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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alles über Schwefelsäure


Schaggy
20.12.2001, 12:29
Da ich ein Referat über Schwefelsäure halten musst,wäre es ganz toll,wenn ihr mir alle Infos über H2SO4 schreiben würdet bzw. Seiten oder Links schreiben könntet.Danke schonmal!

JJFox
20.12.2001, 13:29
Schwefelsäure

H2SO4, MG. 98,08 g/mol. Die 100%ige H2SO4 – in der Technik auch häufig als Monohydrat (von Schwefeltrioxid) bezeichnet – ist eine klare, farb- und geruchlose, ölige, stark hygroskopische Flüssigkeit, Dichge: 1,8454 g/cm3, Schmp. 10°. Erhitzt man 100%ige Schwefelsäure zum Sieden, so entweicht so lange mehr Schwefeltrioxid als H2O bis man eine bei 338° siedende 98,3%ige Lsg. erhält. Zu der gleichen Säurekonzentration gelangt man, wenn man verdünnte Lösung destilliert. Aus diesem Grunde kann man 100%ige Schwefeläure nur durch Einleiten der berechneten Menge Schwefeltrioxid in die 98%ige wässrige Lösung erhalten. Mit Wasser ist Schwefelsäure beliebig mischbar, jedoch darf man wegen der dabei auftretenden beträchtlichen Wärmeentwicklung (95,4kJ/mol H2SO4 bei 25°) konzentrierte Säure nur durch langsames Eingießen in Wasser unter Rühren verdünnen (Schutzbrille!); bei umgekehrter Zugabe kann sich das Gemisch lokal überhitzen (Gefahr von Siedeverzügen). Die Erhitzung ist auf die Bildung folgender Hydrate zurückzuführen: H2SO4·H2O= Schwefelsäure-Monohydrat (techn. Bez. Dihydrat), Schmp. 8,6°; H2SO4·2H2O= Schwefelsäure-Dihydrat (Trihydrat), Schmp. –39°; H2SO4·4H2O= Schwefelsäure-Tetrahydrat (Pentahydrat), Schmp. –25°; H2SO4·6H2O= Schwefelsäure-Hexahydrat (Heptahydrat), Schmp. –54°.

Die Angabe der Konz. von S. wird in Prozent H2SO4 od. nach der Dichte, früher nach Baumé-Graden, vorgenommen:
Ausführlichere Angaben finden sich im Lit. u.a. Tabellenwerken.

100%ige S. löst Schwefeltrioxid (SO3) unter Bldg. von sog. Oleum od. rauchender S. (Entweichendes SO3 bildet mit Luftfeuchtigkeit 0,5–3mm große S.-Tropfen.) Die verschiedenen Oleum-Sorten werden nach ihrem Gehalt an freiem SO3 benannt; z.B. 60er Oleum ist eine Lsg. von 60% SO3 in 100%iger Schwefelsäure. S. ist eine starke zweibasige Säure. Die 100%ige, reine Säure leitet den elektr. Strom nur in geringem Maß, da sie nur schwach dissoziiert ist: 2 H2SO4 <-> H3SO4+ + HSO4-. Bei Verdünnung mit Wasser entstehen stärker leitende Gemische; dabei dissoziiert zunächst nur ein Proton (H2SO4 -> H+ + HSO4-), bei stärkerer Verdünnung wird auch das zweite H+ abgespalten (HSO4- -> H+ + SO42-). Bei einer 10%igen Säure sind z.B. fast alle S.-Mol. in H+ u. HSO4- dissoziiert, dagegen sind nur 1,3% der Mol. in H+ u. SO42– gespalten. Eine 30%ige S. hat die höchste spezif. Leitfähigkeit. Aufgrund ihrer zweistufigen Dissoziation bildet S. zwei Reihen von Salzen, die Hydrogensulfate u. Sulfate. Ähnlich wie die Salzsäure löst auch die verd. S. alle in der Spannungsreihe oberhalb des Wasserstoffs stehenden Metalle unter Entwicklung von Wasserstoff-Gas, vorausgesetzt das Metall bildet kein unlösl. Sulfat, z.B. Bariumsulfat. Blei widersteht verd. u. mäßig konz. S., weil sich ein unlösl. Überzug aus Bleisulfat bildet; Eisen ist gegen 93%ige S. infolge Passivierung ebenfalls beständig; deshalb kann man konz. S. in gußeisernen Gefäßen befördern u. aufbewahren. Die in der Spannungsreihe unterhalb des Wasserstoffs stehenden Metalle Cu, Hg u. Ag sowie Kohlenstoff, Schwefel u. einige andere Elemente entwickeln mit heißer, konz. S. keinen Wasserstoff, sondern Schwefeldioxid:
Cu + 2 H2SO4 -> CuSO4 + SO2 + 2 H2O

