Hi,
Ich hätte da mal zwei Fragen die ein Chemiker garantiert im Schlaf beantworten kann:)
Also zu Nummer 1:
Wir sollen Redox-Reaktionen schrittweise formulieren, also zuerst Oxidation, dann Reduktion, multiplizieren, addieren und kürzen. Als Aufgabe hatte ich nun die Reaktion (AuBr4 )- + Hg <font class="serif">↔</font> Au + HgBr2 + Br-
Als Beispiel sieht mein Oxidationsschritt folgendermaßen aus: Hg <font class="serif">→</font> HgBr2 + 2e-
Das Problem ist nun, muss ich bei dem Oxidationsschritt eine "vollwertige" Reaktion haben, d.h. müssen auf beiden Seiten gleich viele Atome stehen? Natürlich könnte ich theoretisch auf die linke Seite einfach 2Br schreiben, dann würde alles wieder stimmen, das würde sich am Ende natürlich sogar wegkürzen, aber dann würde sich ja die Oxidationszahl von Br innerhalb des Oxidationsschrittes ändern (von 0 zu -1). Hmm die einzige Möglichkeit, die ich noch sehe ist auf der linken Seite einfach 2Br- zu addieren, damit sollte es dann keine Probleme geben. Ist das denn korekt so?
So nun zu Frage 2:
Ich habe noch so einige Probleme immer die richtige Oxidationszahl zu finden. Die Standartregeln kann man zwar überall finden, aber dann hört es auch schon auf. Insbesondere wenn Nichtmetalle mit Atomen aus der Nebengruppe auftreten (z.B Cu(NO3 )2 ), komme ich nicht mehr klar. Dies liegt in der Regel daran, weil ich nicht genau weiß, wieviele Valenzelektronen die haben, und wie viele Bindungen die eben eingehen. Danach könnte man ja mit der Elektronennegativität die Oxidationszahl bestimmen.
So das war jetzt ein längerer Text als ich dachte.....
Schonmal danke für die Hilfe
Zum Kupfer(II)-nitrat: Du weißt doch, dass das Nitrat-Ion eine einfach negative Ladung trägt, damit das Salz neutral bleibt, hat Kupfer also +2 als Oxidationszahl.
bm
30.12.2001, 12:43
Das Problem ist nun, muss ich bei dem Oxidationsschritt eine "vollwertige" Reaktion haben, d.h. müssen auf beiden Seiten gleich viele Atome stehen? Natürlich könnte ich theoretisch auf die linke Seite einfach 2Br schreiben, dann würde alles wieder stimmen, das würde sich am Ende natürlich sogar wegkürzen,
oh nein : warum schreibt Du nicht einfach Br-, dann stimmt es, sogar mit der Ladungsbilanz, so wie Du in 1.) vorschlägst.
LittleIvan
30.12.2001, 14:52
also erstmal danke
zur 1.: ist klar mit Br- klappt das ganz gut
aber zu meiner zweiten Frage: Gibt es also keine "einfache" Möglichkeit die Ox.-Zahl bei Elementen der Nebengruppen zu bestimmen, wenn in der Verbindung nicht ein Halogen, Wasserstoff oder Sauerstoff vorkommt? Ich bin eben auf der Suche nach einer möglichst allgemeinen Vorgehensweise. Mein Hauptproblem ist eben, dass ich nicht weiß, wie viele Verbindungen ein Element aus der Nebengruppe eingehen kann (ich kenn zwar die Konfiguration der Schalen, werd daraus aber in Bezug auf die Bindungselektronen nicht schlau).
Danke für die Mühe
Adam
30.12.2001, 15:05
z.B: TiCl4
Du weist, dass Cl (wenn nötig nach Vergleich der E.N.)die OX-Z. -1 hat, da ganze vier mal bist Du bei -4.
Da das Molekül neutral sein muss erhät Ti die Ox-Z. +4.
Und so gehts Du an alle Verbindungen ran...wie an deine o.g. Cu-Verbindung. (NO3)2 hat die OX-Z. -1
u.s.w. (siehe LOTS)
Gruß
Adam
nobody
30.12.2001, 15:19
Elektronenkonfiguration von Kupfer: [Ar]3d104s1
Daraus wird nicht ersichtlich, dass +2 in wässriger Lösung die beständigste ist. Allerdings sind schwerlösliche Kupfer(I)-Verbindungen gegen Wasser beständig.
