatten. :D
Mit der harten Keule kann man immer noch drohen, aber die Ursachenforschung bleibt heute leider sehr oft auf der Strecke, wie ich schon oft erleben musste (es gab nur eine Lehrerin, die das bei mir getan hat, wir haben dann auch eine einvernehmliche Lösung gefunden).
FabianH
30.06.2005, 10:43
Und: Ja, ich kenne durchaus Lehrer, die das so handhaben und das mit recht gutem Erfolg.
Wichtig hierbei ist, dass dieser Erfolg kurzfristig und in der Regel den Schüler nicht erreicht, d.h. er ist nur ruhig weil er Angst vor der Strafe hat, nicht weil er einsieht, dass es nicht richtig ist.
Insofern ist Rosentods Ansatz das Richtige, wenn real auch schwierig umzusetzten, jedoch wird er durch die Schwierigkeit nicht falscher (sagt/schreibt man das so ?).
MfG
Fabian
Grinsekatze
30.06.2005, 11:37
Im Großen und Ganzen stimme ich Nemesis zu...
Vielleicht kann man auch Z beim ersten Mal verwarnen, beim zweiten bis vierten Mal des Unterrichts verweisen und danach ein Privatgespräch mit ihm führen... Kommt natürlich auf das Alter von Z an, aber aus Erfahrung weiß ich, dass Kinder ab einem bestimmten Alter (circa +-15) nicht mehr großartig von ihren Eltern zu beeindrucken sind. (Erfahrung resultiert aus täglicher Beobachtung meines jüngeren Bruders). Auch halte ich ein Gemeinschaftsgespräch mit den Eltern und Z für zwecklos, denn es könnte sein dass sich Z durch die Anwesenheit der Eltern geprüft fühlt und nicht aus sich heraus geht.
Wie gesagt, meine Meinung und keineswegs bewiesene Tatsache.
C2H5OH
30.06.2005, 11:56
Die Z´s dieser Welt sind der Grund dafür, dass ich froh bin kein Lehrer zu sein. :rolleyes:
Oheim Siggi
30.06.2005, 15:19
Ich möchte nun wirklich nicht den Glauben in die Pädagogik hier dauerhaft erschüttern (obwohl: eigentlich schon), aber durch meine Erfahrungen glaube ich kaum, dass "disziplinarische Maßnhmen" viel bewirken. Du hast ja leider nicht geschrieben, wie alt diese Schüler vom Typ z sind. Wahrscheinlich ist manches aber sogar unabhängig davon.
Aaaaalso: Bevor ich mich doch entschlossen habe, lieber in der gymnasialen Oberstufe das Abitur zu machen, war ich für ein Jahr auf einer Fachschule, um dort mein Fachabitur zu machen.
Beim Tag der offenen Tür einige Wochen vor Schulbeginn hat der Rektor eine Rede vor Eltern und Schülern gehalten, in der er besonders betont hat, wie wichtig ihm z. B. die reine Anwesenheitspflicht, das Erledigen der Hausaufgaben etc. sind. Ich musste an manchen Stellen wirklich lachen, da seine Forderungen für mich nur eine Ansammlung von Allgemeinplätzen darstellten. Das Schuljahr begann. Schon in den ersten wenigen Wochen wurde klar, was das Rektor aus Erfahrung meinte. Viele Schüler hatten in etwa ein Fehlzeitenkonto, das bei ca. 50% der Schulzeit lag. Hausaufgaben wurden nie gemacht. Manche kamen ohne Bücher oder Hefte zur Schule, gingen -wenn ihnen langweilig war- in der Pause wieder. Manche Lehrer schauten weg, manche wollten "kollegial" auf die Schüler einwirken, mancher der "alten Schule" versuchten es über Verweise etc. und die Referendare -ganz begeistert von der Unipädagogik- waren der Meinung, dass Gruppenarbeit schon alles richten würde. Geholfen hat nix. Ca. 50% der Klasse sind innerhalb des 1. Jahres von der Schule geflogen oder selber gegangen. Das Problem lag in dem Sinne nicht nur bei ihnen selber (also das sie sich selber geschadet hätten), sondern auch im nicht vorhandenen Zusammenhalt der Klasse, da sie immer gestört haben, z.T. gegenüber anderen aggressiv waren ("willse auffe Fresse?") etc.
