Hallo!
wir haben 5 Stoffe: CO2 (-78,15°C), CS2 (46,5°C), CF4 (-128°C), CCl4 (77°C), CBr4 (190).
Wir sollen die Siedetemperatur der Stoffe erklären. Und zwar mit hilfe der Elektronegativität, Dipolcharakter (Zwischenelementare Kräfte?), Atommasse. Leider ist uns das nicht ganz klar. Kann uns jemand helfen?
Irgendwie passen diese Angaben nicht zu den Siedepunkten! Bitte helft uns! :help:
FK
13.11.2001, 18:01
Hi!
Nun, kein Wunder, dass es mit Elektronegativität und Dipolcharakter nicht so ganz klappt....keines der Moleküle ist ein Dipol. Zwar liegen polare Bindungen vor, aber die Dipolmomente der Bindungen heben sich auf Grund der symmetrischen Strukturen auf. Wir können allenfalls sagen, dass im Tetrafluormethan die F-Atome alle ziemlich negativ polarisiert sind und sich daher gegenseitig abstoßen (gewissermaßen dem Molekül eine negative Oberfläche verleihen).
Was wir noch betrachten müssen, sind Molmasse und Polarisierbarkeit.
Schaun wir mal:
CO2 / 44
CS2 / 76
CF4 / 88
CCl4 / 152
CBr4 / 328
Wir sehen, dass bei den homologen Verbindungen die Siedepunkte mit der Molmasse steigen. Schon mal gut.
Vergleichen wir aber CO2 mit CF4, dann passt es nicht.
Nun ist es so, dass sich auch völlig neutrale Moleküle anziehen aufgrund so genannter induzierter Dipole. Das funktioniert um so besser, je leichter ein Molekül polarisierbar ist.
Die Polarisierbarkeit steigt (jedenfalls bei den Hauptgruppen) von oben nach unten an und nimmt von links nach rechts ab - etwa umgekehrt wie die Elektronegativität.*
Des Weiteren sind Elektronen in Pi-Bindungen leichter polarisierbar als solche in Sigma-Bindungen.
Berücksichtigt man Obiges, dann lassen sich die Siedepunkte einigermaßen plausibel erklären.
*Das Ganze soll nur Anhaltspunkte geben, keineswegs eine quantitative Beschreibung sein.
Gruß,
Franz (wartet gespannt auf Einwände/Ergänzungen/ganz was Neues)
minutemen
14.11.2001, 10:22
last but not least hilfts auch immer mal, die molekülgeometrie zu betrachten. die obigen beispiele sind zwar nicht hervorragend geeignet, aber immerhin unterstützt CF4 die these, dass kugelförmige moleküle meist niedrige siedepunkte haben. und um fk's dipolmoment-aussage noch etwas zu unterstreichen: beim CF4 sieht die aussenwelt überwiegend das F, das positivierte C und die CF-bindung bleibt der umgebung weitgehend verborgen. in einer homomolekularen umgebung ist das keine gute voraussetzung für eine intensive ww. beim CO2 gäbe es deutlich bessere anordnungen, die, sagen wir mal eben jene intramolekularen ladungsverteilungen intermolekular auszugleichen vermögen. also: immer molekülgeometrie beachten.
und: don't forget, CO2 sublimiert unter normaldruck bei -78°C!
nobody
21.11.2001, 08:34
Also kann man zusammenfassend sagen, daß CO2 eher siedet, weil es aufgrund der pi- Bindungen leichter induzierte Dipole bildet und kleiner ist? Dann haben wir das verstanden, sonst lesen wir eure Beiträge noch mal.
DANKE aber :D
minutemen
21.11.2001, 11:09
jein. die antworten nochmal lesen. höhere polarisierbarkeit führt letztlich zu verstärkter wechselwirkung und damit zu höheren siedepunkten. und nochmal: CO2 siedet unter normaldruck nicht, sonder sublimiert.