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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Löslichkeitsprodukt und anderes


nobody
13.12.2001, 14:20
Hallo!
also, ich hätte da ein paar fragen, bei denen ich mir nicht ganz sicher bin, ob meine antworten stimmen. vielleicht könnt ihr mir ja helfen!

1. HgS hat ein Löslichkeitsprodukt von 10 hoch -54. Kann man die Löslichkeit in mol/l sinnvollerweise angeben? gibt es eine andere möglichkeit?

2. Vergleich der Strukturformeln von : CO2, SO2, H2SO3, H2CO3
welche gemeinsamen Eigenschaften haben diese verbindungen??

3. CO2 löst sich in Blutplasma viel besser als in reinem Wasser, warum??ß

4. Gipsbrei wird ja warm und hart warum?

schlumpf
13.12.2001, 14:32
wenn du uns deine Antworten noch schreiben wuerdest, koennte man auch entscheiden, ob sie richtig sind.

Karch
13.12.2001, 15:05
Zu 1:
Gibt man das Löslichkeitsprodukt von HgS (konkret in diesem Falle) nicht viel mehr in mol2 /l2 an? :confused: Herleitung aus dem MWG, nach dem gilt:

KL = c (Hg2+ )* c (S2-) = 10-54 mol2 /l2

Gruß
Florian

Karch
13.12.2001, 15:26
Du könntest auch zum besseren Vergleich mit anderen Löslichkeitsprodukten den pKL -Wert angeben:

pKL = -lg(KL )

minutemen
13.12.2001, 15:43
Originalnachricht erstellt von Karch
Zu 1:
Gibt man das Löslichkeitsprodukt von HgS (konkret in diesem Falle) nicht viel mehr in mol2 /l2 an? :confused: Herleitung aus dem MWG, nach dem gilt:

KL = c (Hg2+ )* c (S2-) = 10-54 mol2 /l2

Gruß
Florian
sicher, das löslichkeitsprodukt. die löslichkeit bezieht sich auf aber eine konkret gelöste stoffmenge pro liter, also mol/l. die angabe könnte genau so gut auch in g/l erfolgen.

Karch
13.12.2001, 15:46
Ups, da hab ich wohl nicht aufgepasst. Tschuldigung. :dead:

FK
13.12.2001, 21:19
Ja, und zum Löslichkeitsprodukt: wenn wir HgS in Wasser lösen, wissen wir, dass die Konzentration der Quecksilberionen gleich der der Sulfidionen ist. Also ziehen wir die Wurzel aus dem Löslichkeitsprodukt und erhalten 10-27 mol/l als Löslichkeit von HgS.
Eine solchermaßen gesättigte Quecksilbersulfidlösung kann man daher getrost trinken, ohne sich Sorgen um seine Gesundheit machen zu müssen.


Warum löst sich CO2 besser in Blutplasma als in Wasser?
Tja, welchen pH-Wert hat Blut, welchen hat Wasser? Und haben wir nicht evtl. etwas über Puffersysteme im Blut gehört?

Gips: was ist das eigentlich? Was passiert, wenn ich so einen Brei anrühre?
Ein Tip: es ist nicht direkt eine chemische Reaktion...


Gruß,
Franz

bm
13.12.2001, 21:55
Da wird Kristallwasser eingebaut, das ist eine Komplexbildung! Das Festwerden i.O. : Das entsteht durch Verwachsen der Kristalle.

nobody
13.12.2001, 21:57
hi franz!

also blut hat bekanntermaßen einen ph von 7,3 (ungefähr) und wasser ist etwas sauerer- ph7
also löst sich co2 besser in basischer lsg- meinst du das?

gips ist kalziumsulfat- ich geb wasser dazu und es löst sich- oder doch nicht nur unter wärmeeinwirkung??-
dann trocknet er. beim trocknen gibt er H2O ab- als dampf...wenn was verdampft wird der grundkörper aber normalerweise kälter (zb Vereisungsspray)
hmmm.... :(

ahhhh :eek: vielleicht so: durch das festwerden nimmt die Ordnung zu- der vorgang ist aber trotzdem spontan, daraus folt, dass die substanz die tendenz hat, energie in form von wärme abzugeben....stimmts??

dazu gleich eine folgefrage:
wenn wärme abgegeben wird- nennt man das dann "negative Wärmetönung"? oder ist das was ganz andres?

bm
13.12.2001, 22:14
gebrannter Gips ist Calciumsulfat-semi-hydrat. Bei der Zugabe von Wasser wird als erstes die Hydratationsenergie frei (das war die Komplexbildung), ganz lösen wird es sich (in der Praxis) nie. Dann verdamft ein Teil des Wasser, das verbraucht Verdampfungsenthalpie, gleichzeitig kristallisiert aber CaSO4 x 2 H2O aus, das liefert Gitterenergie.

nobody
13.12.2001, 22:37
Einfach nur die entsprechende Wurzel aus dem Löslickkeitsprodukt ziehen, um auf die molare Löslichkeit zu kommen funktiert übrigens nur bei Löslichkeitsprodukten 2. Grades.

Das mit der Löslichkeit des Kohlendioxids im Blut würde ich nicht mit dem pH-Wert erklären. Wasser mit idealerweise pH 7,0 und Blut mit 7,3, das macht kaum Unterschied. Da müßte man schon ordentlich basisch werden, um es als Carbonat zu absobieren.
Es liegt vielmehr am Hämoglobin, das Kohlendioxid reagiert dabei mit den terminalen Amino-Gruppen der Globin-Ketten zum Carbamat.

