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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufsaussichten für Chemiker


Galileo
28.12.2001, 14:38
Da ich plane zum WS 2002 entweder ein Chemie- oder Maschinenbau-Studium anzufangen, interessiere ich mich natürlich für die Arbeitsmarktchancen für Chemiker. Bisher habe ich dazu allerdings nur sehr kontroverse Aussagen gehört - von "kritisch" bis "exzellent".

Vielleicht kann der/die eine oder andere von Euch dazu ja eine vernünftige Aussage abgeben, so dass ich mir ein Bild machen kann.


Vielen Dank für Eure Mühe!

Galileo

nobody
28.12.2001, 15:00
Ich glaube, Du denkst da etwas in die falsche Richtung. Bis zum Einstieg ins Berufsleben dürften 8-10 Jahre vergehen und dann kann die Lage auf dem Arbeitsmarkt schon wieder ganz anders aussehen. Deswegen macht es nur Sinn, die Entscheidung von Deinem Interesse abhängig zu machen.

Galileo
28.12.2001, 15:27
@ Last of the Sane:

Schon klar, aber mich würde einfach mal die momentane Situation interessieren ...

No Regrets
28.12.2001, 15:35
für Maschinenbauer sind die aussichten besser ! ;)

bm
28.12.2001, 16:26
Chemiker werden in naher/mittlerer Zukunft rar.

Sinkende Zulassungszahlen an den Hochschulen, enormer Nachholbedarf in der Industrie (bei uns quasi seit 10 Jahren Einstellungsstopp, 20000 Mann Betrieb).

Wer Chmin in Zukunft orthogragraphisch richtig schreiben kann, wird mit Gold aufgewogen. Schade, ich gehöre nicht dazu (zumindest bis jetzt), warum nur?

JJFox
28.12.2001, 16:28
Es kommt darauf an welche chemische Richtung Du genau machen willst (technische Chemie, Biochemie, analytische Chemie, Lebensmittelchemie,....)
und dann kommt es noch darauf an wo du arbeiten willst.

Aber allgemein würde ich sagen es kommt mehr auf das Interesse an, Maschinenbau und Chemie sind sich nicht wirklich sehr ähnlich.

nobody
28.12.2001, 16:57
Originalnachricht erstellt von bm
Chemiker werden in naher/mittlerer Zukunft rar.
Sicher? Also vielleicht kommt es nur mir so vor, aber ich finde es rennen immer noch super viele rum. Ok, natürlich nicht soviele wie Biologen, Pharmazeuten oder Mediziner, aber immerhin schon ne ganze Menge, z.B. im Vergleich zu Physikern oder Mathematikern.

Adam
28.12.2001, 17:01
.

bm
28.12.2001, 17:02
http://www.google.de/search?q=Absolventen+Chemiestudium&hl=de&meta=

Natürlich hast Du aber recht : Wenn ich heute beginne, weiss der Teufel, wie es in zehn Jahren aussieht.

nobody
28.12.2001, 17:13
wie wäre es z.B. mit einem reinen verfahrenstechnik-studium? da hast du im prinzip beides, chemie und maschinenbau... muss allerdings zugeben, dass ich keine ahnung habe ob und in welcher form so etwas in deutschland existiert...

mfG Joole

bm
28.12.2001, 22:29
über Physikochemiker :

Fragts Du sie was Chemisches, heisst es : Oh sorry, ich bin mehr Physiker!

Und fragts Du sie was Physikalisches, heisst es : ....

nobody
07.01.2002, 18:55
Wenn du in Richtung Maschinenbau was machen willst, wie wäre es denn mit Papieringenieur. Die sind momentan wirklich rar in Deutschland ( laut meinem Chef) :)

nobody
07.01.2002, 19:04
gibt es eigentlich nen Beruf der Chemie, Physik, Mathematik vereint??
thx hunter

nobody
07.01.2002, 19:10
Wie LotS schon schrieb: Mach das, was Dir am meisten Spaß macht bzw. Dich am meisten interessiert. Man weiß nie, wie der Arbeitsmarkt in ein paar Jahren aussieht. Aber was gerade gefragt ist, studieren plötzlich etliche tausend Leute, vgl. die ach so hoch gepriesene Bioinformatik; auch Informatik ist völlig überlaufen (z.T. auch deshalb, weil die wenigen Bioinformatik-Plätze schnell weg waren). Wenn Du dann fertig bist, bist Du einer unter vielen, mußt also entweder deutlich besser oder schneller als der Rest sein. Daraus könnte man folgern, daß man eher das studieren sollte, was im Moment gar keiner will. Wie auch immer: Am vemeintlichen Bedarf würde ich mich allenfalls dann orientieren, wenn ich zwei Sachen gleich super fände und mich für eine entscheiden müßte.