in diesen Fällen wirkt die S. oxidierend. Edelmetalle wie z.B. Au u. Pt werden jedoch nicht angegriffen.
Infolge der Schwerflüchtigkeit u. Säurestärke kann man mit Hilfe von konz. S. andere, flüchtige Säuren aus ihren Salzen freimachen, z.B. Salzsäure aus Kochsalz. Mit Bariumchlorid-Lsg. gibt S. einen schwerlösl. Niederschlag von BaSO4, dessen Bldg. zum qual. Nachw. u. zur quant. Best. ausgenutzt wird; weitere Nachweismeth. für Sulfate s. dort. Freie S. tritt in der Natur nur selten auf, z.B. in Solfataren u. im Sauren Regen, nach Vulkanausbrüchen als Wolke in der Stratosphäre (s. Schwefeldioxid) od. in den obersten Wolkenschichten der Venus. Mit org. Verb. reagiert H2SO4 unter Bldg. von Schwefelsäureestern (org. Sulfaten), z.B. durch Sulfatierung von Alkoholen, Phenolen od. Alkenen. Auf viele org. Substanzen wirkt S. jedoch aufgrund ihrer dehydratisierenden Eig. nur verkohlend. So bläht sich z.B. eine konz. Zucker-Lsg. unter Einwirkung konz. S. durch Bldg. voluminösen Kohlenstoffs auf, u. Cellulose-haltige Kleidungsstücke werden unter Verkohlung angegriffen. Konz. S. ist wegen org. Verunreinigungen (z.B. aus dem Verpackungsmaterial) häufig leicht braun gefärbt.

Physiolog.: S. wirkt zerstörend auf menschliche, tier. u. pflanzliche Gewebe (MAK-Wert 1mg/m3). Beim Umgang mit Oleum ist bes. Vorsicht nötig, denn Oleum wirkt noch wesentlich stärker wasserentziehend u. zerstörend. Auf der Haut verursacht Oleum ebenso wie S. heftig schmerzende u. schwer heilende Verbrennungen. Eingenommene konz. S. ruft starke Schmerzen u. lebensgefährliche Magenverätzungen hervor. Bei Vergiftungen sollte sofort ärztliche Hilfe zu Rate gezogen werden; mögliche Gegenmaßnahmen sind bei innerlicher Vergiftung Milch, Öl od. Fett (salzfreie Butter) eingeben, dann einen Brei aus 75Tl. Magnesia (MgO) u. 500Tl. Wasser zur Neutralisation verabreichen (MgO + H2SO[SUB]4[/SUB -> MgSO4 + H2O); keine Magenspülung wegen Durchlöcherungsgefahr; zur raschen Verdünnung der S. kann viel warmes Wasser getrunken werden. S. auf der Haut, auf Papier, Kleidern usw. sollte rasch mit einem trockenen Lappen abgewischt u. dann mit viel Wasser behandelt werden. Letzte Säure-Reste kann man durch Nachspülen mit verd. Natriumhydrogencarbonat- od. Ammoniak-Lsg. neutralisieren.

Herst.: Das zur S.-Produktion benötigte Schwefeldioxid (SO2) kann durch Rösten sulfid. Erze, Verbrennung von elementarem Schwefel u. anderen Verf. gewonnen werden. Bei der Verw. von Elementarschwefel ist die Reinigung des erzeugten SO2-Gases nicht erforderlich. 1955 basierte die S.-Produktion in der BRD zu 77% auf Pyrit, 1990 nur noch zu 14% u. verwendete hauptsächlich Schwefel (40%). 32% der S. werden als Nebenprod. der Metallgewinnung („Metallsäure“) aus sulfid. Erzen (Zinkblende, Bleiglanz, Kupferkies) gewonnen. In den USA werden über 80% der S. aus Elementarschwefel erzeugt. Als weitere SO2-Quelle kommen Metallsulfate in Betracht, z.B. das mit der Zement-Herst. gekoppelte Müller-Kühne-Verfahren, bei dem Gips od. Anhydrit im Gemisch mit Ton, Sand, Kohle u.a. Zuschlägen therm. in Drehrohröfen gespalten wird: 2 CaSO4 + C -> 2CaO + 2SO2 + CO2. Während „Gipsschwefelsäure“ heute keine große Rolle spielt, gewinnt die therm. Spaltung von Eisensulfat, FeSO4·7H2O („Grünsalz“), das bei der Titandioxid-Produktion u. bei der Metallbeizung anfällt, an Bedeutung.

