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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chemie und Geowissenschaften?


Thies
07.04.2005, 00:10
Hallo!
Ich habe mich vorhin mal registriert, weil mir schon seit langer Zeit eine Frage auf dem Herzen liegt, die mir allerdings noch noch niemand direkt beantworten konnte.
Ich hab mich schon immer, auch als kleiner Junge brennend für Mineralien und Steine ineressiert. Während der Schulzeit hatten wir dann in der Oberstufe den obligatorischen Hochschultag, bei dem man sich mal über die verschiedensten Studiengänge informieren konnte. Ich bin also voller Erwartunge zum Mineralogischen Institut gelatscht und hab mir die Infoveranstaltung angehört. Da wurde dann mehr oder weniger klipp und klar gesagt: Wenn ihr nicht gut in Mathe und Physik seid, studiert besser was anderes! Das hat mich echt hart getroffen, denn der HELD war ich in Mathe und Physik nicht grade. Tja, also musste ich mir wohl was anderes einfallen lassen. Bei der ChemieI-nfoveranstaltung wurde uns gesagt, dass wir auch Mathe und Physik haben, dass das aber jeder, der sich da n bissel reinhängt schaffen kann...
Tja, so bin ich nun letztendlich zum Chemiestudenten geworden... Mathe und Physik waren zwar nicht leicht für mich, stellten aber auch kein riesiges Problem dar... Obwohl wir Mathemathik mit den Mineralogen zusammen hatten...
Mit der Mineralogie kam ich dann im Semester über anorganische Chemie wieder etwas näher in Berührung... Und das hat mir Spaß gemacht, einfach weil es mich echt interessierte...
Tja, im Endeffekt steh ich nun da, und werfe mir immer wieder vor, wieso ich es mit der Mineralogie nicht einfach versucht habe... Mit Chemie aufzuhören fände ich aber auch nicht sinnvoll, dafür bin ich jetzt einfach zu weit und habe zu viel Arbeit darin investiert.
Deswegen jetzt nach meinem langen Geschwafel die eigentliche Frage:
In wie weit kann ich als Chemiker Zugang zur Mineralogie oder generell den Geowissenschaften bekommen? Gibt es da irgendwelche Möglichkeiten? Auch wenn ich die Chemie mag, richtig begeistern konnte mich eigentlich eher die Mineralogie beziehungsweise generell die Geowissenschaften...
Hat irgendjemand vielleicht ne Idee, oder irgendeinen Vorschlag?

Okay, vielen Dank, dass ihr soooo weit gelesen habt!
Viele Grüße,
Thies

PeterK
07.04.2005, 00:26
Ich kenne mich zwar mit dem Gebiet nicht aus, aber du kannst es doch so machen, dass du dich im Hauptstudium auf anorganische Chemie spezialisierst.
Nebenbei hörst du die ein oder andere Vorlesung der Mineralogen. Die Diplom- und ggf. die Doktorarbeit könntest du dann ja an einem mineralogischen Institut machen.

zarathustra
07.04.2005, 00:51
Wir haben hier in Oldenburg mehrere Arbeitsgruppen, die sich mit Geochemie befassen, habe aber leider nicht viel Ahnung, an was die aktuell forschen, ist aber von den Methoden her v.a. Analytik:

- Die anorganisch-geochemische Gruppe von H.J. Brumsack (er soll relativ bekannt sein):
http://www.icbm.de/~mbgc/MBG.html (http://www.icbm.de/~mbgc/MBG.html)
- Die organisch-geochemische Gruppe von J. Rullkötter (auch recht bekannt)
http://www.icbm.de/ogc/ (http://www.icbm.de/ogc/)
- Die Bodenkunde-Gruppe von L. Giani
http://www.uni-oldenburg.de/bodenkunde/ (http://www.uni-oldenburg.de/bodenkunde/)

Außerdem gibt es am Institut für Biologie und Chemie des Meeres noch Gruppen, die sich mit Geomikrobiologie, Paläomikrobiologie und Umweltbiochemie beschäftigen. Eine Übersicht der AGs gibt es hier:
http://www.icbm.de/menue/ags.html (http://www.icbm.de/menue/ags.html)