Das Problem liegt für mich darin, dass wirklich KEIN Konzept bei ihnen fruchtete. Sie waren schlichtweg desinteressiert an allem. Bildung hatte keinen Wert für sie. Für ihre Eltern offenbar auch nicht, da sie in der Hinsicht offensichtlich keinen Druck ausübten. Ihnen war wirklich alles egal. Motto: ´ne Lehrstelle finde ich 'eh nicht (es gibt ja keine- dies ist im näheren Umfeld für schlechtere Schüler leider wahr), Schule ist 'eh scheiße (darin wurden sie vom direkten Umfeld bestätigt) und mich würde es auch nichtmal wundern, wenn ihnen das Elternhaus auch eingetrichtert hat, dass "die Lehrer" doch sowieso alle nur Dummschwätzer sind.
Ein Jahr später ging ich dann auf eine andere Schule, und das letzte Jahr schien nur so etwas wie ein böser Traum gewesen zu sein. Die Schüler kamen verstärkt aus dem "Bildungsbürgertum" und waren durch ihr Umfeld klar überzeugt davon, dass Bildung wichtig ist, und man schließlich was für sich und seine Zukunft tun müsse ("wir wollen schließlich zur Uni..."). Es tut mir ja leid, aber ich glaube, dass gerade die Kombination bildungsfernes Elternhaus (+Freundeskreis) und eine generalle Perspektivlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt ("eine Zukunft habe ich sowieso nicht") dazu führen, dass nichts mehr ankommt, da man mit nichts drohen kann. Was schaden mir schlechte Noten, wenn auch guter Schüler keinen Ausbildungsplatz bekommen? Was schadet es mir, dass ich mich vor den anderen Schülern durch mein Nichtwissen blamiere, wenn mir doch sowieso nur mein privater Freundeskreis wichtig ist? Und was schaden mir Briefe nach hause, wenn meine Eltern sie nicht für voll nehmen?
Akkordeon1987
30.06.2005, 17:19
Ich würde mal behaupten, dass es extrem davon abhängt wie alt der Störenfried ist!
Habe das neulich zB mitbekommen wie ein Lehrer einen aus der 5. Klasse nach der Stunde noc wirklich ganz freudscahftlich gefragt hat, was sein Nebenmann denn immer interessantes zu erzählen habe ... danach meinte betreffender Lehrer noch, dass er sich doch mal etwas weniger mit dem beschäftigen sollte und im Unterricht aufpassen sollte, damit er ne gute Note bekommt - so wie ich das weiter beobachtet hab hat das auch einigermaßen bei dem gewirkt - ohne groß Theater zu machen - der kleine hatte das scheinbar verstanden.
Ein paar Jahre älter und dem wäre das egal gewesen glaub ich - ich denk bei "den großen" ist es schwer noch was zu erreichen - hab noch nie mitbekommen, dass irgendwas wirklich gewirkt hat - sorry.
Alex P.
30.06.2005, 18:24
Ich bin ja durchaus auch für strenge Erziehungsmethoden, die wirken wenigstens. Allerding könnte man auch versuchen herauszubekommen, warum der Schüler ständig den Unterricht stört. Ist er vielleicht unterfordert? Oder hoffnungslos überfordert? Oder ...
In diesem konkreten Beispiel ist Schüler Z maßlos überfordert, z.B.
Mathematiklehrerin fragt Binome ab und der Z-Schüler argumentiert mit dem Kommutativgesetz o.a.... :rolleyes:
Ich wäre zwar auch dafür, zu klären WARUM er den Unterricht stört, aber das Problem ist das der Schüler Z sich nicht zu einem Gespräch bereit erklärt.
Zur Allgemeinen Information:
Schüler Z ist 15 Jahre und fühlt sich sehr stark zur rechten Seite hingezogen.
Wegen Zeigens National-sozialistischer Symbole in der Schule bekam er auch schon einen verschärften Verweis.
Meine Vermutung:
Schüler Z hatte nie Freunde und will daher immer auf sich aufmerksam machen und mit solchen bescheuerten Aktionen (siehe "Zur Allgemeinen Information") bei Mitläufern Eindruck schinden. Ich glaube aber auch, dass es bei diesem Fall schon zu spät für eine Besserung ist.
belsan
30.06.2005, 18:52
Schüler Z ist 15 Jahre und fühlt sich sehr stark zur rechten Seite hingezogen.
Wegen Zeigens National-sozialistischer Symbole in der Schule bekam er auch schon einen verschärften Verweis.
Na , da hast du ja richtig "Glück" gehabt.