Bei der Umwandlung von Schwefeldioxid in Schwefelsäure wird das Kontaktverfahren angewendet, dem folgendes Gleichgew. zugrunde liegt:

SO2 + 1/2 O2 -> SO3

Da die SO3-Ausbeute der Quadratwurzel der O2-Konz. proportional ist, wird zweckmäßigerweise mit einem Sauerstoff-Überschuß gearbeitet. Ein höherer SO2-Umsatz wird auch durch Verminderung der Konz. des gebildeten SO3 im Doppelkontaktverf. od. durch erhöhten Druck (5bar, Verf. nach Ugine-Kuhlmann) erreicht. Außerdem muß bei Temp. gearbeitet werden, die nicht wesentlich über der Betriebstemp. des Katalysators (420–440°) liegen. Als Katalysatoren (Vanadiumpentoxid) werden Salzschmelzen auf einem porösen Träger (Kieselgur od. Diatomeenerde) verwendet, in denen Vanadium(IV)-oxidsulfat (VOSO4) u. Kaliumsulfat enthalten sind; der Wertigkeitswechsel zwischen V4+ u. V5+ gilt als entscheidender Schritt bei der Katalyse.

Im Einfachkontakt-Verfahren werden die Reaktionsgase durch 4 in einem Kontaktkessel befindliche Katalysatorbetten (fachsprachlich: Horden) geleitet, wobei sie nach jedem Durchgang abgekühlt werden müssen. Nach dem 4. Durchgang ist der maximal mögliche SO2-Umsatz von 98% erreicht. Das gebildete SO3 wird auf 180–200° abgekühlt u. in einem Gegenstromwäscher od. einem Strahlwäscher von 98,5–99%iger S. absorbiert, wobei sich SO3 zu S. umsetzt; mit Oleum erhält man ein Oleum höheren SO3-Gehalts. Die Endgase werden durch Ammoniak-Wäsche, Wäsche mit Na2SO3/NaHSO3-Lsg. (Wellmann-Lord-Verf.) u.a. Entschwefelungs-Verf. gereinigt.

Beim Doppelkontakt-Verfahren wird nach der 3. Horde das gebildeten SO3 in einem Zwischenabsorber vollständig entfernt u. das noch 0,6–1,1Vol.-% SO2 enthaltende Reaktionsgas auf die 4. u. ggf. auf eine 5. Horde, den sog. Nachkontakt, geleitet. Man erreicht SO2-Umsätze von 99,6–99,7%, u. die Endgase müssen nicht mehr gereinigt werden (Abb.).

<img src="http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/H2SO4Her.gif" width="511" height="327">

Abb.: Doppelkontakt-Verfahren (vereinfachtes Schema) der Schwefelsäure-Gewinnung. Quelle für Schwefeldioxid ist hier elementarer Schwefel (s. Lit. ).
Die Erzeugung von S. aus Elementarschwefel verläuft in allen Reaktionsschritten exotherm. Pro Tonne 100%iger S. fällt im Gesamtprozeß eine Wärmemenge von ca. 5,4·106kJ an, die größtenteils zur Erzeugung von Dampf genutzt wird. In Kokereien wird das Kontaktverfahren als Feuchtgaskatalyse-Verfahren angewendet. Hierbei wird Schwefelwasserstoff mit Luftüberschuß zu Schwefeldioxid u. Wasser nach der Gleichung 2H2S+3O2®2SO2+2H2O umgesetzt, u. das feuchte Schwefeldioxid katalyt. zu Schwefeltrioxid oxidiert. Wegen des hohen Wasseranteils läßt sich aber nur eine 75 bis 78%ige S. herstellen. Diese kann bereits in den Kokereien mit Ammoniak, der bei der Koksofengasreinigung anfällt, zu Ammoniumsulfat verarbeitet werden; eine Modifizierung dieses Verf., das Concat-Verfahren, führt durch Kondensation des im Verbrennungsgas enthaltenen Wasserdampfes zu 95 bis 96%iger Schwefelsäure.

