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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meningitis - Hirnhautentzündung


nobody
14.11.2001, 16:33
Kann mir jemand nähere Informationen über Hirnhautenzünding geben?
Krankheitsverlauf, Symptome und vor allem: Was passiert pathologisch im Gehirn?


Gruß
Tobias

buba
14.11.2001, 21:01
<u>Hirnhautentzündung</u>

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) kann durch verschiedene Krankheitserreger ausgelöst werden, die in den Schädel gelangt sind (meist über den Blutweg). Dazu zählen Bakterien und Viren, manchmal wird eine Hirnhautentzündung auch durch Pilze oder Protozoen hervorgerufen. Zu den Symptomen einer Meningitis gehören Nackensteife, Fieber, Erbrechen, heftige Kopfschmerzen sowie Bewusstseinsstörungen. Gesichert wird die Diagnose jedoch durch die Untersuchung des Liquors.

Auch wenn die Anhebung des Kopfes des Patienten im Liegen das Anziehen der Beine hervorruft (Brudzinski-Zeichen; Abb. 1) oder der Patient über Schmerzen in der Lendenwirbelsäule klagt, wenn ein Bein im Liegen nach oben gestreckt wird (Lasègue-Zeichen; Abb. 2), deutet dies auf eine Meningitis hin.

(Abb.)

Die Therapie ist abhängig davon, um was für einen Erreger es sich handelt: Sind Bakterien die Auslöser der Hirnhautentzündung, werden Antibiotika in hohen Dosen verabreicht, gegen manche Viren helfen Virostatika. Trotz aller Medikamente nehmen auch heute Hirnhautentzündungen hin und wieder einen tödlichen Verlauf; oft bleiben Schäden (Gehör, Augen) zurück. In der Regel ist die bakterielle Meningitis gefährlicher als die virale.

Breiten sich die Erreger auf das Gehirn aus, kommt es zur Gehirnentzündung (Encephalitis). Die Symptome ähneln denen der Meningitis, sind aber noch stärker ausgeprägt - auch Lähmungserscheinungen und Verwirrtheit können auftreten. Die Behandlung ist identisch mit der der Meningitis. Eine Gehirnentzündung ist immer lebensgefährlich.

http://www.almeda.de/home/article/0,2600,Book40_13_16_2,00.html


<u>Hirnhautentzündung beim Kind:</u>

Die Häute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben, sind bei einer Hirnhautentzündung (Meningitis) von einer Infektion betroffen. Sie kann durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden, wobei die bakterielle Meningitis weitaus gefährlicher ist. Da eine Hirnhautentzündung einen tödlichen Verlauf nehmen kann, ist bei Verdacht auf diese Krankheit sofort der Arzt oder eine Klinik aufzusuchen oder der Notarzt zu rufen.

Ursache: Bakterien- oder Virusinfektion
Das Kind sofort zum Arzt bringen oder den Notarzt rufen!

Zu den Beschwerden, die bei einer Hirnhautentzündung auftreten, gehören Fieber, Müdigkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und ein steifer Hals - das Kind kann seinen Kopf kaum zur Brust senken. Es wirkt im Großen und Ganzen sehr krank.

Behandelt wird eine Hirnhautentzündung im Krankenhaus - hier wird das Kind Tag und Nacht überwacht. Ihm werden intravenös Antibiotika zugeführt, meistens wird es gleichzeitig intravenös ernährt, denn viele Kinder sind nicht in der Lage, Nahrung zu sich zu nehmen. Nach überstandener Meningitis sind Untersuchungen nötig, um Hirnschäden auszuschließen.

http://www.almeda.de/home/article/0,2600,Book13_6_27,00.html


<u>Meningitis:</u>

Meningitis
Hirnhautentzündung

Entzündung der Gehirnhäute (Meningen).

Ursache: Erreger unterschiedlicher Gruppen können eine M. verursachen, meist handelt es sich um Bakterien wie z.B. Pneumokokken oder Meningokokken und Viren wie z.B. Erreger der Herpes-simplex-Infektion oder der Frühjahr-Sommer-Meningoenzephalitis (FSME). Seltener führen Infektionen mit Protozoen (z.B. Toxoplasmose) oder Pilzen (z.B. Kryptokokkose) zu einer M. Die Erreger gelangen mit dem Blutstrom entweder im Rahmen einer Allgemeininfektion (z.B. Tuberkulose), aus benachbarten Entzündungsprozessen (z.B. Rachenkatarrh, Mittelohrentzündung) oder über offene Verbindungen zwischen Gehirn und Außenwelt (z.B. offenes Schädel-Hirn-Trauma) ins zentrale Nervensystem. Auch physikalische Einflüsse wie starke Sonnenbestrahlung können eine M. auslösen.