GANZ WICHTIG: Erkundige Dich rechtzeitig, wie später die Praxis aussieht; z.B. sieht ein Fach in den Büchern vielleicht ganz interessant aus, aber weißt Du, was Du nach dem Studium tagein, tagaus machst? Stichwort "Frustgrenze", gerade in Naturwissenschaften. :kotz:

upsidedown
07.01.2002, 19:17
gibt es eigentlich nen Beruf der Chemie, Physik, Mathematik vereint?

Ja, das nennt sich Ingenieur für Verfahrenstechnik.

ne ganz brauchbare Übersicht:
http://wwwfak4.tu-freiberg.de/fak4/studiengaenge/vt/stdg_vt.html

wenn du Fragen hast: nur raus damit.

Gruß,
UpsideDown

Biohazard
07.01.2002, 19:28
Ich hätte da auch mal ein paar allgemeine Fragen:

Zunächst die Numeri Clausi: Auf welchen Studiengängen sind NC?
Wie sieht es bei Chemie, Physik oder dem Ingenieur für Verfahrenstechnik aus?

Btw: Was macht ein solcher Ingenieur und wo findet er Einsatz, was muss er beherrschen für seine Arbeit?
(Der Link ist zwar informativ, aber er beantwortet meine Frage nicht in zwei Sätzen ;))

Was kann man eigentlich mit einem Studium aus Physik und Chemie alleine alles machen (Nehme man Biologie mal etwas zurück)?

upsidedown
07.01.2002, 19:55
Was macht ein solcher Ingenieur

das ist auch nicht in zwei Sätzen zu beantworten, weil die Möglichkeiten sehr weit gestreut sind. Die Kerndisziplin (wie ich sie sehe) liegt wohl in der chemischen Industrie: Also Verfahrensentwicklung, Anlagenprojektierung und -optimierung. Jenseits der speziell verfahrenstechnischen Probleme ist vor allem die Fähigkeit zum interdisziplinären und kreativen Denken und (Zusammen-)arbeiten sehr wichtig.

Das Studium ist dann folglich auch im Grundstudium sehr breit aufgebaut, wie man dem Link denke ich recht gut entnehmen kann.

Es gibt aber auch durchaus nicht so chemisch betonte durchaus interessante Zweige der Vt, z.B. mechanische Vt, bei uns in Freiberg auch ganz speziell (einmalig in Deutschland) Partikeltechnologie, Energie-Vt oder Umwelt-Vt (wer's braucht).

Und NC?? Wir freuen uns über jeden Studenten, aber das liegt nicht an den schlechten Berufsaussichten.

Falls dir allerdings nicht sosehr an einem Ingenieursstudium liegt - die doch recht technische Betonung muss einem schon liegen - kann dir vielleicht noch den Studiengang "Angewandte Naturwissenschaften" bei uns zumindest ins Bewusstsein bringen - im Wesentlichen eine Kombination aus Physik und Chemie.

Gruß,
UpsideDown

nobody
09.01.2002, 16:12
@ bankshot

An einer Fachhochschule kann man den Studiengang Verfahrenstechnik belegen, z.B. in Berlin
So wird man Dipl. Ing. in Verfahrenstechnik, na ja wenn man es packt! :D


mfg arianus

upsidedown
09.01.2002, 16:22
wieso nur FH?

Ich studier auch an einer Technischen Universität (TU Freiberg).

ausserdem wird man an einer Fachhochschule nicht Diplomingenieur, sondern Diplomingenieur(FH)... (das ist ein feiner Unterschied - nicht nur für Personalchefs)

Übrigens: von einem NC in Vt hab ich noch nie was gehört, falls das als nächste Frage kommen sollte.

und wieso falls man es packt? Also bei uns hat bis jetzt noch keiner das Handtuch geschmissen (bekommen..)

No Regrets
09.01.2002, 16:46
Wer will kann auch in Dortmund Chemietechnik (CT) studieren

als Belohnung bekommt man auch n Dipl.Ing. ;)


Wer auf grosse Ansätze und Anlagen steht ... bittö :D

upsidedown
09.01.2002, 17:48
Als dritte Bezeichnung für eigentlich genau das gleiche gibt es auch noch den DI für Chemieingenieurwesen.

Wobei Verfahrenstechnik eigentlich als "Oberbegriff" zu den beiden letztgenannten zu verstehen ist - es gibt auch verfahrenstechnische Zweige die mit Chemie nicht mehr viel zu tun haben. Die Entscheidung fällt bei uns erst nach dem Grundstudium ( -> Chemische und Biologische Verfahrenstechnik) wogegen man bei den Unis und FHs wo das "Chemisch" schon im Namen drinsteht von vornherein festgelegt ist.

Gruß,
UpsideDown