Die Nitrose-Verfahren der naßkatalyt. Oxid. mit Nitrosylhydrogensulfat (NOHSO4, Redoxpaar NO/NO2) werden kaum noch angewandt. Gegenüber den Nachteilen der Nitrose-Verf., insbes. der geringeren Säurekonz. (78%), bieten die niedrigen Betriebstemp. gewisse Vorteile, z.B. bei der Entschwefelung von Gasen mit niedriger SO2-Konz., so daß eine Renaissance dieser Prozesse nicht auszuschließen ist, besonders da heute statt Blei geeignete Kunststoffe als Werkstoffe zur Verfügung stehen. Zum Bleikammerprozeß, der bis Anfang des 20.Jh. nahezu ausschließlich angewendet wurde, s. unter Geschichtliches.

Aufarbeitung von Abfallsäuren: Aus ökolog. Gründen werden in steigendem Maße gebrauchte S. aufgearbeitet, die bisher vielfach im Meer verklappt od. nach Neutralisation mit Kalk als Gips deponiert wurden. Bei geringem Verunreinigungsgrad läßt sich gebrauchte S. durch energieintensive Konz. regenerieren, ggf. nach oxidativer Entfernung von org. Verunreinigungen mit Salpetersäure. Bei der zweistufigen Arbeitsweise erfolgt eine Vorkonz. auf etwa 60–70% mittels Venturi-Aufstärkern, Tauchbrennern od. Umlaufverdampfern, gefolgt von der Hochkonz. auf über 90%ige Säure im Plinke-Verfahren mit indirekter Heizung, in Drum-Konzentratoren unter direkter Beheizung mit heißen Rauchgasen od. im Bayer-Bertrams-Verfahren in Fallfilmverdampfern aus Quarz. Bei starker Verunreinigung der Abfallsäuren ist die therm. Spaltung erforderlich: Die vorkonzentrierte verunreinigte S. wird durch direkte Beheizung mit Öl od. Gas auf ca. 1050° erhitzt. Bei dieser Temp. liegt das Gleichgew. zwischen SO2 u. SO3 (s. oben) weitgehend auf der Seite des SO2, welches in der Kontaktanlage wieder zu konz. S. umgesetzt wird. Die Menge der zurückgewonnenen S. nimmt derzeit bereits einen beträchtlichen Anteil an der gesamten S.-Produktion ein.

Bei der S.-Erzeugung verwendete Werkstoffe sind Eisen, Gummi u. Blei, keram. Werkstoffe wie Quarz, Porzellan od. säurefeste Kunststeine u. Steinzeug, Polyethylen u. -propylen. Für Lagerung u. Versand von bis zu 70%iger wäss. S. verwendet man mit Blei od. Kunststoff ausgekleidete Gefäße, Eisenfässer u. Kesselwagen sowie Topfwagen aus Steinzeug, für höher konz. S. werden Kessel od. Tanks aus Eisen benutzt.
S. gelangt in verschiedenen Konz. in den Handel, z.B. als sog. Konzentrierte Schwefelsäure (98%ig) od. als Akkumulatorensäure (20–26%ig). Da der Einsatz von Oleum wegen des geringeren Anfalls an Abfallsäure gegenüber der Verw. von wäss. S.-Lsg. in vielen Fällen billiger ist, steigt der Oleum-Verbrauch. Von den Oleumsorten mit 20, 25, 30, 35 u. 65% freiem SO3 sind bes. die mit 20 u. 65% wegen der günstig gelegenen Schmp. zum Versand geeignet.

S. ist eines der Grundprod. der chem. Ind.; lange Zeit galten die Produktionsmengen als ein Indikator für den Leistungsstand der chem. Technik eines Landes. Obwohl in jüngerer Zeit eine Reihe großtechn. Verf. so umgestellt worden sind, daß sie ohne S. auskommen, steigt die Weltproduktion weiter an (s. Tab.). Gesamtproduktion 1960 ca. 50Mio.t, 1989 ca. 160Mio.t, davon allein ca. 100Mio.t für die Herst. von Düngemitteln (Phosphatdünger).