Nochmal zumm Kupfer(II)-nitrat: Die Ladung, bzw. die Oxidationszahlen des Nitrats, mußt Du schon kennen, dann kommst Du mit der Summenformel recht schnell auf die Oxidationszahl des Kupfers.
buba
30.12.2001, 15:20
Originalnachricht erstellt von LittleIvan
Gibt es also keine "einfache" Möglichkeit die Ox.-Zahl bei Elementen der Nebengruppen zu bestimmen, wenn in der Verbindung nicht ein Halogen, Wasserstoff oder Sauerstoff vorkommt?
Die Metalle der Nebengruppen bilden aber nun mal in den meisten Fällen Salze, sodass man die OZ des Metalls über die Wertigkeit der Säure bzw. über die OZ's der anderen Elemente bestimmen kann.
<nobr>Welche OZ hat das Pt in K2[PtCl6] ?</nobr>
<nobr>Welche OZ hat das Fe in K3[Fe(CN)6] und welche in (NH4)2Fe(SO4)2 ?</nobr>
<nobr>Welche OZ hat das Cr in NH4[Cr(NH3)2(SCN)4] und welche in K2Cr2O7 ?</nobr>
<nobr>Welche OZ hat das Mo in (NH4)6Mo7O24 ?</nobr>
FK
30.12.2001, 16:22
Originalnachricht erstellt von buba
Die Metalle der Nebengruppen bilden aber nun mal in den meisten Fällen Salze, sodass man die OZ des Metalls über die Wertigkeit der Säure bzw. über die OZ's der anderen Elemente bestimmen kann.
<nobr>Welche OZ hat das Pt in K2[PtCl6] ?</nobr>
<nobr>Welche OZ hat das Fe in K3[Fe(CN)6] und welche in (NH4)2Fe(SO4)2 ?</nobr>
<nobr>Welche OZ hat das Cr in NH4[Cr(NH3)2(SCN)4] und welche in K2Cr2O7 ?</nobr>
<nobr>Welche OZ hat das Mo in (NH4)6Mo7O24 ?</nobr>
Soll ich? :D
nobody
30.12.2001, 17:24
Nur zu... :D
bm
30.12.2001, 18:18
-sie bilden z.B. mehrkernige Komplexe, da wird schon schwierig
-teilweise haben sie negative formale Ox.zahlen, etwas ungewöhnlich für Metalle
-und was ist die Ox.zahl von Ni in Ni(CO)4 ?
FK
30.12.2001, 21:08
und ReH92- oder [Fe(CO)4 ]2- oder Pb94-
Gibt wirklich schöne Sachen...
Gruß & Guten Rutsch,
Franz
buba
30.12.2001, 21:12
Hey, wir wollen LittleIvan doch nicht einschüchtern! :nono:
nobody
30.12.2001, 21:27
Originalnachricht erstellt von bm
-und was ist die Ox.zahl von Ni in Ni(CO)4
0 Warum fragst? Ist doch so spektacoolär nicht. :D ;) :cool:
@FK: +7 fürs Rhenium, ist klar. -4/9 fürs Blei.
Fürs Eisen würde ich jetzt -2 sagen...
bm
30.12.2001, 22:05
als ich das erste Mal damit konfrontiert wurde, war ich schon verblüfft.
Aber mit der Zeit wundert einem nichts mehr.
LittleIvan
31.12.2001, 15:15
also erstmal kompliment, ihr seit ja hier schneller als die Polizei erlaubt :D
Also ich werde mich dann einmal in der nächsten Woche mit Salzen beschäftigen......
thx und cu
Adam
01.01.2002, 15:26
.