Gibt man Schüler Z wegen seiner rechten Gesinnung eins auf den Deckel fühlt er sich bestätig, versucht man es im Sinne "wie uncool" herunterzuspielen kann man von anderer Seite wegen Verharmlosung selber Probleme kriegen.
Im Ernst:
Wenn schon die Einschätzung besteht, dass da nichts zu machen ist, kann man entweder darauf hinwirken, dass Schüler Z den Klassenverband schnellstmöglich verläßt oder man holt sich professionellen Rat ein.
So wie ich das erlebt habe ist die Lehrerausbildung überhaupt nicht darauf ausgerichtet solche Fälle vernünftig zu händeln.
Laienpsychologie hilft auch nur selten weiter.
Wenn noch nicht gestrichen, sollte es über das Schulamt irgendwelche Adressen geben wo man eine Beratung auch gerade für solche Fälle erhalten kann. Das macht Mühe, ist aber sicher sinnvoll.
Hilfreich wäre es sicher auch wenn es im Kollegium jemanden gäbe, der einen eingermaßen guten Draht zu Schüler Z hat. Mit dem Kollegen/ der Kollegin würde ich dann im Vorfeld etwaige Maßnahmen bereden.
Wenn es irgend jemand gelingt ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen ist die Sache vielleicht doch nicht ganz hoffnungslos.
Akkordeon1987
30.06.2005, 19:22
gibts bei euch ìn der Nähe keinen Schulpsychologen?
Alex P.
30.06.2005, 19:32
Wir haben eine Schulpsychologin direkt an der Schule.
Schüler Z ist der Schulpsychologin bereits bekannt.
Im direkten Gespräch zu ihr zeigt er nach außen hin Reue, aber innen bleibt er immer noch ein Z-Schüler.
Ich denke auch das da professionaller Rat für Schüler Z die einzig mögliche Lösung darstellt.
Mag blöd klingen aber ich sage es jetzt trotzdem:
Gott sei dank, dass Schüler Z das Klassenziel nicht erreicht hat.
immerhin einer der Z-Schüler weniger.
Akkordeon1987
30.06.2005, 19:34
Im direkten Gespräch zu ihr zeigt er nach außen hin Reue, aber innen bleibt er immer noch ein Z-Schüler.
ich hätte die gute Frau dann mal mit in Unterricht genommen und mal geschaut was dann passiert...
Godwael
30.06.2005, 19:41
Irgendwie muß ich bei diesem Thread immer an die "völlig neuartige Erziehungsmethode" aus der South Park-Folge mit dem Ritalin denken...
:rofl:
Nemesis
30.06.2005, 22:49
Das Problem liegt für mich darin, dass wirklich KEIN Konzept bei ihnen fruchtete. Sie waren schlichtweg desinteressiert an allem.
Das gibt es leider häufiger. Aber in dem Fall kann man - sofern ein ernstes Gespräch nichts hilft - eigentlich nichts anderes machen als ihn rauswerfen, wenn er den Unterricht stört.
So haben wenigstens die Schüler, die etwas lernen wollen, die Möglichkeit dazu.
Das ist man den anderen Schülern gegenüber eigentlich schuldig, denn die können ja auch nichts dafür, dass sie so einen Chaoten in der Klasse haben.
belsan
30.06.2005, 23:03
Ich denke auch das da professionaller Rat für Schüler Z die einzig mögliche Lösung darstellt.
Das mit dem professionellen Rat bezog sich eher auf den Lehrkörper. ;)
Es geht ja darum, dass der Untericht einigermaßen vernünftig ablaufen kann. Mit Glück auch unter produktiver Beteiligung der Chaoten.
siloga
01.07.2005, 15:13
Ich würde mal behaupten, dass es extrem davon abhängt wie alt der Störenfried ist!
Habe das neulich zB mitbekommen wie ein Lehrer einen aus der 5. Klasse nach der Stunde noc wirklich ganz freudscahftlich gefragt hat, was sein Nebenmann denn immer interessantes zu erzählen habe ... danach meinte betreffender Lehrer noch, dass er sich doch mal etwas weniger mit dem beschäftigen sollte und im Unterricht aufpassen sollte, damit er ne gute Note bekommt - so wie ich das weiter beobachtet hab hat das auch einigermaßen bei dem gewirkt - ohne groß Theater zu machen - der kleine hatte das scheinbar verstanden.