Verw.: S. spielt eine vielfältige Rolle, so daß hier nur einige wesentliche Anw. herausgestellt werden können: zum Aufschließen von Phosphaten u. zur Herst. von Ammoniumsulfat in der Düngemittel-Ind., zum Aufschluß von Titan-Mineralen für die Titandioxid-(Weißpigment-)Produktion, zur Herst. von Phosphor- u. Fluorwasserstoffsäure, in der org. Synth. zum Sulfonieren, Sulfatieren (z.B. zur Herst. von Farbstoffen, Weichmachern, Tensiden usw.), als Bestandteil der Nitriersäure, zur Herst. von Peroxodischwefelsäure, für Fällbäder der Kunstseide-Ind., zur Herst. von Natriumsulfat (für Glasfabrikation) u.a. Sulfate, als Akkumulatorensäure, als Trockenmittel z.B. für Gase od. (auf Träger aufgebracht) zur Beschickung von Exsikkatoren, zum Entharzen von Mineralölen in der Erdölraffination, als Bestandteil von Chromschwefelsäure, als nichtwäßriges Lösungsmittel u. allg. als wichtige Säure im Laboratorium usw.

In der Bundesrepublik Deutschland verteilte sich der S.-Verbrauch 1990 wie folgt: ca. 46% in der org.-chem. Ind. (bes. für die Herst. von Kunststoffen u. in der Petrochemie), ca. 18% bei der TiO2-Herst., ca. 5% in der Phosphorsäure- u. Düngemittel-Ind. u. ca. 30% in der nichtchem. Ind., z.B. für Metallbeizen, Akkumulatoren etc.
Geschichtl.: Im 16.–18. Jh. konnte Schwefeltrioxid (u. damit S.) nur durch therm. Zers. von Vitriolen (Metallsulfaten) hergestellt werden (Nordhäuser-Verf., zur Herst. von Vitriolöl-S. s. Lit. ). 1746 wurde der Bleikammerprozeß von Roebuck u. Garbett in Birmingham erstmals techn. genutzt (Englische Schwefelsäure). Dabei wurde ein SO2-Luft-Gemisch mit Stickoxiden u. eingesprühtem Wasser bei 80° zu „Kammersäure“ (70–80%iger S.) umgesetzt. 1827 führte Gay Lussac die Wiedergewinnung der Stickoxide aus den Restgasen durch Umsetzung mit S. zu Nitroser Säure (Nitrose, s. Nitrosylschwefelsäure) ein, u. 1859 erfand Glover das Austreiben der Stickoxide aus der Nitrosen Säure durch die heißen Röstgase im sog. Gloverturm. Mit der Verw. der dabei gebildeten Gloversäure (= 80%ige S.) zur Absorption der Stickoxide im Gay-Lussac-Turm wurde die kontinuierliche Führung des Prozesses möglich. Bezüglich Einzelheiten sei auf die ältere Lit. verwiesen. Der Bleikammerprozeß hatte im Laufe der Zeit zahlreiche Abwandlungen erfahren; so bildete sich beim Turmverfahren „Turmsäure“ (80%ige S.) aus emporsteigenden Röstgasen u. herabrieselnder Nitroser Säure. Ein Verf. zur gleichzeitigen Gewinnung 78%iger H2SO4 u. 60%iger HNO3 war das Kachkaroff-Matignon-Verfahren. 1831 entdeckte Philips die grundlegende Reaktion des Kontaktverf.; die Grundlagen des techn. Verf. stammen von Winkler (um 1875), die großtechn. Einführung erfolgte durch Knietsch. Seit 1964 werden die meisten S.-Anlagen nach dem Bayer-Doppelkontakt-Verfahren gebaut od. darauf umgestellt.

