Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Metallglanz
Phoebas
27.11.2000, 23:36
Wie lässt sich der bei Metallsulfiden (z.B. FeS2) auftretende metallische Glanz durch die chemische Bindung erklären?
nobody
28.11.2000, 06:49
Das ist einen gute Frage, obwohl ich meinte, dass ZnS kein Metallglanz besitzt. (Hab mal ne Reaktion aus S und Zn gemacht, erhielt ein gelblich-oranges Pulver.)
Nightflyer
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"Der Geist ist wie ein Fallschirm, er funktioniert nur, wenn er offen ist" (X-Tension, EGOSOFT)
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Phoebas
28.11.2000, 08:51
Da hast du vollkommen Recht. Sphalerit (ZnS) hat nämlich Diamantglanz. Vielleicht liegt das ja daran, dass ZnS die gleiche Struktur wie Diamant besitzt?
phoe
nobody
28.11.2000, 11:50
Glanz, egal welcher Art, entsteht ja dadurch, dass die Lichtphotonen nur schwach absorbiert, dafür um so mehr reflektiert werden. Ich nehme mal an, das Metalle schon genug mit ihren eigenen Elektronen zu tun haben, als das sie sich um die Photonen kümmern könnten. Diamant hat kein Elektronengas, trotzdem ist ein matter Glanz zu erkennen.
Habe echt keine Ahnung....
Nightflyer
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"Der Geist ist wie ein Fallschirm, er funktioniert nur, wenn er offen ist" (X-Tension, EGOSOFT)
Phoebas
28.11.2000, 20:08
Hab gerade gelesen, dass sich der Glanz mit dem Bändermodell erklären lässt. Isolatoren haben eine breite Verbotene Zone, so dass Photonen nicht in der Lage sind, Elektronen vom Valenz- ins Leitungsband zu heben. Isolatoren haben also eine geringe Absorption und sind transparent. Bei Halbleitern sieht es so aus, dass die Elektronen durch Photonen ins Leitungsband gehoben werden. Metalle haben ihre hohe Reflektanz dadurch, dass sich bei ihnen Leitungs- und Valenzband berühren. Somit kann Licht aller Energien völlig absorbiert werden. So würde ich schlussfolgern, dass Sphalerit (ZnS) mit einer gap-Energie von 3,65eV sehr nah an der Grenze zum Isolator liegt und somit durchscheinend und von geringerem Glanz ist. Pyrit (FeS2) hat eine gap-Energie von 1,7eV und somit einen stärkeren Metallglanz. Ich finde, das kommt so alles ganz gut hin.
phoe.
Easyquantum
28.02.2005, 22:51
Und der metallische Glanz würde sich dann dadurch erklären, dass bei Rückkehr der Elektronen ins Valenzband die äquivalente Energiemenge in Form elektromagnetischer Strahlung wieder frei wird. Somit wird das Licht reflektiert.
Kann man das so sagen. Ist das die Ursache des metallischen Glanzes. warum tritt keine Energiekonversion auf.
Neu08
29.05.2009, 21:15
Da schließt sich bei mir noch ´mal eine Frage an:
In der "Trivialliteratur" wird der metallische Glanz mit der Anregung von Außenelektronen erklärt, die dann das Licht wieder emitieren.Das gelte dann für das ganze Spektrum, deshalb man auch keine Farbe sehe.
Nehme ich das Beispiel Natrium : In der Flamme,in Form von Steinsalz, sehe ich im Spektralapparat ein Linienspekrum, entnehme ich Na aus der Petroleum-Flasche und schneide es auf, sehe ich metallischen Glanz.
Was passiert in der Flamme, was passiert bei dem Bestrahlen mit (Tages-)Licht ?
Vergleiche ich Äpfel mit Birnen ? Ist mein physikalisches Verständnis wirklich "so schlecht" ?
Ich frage mich , welche Elektronen in welchen Fällen angeregt werden und was da genau im Detail passiert. (Ohne Berechnungen). Was passiert mit den Elektronen beim Bestrahlen mit Licht ? Welche werden angeregt ? In der Flamme rege ich das eine Valenzelektron an und habe mögliche Serien. Ist es die Größe der völlig anderen Energiezufuhr ?
Danke für Tipps !:)
FK
29.05.2009, 21:45
Du vergleichst tatsächlich Äpfel mit Birnen.;)
In der Flamme werden einzelne Atome angeregt. Für den metallischen Glanz müssen bewegliche Elektronen im Kristallgitter (viele Atome) vorhanden sein.
Gruß,
Franz
Friedrich Karl Schmidt
29.05.2009, 22:00
Glanz, egal welcher Art, entsteht ja dadurch, dass die Lichtphotonen nur schwach absorbiert, dafür um so mehr reflektiert werden. Das stimmt so nicht. Voraussetzung für eine hohe Reflexion ist eine (vorausgehende ) besonders hohe Absorption. Dass Metalle sehr stark ( auch im sichtbaren Bereich ) absorbieren erkennt man z.B. daran, dass alle Metalle in feiner Verteilung schwarz aussehen.
Gruß FKS
donald313
05.06.2009, 11:40
Hi,
vielleicht lieg ich ja vollkommen falsch, aber Glanz hat doch was mir der Oberflächenbeschaffenheit und Rauhtiefe zu tun.
Wenn ich z.B. Alu sandstrahle glänzt da gar nichts. Wenn ich es hochglanzpoliere hab ich einen Spiegel.
Ich kann auch Steine oder entsprechende Kristalle, wie z.B. Hämatit polieren und sie glänzen.
Und wenn ich Sulfid-Kristalle mir ansehe, dann reflektieren / glänzen die auch nur an den ebenen Bruchsstellen.
Daher ziehe ich den Rückschluß, dass die an den Gitterebenen brechen und dann dort eine ebene Fläche vorliegt, die reflektiert.
Ich halte also den Glanz für eine simple "mechanische/optische" Reflektion an ebenen Flächen.
das gilt auch für andere Kristalle.
Ohne Anregungszustände etc.
Einfach mal drüber nachdenken.
Gruß
Donald
Friedrich Karl Schmidt
05.06.2009, 12:41
vielleicht lieg ich ja vollkommen falsch, aber Glanz hat doch was mir der Oberflächenbeschaffenheit und Rauhtiefe zu tun. Eine hinreichend glatte Oberfläche ist aber lediglich eine notwendige Bedingung für ein hohes Reflexionsvermögen.Ich kann auch Steine oder entsprechende Kristalle, wie z.B. Hämatit polieren und sie glänzen. Aber das hohe Reflexionsvermögen von Metallen wird auch nach Polieren der Oberfläche nur in Fällen eines besonders hohen Absorptionsvermögens erreicht. Einfach mal drüber nachdenken.
Von mir aus gerne.
Gruß FKS