Ein paar Jahre älter und dem wäre das egal gewesen glaub ich - ich denk bei "den großen" ist es schwer noch was zu erreichen - hab noch nie mitbekommen, dass irgendwas wirklich gewirkt hat - sorry.
Unsere Englischlehrerin macht genau das Gegenteil: Immer auf die Kleinen. Zu uns hat sie ein recht freundschaftliches Verhältnis, doch ansonsten ist sie sehr gefürchtet. Diese Methode wirkt auch :D
Ad Z-Schüler: Ich möchte hier keine Psychologie betreiben, aber ich würd mal sagen, er versucht die Aufmerksamkeit auf sich zu richten. Wenn man ihn rausschmeißt, Strafarbeiten gibt oder ermahnt oder so, hat er sein Ziel erreicht! Lösung: ignorieren?? Ob das wirkt ist fraglich, denn nachher denkt er noch, der Lehrer ignoriert ihn, weil der Lehrer Angst vor ihm hat.
asteriix
26.07.2005, 21:16
Wir haben eine Schulpsychologin direkt an der Schule.
Schüler Z ist der Schulpsychologin bereits bekannt.
Im direkten Gespräch zu ihr zeigt er nach außen hin Reue, aber innen bleibt er immer noch ein Z-Schüler.
Ich denke auch das da professionaller Rat für Schüler Z die einzig mögliche Lösung darstellt.
Mag blöd klingen aber ich sage es jetzt trotzdem:
Gott sei dank, dass Schüler Z das Klassenziel nicht erreicht hat.
immerhin einer der Z-Schüler weniger.
prima, wenn jeder lehrer so denkt, hilft niemand solchen menschen und dann wundern wir uns ernsthaft, wenn auf der strasse mehr und mehr assoziale rumlaufen? sorry, meine meinung, aber ein lehrer ist erst dann ein guter lehrer, wenn er es schafft, solche störenfriede einzugliedern. alles andere ist easy pippifax, den ich auch könnte.
traurig.
asteriix
Akkordeon1987
26.07.2005, 21:23
@asteriix: hast du wirklich alles durchgelesen? ich glaub kaum das irgendein Lehrer sowas gewachsen ist... normale Null Bock Phase und dann nerven packen die ja meist - aber irgendwann ist auch mal Schluss bei den Lehrern - das sind auch nur Menschen!
asteriix
26.07.2005, 21:57
@asteriix: hast du wirklich alles durchgelesen? ich glaub kaum das irgendein Lehrer sowas gewachsen ist... normale Null Bock Phase und dann nerven packen die ja meist - aber irgendwann ist auch mal Schluss bei den Lehrern - das sind auch nur Menschen!
tja, und wie ist es bis zu diesem punkt erst gekommen? wenn alle lehrer denken "gut , dass ich den los bin...", wundert mich ja nichts mehr.
asteriix
bnsndn
26.07.2005, 22:45
Da wars doch früher echt noch besser: Der Lehrer hatte noch großen Einfluss auf die Schüler, Medien gab es kaum, d.h. man musste sich einfach anderen Dingen widmen, kreativer sein, man hatte mehr Motivation viel zu lernen, um später einen guten Beruf zu erlangen. Mütter hatten viel mehr Zeit für die Erziehung etc.. Das ist heute alles anders. Natürlich war nicht alles besser, z.B. Chancengleichheit Schulbildung...
Zu den Verweisen: Das ist doch echt das Sinnvollste, wenn auf sanfterem Wege nichts zu erreichen ist. Nach den 9 oder wie viele es auch immer sind, ist der Störenfried doch auch weg vom Fenster (Jedenfalls Regelung bei uns). Wo liegt das Problem? Höchstens darin, dass er später zum Arbeitslosen wird und auf unsere Kosten lebt. Aber ich denke doch, dass es irgendwann (vielleicht erst mit Mitte 20) fast jeder einsieht, dass er seine Einstellung ändern muss.
Aber erstmal sollte doch nach den Ursachen des Störens gesucht werden. Das wird in den meisten Fällen einfach Desinteresse am Unterricht sein. Dagegen sind allerdings die meisten Lehrer machtlos etwas zu unternehmen. Verständlich!
Denn wie ich bereits am Anfang kurz angesprochen habe, verleiten heutzutage die unterhaltenden (=(oft)verblödenden) Medien zu ganz anderen Aktivitäten, die mit dem Lernen für die Schule unvereinbar sind. Kurz gesagt: Diese Medien halten viele beeinflussbare Schüler von wichtigeren Dingen ab!