Befund: Typisch ist eine Kombination von Krankheitserscheinungen, die unter dem Begriff Meningismus zusammengefasst werden. Gelegentlich kann ein Opisthotonus (Rückwärtsbeugung des Kopfes mit Überstreckung von Rumpf und Extremitäten) auffallen. Wichtige Hinweise auf eine bestehende M. geben ein positives Brudzinski-, Kernig- und Lasègue-Zeichen. Wenn zusätzlich das Bewusstsein getrübt ist, besteht der Verdacht auf eine begleitende Gehirnentzündung; das Krankheitsbild wird dann als Meningoenzephalitis bezeichnet.

Oft können schon Beginn und Verlauf der Erkrankung Aufschluss auf die Art des Erregers geben. Bei der bakteriellen M. (z.B. Meningokokkenmeningitis) setzen die Symptome häufig rasch ein und sind sehr heftig. Innerhalb von Stunden kann sich ein zunächst harmlos wirkender Infekt zu einem schweren Krankheitsbild mit hohem Fieber entwickeln. Bei anderen Formen der bakteriellen M. wie z.B. der Gehirnhauttuberkulose oder der Borreliose ist der Beginn eher schleichend, sie werden daher eher spät diagnostiziert. Der Verlauf bakterieller M. ist oft schwer und endet nicht selten tödlich, falls keine rechtzeitige Behandlung erfolgt. Die virale M. verursacht meist weniger bedrohliche Beschwerden und hat eine günstige Prognose. Eine wichtige Ausnahme stellt die schwere, das Gehirn mitbetreffende M. durch Herpessimplex-Viren dar (Herpesenzephalitis).

Behandlung: Von elementarer Bedeutung für die Diagnose einer M. ist die Liquoruntersuchung. Zwar gelingt eine Erregeridentifizierung nicht immer und ist zeitaufwendig, aber aus der Zusammensetzung der Entzündungszellen kann meist sehr schnell darauf geschlossen werden, ob Bakterien oder Viren die M. verursacht haben. So kann eine effektive und evtl. lebensrettende Behandlung innerhalb weniger Stunden einsetzen. Bei der bakteriellen M. werden Antibiotika in hoher Dosierung intravenös verabreicht, bei viraler M. sind antivirale Medikamente wie z.B. Zovirax® teilweise wirksam. Je nach Erregerart, Abwehrlage des Betroffenen und Schwere des Krankheitsbildes zu Beginn der Behandlung bestehen unterschiedliche Heilungsaussichten. Besonders hoch ist die Sterblichkeit bei einer Meningokokkenmeningitis bei gleichzeitig vorliegender Meningokokkensepsis (größer als 50 %). Auch die M. bei Neugeborenen endet nicht selten tödlich. Von Dauerschäden wie z.B. Hörminderung, Sehstörungen oder Konzentrationsstörungen sind v.a. Kleinkinder bedroht.

Bei schwer ausgeprägtem Krankheitsbild müssen die Betroffenen intensivmedizinisch überwacht werden. Je nach Erregerart erfordert die hohe Ansteckungsgefahr eine strenge Isolierung des Kranken. Angehörige und Kontaktpersonen sollten sich in diesem Fall durch Mundschutz, Handschuhe und Schutzkittel vor einer Ansteckung schützen und nach ärztlicher Empfehlung vorbeugend Medikamente einnehmen.

Meningitis: Klinische Meningitiszeichen: Brudzinski- (links), Kernig- (Mitte) und Lasègue-Zeichen (rechts). [PH 35.63]

http://www.almeda.de/home/brockhaus/1,2785,7701,00.html


<u>FSME</u>

FSME
Abk. für Frühsommer-Meningoenzephalitis

virale Infektion der Gehirnhäute, manchmal auch des Gehirns, die durch Zecken übertragen wird. Der Name lässt sich auf die Tatsache zurückführen, dass die Zeckenaktivität im Frühsommer am ausgeprägtesten ist und die Krankheit deshalb um diese Jahreszeit am häufigsten auftritt. Zu unterscheiden ist von der FSME die häufigere, durch die gleiche Zeckenart übertragene Lyme-Krankheit.