FK
14.12.2001, 19:32
@bm
Das Dilemma bei der Hydratation ist, dass sie ein bisschen in einer Grauzone liegt bezüglich "chemische Reaktion" oder "physikalischer Vorgang".... Ich wollte #6 möglichst in die richtige Richtung leiten, da fand ich obige Formulierung angebrachter....

@#6
Ich hoffe, Deine Fragen sind zur Zufriedenheit beantwortet.


@Last of the Sane
Du hast überwiegend Recht. Allerdings wird tatsächlich bei höherem pH-Wert mehr CO2 als Hydrogencarbonat gebunden. Ein pH-Anstieg von 0,3 bedeutet, dass sich das Verhältnis von Hydrogencarbonat zu CO2 verdoppelt (siehe Henderson-Hasselbalch). Immerhin.

Die Zusammensetzung des Blutes sorgt dafür, dass der pH-Wert trotz des aufgenommenen CO2 nicht absinkt, was in reinem Wasser passieren würde.

Gruß,
Franz

Adam
15.12.2001, 00:04
@#6
Ich hoffe, Deine Fragen sind zur Zufriedenheit beantwortet.

Zu der Zweiten hat noch keiner etwas geschrieben :)


2. Vergleich der Strukturformeln von : CO2, SO2, H2SO3, H2CO3
welche gemeinsamen Eigenschaften haben diese verbindungen??

Habe ich das jetzt richtig verstanden?: In der Natur kommt Gips fest vor CaCO3*2H2O, er wird zu semi-Hydrat oder Anydrit gebrannt, die man durch die Einwirkung von Wasser als Gips benutzen kann.



Gruß
Adam

FK
15.12.2001, 12:25
Originalnachricht erstellt von Adam


Habe ich das jetzt richtig verstanden?: In der Natur kommt Gips fest vor CaCO3*2H2O, er wird zu semi-Hydrat oder Anydrit gebrannt, die man durch die Einwirkung von Wasser als Gips benutzen kann.

Na, da müssen wir nachbessern....

Gips = CaSO4 * 2 H2O
Dieser und auch Anhydrit kommen natürlich vor.

also Calciumsulfat-Dihydrat. Der "normale" Gips ist das Halbhydrat, das bei 130- 160 °C gebrannt wird.
Erhitzt man längere Zeit über 200 °C, dann bildet sich Anhydrit, der nur noch sehr langsam abbindet. Beim Brennen oberhalb 900 °C zersetzt sich das Sulfat teilweise zu CaO und SO3 (bzw. SO2 und O2). Dieses Produkt bindet wieder ab ("Estrichgips").

Nun, und zu den gemeinsamen Eigenschaften der genannten Verbindungen....wie wär's mal mit einem Vorschlag, #6....dann können wir darüber diskutieren.

Gruß,
Franz

Adam
15.12.2001, 14:36
wie komme ich dazu CaCO3 zu schreiben :dizzy:

ne, ne war wirklich schon zu müde...

@Danke Fk


Grüß
Adam

upsidedown
16.12.2001, 00:13
Es liegt vielmehr am Hämoglobin, das Kohlendioxid reagiert dabei mit den terminalen Amino-Gruppen der Globin-Ketten zum Carbamat.

Ich bin ja kein Bioexperte, aber Hämoglobin im Blutplasma? In Blut selber würde ich dir ja sofort zustimmen (mit ner guten Portion Glauben), aber wirklich auch im Plasma?

Gruß,
UpsideDown

nobody
16.12.2001, 01:41
Stimmt, keine Frage, da hast Du Recht. Das Blutplasma ist eine Lösung von niedermolekularen Substanzen, enthält kein Hämoglobin. Da habe ich wohl das Plasma überlesen. :( Dann nehme ich natürlich alles zurück. Es muß dann wohl doch am pH-Wert liegen, wie FK schon sagte. Gut bemerkt, upsidedown.

nobody
25.08.2004, 07:52
Hallo alle zusammen,

ich bin neu hier und hoffe meine Frage landet an der richtigen Stelle.
Für ein Praktikum bin ich auf der Suche nach Angaben zum Löslichkeitsprodukt von CaCO3 - es geht um die thermodynamische Veränderung der Werte.Dazu habe ich bereits die Werte für 20° C und 25° C
, sollte aber Werte für bis zu 80 ° C haben.... (30°/40°/50°/60°/80°)
kann mir da jemand weiterhelfen ?

vielen Dank schon im Vorraus !
gruss bariton

Rolando
25.08.2004, 16:15
Herzlich willkommen im Forum!

Ein paar Werte findest du in dieser Datenbank:

http://chemdat.merck.de/de/home/index.html (http://chemdat.merck.de/de/home/index.html)

(Merck-Katalog, Weitere Dienstleistungen, Lab Tools, "Löslichkeit anorganischer Verbindungen in Wasser in Abhängigkeit von der Temperatur (http://chemdat.merck.de/cdrl/services/labtools/de/table_solina.html)")

Ansonsten verweise ich dich mal auf Bubas Literaturhinweis in diesem Topic:
http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?t=28215