Beispiele: -aggressive Hip-Hop oder Techno-Lieder mit lässig, cooltuenden "singenden" Idioten (sorry), die eine solche menschenfremde, alltagsfremde Haltung haben. Bei sowas fängt es an. Das ist Beeinflussung, ganz klar.
-Solche und ähnliche Leute (,die vielleicht privat anders sind) sind heute oft Vorbilder.
- Leute in den Medien wirken so, als ob man ohne Anstrengung erfolgreich werden kann, Schulbildung bringt nichts fürs spätere Leben.
-Computerspielen statt selbst Interesse am Lernen zu haben.
u.s.w. ....
Dagegen lässt sich leider wenig unternehmen :rolleyes:
asteriix
27.07.2005, 00:09
Da wars doch früher echt noch besser: Der Lehrer hatte noch großen Einfluss auf die Schüler, Medien gab es kaum, d.h. man musste sich einfach anderen Dingen widmen, kreativer sein,
heute ist aber nicht mehr "früher".
man hatte mehr Motivation viel zu lernen, um später einen guten Beruf zu erlangen.
gibt es heute keine guten berufe mehr..
Mütter hatten viel mehr Zeit für die Erziehung etc.. Das ist heute alles anders. Natürlich war nicht alles besser, z.B. Chancengleichheit Schulbildung...
was für ein Klischee..
Zu den Verweisen: Das ist doch echt das Sinnvollste, wenn auf sanfterem Wege nichts zu erreichen ist. Nach den 9 oder wie viele es auch immer sind, ist der Störenfried doch auch weg vom Fenster (Jedenfalls Regelung bei uns).
super lösung, pädagogisch extrem wertvoll.
Wo liegt das Problem? Höchstens darin, dass er später zum Arbeitslosen wird und auf unsere Kosten lebt. Aber ich denke doch, dass es irgendwann (vielleicht erst mit Mitte 20) fast jeder einsieht, dass er seine Einstellung ändern muss.
ich glaube weder an den osterhasen, noch an den weihnachtsman. und an deine ausführungen ebenfalls nicht. wessen zukunft bereits zerstört ist, hat keinen grund mehr, etwas zu ändern. ohne verräts du mir mal, wie man sich ohne hilfe und nur mit eigenantrieb in unsere leistungsgesellschaft wieder integrieren kann?
Aber erstmal sollte doch nach den Ursachen des Störens gesucht werden. Das wird in den meisten Fällen einfach Desinteresse am Unterricht sein. Dagegen sind allerdings die meisten Lehrer machtlos etwas zu unternehmen. Verständlich!
was ist denn daran verständlich? mich fast meine gesamte gymnasiale karriere gelangweilt. nur mal als beispiel. und daran soll der lehrer unschuldig sein?
Denn wie ich bereits am Anfang kurz angesprochen habe, verleiten heutzutage die unterhaltenden (=(oft)verblödenden) Medien zu ganz anderen Aktivitäten, die mit dem Lernen für die Schule unvereinbar sind. Kurz gesagt: Diese Medien halten viele beeinflussbare Schüler von wichtigeren Dingen ab!
Beispiele: -aggressive Hip-Hop oder Techno-Lieder mit lässig, cooltuenden "singenden" Idioten (sorry), die eine solche menschenfremde, alltagsfremde Haltung haben. Bei sowas fängt es an. Das ist Beeinflussung, ganz klar.
-Solche und ähnliche Leute (,die vielleicht privat anders sind) sind heute oft Vorbilder.
- Leute in den Medien wirken so, als ob man ohne Anstrengung erfolgreich werden kann, Schulbildung bringt nichts fürs spätere Leben.
-Computerspielen statt selbst Interesse am Lernen zu haben.
u.s.w. ....