Ursache: Das FSME-Virus wird durch Zecken der Art Ixodes ricinus (Holzbock) übertragen, die an Grashalmen und niedrigem Gebüsch auf ihren Wirt lauern. Der Holzbock ist in ganz Mitteleuropa heimisch, seine Durchseuchung mit dem FSME-Virus ist aber nur in Endemiegebieten (Süddeutschland, Österreich, Schweiz, Südosteuropa) hoch.

Befund: Etwa eine Woche nach der Ansteckung kommt es zu einem grippeähnlichen Vorstadium mit Fieber, das nach einigen Tagen abfällt. Es folgt ein fieberfreies Intervall. Nur etwa ein Viertel aller Infizierten macht das nun folgende zweite Stadium durch, das mit erneutem Fieberanstieg und Hirnhautentzündung (Meningitis) einhergeht, die durch Kopfschmerzen am Hinterkopf sowie Nackendehnungsschmerzen gekennzeichnet ist. Die gleichzeitige Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) kann mit epileptischen Krampfanfällen oder einer Bewusstseinstrübung einhergehen. Seltener und v.a. bei Erkrankten in höherem Alter kann stattdessen das Rückenmark betroffen sein, sodass sie ein Krankheitsbild entwickeln, das der Kinderlähmung ähnelt (Meningomyelitis).

Behandlung: Auch ohne eine spezifische Behandlung ist die Prognose der FSME meist gut. Die Meningomyelitis verläuft jedoch etwas schwerer und kann in seltenen Fällen zum Tod führen.

Für Menschen mit erhöhter Gefährdung, z.B. Förster oder Waldarbeiter, besteht die Möglichkeit einer aktiven Impfung, die aber nicht ganz risikolos ist und auch keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Nach Zeckenbissen in einem Endemiegebiet besteht für die Betroffenen die Möglichkeit einer passiven Immunisierung, d.h. der Verabreichung von spezifischen Antikörpern (Immunglobuline) gegen das Virus. Generell ist es wichtig, sich durch geeignete Kleidung (lange Hosen und langärmelige Pullover, festes Schuhwerk) zu schützen und sich nach einem Waldbesuch am ganzen Körper nach Zecken abzusuchen.

http://www.almeda.de/home/brockhaus/1,2785,3989,00.html?src=suc


<u>Entzündungen und Hirntumore:</u>

Eine Vielzahl von Erregern kann die Hirnhäute (Meningitis) oder das Gehirn selbst (Enzephalitis) befallen. Die akute, von Bakterien hervorgerufene Gehirnhautentzündung verursacht schwere Kopfschmerzen, verbunden mit Nackensteifigkeit, Lichtscheu und schwerem Krankheitsgefühl.

Patienten mit Kopfschmerzen haben häufig die Befürchtung, ein Gehirntumor könnte die Ursache dafür sein. Dies ist aber nur selten der Fall. Allerdings haben 60 bis 80 Prozent der Patienten mit Hirntumoren früher oder später Kopfschmerzen. Der tumorbedingte Kopfschmerz ist dumpf, mäßig stark und verschlechtert sich bei körperlicher Anstrengung oder Änderung der Körperhaltung, zum Beispiel beim Aufstehen oder Hinlegen. Anfangs tritt er eher gelegentlich auf und ist oft mit Übelkeit und Erbrechen verbunden. Das Erbrechen kann den Kopfschmerzen um Tage bis Wochen vorausgehen.

Kopfschmerzen, unter denen Sie seit Jahren leiden, lassen nichts Schlimmes vermuten. Vorsicht aber, wenn sich der Ihnen schon lange bekannte Kopfschmerz ändert!

http://www.almeda.de/home/article/0,2600,Book10_3_17_6,00.html

hippie
14.11.2001, 21:16
Wird durch Zecken und andere schmarotzende Insekten verbreitet. Tritt in Ostasien auf und verläuft ähnlich der FSME. Ein Impfschutz ist möglich.