LittleIvan
12.01.2002, 17:56
hi, da bin ich mal wieder ;)
also ich habe jetzt so einige Redox-Gleichungen gerrechnet und das ging auch alles ganz gut, aber jetzt bin ich an eine gekommen, bei der ich beim besten Willen, nicht weiß, wie die gehen soll. Aber wahrscheinlich ist die wieder ganz einfach:
ClO2 + OH- <font class="serif">↔</font> ClO2 - + ClO3 -
Ich bekomme sowohl Reduktions-, als auch Oxidationsschritt nicht hin, wäre also nett, wenn mir jemand (nochmal) helfen könnte...
thx
FK
12.01.2002, 18:14
Originalnachricht erstellt von LittleIvan
hi, da bin ich mal wieder ;)
also ich habe jetzt so einige Redox-Gleichungen gerrechnet und das ging auch alles ganz gut, aber jetzt bin ich an eine gekommen, bei der ich beim besten Willen, nicht weiß, wie die gehen soll. Aber wahrscheinlich ist die wieder ganz einfach:
ClO2 + OH- <font class="serif">↔</font> ClO2 - + ClO3 -
Ich bekomme sowohl Reduktions-, als auch Oxidationsschritt nicht hin, wäre also nett, wenn mir jemand (nochmal) helfen könnte...
thx
Na, da musst Du erstmal die Gleichung etwas ergänzen:
Sieht doch schon besser aus....welche Oxidationszahl hat das Chlor im Chlordioxid?
Als kleine Hilfe: was da passiert, heißt "Disproportionierung"
Gruß,
Franz
nobody
12.01.2002, 18:14
Das ist eine Disproportionierungsreaktion, im Chlordioxid hat Chlor +4 als Oxidationszahl, ist daher sehr reaktiv. Im Chlorit hat es +3, im Chlorat +5. Hilft das weiter?
FK war wieder mal schneller... :D
LittleIvan
12.01.2002, 18:29
hmm ja hätte ich dazuschreiben sollen, die Ox-Zahlen hab ich hier schon stehen, aber die Teilgleichungen, die ich hier stehen habe, sind noch nicht vollständig:
OX: ClO2 <font class="serif">→</font> ClO2 - + 1e-
RE: ClO2 + 1e- <font class="serif">→</font> ClO3 -
ist klar, dass da noch was fehlt..
Beispielsweise beim Ox-Schritt: Wenn ich da links OH- addiere, damit die Ladung stimmt, müsste ich auf der rechten Seite ja ein neutrales OH addieren, gibts sowas?
Und beim Reduktionsschritt, stimmt zwar jetzt schon die Ladung, aber ich muß irgendwo ein O "herzaubern"....
Langfingerli
12.01.2002, 18:40
Wenn ich da links OH- addiere, damit die Ladung stimmt, müsste ich auf der rechten Seite ja ein neutrales OH addieren, gibts sowas?
Wieso willst du etwas Neutrales addieren :confused:
Addierst du etwas neutrales, bleibt es doch neutral, oder ;)
LittleIvan
12.01.2002, 18:42
ja sicher, aber ich muss ja auch darauf achten, dass auf beiden Seiten gleich viele Atome stehen....
FK
12.01.2002, 18:46
Originalnachricht erstellt von LittleIvan
hmm ja hätte ich dazuschreiben sollen, die Ox-Zahlen hab ich hier schon stehen, aber die Teilgleichungen, die ich hier stehen habe, sind noch nicht vollständig:
OX: ClO2 <font class="serif">→</font> ClO2 - + 1e-
RE: ClO2 + 1e- <font class="serif">→</font> ClO3 -
ist klar, dass da noch was fehlt..
Beispielsweise beim Ox-Schritt: Wenn ich da links OH- addiere, damit die Ladung stimmt, müsste ich auf der rechten Seite ja ein neutrales OH addieren, gibts sowas?
Und beim Reduktionsschritt, stimmt zwar jetzt schon die Ladung, aber ich muß irgendwo ein O "herzaubern"....
Kein Wunder, dass das nicht passt; Du hast die Gleichungen verdreht.
ClO2 + e- --> ClO2-
und:
ClO2 + OH- --> ClO3- + H+ + e-
Na?
Gruß,
Franz
Langfingerli
12.01.2002, 18:49
Wenn du meine unqualifizierte Antwort wissen willst, dann sage ich, dass ein neutrales OH- z.B.ein H2O ist ;)
Kann man das so sagen :confused:
LittleIvan
12.01.2002, 18:50
ahh, jep stimmt,
da stehts schon so da und dann sowas :eek:
und da frag ich mich hier schon ne halbe stunde, warum das nicht aufgeht.....
aber wirklich danke, wer weiß wie lange ich gebraucht hätte, um das herauszufinden.....