Dagegen lässt sich leider wenig unternehmen :rolleyes:
wenn ich das lese. die EU vergrössert sich mehr und mehr, es werden staatenbünde geschlossen, bilaterale verträge sind ander tages ordnung. jetzt frage ich euch mal warum.
die antwort liefere ich auch mal gleich mit: weil man eingesehen hat, dass es viel sicherer ist, "gefährliche" staaten zu integrieren und zu zähmen, als sie auszuschliessen und damit die kontrolle zu verlieren. NICHTS ANDERES gilt für das menschliche zusammenleben. je ausgeschlossener jemand ist, desto gefährlicher droht er für die übrige gesellschaft zu werden.
es ist schon witzig, dass du glaubst, jemand in einer so extremen lage würde noch rational was einsehen. wenn dem so wäre, hätten wir keine gewaltprobleme auf der welt.
meine persönliche meinung: du siehst die dinge sehr oberflächlich und nicht in einem gesamtzusammenhang. das ächten von menschen ist keine lösung.
asteriix
belsan
27.07.2005, 01:24
prima, wenn jeder lehrer so denkt, hilft niemand solchen menschen und dann wundern wir uns ernsthaft, wenn auf der strasse mehr und mehr assoziale rumlaufen? sorry, meine meinung, aber ein lehrer ist erst dann ein guter lehrer, wenn er es schafft, solche störenfriede einzugliedern. alles andere ist easy pippifax, den ich auch könnte.
traurig.
asteriix
Es gibt Lehrer, die können sowas händeln, es gibt Fälle, die sind von keinem Lehrer zu händeln. IMO hängt da fast alles von der Persönlichkeit des Lehrers ab. Persönlichkeit kann man nur sehr begrenzt lernen.
Der durchschnittliche Lehrer hat wesentlich weniger "Erziehungskompetenz", als man das von ihm fordert. Kann er auch nicht haben.
Ich denke es ist ein Trugschluss anzunehmen, dass die Schule alle Fehler, die an anderer Stelle begangen wurden, ausbügeln kann.
Akkordeon1987
27.07.2005, 07:42
@asteriix wenn du meinst das ist alles so einfach, dann geh doch mal in den Schuldienst - mal schaun wie lange du das aushältst... bin selbst mal 1Woche zum Praktikum in einer Grundschule gewesen - das ist verdammt anstrengend... dabei hatte ich noch das Glück neben dem Lehrer in der KLasse zu sein und so auf die Störenfriede einzugehen - die Lehrer haben es am Ende gedankt - so viel Zeit hätten sie alleine nicht gehabt... Und in der Grundschule ist das schon noch was anderes - ein bischen Zuwendung und die meisten geben wieder Ruhe - so ist es mir zumindest aufgefallen... war damals aber auch krass mit dem einen - da sind die Eltern nie mitgekommen wenn irgendwas in der Schule war (damals gerade Laternelaufen). Der hing dann an mir - das war anstrengend genug muss ich sagen....
hab auch mal in der gleichen Schule ne ehemalige Lehrerin von mir besucht - die hatte ne i-Klasse... was ich nicht wusste ich hatte mich genau neben den geistig behinderten gesetzt, der ebenfalls den ganzen Morgen richtig nervte weil er einfach nicht in der Lage war länger zuzuhören oder wenn er sollte sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren... das fand ich extrem schade, da er sobald er denn nach langem zureden mal angefangen hatte schneller war als man erwartet - wenn der gleich angefangen hätte wäre der als 1. fertig gewesen.... Die Lehrerin hat sich am Ende des Tages bei mir bedankt, dass es für die ganz angenehm gewesen ist, weil ich ihr den den ganzen Morgen vom Hals gehalten hab und selbst was gesagt hab wenn der anfing zu stören - sie meinte das wäre direkt entspannt gewesen an dem Tag... nur so viel Zeit hat sie nicht wenn da noch andere 15-20 Leute mit in der KLasse sitzen....
in der Mittel und Oberstufe ist das genauso schlimm: 30 Leute pro Klasse sind durchaus normal - die Räume sind oft zu klein, die Luft ist stickig - da kann auch keiner was tun wenn die Schüler dann maulig werden
es ist immer leicht gesagt, dass so ein Lehrer das ja schaffen muss....
bnsndn
28.07.2005, 11:27
meine persönliche meinung: du siehst die dinge sehr oberflächlich und nicht in einem gesamtzusammenhang. das ächten von menschen ist keine lösung.
Zum letzten Satz stimme ich dir natürlich zu, habe auch nichts anderes behauptet.
Nur: Was du von Lehrern erwartest, ist fast nicht möglich. Wie will ein Lehrer in das schlechte Umfeld eines Schülers eingreifen, das ihn zu dem macht, der er ist. Wie will er den Schüler motivieren zu lernen, wenn der Schüler im Moment noch nicht begreift, wie es später um ihn stehen könnte ohne Job.
Ein Schüler, der seine Kreativität, Eigeninitiative durch Medien (TV, Computer...) verloren hat und "unverdient" im Wohlstand lebt, von dem er nicht mehr weiß, dass er erarbeitet werden musste. und..und..und..