Lit.: 1Handbook 69, F-6f; Landolt-Börnstein NSIV/1b, 100f. 2Chem. Labor Betr. 35, 388f. (1984). 3DAB 7, 206–208. 4Int. Lab. 1974, Nr.5, 47–52. 5Braun-Dönhardt, S.335f.; Ludewig-Lohs (7.), S.398ff. 6Chem. Unserer Zeit 16, 149–159 (1982). 7Winnacker-Küchler (1.) 2, 37–47; Ullmann (1.) 10, 222–263.
allg.: Büchner et al., Industrial Inorganic Chemistry, S.108–120, Weinheim: VCH Verlagsges. 1989 ï Calvert, SO2, NO and NO2 Oxidation Mechanisms (Acid Precipitation 3), Ann Arbor: Ann Arbor Sci. 1983 ï Gmelin, Syst.-Nr.9, S, Tl.A, 1942, S.286–484, Tl.B, 1960, S.613–788 ï Hager 2, 1045–1048 ï Hommel Nr.174, 183 ï J. Phys. Chem. Ref. Data 10, 779–798 (1981) ï Kirk-Othmer (3.) 22, 190–232 ï Schrage, Dampfdrucke von H2SO4-SO3-Gemischen, Düsseldorf: VDI-Verl. 1990 ï Sulfuric Acid Health Effects, Springfield: NTIS 1981 ï Ullmann (4.) 21, 117–166 ï Winnacker-Küchler (4.) 2, 35–75 ï s.a. Schwefel, Schwefeldioxid, Schwefeltrioxid, Sulfate.


E sulfuric acid
F acide sulfurique
I acido solforico
S ácido sulfúrico
Z 2807.00
CAS 7664-93-9
G 8


Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon – Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995

mp67
20.12.2001, 13:32
Ob uns hier gerade wieder eine Verbraucherschutzzentrale testet?

M.

http://www.hausarbeiten.de/spiegel/archiv?id=6530

http://www.hausarbeiten.de/spiegel/archiv?id=9725

Was ist der pädagogische Nährwert? 0.
Die Referate sind fehlerhaft und Dünnbrettbohrerei. Nu, wer's mag...

M.

minutemen
20.12.2001, 15:18
@mp67: dünnbrettbohrerei? nee, so dünn kann kein brett sein. ich hab gar nicht gewusst, dass man soviel (oder besser wenig) unsinn zum thema schwefelsäure verzapfen kann. und den mist dann noch anderen anzubieten... völlig unbrauchbar. aber eine zierde für jede witzseite. ich fand's amüsant (vorkommen von schwefel: nordamerika, japan und im erdgas - selten so gelacht).

JJFox
20.12.2001, 15:23
Übrigens liefert Google ganz viele Ergebnisse zum Thema Schwefelsäure (http://www.google.com/search?q=Schwefels%E4ure&hl=de&lr=)
:)

zarathustra
20.12.2001, 16:26
Hi,
habe selbst mal 'n Referat zur Schwefelsäure gehalten.
Habe mich damals schwerpunktmäßig mit der Geschichte der Schwefelsäure beschäftigt und vor allem viele Demonstrationsversuche durchgeführt (ist echt gut angekommen). Wenn Du die Zeit hast, einiges vorzubereiten, dann solltest Du auf jeden Fall einen Modellversuch zum (Doppel)-Kontaktverfahren zeigen. Ebenfalls ganz nett ist die Verkohlung von Zucker (mit wenig Wasser angerührt) durch konz. Schwefelsäure und die Weißfärbung von (blauem) Kupfersulfat-Pentahydrat. Um zu zeigen wie stark ätzend konz. Schwefelsäure wirkt, etwas Säure auf ein feuchtes (!) Stück Stoff (uraltes T-Shirt o.ä.) geben.
Als guten Abschluss kann man nochmals auf Veresterungen hinweisen und als Versuch etwas Nitrocellulose verpuffen lassen.
Falls Du Dich für Schwefelsäure-Geschichte interessierst, sag' Bescheid, dann kann ich Dir was zuschicken...


Gruß,
Sebastian

No Regrets
20.12.2001, 19:57
die referate sind der knüller

einfach dran halten und die Note ist gesichert :p

ehemaliges Mitglied
20.12.2001, 23:02
Originalnachricht erstellt von minutemen
vorkommen von schwefel: nordamerika, japan und im erdgas - selten so gelacht
:D Naja, das mit Nordamerika und Japan sei mal dahingestellt. Das im Erdgas Schwefel vorkommt ist klar, nur dass die Autorin das wohl etwas unglücklich formuliert hat.
Aber trotzdem immer schön den Ball flach halten, wenn man bedenkt, dass das "Referat" wahrscheinlich von ner Schülerin aus der 7. Klasse oder so stammt, die eh kein Interesse daran hatte, dann ist das entschuldbar. Dass man damit nicht in nem AC-Kolloquium ankommen kann versteht sich von selbst.
Und über Sinn oder Unsinn, sowas im Internet zu veröffentlichen brauchen wir uns ja nicht zu unterhalten. Nun ja...

