Kann mir jemand erklären, wie man den Äquivalenzpunkt berechnet? Mir wäre sehr geholfen, wenn jemand die Rchenschritte aufzeigen könnte (vielleicht an einem Beispiel). Aus meinen tollen Büchern versteh ich nämlich nur Bahnhof. :kotz:
Danke schon mal.
Florian Karch
nobody
09.12.2001, 14:26
Der Äquivalenzpunkt bei der Titration ist dann erreicht, wenn die äquimolare Menge Maßlösung zugegeben wurde. Bei der Titration einer starken Säure mit Natronlauge liegt der Äquivalenzpunkt am Neutralpunkt.
Karch
09.12.2001, 14:36
Wie berechnet man diesen denn beispielsweise für die Titration von Essigsäure mit Natronlauge?
bm
09.12.2001, 17:36
Es ist eine schwache Säure, die nicht zu hundert Prozent dissoziert :
Suche Dir den pKs-Wert heraus. Suche Dir die Formel für den pH-Wert einer schwachen Säure.
Das ist der Start-pH-Wert (natürlich abhängig von der Konzentration der Säure).
Dann gibst Du 10% NaOH-Lösung zu : Jetzt hast Du ein Verhältnis von Essigsäure/Natriumacetat von 9:1. Wie ist da der pH-Wert (Stichpunkt Henderson-Hasselbalch-Gleichung).... Dann trägt Du Deine errechneten pH-Werte gegen die zugebene Menge an NaOG auf : Das ist die Titrationskurve.
FK
09.12.2001, 18:22
Und noch Einen:
Bei der Neutralisation erzeugst Du aus der Säure Essigsäure die Base Acetat.
So, wie die Essigsäure einen pKs-Wert (auch pKa-Wert genannt) hat, hat die Base Acetat einen pKb-Wert. Beide sind über das Ionenprodukt des Wassers verknüpft: pKs + pKb = 14.
Na, ist der Groschen gefallen?
Gruß,
Franz
Karch
09.12.2001, 19:54
Hallo noch mal. Ich glaube ich habe mich etwas ungeschickt ausgedrückt. :silly: Was ich eigentlich suche, ist der pH-Wert am Äquivalenzpunkt und den dazugehörigen Rechenvorgang(allgemein oder an einem Beispiel). Tschuldigung. Trotzdem Danke für euer Bemühen. Vielleicht könnt ihr mir ja noch einmal helfen?! :confused:
Danke
bm
09.12.2001, 20:40
Nach Henderson-Hasselbalch hast Du, wenn pH=pKs gerade 1:1, theoretisch kannst Du nie alles in Acetat umwandeln (Division durch Null), man titriert bis pH 9 (Na-Acetat ist das Salz einer schwachen Säure und reagiert basisch). Normal mit Phenolpthalein als Indikator.
Karch
09.12.2001, 21:09
OK. Der Groschen ist natürlich immer noch nicht gefallen. Bin heute irgendwie schwer von Begriff.
Also ich geb jetzt mal alles an, was wir aufgeschrieben haben.
pH = 4,14 wenn c(CH3 COOH): c(CH3 COO- ) = 4:1
Daraus soll folgen pOH =5,28 und pH = 8,72 als pH-Wert am Äquivalenzpunkt. Na alles klar ?
Wie man dann, mit den Vorgaben weiterrechnen soll, ist mir ein Rätsel. Wir bräuchten eine Konzentration und nicht nur ein Verhältnis.
Karch
10.12.2001, 18:22
Die Konzentration c(CH3 COO- ) = 0,05 mmol/ml. Bringt uns das weiter? Fragt mich aber bloß nicht woher das kommt!
nobody
10.12.2001, 18:47
Und jetzt? Poste doch mal Deine komplette Aufgabe und nicht immer so einzelne Brocken. Dann kann Dir sicher geholfen werden.
Karch
10.12.2001, 19:39
Also gut noch mal von vorne.
pH = 4,14 wenn c(CH3 COOH):c(CH3 COO- ) = 4:1 .
c(CH3 COO- )=0,05 mmol/ml (woher der Wert stammt weiß ich nicht).
Daraus soll folgen pOH=5,28 und pH=8,72 am Äquivalenzpunkt.
nobody
10.12.2001, 20:34
Ja das ist sehr schön, mit diesen Angaben kannst Du den pKA-Wert von Essigsäure ausrechnen, was bm schon getan hat. Was ist jetzt genau Dein Problem?
Noch was: Weil Du vom Äquivalenzpunkt sprachst; eine Titrationskurve einer Säure-Base-Titration trägt man normalerweise als pH-Wert in Abhängigkeit vom Volumen an verbrauchter Maßlösung auf.
Somit hast Du eine Koordinate des Äquivalenzpunktes, nämlich den pH-Wert. Um den Verbrauch an Maßlösung rechnerisch zu bestimmen, mußt Du wissen, wieviel Essigsäure in der Probe waren und welche Konzentration die Malösung hatte.
bm
10.12.2001, 21:42
jetzt mit der Konzentrationsangabe (woher die kommt : na irgendjemand weiss, was er da rein gekübelt hat) kannst Du die Formel für schwache(!) Basen und Säuren nehmen :
pH = (pks - lg c)/2
pOH = (pkb -lg c)/2
Am Equivalenzpunkt liegt nur NaAc mit einer Konzentration von c = 0.05 mol/l vor.
Der pKs-Wert der Essigsäure ergab sich (s.o.) zu 4.74.
Über die Beziehung pks + pkb = 14 ergibt sich
pkb = 9,26, lg 0.05 = -1,3
pOH = (9,26- (-1,3)/2 = 5,28 oder über
pH + pOH = 14
pH = 8,72
Die Näherungsformel für schwache Säuren/Basen kann man aus dem MWG herleiten. Nette Übung.
Alles klar?
Karch
10.12.2001, 22:20
Danke an alle, die sich bemüht haben mir zu helfen. Jetzt erscheinen mir die Rechenvorgänge klar. Da muss man ja auch erst mal drauf kommen.
Eine letzte Frage noch: Kann ich das jetzt allgemein anwenden
(für schwache Säuren)? Un wie sieht's mit starken Säuren aus?
nobody
10.12.2001, 22:37
Wie gesagt, wenn man eine starke Säure mit ner starken Base titriert, üblicherweise Natronlauge, dann ist der Äquivalenzpunkt im Neutralpunkt, weil die Salze neutral sind, im Gegensatz zum Acetat z.B..
bm
10.12.2001, 22:54
Dir aus dem MWG herzuleiten. Dann kapierst Du auch, wie man das für starke behandeln muss. Ist nicht so schwer, nur man muss sich halt damit beschäftigen.