Gegen so etwas hilft nur:
-Medien müssen Wissenschaft, Lernen für den späteren Erfolg, attraktiv darstellen; ein bisschen Zensur würde auch nicht immer schaden. Unterhaltung müsste mehr auf Wissen basiert sein.
-Die ganze Spaßgesellschaft sollte sich ändern (Heißt jetzt nicht, dass man keinen Spaß und keine Freude haben soll, sonst hätte das Leben ja keinen Sinn)
-Und eine richtige Wirtschaftskrise mit Chancen zur Bewältigung des Problems mit Anstrengung.
siloga
28.07.2005, 16:19
prima, wenn jeder lehrer so denkt, hilft niemand solchen menschen und dann wundern wir uns ernsthaft, wenn auf der strasse mehr und mehr assoziale rumlaufen? sorry, meine meinung, aber ein lehrer ist erst dann ein guter lehrer, wenn er es schafft, solche störenfriede einzugliedern. alles andere ist easy pippifax, den ich auch könnte.
Ich denke nicht, dass dupréz dem Schüler nicht gerne helfen würde, wenn er es könnte. Wenn ihm der Schüler sch**egal wäre, hätt er diesen Thread nicht aufgemacht. Es steht auch nicht dort, dass der Schüler das Klassenziel nicht erreicht hat, weil er ein Störenfried ist. Er hat es wohl eher nicht erreicht, weil er schlecht war.
tja, und wie ist es bis zu diesem punkt erst gekommen? wenn alle lehrer denken "gut , dass ich den los bin...", wundert mich ja nichts mehr.
Ich glaube kaum, dass die Schule daran schuld ist, dass Schüler Z zu diesem Punkt gekommen ist. Viel wahrscheinlicher ist da das Elternhaus, Freundeskreis oder wie bnsndn schon sagte vll die Medien...und wie soll denn die Schule das, was von überall aus der Umgebung des Z-Schüers herkommt, beseitigen oder ausbügeln?
Und du musst hier auch mal an die Mitschüler des Schüler Z denken. Die haben es bestimmt nicht leicht mit so einem in der Klasse. Ich schreibe da wirklich aus Erfahrung, denn so einen Z-Schüler hatten wir auch mal...
Aber was schlägst du da eigentlich vor? Wie würdest du denn als Lehrer handeln?
FabianH
28.07.2005, 18:40
Hi,
Aber erstmal sollte doch nach den Ursachen des Störens gesucht werden.
Da gebe ich dir recht!
Das wird in den meisten Fällen einfach Desinteresse am Unterricht sein.
Du führst selber aus, dass die Probleme an andere Stelle liegen (Gesellschaft).
Dagegen sind allerdings die meisten Lehrer machtlos etwas zu unternehmen. Verständlich!
Gegen die Probleme der Gesellschaft kann kein einzelner Lehrer was unternehmen, gegen das Desinteresse der Schüler jedoch schon. Im Regelfall wird das sogar das einzige sein was er tun kann.
Schule ist kein Reperaturbetrieb und der Lehrer ist erst recht Meister in einem Reperaturbetrieb. Aber da waren wir uns glaube ich einig.
Auch wenn ich der Meinung bin, dass Schule kein Reperaturbetrieb ist, muss ich Asterix in Schutz nehmen. Tatsache ist, Schüler Z hat ein Problem, im Groben hat der Lehrer nun zwei Möglichkeiten:
a) Er denkt sich: "Ich kann da sowieso nichts machen, also lass ich es gleich sein und sorge dafür, dass er sitzen bleibt."
b) Er denkt sich: "Okay Schüler Z hat wohl irgendein Problem, ich versuche mal rauszukriegen, was das ist und werde es mit ihm zusammen lösen."
Sicherlich ist b) i.d.R. unrealistisch, weil die meisten Probleme nicht aus der Schule an sich kommen und der Lehrer da sowieso nicht eingreifen kann. (Ganz nebenbei ist diese Verhalten der Grund für die hohe Burnout-Rate bei Lehrern, weil sie versuchen solchen Schülern ernsthaft zu helfen nur um festzustellen, dass sie es nicht können).
Nichtsdestrotz kann man sich an b) ORIENTIEREN, in dem man z.B. versucht den Schüler für Schule zu begeistern. Dies kann und soll man auch von einem Lehrer erwarten, auch für die anderen Schüler. (Es ist schwierig aber ich selber habe es mir bis jetzt immer als Maßstab gesetzt).
a) zeugt dagegen von einer Desinteresse am Schüler und von einer Verfehlung des Berufes (wegen der Desinteresse).