In diesem Sinn

ehemaliges Mitglied
26.12.2001, 14:52
http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Chemie/ch_h2so4.htm

ich empfehle diese Seite für Infos zu Stoffen/Elementen ;)

Regards
Roger Zenner

Aboo
09.06.2006, 12:14
Hallo!
Ich muss am Montag eine Hausarbeit über Schwefelsäure abgeben. Ich suche noch geschichtliches und Die Salze der Schwefelsäure.
Kann mir jemand helfen?
Grüßle, Aboo.

dope.souljah
09.06.2006, 12:28
zur geschichte weiß ich nix groß, allerdings:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefels%C3%A4ure

und was werden wohl salze der schwefelsäure sein?? ;)

und besonders wichtig, nie den tollen trivialnamen der schwefelsäure vergessen: die gute alte schwafelsäure ^^ gehört meiner ansicht nach in jedes referat dazu :p (ich hasse den ausdruck -.-)

kaliumcyanid
09.06.2006, 12:57
:google: Stichworte "schwefelsäure geschichte"
http://www.chemieunterricht.de/dc2/vermisch/vitriol.htm
Unten sind auch Literaturhinweise, vielleicht steht da noch mehr.
Oder mal in eine Bibliothek gehen, da findet sich sicherlich einiges...

Blaues Hemd
21.01.2007, 18:19
Ich weiß das Thema ist sehr veraltet aber gibt es noch diese Referate mit dem Schwerpunkt der Geschichte der Schwefelsaeure=?


~Blaues Hend

bm
21.01.2007, 18:20
Willkommen hier. Die links sind noch aktiv.

Blaues Hemd
21.01.2007, 18:25
Dankeschoen. Ja das ist mir bewusst dort konnte ich mir auch Material beschaffen! Meine Frage war/ist sehr an die Referate gewandt da dort die Geschichte der Schwerpunkt war.


~Blaues Hemd

bm
21.01.2007, 21:35
Referate oder Referenten?

Blaues Hemd
21.01.2007, 22:58
Hi,
habe selbst mal 'n Referat zur Schwefelsäure gehalten.
Habe mich damals schwerpunktmäßig mit der Geschichte der Schwefelsäure beschäftigt und vor allem viele Demonstrationsversuche durchgeführt (ist echt gut angekommen). Wenn Du die Zeit hast, einiges vorzubereiten, dann solltest Du auf jeden Fall einen Modellversuch zum (Doppel)-Kontaktverfahren zeigen. Ebenfalls ganz nett ist die Verkohlung von Zucker (mit wenig Wasser angerührt) durch konz. Schwefelsäure und die Weißfärbung von (blauem) Kupfersulfat-Pentahydrat. Um zu zeigen wie stark ätzend konz. Schwefelsäure wirkt, etwas Säure auf ein feuchtes (!) Stück Stoff (uraltes T-Shirt o.ä.) geben.
Als guten Abschluss kann man nochmals auf Veresterungen hinweisen und als Versuch etwas Nitrocellulose verpuffen lassen.
Falls Du Dich für Schwefelsäure-Geschichte interessierst, sag' Bescheid, dann kann ich Dir was zuschicken...


Gruß,
Sebastian

Falls Du Dich für Schwefelsäure-Geschichte interessierst, sag' Bescheid, dann kann ich Dir was zuschicken...

das meine ich genau


~Blaues Hemd

Blaues Hemd
22.01.2007, 17:08
Sry fuer doppelpost aber ist leider verdammt wichtig! zarathustra koenntest du vllt was dazu sagen ob du das noch hast oder nicht=?


~Blaues Hemd

Eschlbegga
22.01.2007, 17:23
Schick ihm halt ne PN ;)

Blaues Hemd
22.01.2007, 18:37
Hab ich schon bekomm ich keine Antwort drauf leider...


~Blaues Hemd

Blaues Hemd
05.02.2007, 19:45
Bitte Zarathustra kannst du dich mal melden und bescheid sagen das waere echt sehr wichtig fuer mich!!
Dankeschoen!!


~Blaues Hemd

Suppenname
05.02.2007, 19:49
Heidenei, such halt mit Google!