Am Institut für Biologie haben wir außerdem noch einige geoökologische Gruppen:
http://www.uni-oldenburg.de/biologie/269.html (http://www.uni-oldenburg.de/biologie/269.html)

Es gibt bei uns also nicht wenige Gruppen, die am Grenzbereich von Geowissenschaften und Chemie oder Biologie arbeiten, auch wenn wir keine richtige Mineralogie habe, vielleicht ist ja aber doch was interessantes für Dich dabei. :)

Gruß,
Zarathustra

haidmo
07.04.2005, 08:25
Hallo!

Hat irgendjemand vielleicht ne Idee, oder irgendeinen Vorschlag?

Okay, vielen Dank, dass ihr soooo weit gelesen habt!
Viele Grüße,
Thies

Die beste Adresse ist Mineralogisches Institut Heidelberg!

Thies
07.04.2005, 09:10
Vielen Dank schon mal!
Das hilft mir auf jeden Fall schon mal weiter!
Kann ich denn ohne weiteres als Chemiker meine Diplomarbeit/ Doktorarbeit in der Mineralogie/ Geowissenschaften machen?
Wenn ich mir nun Veranstaltungen der Mineralogen mitanhöre, was wäre da eventuell sinnvoll?
Viele Grüße!
Thies

curly2vok
22.04.2005, 12:59
naja, ich stehe kurz davor mich fuers Hauptstudium zu qualifizieren. leider kann man hier nicht direkt Mineralogie als Schwerpunkt nehmen, sondern nur als Wahlfach, aber das ist OK.
Mein Zweitfach ist Geographie.
Soweit ich weiß kann man seine Diplom, doktor,... Arbeit in Mineralogie machen wenn man Chemie studiert. Es ist ja ein Teilbereich der Chemie, also warum sollte das nciht gehen?
Wenn dich das Thema so interessiert wuerde ich auf jeden Fall die Geologie Veranstaltungen der Geographie besuchen. Bodenkunde ist auch gut und hat Bezug zur Mineralogie, nicht so sehr auf Molekularer Ebene wie in der Chemie, aber sie beschaeftigt sich mehr mit dem drumherum.

Umzustellen ist wirklich bloed wenn man schon soweit ist, aber ist es nciht so das wenn man Diplom studiert man Nebenfaecher braucht? Kann nicht eines deiner Nebenfaecher Geo sein?
Das ist dann zwar nicht Geowissenschaft aber nah dran. Nur so eine Idee

c2hasi
22.04.2005, 13:49
Die Geowissenschaften kannst Du nur bis zum Hauptstudium studieren, danach ist eine generelle Aufteilung in Mineralogie, Geologie und Geophysik; Wenn Du keine Leuchte in Physik und Mathe warst würd ich Dir von Geophysik abraten, da Du in diesem Fall "mehr Mathe" als die Diplommathematiker haben wirst (Grundstudium). Wenn Du jetzt schon weißt das dein Abschluß ,von mir aus in Mineralogie, nicht besser wird als 2.0 wird dann lass es lieber. Mineralogen sind arbeitslos und Geologen auch. Wenn Du an der Uni arbeiten willst brauchste einen Fürsprecher und einen 1'zer Durchschnitt. Als Diplom Chemiker kannst'e denke ich auch mit Kristallen forschen.

Schlackenkoch
02.11.2005, 12:34
Hallo,
so wie es mit den Geowossenschaften aussieht, sie froh, Chemie studiert zu haben. Die Berufsmöglichkeiten sind viel breiter. Es ist vorgesehen, verschiedene Institut zu schließen. Manche sind wie an TU's, schon in das Bauingenieurwesen eingerührt worden. Entsprechend sieht es mit den Stellen aus..........aber Chemiker sind in Instituten für Geochemie und Mineralogie, speziell angewandte Mineralogie, gern gesehen, eine Promotionsarbeit kann ein Chemiker dort sicher bekommen.
Aber speziell Mineralogie studieren...sei froh dass Du es nicht, wie ich, gemacht hast.