Außerdem meinte Asterix auch, dass er unterrichten könnte, wenn solche Schüler NICHT dabei wären. Dies wage ich zwar zu bezweifeln (@asterix: wenn du nicht eine entsprechende Ausbildung hast) er hat aber insofern recht, als dass solche durchaus die Messlatte für einen guten Unterricht sein können (wenn man es schafft die zu begeistern, dann sind die anderen auch bei der Sache).
Kurzum: Schule ist kein Reperaturbetrieb, kann sie auch nicht sein, trotzdem sollte man es sich nicht so einfach machen und gleich aufgeben.
Die Frage: "Wie würdest du handeln?" Ist unangebracht und einer guter Lehrer kann sie nicht eindeutig beantworten, da die Situation hier zu wenig geschildert ist und Informationen vorenthält, die ein guter Lehrer (auch unbewußt) der Situation selber entnimmt.
MfG
Fabian
asteriix
02.08.2005, 11:06
hi,
ich bin zeitlich ziemlich knapp, aber trotzdem noch dies:
fabian hat schon sehr viel richtiges gesagt. was mir noch fehlt ist eine diskussion darüber, ob den problemschülern genug RESPEKT entgegen gebracht wird. aus eigener erfahrung weiss ich, dass es menschen gibt, denen autoritäre lehrer ziemlich am A. vorbei gehen. entsprechend wird der unterricht langweilig und die tendenz zum stören steigt. hatte ich hingegen einen lehrer vor mir, der mich als 13, 15, 18-jähriger mensch mit allen schwächen akzeptiert und nicht den richter raushängen lässt, war die beziehung eine andere und die bereitschaft, aktiv am unterricht teilzunehmen, extrem hoch.
jemand der immer geschnitten wird und dazu auch noch von den lehrern aus gründen der einfachkeit links liegen gelassen wird, hat doch überhaupt keine chance mehr, den teufelskreis zu durchbrechen. die anerkennung, die jeder mensch (und gerade auch schüler) benötigt, holt er sich von wo anders. naja, und wenn man mal in diesem sumpf steckt, wirds noch schwieriger.
ich finde, das grosse problem der lehrer ist es a) den einzelnen schüler wie er ist anzuerkennen und b) sich auf NATÜRLICHEM wege autorität zu verschaffen. 90% meiner ehemlaigen lehrer haben gerade letzteres NIE geschafft. wir diskutieren viel übver die lehrerausbildung etc. dabei wird vergessen, dass es ein schlüsswelelement ist, eine natürliche autorität auszustrahlen. sicher kommt man manchmal auch nicht ohne ein paar harte worte aus, nur darf dies der regelfall nicht sein. wenn ihr meine meinung wissen wollt: die meisten lehramtsstudenten sind für ihren zukünftigen beruf einfach ungeeignet. und ich habe in diversen praktika einige kennen gelernt...
wer lehrer wird, übernimmt eine hohe verantwortung. und der verantwortung kann man sich durch ignoranz der schwierigen fälle nicht einfach entziehen. gerade in solchen fällen ist das pädagogische geschick gefordert, auch wenn es mal länger als ein paar wochen dauert, den kandidaten wieder auf kurs zu bringen.
asteriix
bnsndn
02.08.2005, 17:26
sich auf NATÜRLICHEM wege autorität zu verschaffen.
Wie soll das gehen? Kann man das aus deiner Sicht lernen?
FabianH
02.08.2005, 18:19
Ich wurde zwar nicht gefragt, aber:
Ja!
asteriix
03.08.2005, 11:39
Wie soll das gehen? Kann man das aus deiner Sicht lernen?
ich denke auch : JA.
aber wer diese autorität nicht von natur aus mitbringt, muss einiges investieren. das fällt einem nicht in den schoß. und ohne professionelle hilfe (nein, ich meine keinen psychiater/psychologen) wird es wohl auch nichts. autorität wird durch automatismen ausgestraht. diese zu ändern braucht viel zeit. ich denke aber, es lohnt sich sowohl für den lehrer, aös auch für den schüler. meiner ansicht nach haben solche lehrer ein deutlich geringeres risiko, "auszubrennen". sie müssen sich einfach nicht an den schülern aufreiben.