Nami
02.11.2005, 15:46
So, also bin auch Mineralogin habs auch noch nicht bereut es zu studieren. Im Grossen würd ich sagen, es geht den Mineralogen genau so wie allen anderen Geowissenschaftler, aber mit dem kleinen Unterschied, das man hier viel mehr Möglichkeiten hat in die Industrie und Wirtschaft zu gehen (natürlich nur wenn man mal mit allen oder zumindest fast allen Geräten gearbeitet hat). Also verkehrt war es sicher nicht Chemie zu studieren, aber man lernt in der Mnieralogie schon viel gezielter. Daher würd ich dir raten, wenn du die Möglichkeiten hast, hör dir ruhig einige Vorlesungen in dem Bereich an, es schadet zumindest nicht! Vorallem kannst Du dann auch sehen, ob es wirklich das ist was Du dir unter Mineralogie vorgestellt hast.
Als Nebenfach müsstest Du es im Haaptstudium auf jeden Fall auch nehmen können, ebenso ist ne Diplomarbeit kein Problem.
Also ich persönlich würd dir raten auf jeden Fall mal zu schnuppern, und wenns dir liegt ruhig auch zu versuchen, bei uns landen nähmlich öffters auch mal Chemiker oder Physiker, von daher wer nicht wagt....

Vor allem kann es nur ein Pluspunkt sein, denn Wissen ist schon macht, und da inzwischen überall, und in allem Mineralien und Gesteine, Elemente (zB. Si),.... verarbeitet werden kannste du dein Wissen auch einsetzen

Ich hoff ich hab ein wenig geholfen,
viel Glück bei Deiner Entscheidung

Nami

ricinus
03.11.2005, 21:07
In wie weit kann ich als Chemiker Zugang zur Mineralogie oder generell den Geowissenschaften bekommen? Gibt es da irgendwelche Möglichkeiten? Auch wenn ich die Chemie mag, richtig begeistern konnte mich eigentlich eher die Mineralogie beziehungsweise generell die Geowissenschaften...

Das ist gar kein Problem !
Ich habe auch erst Chemie studiert, (...), und habe eben ein Promotionsprojekt in Geowissenschaften angefangen. Das Thema ist zwar sehr stark chemisch orientiert, sehe aber augenblicklich nicht, warum das nicht zu bewältigen wäre. Die klassische Geologie ist zwar mit ihrer unüberschaubaren Terminologie ein harter Brocken :D , aber wenn man sich reinhängt...
Für Kristallographie braucht es ziemlich viel Mathe, wenn man selbst Strukturen bestimmen will, aber für die meisten Erdwissenschaftler ist auch die Kristallographie eine Black-box : sie liefern ihre Klunker beim Kristallographen ab und schaun nen Tag später nochmal vorbei...

lg

gregorschwinn
29.12.2005, 14:24
Hallihallo,
ich hab mich auch gerade eben registriert weil ich eine mathematische Frage habe. Meine Antwort an dich kommt ein bisschen spät, aber vielleicht liest du es ja noch. Also:
Dass es in der Mineralogie mehr Mathe gibt als in der Chemie ist schlichtweg Bullenscheisse. Ich selbst bei nach 4 Semestern Chemie auf die Mineralgie umgestiegen weils mich 1. mehr interessiert hat und 2. weils dort weniger Mathematik gab. Lediglich für echte Kristallographen mag zutreffen dass sie viel Mathematik haben, ganz bestimmt aber auch nicht mehr als Physikalische Chemiker.
Die gute Nachricht für dich ist dass es ein leichtes sein sollte eine Diplomarbeit oder Promotion in der Mineralgie zu finden, es gibt einfach sehr viele Berührungspunkte. Ich habe während meines Studiums und dann während der Promotion viele Kollegen aus der Chemie gehabt. Schau dich einfach nach einem interessanten Thema um und los gehts.